Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 34 (25.8.1938)
- Date
- 1938-08-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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r 25. August 1938 Der Israelit Nr. 34 Seite 11 Letzte Nachrichten. Keine neuen Flüchtlinge nach der Schweiz. Beschluß der Polizeiverwaltung. Bern, 17. August. Eine Konferenz der kantonalen Polizet-Verwaitungen beschloß heute, den tausend jüdischen Flüchtlingen aus Oesterreich, die sich zur Zeit in der Schweiz aufhalten, bis auf Weiteres Wohnrecht zu gewähren, nachdem der Schweizerische Israelitische Gemeindebund die Verantwortlichkeit für den Unterhalt der Flüchtlinge übernommen hat. Weiter beschloß die . Konferenz jedoch, keinerlei neue Flüchtlinge mehr nach der Schweiz zuzulassen. Personalien. A. Z. Idelsohn t\''y Johannisburg, 15. August. In Johannisburg verstarb der bekannte jüdisch* Komponist Abraham Zwi Idelsohn. im Alter von erst 56 Jahren. IcUlsöhn betätigte sich in jungen Jahren als Lehrer in verschiedenen Gemeinden Deutschlands, erwies sich aber damals schon als ein hervorragendes musikalisches Talent. Nachdem er dieses durch gute Schulung und eigenen Fleiß zur Entfaltung gebracht hatte, erwarb er sich rasch einen Namen als jüdischer Musikforscher ersten Ranges. 1906 ging er nach Jerusalem, wo er eine jüdische Musikschule begründete. Während seines 16jährigen Aufenthaltes in Palästina schrieb er grundlegende Werke über die jüdische Originalmusik und die jüdischen Nigunim, die zu studieren er im Lande und in der Stadt, wo Juden aus allen Zonen ihr Eigenleben in Haus und Synagoge führen, reichlich Gelegenheit hatte. 1924 wurde Idelsohn ah Professor für jüdische Musik und Liturgie an das Hebrew Union College in Cincinnati berufen, wo er seinen „Hebräisch-orientalischen Melodienschatz" und seine „Geschichte der jüdischen Musik" in zwei Bänden schrieb. Idelsohn war ein konservativer Jude und ist bei allem Wissenschaft liehen und sozialen Aufstieg seiner jüdischen Grundhaltung treu geblieben. n"axan Vermischtes. Englischer Intensiv-Fortbildungskurs für jüdische Lehrer. Stuttgart, 20. Aug. Vom 24. Juli bis 4. August fand in Stuttgart in den Gemeinderäumen Gartenstr. 30 ein Intensiv- Fortbildungskurs für jüdische Lehrer in Deutschland statt, der dank der Initiative und der Bemühung des Schulausschusses des Israelitischen Oberrates Stuttgart gemeinschaftlich mit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland zustande gekommen war. Welch großen Anklang und starkes Interesse eine solche Tagung bei den jüdischen Lehrern fand, bewies die große Anteilnahme aus dem Kreise der württembergischen und auch auswärtigen Lehrer. Sonntag Nachmittag erfolgte die Eröffnung durch Reichsvertretung und Oberrat. Im Anschluß daran begann der Einführungsvortrag des Kursleiters, Herrn Studienrat Dr. Erich Gustmann, Berlin. In dieser vollkommen englischen Rede zeichnete Herr Dr. G. Zweck und Ziel der bevorstehenden Arbeitstagung. Man empfand, daß ohne jegliche Ueberleitung oder große Anweisung die englische Arbeit begonnen hatte. Ein vielseitiger und abwechslungsreicher Stundenplan, der genau eingehalten werden mußte, gab Gelegenheit, sich auf vielen Gebieten des englischen Lernens und Lehrens fortzubilden. So wurden während des Vor- und Nachmittags folgende Gebiete behandelt; Phonetik, Stilistik, Grammatik, Lehrprobe, Konversation, Geschichte, Lehrmittel und amerikanisches Schulwesen. Auch die gemeinsame Erlernung englischer Lieder fehlte nicht. Eine Stunde im Tag war für den Vortrag eines Lektors vorgesehen, der den Zuhörern die seltene Gelegenheit gab, das vornehme ,,King!s English" in seiner Echtheit von einem Engländer selbst zu hören. So wechselte in bunter Reihenfolge ein Gebiet das andere ab und erleichterte dadurch die an sich anstrengende Arbeitstagung. Am Mittwoch, den 3. August abends, vereinigten sich alle Kursteilnehmer zu einem gemütlichen Zusammensein in den Räumen des Unionklubs. Im Hinblick auf die Trauertage des Monats Aw war man übereingekommen, alles Festliche zu meiden. Es wurde dem unermüdlichen Kursleiter Herrn Dr. Gustmann reicher Dank für seine große Mühe gezollt und ihm in Anerkennung seiner Verdienste im Namen und Auftrag aller Teilnehmer ein schönes Geschenk überreicht. Herr Dr. G. wies in seiner Bescheidenheit jeden Dank zurück und übertrug ihn auf die Reichsvertretung und den Israelitischen Oberst, für deren großes Entgegenkommen. Auch deu übrigen Dozenten im Kurs, Herrn Prof. Weil, Karlsruhe sowie Herrn und Frau Dr. Göldschmidt, Stuttgart, wurde der beste Dank — verbunden mit kleinen Aufmerksamkeiten — ausgesprochen. In unserem Verlag noch zu haben Licht aus dem Westen Erzählung aus der Zeit der- Ghettodämmerung S. SCHACHNOWITZ Preis: broschiert M3.—, in gediegenem Leinwand M4.— Von der Buchausgabe des bei seinem Erscheinen im „Israelit" mit außergewöhnlichem Interesse begrüßten historischen Meisterromanes des Autors ist noch eine Anzahl von Exemplaren vorrätig. Das Buch sollte in keinem jüdischen Hause, in keiner Jugendvereins- oder Schulbibliothek fehlen, denn es führt Jung und Alt in eine der wichtigsten Epochen der jüdischen Geschichte ein und ist geeignet, Verehrung und Bewunderung für die großen Meister der jüdischen Lehre in die Herzen der heutigen Generation zu pflanzen. Zu beziehen durch jede jüdische Buchhandlung, sowie direkt vom ISRAELIT U. HERMON JÜDISCHER BUCHVERLAG GmbH. FRANKFURT A. M„ SCHÜTZENSTRASSE 12 POSTSCHECKKONTO NR. 19 802 Berlin, 24. Aug. Das Beth Chinuch in Berlin, das schulentlassene Knaben aufnimmt und ihnen Unterricht in jüdischen und beruflichen Fächern gewährt, hat noch Plätze frei und nimmt auch zum Winterhalbjahr schon jetzt Anmeldungen entgegen. Interessenten werden gebeten, sich zeweks aller näheren Auskünfte baldigst an das Büro Artilieriestraße 31' zu wenden. Die Frankfurter Woche. Oberrabbiner von Ankona b"XT> In der Nacht vom 17. zum 18. August (21. Aw) verschied im hiesigen Krankenhaus der Oberrabbiner von Ankona, Dr. Hermann (Chajim) Rosenberg. Er ist 1876 in Hethars (Ungarn) geboren, besuchte ungarische Jesehiboth und kam mit großem talmudischem Wissen ausgerüstet nach Berlin in das Rabbinerseminar. Zugleich besuchte er die dortige Universität und promovierte mit einer Arbeit „Geschichte der Hauptwörter der Mischna", die 1908 in der Monatsschrift erschienen ist. Kurze Zeit darauf wurde er als Oberrabbiner nach Ankona berufen und hat das dortige Oberrabbinat fast 30 Jahre hindurch bekleidet. Er hat sich um das orthodoxe Judentum in Italien große Verdienste erworben. Neben seinen beruflichen Pflichten, die er in vorbildlicher Weise erfüllte, fand er noch Zeit, wissenschaftlich zu arbeiten. So gab er die Arbeiten seiner großen Vorgänger David Abraham V i v a n t i und Isaac Raffaele Tedeschi, die Schüler des Sohnes des Chacham Asulai waren, heraus. Eine Reihe von hebräischen Aufsätzen in den Zeitschriften „Hazofe" und. Kirjat Sefer zeigen seine große Belesenheit in der hebräischen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts. Seine Frau, eine Enkelin des um das orthodoxe Judentum in Italien hochverdienten Isaeco Raffaelo Tedeschi, unterstützte ihn in allen seinen Bestrebungen. Für die Gemeinde Ankona ist sein Hinscheiden ein unersetzlicher Verlust. Besonders verliert das orthodoxe Judentum in Italien einen seiner besten Männer. r\"rnn Agudas Jisroel-Jügendgruppe E. V. Wir bitten alle Benutzer unserer Bibliothek, sämtliche aus unserer Bibliothek entliehenen Seforim und Bücher umgehend in unserem Heim Schwanenstr. 12 abzugeben. Jüdische Notstandsküche. Die Jüdische -Notstandsküche erläßt folgenden Aufruf: Unsere Jüdische Notstandsküche, vor Jahren gegründet, in schweren Zeiten gehalten, jetzt durch größte Not gedrängt, erbittet zur Fortführung ihrer Arbeit die Hilfe der jüdischen Gemeinschaft. Von dem Ergebnis der Haus'Sammlung, am 2 8, August hängt die lebensnotwendige Versorgung von 1000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern ab! In Erkenntnis der Not gebt den. hilfsbereiten Sammlern! Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: D^n Herr Rabbinats-Assessor Dr. E. Posen. — nachm. 4.15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin, — 4.15 Uhr im Vereinslokal: Mikro, Herr Rabb. H. Mayer. Samstag abend eine halbe Stunde vor Nacht im Hörsaale „Schabbos-Schlußlernen". Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul. paiR *|oi\ — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, oma« p», Herr Rabb. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, mas, Herr J. Soff er. Montag u. Donnerstag nach Schul im Hörsaal: nmn- Mitgliederlernen. — Montag abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (pi»in) 'Ria* Herr Rabb .Dr. J Breuer. Dienstag und Freitag morgens nach Schul, ru»»' Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag und Donnerstag abends 7 Uhr im Lokal: Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Montag, den 29. August: Moritz Hirschberg-Stiitung. Agudas Jisroel-Gruppe Frankfurt a. M. Thora und Mussar. (Alle Schümm wie üblich,) Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho, 5.15 Uhr, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz im Hörsaale Friedberger Anlage, „Trost im Ellul". Gebetzeiten. nm raff Freitag abend 6.50 Samstag nasem 6.35 Samstag schacharis 7.45 Samstag minchah 1.00 und 5.00 Samstag abend 8.10 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.30 2. Minjan 7.30. An G'ttesdienst anschließend: Lernen des ö«n ipn- Vereins im Hörsaal Nachmittags 7.00 Tefillinlegen am Morgen 4.40 Der heutigen Nummer liegt ein Werbe-Prospekt des Jüdischen Kulturbundes bei, worauf wir unsere Leser besonders hinweisen.