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Der Israelit · 1938-06-30 · Heft 26 (30.6.1938) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 26 (30.6.1938)
Date
1938-06-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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30. Juni 1938 D.er Israelit Nr, 26 SeiU 11 Personalien. Trauerfeier itir Rabb. Dr. S. Stein bnx- > . ~ Schweinfurt, 27. Juni. Am Sonntag, den 26. Juni, fand in der Synagoge zu Schweinfurt eine Trauerfeier für den in diesen Tagen verstorbenen früheren Bezirksrabbiner Dr, Salomcm Stein statt. Sämtliche Gemeinden des Rabbinatsbezirkes hatten Vertreter entsandt, auch die benachbarten Rabbiner waren als Ehrengäste erschienen. Denn Rabbiner Dr. Stein war die Verkörperung der Gemeinde und des Rabbinatsbezirkes, wirkte er doch unermüdlich hier fast 44 Jahre. Sein besonders gutes Herz, seine Menschenliebe und sein unbeugsamer Charakter verschafften ihm die Zuneigung jedes einzelnen Bezirksmitgliedes. Seine Frömmigkeit und sein Thorawissen machten ihn zu einer Persönlichkeit, die weit über den Kreis seiner Gemeinden hinausging. So ward er Mitbegründer des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden und war führend, tätig in den Kuratorien von Lehr- und Fürsorgeanstalten, sowie vielen Organisationen. Wurde zwar schon bei der Trauerfeier in Frankfurt a. M., wo Rabbiner Dr. Stein fern seines früheren Wirkens am 15. Juni 1938 beigesetzt wurde, durch Vertreter seiner Gemeinden, seinen Amtsnach~ folger und seine Kollegen dem Schmerze Ausdruck verliehen, so gestaltete sich die Trauerfeier in Schweinfurt zu einer unvergeßlichen Ehrung für den verdienten Verklärten. Diesen Gefühlen gab Herr Bezirksrabbiner Dr, Köhler beredten Ausdrück, indem er die Persönlichkeit des Verewigten mit der aufrechten Palme verglich, die ohne Krümmung war. Auch der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Schweinfurt, Herr Amtsgerichtsrat Dr. Frank, schloß sich den Gefühlen der Trauer und des Schmerzes um den lieben Entschlafenen mit wirkungsvollen Worten an. Im Auftrage des benachbarten Rabbinatsbezirkes Burgpreppach, den Dr. Stein vertretungsweise zeitweise verwaltet hatte, sprach. Herr Bezirksrabbine*1 Saul Münk. Der Synägogenchor. Schweinfurt unter der Stabführung des Herrn Lehrer B e r 1 i n g e r gab der Feier einen würdigen und eindrucksvollen Rahmen. Wie im ganzen Judentum wird Bezirksrabbiner Dr. Stein besonders in seiner Gemeinde und seinem Bezirke fortleben als eine einmalige seltene Persönlichkeit, als der wahre Seelsorger und Menschenfreund, als das Vorbild und Beispiel des Rabbiners. Halle a. S., 26. Juni. Mit dem Heimgang von Isaak Halberstadt hat nicht nur der Kreis der unentwegt Gesetzestreuen, nicht nur die jüdische Gemeinde Halle, sondern das Judentum Deutschlands und der ganzen Diaspora einen unersetzlichen Verlust erlitten. Halberstadt in Halle — das war ein Begriff eigener Prägung. Wer kannte nicht das Haus Halberstadt in Halle? Wer hat dort nicht Gastfreundschaft im besten jüdischen Sinne erlebt? Wer hat sich nicht an seinem Reichtum jüdischen Wissens selbst bereichert und wer nicht dort strengste, aufrichtigste Gesetzestreue empfunden? Des Vaterhauses religiöse Fundierung, die in Frankfurt empfangene Vertiefung des Wissens und Glaubens waren ihm im Lebenslauf die richtunggebenden Werte im Familienleben wie im beruflichen Wirken. Ganz besonders auch in diesem hat der zu früh Verstorbene die hohen Grundsätze der jüdischen TJeberlieferung stets streng geübt und sich dadurch das höchste Ansehen in allen Kreisen erworben. An seinem Tische, in der Sukkoh, wo immer Halberstadt seine Glaubensübungen dargetan hat, begeisterte sich Jedermann auch aus den nichtjüdischen Kreisen an seiner Glaubensreinheit und Aufrichtigkeit. Er ist nicht nur seinen Angehörigen entrückt, allen, die das Glück hatten, seine Nähe zu genießen, ist sein Heimgang ein schwerer Verlust. Möge in seinen Kindern und Enkeln dem Judentum wieder eine solche tragende Säule erstehen! n-assn- Wochenkalender. Vom 2. — 9. Juli 1938 / Vom 3. - 10. Tammus 5698 'Ol' ip ms-ia Samstag 2 3 i '3 'K jna rnp r\2v Sonntag 3 4 T Montag 4 5 n Dienstag Juli 5 TWh 6 o' Mittwoch 6 7 * Donnerstag 7 8 Freitag 8 9 Samstag 9 10 y> _ "i 'j p-is npn na» Die Frankfurter Woche. Ein Achtziger. Am Mittwoch, den 6. Juli, vollendet Herr Konrektor David Pineas sein 80. Lebensjahr. Wenn jemand, so kann Herr Pineas mit voller Befriedigung auf ein segensreiches und segenstiftendes Leben im Dienste der Jugend zurückschauen. Ein Lehrer par excellence, verstand er es, in einem ganzen Menschenalter über den formalen Schulunterricht hinaus das Herz des Kindes zu gewinnen und zeigte/ schon Jahrzehnte bevor man die moderne Jugendbewegung kannte, wie man auch nach alten, ja nach ältesten, weil jüdischen Methoden Freund des Kindes sein kann und dabei demselben allen für das spätere Leben nötigen Wissensstoff in nachhaltiger Weise zu vermitteln. Die Art, wie frühere Schüler und Schülerinnen ihrem beliebten Lehrer auf der Straße zujubeln, legt Zeugnis für diese jüdische Lehrerpersönlichkeit ab. Ueber seine Schultätigkeit hinaus t, versuchte sich Herr Pineas auch literarisch, besonders. auf schöngeistigem Gebiete, und manch schöner Gedanke, in Reim und Rhythmus gefaßt und geformt aus der Feder von David Pineas erfreute in früheren Jahren die Leser des „Israelit". Nachdem der Jubilar nach jahrzehntelanger Tätigkeit an der Israelitischen Volksschule in den Ruhestandgetreten war, siedelte er für einige Zeit zu seiner Tochter nach München über. Seit einigen Jahren lebt er aber wieder in unserer Mitte, im Kreise der Israelitischen Religionsgesellschaft, wo er sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Wir wünschen dem jugendlichen Greis, der mit ungeschwächtem Interesse alle Vorgänge im politischen wie geistigen Leben verfolgt, einen weiteren heiteren Lebensabend, je Moritz Prager Einer unserer besten Baale Batim ging mit Moritz; P r a g e r von uns, aufrichtig betrauert von einem großen Kreis von Menschen, die durch lan^s Jahre enger Freundschaft mit ihm verbunden waren. Aus der althistorischen Gemeinde S u 1 z b a c h , die in früheren Jahrhunderten mit ihren alten Talmuddrucken Strahlen des jüdischen Geistes in die Welt hinaussandte, kam Moritz Prager, noch jung an Jahren, nach Frankfurt und fand sofort den seelischen Anschluß an die Samson Raphael Hirsch-Gemeinde. Er wußte, daß es galt, die Thora nicht allein "|nniz?3 irvon im Hause und im Kreise der Familie zu halten Und ZU pflegen, sondern auch "j-na in der Welt zur Geltung zu bringen, so konnte der früher Vielgereiste die tätige Liebe zur Thora überall hintragen, wo man so gern auf sein Wort hörte. Glühende fninn nans war ein Gru,ndzug seines Lebens, und es gab kaum einen Vortrag, einen Schiur, eine Lernstunde, soweit er sieh daraus Bereicherung seines Wissens versprechen konnte, die er nicht besucht hätte. Er wußte verständnisvoll und nachschaffend mitzulernen und durch aktive Beteiligung die Lehrenden anzuregen. Besonders in den letzten Jahren, da seine Kraft geschwächt und sein Augenlicht getrübt war, fand er ganz die seelische Heimat im Lernen, im Nachdenken über jüdisch-religiöse Probleme, und er schätzte sich glücklich, wenn er jemand traf, mit dem er über diese Dinge sprechen und Thoraaustausch pflegen konnte. Das Leben Pragers, der nun mit 74 Jahren von uns ging, war verschönt und bereichert durch die ebenbürtige Gattin, die ihm wahre Wegegefährtin wurde, und durch Kinder, die im Hause, heranblühten, um später hier und in weiter Ferne eigene Häuser im Sinne dfif Eltern zu gründen. Möge sein mar ihnen allen beistehen. n-axjn. Bernhard Girdisky 5>"xr. Im Alter von 93 Jahren ging Bernhard Girdisky von uns, dieser liebe stets freundliche Mann, dessen abgeklärte Weisheiten wir so gern auf uns einwirken ließen. Aus Litauen an der Grenze des Memelgebietes kam er in ganz jungen Jahren nach Deutschland, von wo er ein gutes jüdisches Wissen und eine tiefe Frömmigkeit mitbrachte, die ihn bis zum letzten Tage seines langen Lebens nicht verließen. Noch im hohen Alter unternahm er große geschäftliche Reisen, und nachdem er das Heldenalter längst überschritten hatte, sahen, wir ihn immer noch tätig, rege, mit glühendem Interesse für alle Vorgänge des Lebens, besonders für alle Vorkommnisse im geistigen Leben des thora« treuen Judentums; noch vor wenigen Wochen bewunderten wir die aufrechte Gestalt und die geistige Frische des Greises. Ein kleiner Unfall warf ihn zu Bett und machte seinem Leben ein rasches Ende. Eine große Gemeinde von Freunden und Verehrern umringte seine Bahre auf dem Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft, deren treues Mitglied er sein Leben lang war. Wir werden Bernhard Girdisky ein treues Gedenken bewahren. ms:n Mesusoth erwünscht! Aus einer Korrespondenz, die uns die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen .Judentums zur Verfügung stellt, ersehen wir, wie schwer es manchen Familien besonders auf kleinen Plätzen fällt, sich rituell brauchbare Mesusoth zu beschaffen. Schwierigkeiten dieser Art hat, wie der F. V. mitgeteilt wird, auch das Landwerk Neuendorf, in dem, wie bereits berichtet, eine orthodoxe Abteilung geschaffen wurde. An Familien, die auswandern, wird die dringende Bitte gerichtet, bei Aufgabe der Wohnung die Mesusoth an ihren Türen abznehmen und der F. V.,. Frankfurt M,, Schwanenstraße 4 zu übersenden, Die F. V. ist bereit, dieselben auf ihre Kosten nachsehen bezw. ausbessern zu lassen und gratis dem Landwerk Neuendorf zur Verfügung zu stellen. Für das jüdische Kind. Die Jüdische Wohlfahrtspflege, Frank« furt-M. veranstaltet am 3. Juli eine Haussammlung „Für das jüdische Kind", an der sich, wie die J. V. F. hofft, die gesamte Frankfurter jüdische Bevölkerung in reichem Maße beteiligen wird. Jüdischer Kulturbund Rhein-Main, Am heutigen Donnerstag, 30. Juni, 20.30 Uhr, spielt Gerhard Kander (Violine) Werke von Händel, Wieniawski, Dvorak, Gluck usw., am Flügel Lilly Schwarz-Mayerhofe r. Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Lehrer R. Seif und Frau Freda geb. Frank, Reichelsheim i. Odenw. — Ein Sohn, Arno Katz und Frau Sehna geb. Rothschild. Ffm., Sandweg 9. Vermählte: Josef Vogel und Frau Klara geb. Kerzner, Jerusalem. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: dti Herr Rabbinats-Assessor Dr. E. Posen. — nachm. 4.15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. — 4.15 Uhr im Vereinslokal: Mikro,. Herr Rabb. H. Mayer. Samstag abend, 1 Stunde vor Nacht: Midrasch-Vortrag Herr Rabb. H. Mayer. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, föi« *|01». — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, omas pa, ^Herr Rabb. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, mm, Herr J. Soff er. Montag u. Donnerstag nach Schul im Hörsaal: njm- Mitgliederlernen. — Montag abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (y^in) »mal Herr Rabb .Dr. J Breuer. Dienstag und Freitag morgens nach Schul, n»»' Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag und Donnerstag abends 7 Uhr im Lokal: Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiitungen. Schabbos, 2. Juli: David Freund-Stiftung. Agudas Jisroel-Gruppe Frankfurt a. M. Thora und Mussar. Herr Rabbiner Jos. J. Horovitz hält seine allwöchentlichen Mussar - Schiurium wie folgt: Messilas Jeschorim, Schabbos von 16—17 Uhr, für die Jugend. — Chauwaus Halwowaus, Schabbos von 17.30—18.30 Uhr,, für Baale Battim, (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Liwjath Chen. Sabbat nachm. nach dem Minchogebete 5.15 Uhr im Hörsaale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über „Die goldene Kette" (von Korach bis Samuel). Gebetzeiten. mp rnrc Freitag abend 7.45 Samstag naawn 6.35 Samstag schaeharis 7.45 Samstag minchah 1.00 und 5.00 Samstag Abend 9.40. Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6 30 2- Minjan 7.30. An G'ttesdienst anschließend: Lernen des n»n npa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.05. DAS LICHT DER EWIGKEIT verlagdes Israelit und Kleidung für Auswanderer Frau F. MAIER Ww. von Rabb. Dr. Elie Münk in Ansbach HERMON GMBH., Frankfort a. M. Maß - Konfektion Fahrgasse 94 broschiert RM.4.oo Lwbd. RM. 5.oo Schützensir. 12 Postsch. 19802 1 ff b - Verarbeitung_i Minute von der Konstabier Wache

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