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Der Israelit · 1938-09-15 · Heft 37 (15.9.1938) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 37 (15.9.1938)
Date
1938-09-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Frankfurt a. M. 15. September 1938 19. EIIul 5698 Nummer 37 APPELL AN DIE TAATEN. Jerusalem, 9. Sept. Der Waad Leumi hat an die bei der Konferenz von Evian vertretenen Staaten eine Zuschrift gerichtet, in-der es unter anderem heißt: „Der jüdische Jischuw in Erez Israel fordert die Oeffnung der Tore des Landes zur Aufnahme jüdischer Massen; er fordert die Vertreter der Welt auf der Konferenz von Evian auf, das Problem der jüdischen Auswanderung nach Erez Israel als eine Lebensfrage des jüdischen Volkes und seiner Zukunft anzusehen. Von dem Ausmaß der Alijah nach Erez Israel hängt nicht nur die Möglichkeit einer Rettung jüdischer Massen ab, sondern auch die einzige Möglichkeit der Lösung der Judettfrage durch die staatliche Neuordnung der Juden in ihrem Lande. Die Versammlung fordert von den Institutionen des Jischuws und von allen Teilen der jüdischen Oeffentlichkeit im Lande, ihre ganze Kraft daranzusetzen, um sofort die Möglichkeiten einer Aufnahme der A u s wanderer aus Oesterreich zu erweitern; insbesondere wird der Jischuw aufgefordert, praktische Möglichkeiten für Versorgung der Kinder aus diesen Ländern zu schaffen durch. ihre schnelle Ueberführung nach Erez Israel und ihre Aufnahme in Stadt und Land, in Anstalten und Familien." Die Einwanderungsquote in Australien verfünffacht. Eine offizielle Regierungserklärung. Melbourne, 13. Sept. Der Minister des Innern des australischen Corrfmonwealth hat folgende offizielle Erklärung ausgegeben: ..Die australische Regierung hat sich bereit erklärt, während des laufenden Jahres von den vorliegenden jüdischen Einwanderungsanträgen 3Her Art Ungefähr 5000 zu genehmigen Diese Zahl umfaßt nicht nur Flüchtlinge, sondern auch diejenigen Juden, deren Einwanderungsgesuche durch australische Garantien unterstützt worden sind." Diese Erklärung bedeutet insofern einen Fortschritt, als bisher das Maximum der Einwanderungszitfer für alle Kategorien jüdischer Immigranten auf 1000 pro Jahr beschränkt war. Offiziös hört man, daß die Regierung die Zulassung von insgesamt 50 000 jüdischen Einwanderern während der nächsten 10 Jahre ins Auge faßt- Die australische jüdische Wohlfahrtsgesell- £cuaft hat einen Aufruf an die australische Judenheit erlassen, in dem zur Bereitstellung, von 50 000 Lst. für die vermehrten Bedürfnisse der •Einwanderung verlangt wird. Die Tagung des Völkerbundes. Arabische Delegation in Genf. Genf, 14. Sept. Am Freilag wurde die Tagung des Völkerbundsrates eröffnet und seit Dienstag tagt auch die Vollversammlung des Völkerbundes. Palästina- und Auswanderungsfragen sind noch nicht zur Sprache gekommen. Bei der Eröffnung der Völkerbundsversammlung erklärte aber der Präsident, Mr. Jordan, Vertreter von Neuseeland, in seiner Rede, daß der Völkerbund sich der Aufgabe einer großzügigen Mitwirkung an der Lösung des Flüchtlingsproblems nicht entziehen könnte. Auch müßten wegen der Finanzierung der Wanderung internationale Finanzabkommen ins Auge gefaßt werden. (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Die Agudadelegation vor der technischen Kommission in London .....Seite 2 Offene und geschlossene Türen für jüdische Einwanderer ..........Seite 2 Von der Tagung der Völkerbundsversammlung Seite 2 Vor neuen Maßnahmen in Palästina . Seite 2 Wochenrundschau .........Seite 3 Was in Palästina übersehen wird Von Rabb. M. Blau, Jerusalem . . Seite 4 Ellul am Höhepunkt........Seite 4 Wenn man auswandern will.....Seite 5 Weizmanns Forderungen auf der Antwerpener Konferenz .... Seite 7 Erez Israel............. Seite 8 Der alte jüdische Friedhof in Rom . . Seite 10 Kuriosa .....Seite 10 Wir sagen Sllcliaiis!... Wir holen das alte Slichausbuch hervor. Schon Vater und Großvater haben daraus ihre Gebete „am Ausgang des Ruhetages" zum grauenden Morgen hinaufgeschickt. Haben sie sie so verstanden und empfunden, wie wir sie verstehen und empfinden: als Schicksalsworte, Hilferufe, Aufschreie in der Nacht?! Wenn einmal die unvergleichliche Kraft der alten Gebete darin besteht, daß sie von Geschlecht zu Geschlecht, ja von Jahr zu Jahr immer neue Saiten unserer Seele anschlagen, wie müßten sie jetzt in ihrer neuerwachten Aktualität das ganze Register unserer Seele so laut erklingen lassen! wtti &b~is - nonn „Nicht mit unseren Verdiensten kommen wir zu Dir, Arm und verstoßen, stehen wir vor Deiner Tür.'' Unsere Verdienste, unser iorv unsere tPTpyö' was wir an Werken der Liebe und der Treue aufzuweisen haben? Nun, wir dürfen uns nicht schlechter machen, als wir sind. „Und sei nicht ein Uebeltäter in deinen Augen", lehrt die Spruchweisheit der Väter. Wir haben eine Fülle von Sünden in den heiligen Tagen zu bekennen, ganze Register, die nur schließen, weil das Alphabet zu Ende ist. Aber wir sagen mit dem Psalmsänger: TlSürt *T3^ „Gegen Dich allein haben wir gesündigt", inxün wohl, aber nur -jmd1? Der Welt und der Menschheit haben wir mehr gegeben, als wir ihr schuldig waren. Den Verfehlungen stehen auch etwaige Verdienste entgegen. Indes trtTa y^sh nun B*>i&»an Tom \&b "prrynapDi cnra-Di« Zu Hunderttausenden pochen unsere Brüder an Europas Pforten, und kaum hat sich irgendwo ein Spalt aufgetan, fällt wieder die Türe knarrend zu. Wer wollte auch QWft Q neuen Lebensraum bieten? Und zwischen Nacht und Morgen öffnet sich uns eine schmale Pforte. Mit "pn^T UpSI beginnen wir das große Wecken, und mit *tt^ nnS „öffne uns das Tor!" werden wir nach Abschluß des Aufstiegsprozesses vom „großen Tage" scheiden. Und was dazwischen liegt, ist die Gewißheit, daß uns die D'»M m*^ die „Pforten des Erbarmens" unverschlossen bleiben. ■psa tö»1? onm 'm na» mos wis Die jüdische Geschichte ist ein jahrtausendealtes Wand er- und W u n d e i b u c h. Einmal da, einmal dort, irgendwo stiegen immer Flammen aus dem Ghetto auf. Aber stets waren die Retter und Helfer zur Stelle, „die Männer der Tat", um tapfer einzugreifen. Setzte sich ein jüdischer Wanderstrom in Bewegung, so fand er irgendwo ein neues Bett. Aus dem Heimatlande heraus war der Weg nach B a b y 1 o - nien, später nach Rom vorgezeichnet. Von dort ergaben sich die Wege nach den westeuropäischen und später östlichen Ländern von selbst. Winde, oft auch Stürme peitschten Is- (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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