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Der Israelit · 1938-08-04 · Heft 31 (4.8.1938) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 31 (4.8.1938)
Date
1938-08-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in y Frankfurt a. M. 4. August 1938_ 7,-Aw 5698 Nummer 31 Die Technische Kommission auf der Heimreise. Jerusalem, 3. August. Die Technische Kommission hat am Mittwoch, den 3. August, ihre Rückreise nach London angetreten, nachdem sie drei Monate lang im Rahmen ihrer Befugnisse ihre Ausforschungsarbeiten vollbracht hat. Sie wurde geführt von Sir John Woodhead, dem noch drei andere Mitglieder, anerkannte Sachverständige in Ansiedlungsf ragen, zur Seite standen. Die Kommission hat im ganzen in Jerusalem 41 Sitzungen abgehalten, von denen nur zwei öffentlich waren. Sie hat außerdem verschiedene Reisen durch das weite Land gemacht, um Untersuchungen an Ort und Stelle vorzunehmen, was allerdings hinsichtlich der schweren Unruhen unter starker Deckung und nicht immer ohne kleine Zwischenfälle vor sich ging. Bekanntlich haben die Araber die Kommission vollständig i g n o r i e r t und boykottiert, so daß nur Vertreter jüdischer Organisationen, neben denen von britischen Behörden, und christlichen Kirchen, vernommen werden konnten. Ueber die Resultate dieser zweiten-Ausforschungsarbeit wird man erst Klarheit gewinnen können, wenn die Kommission, was wohl bald gescehen wird, dem Kolonialminister, der ihr Auftraggeber war, Bericht erstattet hat. Man nimmt an, daß sich der Völkerbundsrat schon in seiner nächsten Septembersitzung mit der Sache auf Grund des von der Kommission mitgebrachten Materials und der englischen Vorschläge wird befassen können. Es wäre auch müßig, Kombinationen über die Auswirkung der Kommissionsarbeiten auf den Teilungsplan anzustellen. Die Legende, daß England mit der Entsendung der zweiten Kommission den Teilungsplan auf ewige Zeiten vertagen wollte, ist durch die intensive fleißige Arbeit der Kommission, die in London noch fortgesetzt werden soll, endgültig zerstört. Auch weiß man aus sicherer Quelle, daß das starke Aufflammen des arabischen Terrors in i den letzten Wochen England in seinem, Vorf; haben nicht irre macht, sondern im; Gegenteil zur b e s c hl e u n i g t'e n Au s'f ü h-r u n gi; des Planes veranlassen wird, ' ' Die Anweisungen, die die Technische Kommission von dem damaligen Kolonienminister Ormsby-Gore erhielt, lauten dahin, daß sie. „die!i Grenzen für. die vorgeschlagenen arabischen und jüdischen; Gebiete und;für die dauernd oder vorübergehend unter britischer Herrschaft zu verbleibenden Enklaven empfehlen" und „über die durch eine Teilung entstehenden wirtschaftlichen und finanziellen Fragen berichten" solle. Weiter heißt es in den Weisungen: „Wenn als Ergebnis der Untersuchungen der Technischen Kommission ein Teilungsplan von Seiner Majestät Regierung als angemessen und durchführbar angesehen werden kann, dann wird er dem Völkerbundsrat zur Erwägung vorgelegt werden." Die Kommission hielt sich innerhalb dieses Auftrages, somit wird es nicht ihr zustehen zu befinden, ob „ein Teilungsplan angemessen und durchführbar" erscheint, sondern der englischen Regierung und dem Völkerbunde. Man darf den kommenden Beschlüssen auf Grund des von der Kommission mitgebrachten Materials mit größter Spannung entgegensehen. Aus dem Inhalt; Vereinsamt. Ein Wort zum 9. Aw Seite 4 Die Londoner Konferenz ......Seite 2 Debatten im Ober- und Unterhaus . . Seite 2 Opposition gegen Genf .......Seite 2 Die letzten Tage in Erez Israel . . Seite 2 Ratssitzung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland .....Seite 3 Der vollkommene Mensch. Zum dritten Jahrzeitstag von Leo Deutschländer Seite 5 Kämpfer, Sammler, Sämann. Von B. Cohen .........Seite 6 Kennkarten für Juden.......Seite 7 Rabbi A. N« Grynberg V'st ..... Seite 8 Erez Israel.............Seite 9 Wiedersehn mit der Stadt der Kenessio (Marienbader Brief) ......Seite 10 Letzte Nachrichten.......SfciU 11 Der neue Simpson-Bericht. Ein bedeutsames Dokument zu der Frage der europäischen Wanderung. Das Royal Institute of International Äffairs (Königliches Institut für internationale Angelegenheiten) veröffentlicht soeben unter dem Schlagwort „Refugees" (Flüchtlinge) einen Vorbericht über das Ergebnis langjähriger Forschungen in der Wanderungsfrage aus der Feder von Sif John Hope Simpson. Der komplette Bericht wird erst im Herbst zur Ausgabe gelangen. Das Institut, das im Chatam- Höuse seinen Sitz hat und meist unter diesem Namen bekannt ist, hat sich aber entschlossen, diesen Vorbericht jetzt schon herauszugeben, angesichts der bevorstehenden Diskussionen über die Flüchtlingsfrage und über die internationalen Möglichkeiten ihrer Lösung. Der Vorbericht war für einen engeren Kreis schon in Evian erhältlich. Es ist interessant, daß sein Autor Sir John Hope Simpson vor Jahren den bekannten Simpson-rBericht über die Frage der S i e d I u n g s.m ö g 1 i c h k e i t e n in Palästina veröffentlichte, der mit seinen pessimistischen Auffassungen starke Unzufriedenheit in jüdischen Kreisen erregte und dem Verfasser ungerechtfertigter Weise den Vorwurf eintrug, er sei gegenüber den Juden vorurteilsvoll eingestellt. " Nun hat Sir John Hope Simpson in einem der gelesensten englischen Abendblätter vor kurzem einen sensationellen Artikel veröffentlicht,' )VHer angesichts des ständigen Geburtenrückganges in England die Forderung erhebt und begründet, Groß-Britannien solle sich zu einem großzügigen Schritt in der Flüchtlingsfrage entschließen und eine jüdische Einwanderung von hunderttausend Seelen nach England zulassen. Simpson hat mit diesem Vorschlag bisher in der englischen Oeffentlichkeit anscheinend keinerlei Sympathie gefunden — es herrscht immer noch die oberflächliche Alltagsaüffassung vor, daß die Verhinderung einer Einwanderung großen Stiles das geeignete Mittel sei, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Angesichts dieser Konstellation ist es doch nicht ohne Bedeutung, daß die gleiche Persönlichkeit, von der der revolutionäre Vorschlag auf Zulassung von hunderttausend jüdischen Einwanderern ausgeht, sich nun durch den Chatam House-Bericht zweifellos als der hervorragendste wissenschaftliche Sachverständige für europäische Wanderungsfragen vorstellt. Unter diesem Gesichtspunkte verdient der Vorbericht 5ir John Hope Simpsons in jüdischen Kreisen eine ganz besondere Beachtung; möchte sie ihm nur auch in den Kreisen der maßgebenden Politiker der verschiedenen Länder zuteil werden. Der Bericht beginnt mit einem gründlichen Üeberblick über die Lage der Juden in Mittel- (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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