Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 31 (4.8.1938)
- Date
- 1938-08-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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4. August 1938 Letzte Nachrichten. Eine Verordnung über jüdische Aerzte.. Berlin, 4. August. Von zuständiger Stelle wird deö Zeitungen über die Vierte Verordnung zum Reichsbürgergesetz über die Ausschaltung der Juden aus der Aerzteschaft mitgeteilt: Danach erlöschen mit dem 30. September 1938 die Bestallungen jüdischer Aerzte, Der Reichsminister des Innern oder die von ihm ermächtigte Stelle kann Aerzten, deren Bestallung erlöschen ist, die Ausübung des Aerzteberufes widerruflich gestatten. Die Genehmigung kann unter Auflagen erteilt werden. Hierbei hat die Reichsärztekammer ein Vorschlagsrecht. Jüdische Aerzte, deren Approbation auf Grund dieser Verordnung erloschen ist, dürfen auch nicht die Heilkunde ausüben. Ein jüdischer Arzt, dem die Ausübung des Aerzteberufes widerruflich gestattet worden ist, darf außer seiner Frau und seinen ehelichen Kindern nur Juden behandeln. Da diese Verordnung nicht nur auf Aerzte angewandt wird, die im Augenblick ihre Praxis ausüben, sondern auch für die Zukunft gelten soll, wird ausdrücklich bestimmt, daß die Bestallung als Arzt einem Juden nicht erteilt werden kann. Aerzte, die Frontkämpfer waren und deren Approbation erloschen ist, können, wenn sie bedürftig und würdig sind, von der Reiqhsärztekammer _einen jederzeit widerruflichen U n t e rjr ä l t s Z u s c h U ß erhalten. Das Nähere bestimmt die Reichsärztekammer im Einverständnis mit dem Reichsminister des Innern und dem Reichsminister der Finanzen. Dienstverträge, die ein jüdischer Arzt abgeschlossen hat, können von beiden Teilen mit einer sechswöchigen Kündigungsfrist für den 31. Dezember auch dann gekündigt werden, wenn nach den gesetzlichen oder vertraglichen Bestimmungen die Auflösung des Dienstverhältnisses erst zu einem späteren Zeitpunkt zulässig wäre. Gesetzliche oder vertragliche Bestimmungen, wonach eine Kündigung des Dienstvertrages schon zu einem früheren Zeitpunkt zulässig ist, bleiben unberührt. M i e t v e r h ä 11 ni s s e ' über Räume, die ein jüdischer Arzt für sich, seine Familie oder seine Berufsausübung gemietet hat, können vorzeitig gekündigt werden. Die Kündigung muß für den 30. September erfolgen und dem Vermieter spätestens am 15. August zugehen. Ein Widerspruch des Veimieters gegen die Kündigung ist unzulässig, wenn dem Vermieter durch die Reichsärztekammer ein anderer ärztlicher Mieter nachgewiesen wird. Der Vermieter kann das Mietverhältnis unter den gleichen Voraussetzungen innerhalb der gleichen Frist kündigen. Dem Mieter steht ein Widerspruchsrecht nicht zu. Die vorzeitigen Kündigungsfristen von Mietverhältnissen gelten entsprechend auch für dienstverpflichtete jüdische Aerzte, wenn sie infolge des Erlöschens der Approbation des Dienstberechtigten stellungslos geworden sind. Ausländische Juden an italienischen Lehranstalten. Rom, 3. August. Wie die Zeitungen berichten, sind von dem nächsten Semester 1938/39 an ausländische Juden vom Besuch sämtlicher italienischer Hochschulen und Schulen ausgeschlossen, auch wenn sie ihren dauernden Wohnsitz in Italien haben sollten. Vermischtes. Hamburg, 1. Juli. Der Verein zur Förderung ritueller Speiseliäuser e. V. versendet die neueste Ausgabe seines Heftes. Das Büchlein, anmutig in der Form, enthält Angaben,, die für jüdische Reisende unentbehrlich sind. Briefkasten. Ein „alter LeS$r", Der Satz befindet sich in Jiob Kap. . 40, V. 2. Das echtjüdische Verhalten im Trauerhause ist mit der bekannten hebräischen Grußformel beim Abschiede gegeben. Alle anderen Sitten sind nichtjüdischen Ursprungs. Man kann immer noch einen Platz finden, wo man im Gebete ungestört bleibt. ' Die halachischen Fragen wollen Sie unserem Raw oder einem der Dajanim vorlegen, L, R» in H, Die tvtto ist Sä'i» und die Haftoroh SpW tn:i">v L. H. .mxKna-Tag 17. März, Sidroh ix 'b- J. C. Jene Anregung! .stützt sich auf die bekannte Talmudstelle' J'Vrm "n Tn!.m fu« •> n v bxiw> nsu »Via*-*. Der Israelit Die Frankfurter Woche. Am Jahrzeitstage für Rabbiner Dr. Salonion Breuer ^"XT- Wie alljährlich, fand sich am Dienstag, dem Vorabend zum 6. Aw, ein großes Auditorium, bestehend aus Dozenten, Bachurim wie Mitgliedern der Verwaltung und der Gemeinde, in der Aula der Thora- Lehranstalt zu einer Stunde des Gedenkens für unseren heimgegangenen Raw Dr. Salomon Breuer ^"Sr ein. Der Roseh Jeschiwa, der kongeniale Sohn des verewigten Rabbiners, zeichnete in einstündiger Gedenkrede das Wirken, Lehren und die ewigen Schöpfungen Rabbiner Salomon Breuers. Aus dem Psalm 130, der uns „aus der Tiefe" G'tt anrufen lehrt, leuchtete der Charakter des großen Raw und das Wesen seiner auf innere Vertiefung hinausgehenden Lehrarbeit hervor. In den Worten aus der Einleitung zum Schma-Gebete entstand das Bild des Mannes, dessen ganzes Leben dem Lernen und dem Lehren, der Weckung der Liebe zur Thora gewidmet war. Es war eine ergreifende Feierstunde, in der wir in schwerer Zeit aus dem von unseren großen Rabbinern betreuten ewigen Born neue Kraft schöpfen durften. Im Mekor Chajim wurde am Mittwochmorgen beim Mischnalernen vom Dozenten durch Wiedergabe einiger seiner bezeichnenden Erklärungen das Andenken Rabbiner Salomon Breuers ^"St geehrt. Henriette Fürth fi»y. Am 1. Juni d. J. starb in Bad Ems Henriette Fürth in ihrem 78. Lebensjahre. In den Blättern des „Jüdischen Frauenbundes" widmet ihr Stephanie Forchheimer folgenden Nachruf; Diese ungewöhnliche Frau, die auf vielen Gebieten des öffentlichen und sozialen Lebens eine bedeutende Tätigkeit entfaltete, hat besonders in Frankfurt a. M., WO sie seit 1885 ihren Wohnsitz hatte, lebendige Erinnerungen ihres Wirkens hinterlassen. In der allgemeinen und jüdischen Frauenbewegung, im Jüdischen Centraiverein kannten und schätzten die älteren und jüngeren Zeitgenossen Henriette Fürth als temperamentvolle, unerschrokkene Rednerin, die auch mit dem Gegner gerne die blanke Klinge ihres Geistes kreuzte. Ihr besonderes Interesse widmete Henriette Fürth sozial-pädagogischen und sozial-wirtschaftlichen Fragen. Sie ist eine der Mitbegründerinnen der Mutterschutzbewegung und schrieb vielfach beachtete Bücher und Broschüren über die Mutterschaftsversicherung und das Bevölkerungsproblem. Henriette Fürth war Mutter von 11 Kindern und betrachtete auch ihre Hausfrauenpflichten von einer besonders hohen Warte. Die eigenen Erfahrungen verwertete sie zum Wohle der Allgemeinheit, indem sie wichtige Studien zum Budget des Mittelstandshaushaltes herausgab. Aber auch die täglichen Erfordernisse häuslicher Kleinarbeit wurden von :hr mit wissenschaftlicher Exaktheit behandelt und dementsprechend in die Praxis übertragen. Ihre schriftstellerische Begabung fand auch Ausdruck in zahlreichen Novellen und Gedichten. Die Lebensarbeit dieser seltenen Frau zeigt ein Bild geistiger und schöpferischer Kraft, dem man nicht mit wenigen Strichen gerecht werden' kann. Sie hat als Sozialarbeiterin, als Hausfrau vnd Mutter große Aufgaben erfüllt, und allen, die mit ihr gearbeitet haben, ein Beispiel unermüdlicher Arbeitskraft und tapferer Einsatzbereitschaft für das Gemeinwohl gegeben. Jüdischer Kulturbund Rhein-Main. Frau Edith Herrnstadt -(Dettingen rezitiert am Dienstag; den 9. August, 20.30 Uhr, aus Werken von Beer-Hoffmann, Picard, Wolfskehl u, a. m. Abfahrten nach Erez Israel. 9. 8. ab Marseille „Andre Lebon" Ankunft; 14. 8. 10. 8. ab Triest „Palestina" Ankunft: 15. 8. 13. 8. ab Triest „Marco Polo" Ankunft: 18. 8. 17, 8, ab Triest „Gerusalemme" Ankunft: 22. 8. 17. 8. ab Marseiile „Champollion" Ankunfli 23. 8. 20. 8. ab Genua „Esperia" Ankunft: 25. 8. 24. 8. ab Triest „Galilea" Ankunft: 29. 8. 27, 8. ab Triest „Marco Polo" Ankunft: 1. 9. 30. 8. ab Marseille „Andre Lebon" Ankunft: 5. 9. 31. 8. ab Triest „Gerusalemme" Ankunft: 5. 9. 3. 9. ab Genua „Esperia" Ankunft; 8. 9. 6. 9. ab Marseille „Champollion" Ankunft: 11. 9. 7. 9. ab Triest „Galilea" Ankunft: 12. 9. 10. 9. ab Triest „Marco Polo" Ankunft: 15. 9. 13. 9. ab Marseille „Patria" Ankunft: 19. 9. 14. 9. ab Triest „Gerusalemme" Ankunft: 19. 9. 17. 9. ab Genua „Esperia" Ankunft: 22. 9. 21. 9. ab Triest „Galilea" Ankunft: 26. 9. 23. 9. ab Marseille „Marietta Pacha" Ank.: 29. 9, 24. 9. ab Triest „Marco Polo" Ankunft: 29. 9, Nr. 31 Seite 11 27. 9. ab Marseille „Champollion" Ankunft: 2. 10. 28. 9. ab Triest „Gerusalemme" Ankunft: 3. 10. Mitgeteilt von Palestine u. Orient Lloyd, Vertretung Frankfurt a. M., Steinweg 9. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge; o»j»t Herr Rabbinats-Assessor Dr. E. Posen. — nachm. sowie am Sonntag fallen alle Schiurim aus. Montag u. Donnerstag nach Schul im Hörsaal; njw Mitgliederlernen. — Montag abends 7 Uhr (auefe Mittwoch) im Lokal: (\>bvi) »rnaa Herr Rabb .Dr. J. Breuer. Dienstag und Freitag morgens nach Schul, mwn' Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag und Donnerstag abends 7 Uhr im Lokal.' Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. J ahrzei tsstiftungen. Montag, 8. August; Lehrer Mathias Apelt-Stiftung. Agudas Jisroel-Gruppe Frankfurt a. M. Thora und Mvssar. (Alle Schiurim wie üblich.) Gebetzeiten, nnn t\2w Freitag abend 7.25 Samstag nt»vn 6,35 Samstag schacharis 7.45 Samstag minchah 1.00 und 5.00 Samstag Abend 8.55 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6 30 2. Minjan 7.30. An G'ttesdienst anschließend: Lernen des D"n ij>n-Vereins im Hörsaal Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 4.05 nsrtpn Fastenbeginn: Samstag abend 8.00 Sonntag morg. 6.10 Sonntag nachm. 7.30 Fastenende: Sonntag abend 8.44 Gebetzeiten in Wien (Schiffschul). Freitag abend 7.25 Schabbos haschkomo 6.15 Schabbos schacharis 8.30 Schabbos minchah 12.15 und 4.00 Schabbos abend 8.15 Werktags: Schacharis 6.00 Mincha 7,15 Vor einigen Wochen erschien in dritter Auflage: Die Welt der Gebete I. Kommentar zu den Werktagsgebeten von Rabb. Dr. EUE MÜNK, Paris (früh. Ansbach Die zwei ersten Auflagen dieses in seiner Art einzigen Werkes waren so rasch vergriffen und die Nachfrage nach dem Buche so groß, daß seinNeuerscheJnen zum dritten Male erforderlich war. Das Buch ist in schönem Leinwandband zum Preise von RM 5.00 erhälilick. NEU ERSCHIENEN in zweiter Auflage: DIE WELT DER GEBETE II. Kommentar zu den Sabbat- und Festtagsgebeten nebst Uebersetzung und als Anhang: die Fasttagsgebete von Rabb. Dr. EUE MÜNK, Paris (früh. Ansbach Die erste Auflage dieses einzigartigen, 375 Groß-Oktav-Seiten umfassenden Werkes war schon bald nach ihrem Erscheinen seil Jahresfrist VQrgrifferii Das Erscheinen der zweiten Auflage wird mit Freuden begrüßt werden. Auch dieses Buch ist in schönem Leinenband zum Preise von RM 5.00 erhältlich. Israelit und Heimon iiid. Buchverlag G.m.b.H. Frankfurt am Main - Schätzenstraße 12 Postsch.-Konto Frankfurt a. M. Nr. 19802