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Der Israelit · 1938-07-28 · Heft 30 (28.7.1938) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 30 (28.7.1938)
Date
1938-07-28
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 116 nem alten, schwarzen, eingesunkenen bejahrten Dach. Noch, am letzten^ Abend hatte das Beth-Hamidrasch den Worten der Buben gelauscht und zugestimmt. Nachts kam ein Sturmwind herauf. In grauer Dämmerungsfrühe, als der Diener wie immer die Gemeinde zusammenrief, daß sie die Traüerlieder um Israels Geschick bete, — in grauer Dämmerungsfrühe sah der Diener, daß der Lichtstrahl, der stets aus dem Beth-Hamidrasch dräng, verlöschen war, und ihm war, als hätte eine böse, Hand das Auge aus der Stirn des Städtchens . gestochen.;— Kommt zum Frühgebet! rief der Diener. Die Leute kamen und tappten in der Dunkelheit nach der Tür des Beth-Hamidrasch. Als aber der Sonne erste Strahlen aufs Städtchen^fielen, erkannten sie, daß das alte schwarze Dach zwischen die morschen vier Wände eingesunken war und daß die Hälfte einer Thora- T\)\\p;\^jl^^i^^e^^ten Brettern lag. Und verloschen war das ewige Lämpchen, das Auge des Städtchens. Und zerfallen die liebe Zufluchtsstätte. ■ \1&KL iw ntran (Fortsetzung.) Der 15. des Monats as ist vor Jahrtausenden ein Freudentag geworden, weil an diesem Tag eine vollständige Aussöhnung mit dem Stamme Benjamin stattgefunden hat. Was aber war geschehen? . In der Zeit der Richter sah es im heiligen Lande , sehr traurig aus. Im Buche der Richter heitft es wörtlich; „In jenen Tagen war kein König in Israel, ein jeder tat, was recht war in seihen'. Augen." Das Volk schwankte zwischen Gut und Böse, einmal diente _ es G'tt, dann wieder diente es dem Götzen. War der Feind im Lande, dann betete jeder zu G'tt, hatte G'tt geholfen, dann ging man wieder zum Götzen. In der Stadt Gibea im Stamme Benjamin aber geschahen Dinge, WÄe schlimmer sie nicht in der Stadt Sodom geschehen Waren. Der Fremde, der in die Stadt kam,.,erhielt kein Stückchen Brot, seinen Hunger zu stillen, und kein Lager, darauf er nachts^ schlafen konnte. Als aber einmal eine Frau, die aus Bethlehem kam und zu ihrem Manne zurück in das Gebirge Efraim wollte, in Gibea so mißhandelt wurde, daß sie starb, ging ein Schrecken und ein Schrei der Entrüstung durch das ganze Land. Die Stadt wurde aufgefordert, die Verbrecher herauszugeben, aber der . Stamm" Benjamin weigerte sich, die Mörder den Richtern auszuliefern. Da kam es zum Bruderkrieg. Benjamin wurde geschlagen, auf den Schlachtfeldern lagen viele Tote von beiden Seiten. In ihrer Entrüstung legten nun die Sieger allen Stämmen die Verpflichtung auf, es solle niemand seine Tochter einem Jüngling aus dem Stamme Benjamin zur Frau geben. Das aber wäre der Tod dieses kleinen Stammes gewesen. Das durfte nicht sein. Es wurde Friede mit Benjamin geschlossen und alles war vergessen. Am 15. 38 holten sich die Jünglinge aus Benjamin zum erstenmal wieder Frauen aus den anderen Stämmen. Ziba, der Knecht Mephiboschets, hatte seinen Herrn, bei dem König David, als dieser vor seinem Sohne Absalom flüchten mußte, schwer verleumdet. Es wäre wohl die Pflicht des Königs gewesen, sich davon zu überzeugen, ob Ziba auch die Wahrheit gesagt habe. Statt dessen aber erhält Ziba für seine Untreue gegen seinen Herrn eine große Belohnung. „Alles, was Mephiboschet gehört, soll Ziba als Eigentum erhalten." Und als sich später zeigte, daß Ziba die Unwahrheit gesagt, da milderte David sein überschnelles Urteil, indem er bestimmte, daß Mephiboschet mit Ziba das Feld teilen solle. Die Weisen sagen: Im Augenblick, da die Worte gesprochen wurden: „Mephiboschet soll mit Ziba das Feld teilen2', kam eine Stimme vom Himmel, die Stimme des Rechts und der Gerechtigkeit und kündete: „Rechabeam und Jerobeäm sollen das Reich teilen," So kam es auch. Nach dem Tode des Königs Saiomo fielen 10 Stämme vom Hause Davids ab und wählten Jerobeam zu ihrem König, nur zwei Stämme, Juda und Benjamin, blieben dem Hause David treu, Jerobeam dachte nun, wenn das Volk nach Jerusalem wallfahre,, um dort , im Tempel zu opfern, könne es sich wieder dem Rechabeam zuwenden. Und er stellte zwei goldene Kälber auf, eines zu Bethel und eines zu Dan. Und sagte zum Volke; Ihr seid nun genug nach Jerusalem geWallfahrt, dieses, o Israel, sind deine Götter, die dich aus Aegypten geführt haben. Als nun trotzdem viele aus dem Volke-zu den wbxi nach der heiligen Stadt wallfahrten, wurden an der Grenze zwischen Juda und Israel Wächter aufgestellt, die jedem Wallfahrer den Weg über die Grenze versperrten, i Da war große Trauer im ganzen Land. Nach vielen Jahren wurde der Weg über die Grenze wieder freigegeben. ' Der Tag, da die Wächterdie Grenze verließen, war der 15. 3K- _ , . , , „. EMKA/- . : ..i -. jiT^Ä-i1;«--^ c~ "

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