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Der Israelit · 1938-08-25 · Heft 34 (25.8.1938) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 34 (25.8.1938)
Date
1938-08-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israeli J /jii Frankfurt a. M. 25. August 1938 28. Aw 5698 Mummer 34 AUF DER SUCHE NACH EINWANDERUNGSLÄNDERN. WIE STEHT ES UM NORD-IRLAND? London, 18. August. Der Belfaster Korrespondent des hiesigen führenden jüdischen Blattes berichtet, daß die Nord-Irländische Regierung (Ulster) sich bereit erklärt hat, jüdische Flüchtlinge, die in Nord-Irland Fabriken zu errichten beabsichtigen und hierzu das nötige Kapital und die fachmännische Befähigung besitzen, in jeder Weise zu unterstützen. So ist z. B. in der letzten Zeit von einem jüdischen Refugee eine Lederfabrik errichtet worden, die sich in starker Entwicklung befindet und an der allmählich 600 bis 700 Leute Beschäftigung finden sollen. Während der Ausbildungszeit gewährt das nordirländische Arbeitsministerium für jeden Arbeiter einen wöchentlichen Zuschuß. Es muß betont werden, daß trotz der religiösen und politischen Meinungsverschiedenheiten, die in Nord-Irland existieren, kein Antisemitismus vorhanden ist. Es ist interessant, daran zu erinnern, daß vor über 200 Jahren Nord-Irland den französischen Hugenotten Aufnahme gewährte, die die Fundamente der weltberühmten Leinen-Industrie von Ulster legten. Eine Proklamation der Neuen Zionistischen Organisation. London, 18. August. Das Präsidium der Neuen Zionistischen Organisation hat folgende Erklärung ausgegeben: „Einflußreiche politische Gruppen in London, die mit palästinensischen Regierungsbeamten in Verbindung stehen, bemühen sich, die britische Regierung zu einer Lösung des Palästina-Problems zu veranlassen, die tatsächlich jede weitere jüdische Einwanderung größeren Stils unmöglich machen würde. .Dieses Ziel soll entweder erreicht werden durch eine starke geographische Begrenzung des Ansiedlungsgebietes im Falle einer Teilung oder Kantonisation oder durch direkte zahlenmäßige Begrenzung und Festlegung eines Minoritäten-Status für die Juden in Palästina. In beiden Fällen würde Palästina schließlich ein arabischer Staat werden. Durch britische Beamte im Irak sind seit einiger Zeit Anstrengungen unternommen wor- ^en, um auf Grundlage dieser Bedingungen mit dein im Exil lebenden Mufti von Jerusalem einen Walfensiillstand zu vereinbaren. Um der zu erwartenden Empörung gegen einen derartigen Plan, den einzigen Hafen für die jüdischen Flüchtlinge zu schließen, ein Gegengewicht zu schaffen, wird vorgeschlagen, last gleichzeitig mit der Entscheidung über Palästina einen Plan zu veröffentlichen, der eine jüdische Massensiedlung in Afrika und Süd- Amerika in Aussicht stellt und eine bedeutende internationale Anleihe unter den Auspizien des Evian-Komitees. Gewisse britische Kreise, obgleich sie vollkommen von der schließlichen Unausführbarkeit dieses überseeischen Ansiedlungsplanes überzeugt sind, glauben, daß der Plan doch das öffentliche Interesse lange genug in Anspruch nehmen wird, um die humane Opposition gegen den Palästina-Vorschlag während der kritischen Monate im Zaume zu halten, so daß während dieser Zeit die britische Regierung imstande ist, die vorgeschlagene Lösung des Palästina-Problems durchzuführen. Zu diesem Plane gehört ferner die Absicht, die Neue Zionistische Organisation und alle ihr angeschlossenen Gruppen in Palästina für illegal zu erklären. Die Palästina-Beamten haben schon lange eine Gelegenheit ersehnt, um diese Orga- Fortsetzung siehe Seite 2. Aus dem Inhalt: Verordnung über die jüdischen Namen Seite 2 Das Neueste aus Erez Israel .... . Seile 2 Die Flüchtlinge in der Schweiz . . . Seite 2 Wochenrundschau ........ . Seite 3 Zum Ellulbeginn ......... . Seite 4 Wenn man auswandern will . . . . Seite 4 Wiener Berichte ........ . Seite 6 Zählung der Juden in Italien . . . . Seite 6 Portugal und die jüdische Einwanderung Seite 7 Aus der Agudas Jisroel-Bewegung . Seite 7 Erez Israel ........... Seite 9 Ein Schmittajahr geht zu Ende. Der spätere Chronist des ablaufenden Jahres wird viel jüdisches Heldentum zu verzeichnen haben, Heldentum von Menschen, die in vorgerücktem Alier ihr Leben auf ganz neue Basis stellen, Heldentum von jüdischen Pionieren, die auf dem heiligen Heimatboden mit ungebrochenem Mut gegen wirtschaftliche Widerstände, gegen Krisis und gegen Krieg im Kleinen unter Einsatz des ganzen Ich ihre Scholle verteidigt haben. So häufig sind die Fälle der Selbstaufopferung im jüdischen Jischuw, daß man längst müde geworden ist, sie alle zu verzeichnen. Einige Namen treten hervor, deren Träger ihre Treue mit ihrem Leben bezahlt haben und den Annalen der Geschichte für alle Zeiten erhalten bleiben werden. Sprechen sollte man aber auch vom Heldentum der Ungenannten, jener stillen Soldaten des Jischuw, die in diesem Jahre Tag für Tag mit Mut und Ausdauer daran waren, ein Thoragebot in seiner Reinheit zu erhalten und der Welt für alle Ewigkeit zu dokumentieren, daß ein Erez Israel mit G ' 11, mit der Thora, mit den 1 a n d w i rtschaftlichen Gesetzen heute noch möglich und nur eine Frage des guten starken jüdischen Will e ji s ist! Man spricht auch von ihnen, Den? schmittahaltenden Kibbuz in Gedera fnChofez Chajim") ist im hebräischen Misrachiorgan „Hazofeh" ein Aufsatz gewidmet, der, obwohl oder weil nicht aus purer Liebe zum orthodoxen Palästinawerk geboren, nach mancher Richtung hin von großem Interesse ist. Schon im Autobus war Berichterstatter Ohrenzeuge eines Disputs zwischen einem jungen Misrachisten und Agudisten über das Schmittaproblem. Der Misrachivertreten „Der Rabbinische Rat der Agudas Jisroel hat befohlen! Schon recht. Aber läßt sich die Verordnung in einer Zeit, da die Wirtschaft erst im Aufbau ist, durchführen? Bestenfalls in einem kleinen Grüppchen, das von milden Gaben unterstützt wird. Aber ganzjährige Sabbatruhe im Lande, heute?" Der Agudist; ,,Ein wenig Bitochaun, Vertrauen, lieber Freund! Gilt es nicht mehr, was in der Thora steht: ,,Und ich entbiete Euch meinen Segen im sechsten Jahre usw.?" Ohne ein Minimum von Vertrauen nicht nur keine Schmitta, sondern auch kein Sabbat und keine anderen G'ttesgesetze! Der Hemmungen und Hindernisse gibt es überall genug. Erfordert das Schmittagesetz Opfer, so müssen sie von denen, die nicht wollen, daß ein Thoragebot in Vergessenheit gerät, gebracht werden und muß dafür gesorgt werden, daß diese Menschen auf andere Art so beschäftigt werden, daß kein empfindlicher Schaden entsteht. Keineswegs dürfen wir verzagen und versagen, wenn ein g'ttlich Gebot uns Opfer auferlegt.'' (Fortsetzung ehe Seite 3.>

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