Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 24 (16.6.1938)
- Date
- 1938-06-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2451012-2451035--83785-2541809- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
j^jgggggÄ»! %m ^^^^^^^^p^^^^^s^^ss^^^p^^ h^ÄS^'?'^ ^^^^^^^^^K^v^?^^^^^^^^^^^?3^5^^^^^ ' ' I fi * a e 1 i J \ Nr, 24 Seite 11 'f-f cb - "r ■"■ 'I-;. «» ,. : Agudas J^sroel-Bewegun Eine Agudawoche iriir Bnoth Agudath Israel, Auf: 3em B n o't h - K ö n g r e ß in L ddz im vorigen Jahre wurde der Beschluß gefaßt, jedes Jahr zwischen dem 12. und 18, Siwan eine Agudis tiscji«: Wo,ohe zur kräftigen Propagierung der agudistischen Ideen von der B, A. J. zu veranstalten. Die Arbeiten für die Agudawoche dieses Jahres haben begonnen. " */ y .; Jugendverera Esra Prag. Am 12. Juni (13. Siwan) wurde im neuen Lokale der Prager Jüdischen Volksküche ein Sijum gefeiert. Die Veranstalter waren die Mitglieder des Prager orthodoxen Jugendvereines ESRA. Die bekanntesten Persönlichkeiten' der Prager' Orthodoxie waren erschienen, unter anderen der Oberrabbiner-Stv. 'Dr. A. Deutsch, der- Dajan Rabb. A. Epstein, der Schulleiter R, Josef Zimmermann u. a. Nachdem das jüngste anwesende „Mitglied des Esra, B. Perlmann, ausgelernt hatte, ging man zu Tisch und der Gruppenleiter Herbert Gläser begrüßte im Namen des Esra die erschienenen Gäste. Seine Rede beendete er mit den Worten, mit denen der Chasam Sofer ^"XT die Jeschiwah in Preßburg eröffnete: „AI jikoz Hoilon. Der junge Baum, der da gepflanzt wurde, mögejblühen unj Blüten - treiben. Prag solle -wieder das werden, was es einst gewesen ist." Nachher sangen die Kinder einige Lieder und hierauf sprachen noch die Herren Oberr. Stv. Dr. Deutsch, Rabb. Eppstein,- Rabb. Zimmermann, Dr. B. J ei - teles, Dr, S. Lieben, Prof E. Lieben und J, S c h m i d t, ferner namens des Vereines „Tiferes Bachurim", (dessen Jugendgruppe der Esra ist) noch Herr A, K ö n i g., -Alle: Redner- -wünschtendem Esra weiter gutes. Gedeihen und .sprachen den. Wunsch aus, bald wieder zu einem Sijum eingeladen werden zu können. — An diese schöne Simchoh werden die Anwesenden noch: lange zurückdenken. Die Frankfurter-Woche. Bezirksrabbiner Dr. Salomon Stein V"XT» Frankfurt a. M., 15. Juni. Soeben erreicht uns die Kunde yom Ableben des Bezirksrabbiners Dr. .Salomon Stein. Ungemein^ groß ist die Zahl der Freunde ugd Verehrer in Bauern, in seiher Gemeinde S c h w e i n fu , die er ein Menschenaiter mit einer väterlichen- Liebe' und Aufopferung ohnegleichen geführt hat, wie nicht minder in Frankfurt, der Stadt, die er sich seit mehreren Jahren zur zweiten und letzten Heimat gewählt hat, die diese Kunde in tiefe Trauer versetzt hat. Ein rabbinischer Führer geht mit Dr. Stein von dannen, der von Jugend auf sein Amt nur als harte Pflicht empfunden und ausgeübt hat, der seit* ganzes Wissen und Können, seine ganze Kraft und sein goldenes Herz seiner Gemeinde und Gemeinschaft gewidmet, hat, ohne etwas mehr für sich zu wünschen und zu beanspruchen, als die Kraft vom Himmel, seinen schweren Aufgaben gerecht zu werden. Wir in Frankfurt sahen zu dem liebenswürdigen Greise, der sich. bescheiden im Hintergründe hielt, öffentlichen Ehrungen ängstlich aus dem Wege" ging, dabei aber buchstäblich für jedes Kind ein freundliches, liebes Wort? hatte, 'in höchster . Verehrung hinauf. Am Mittwochvormittag fand Rabbiner Salomon Stein auf dem Friedhof der Frankfurter Israelitischen Gemeinde unter überaus großer Beteiligung und tiefempfundenen Gedenkreden seine letzte Ruhe. . Wir behalten uns vor, in nächster Nummer eine eingehende Würdigung des edlen Menschen und hervorragenden Lehrers * aus berufener Feder zu bringen.. iraxan Frau, Betti Koos ri'y-! Frankfurt ä. 'M., i'5. Juni. r: ■•• - )\ -!■ •'■' -■ Am ersten Tag'Schwuoth hauchte Frau' BeWi | Roo s* ihre reihe. Se'ele nack 32jährigem' schwersten Leide'n aus'. ' ' Sie ging :'dah5n vollkommen vertraut mit dem Gedanken,; heimzukommen zum himmlischen Vater und dort die so, heiß.versehnte Ruhe zu finden. In vorbildlicher Weise nahm, sie alle Pfiiefiten der jüdischen Frau auf sich und bewundernswert hat sie ihr Haus geführt und ihre Kinder erzogen. Erst 54jähjrig, würdesjie idem Gatten, der es in aufopfernder! (Weiser(|ferslfand£n, vÄrSchw|res 'J$>s zu' erleichternt ihren "Kincfern und*»aem großen? Verwandten'-' und1 -r^reunäösß^, fÄrisifen," beweint von allen, die sie näher kannten. Das kam bei der Ueberführung am 6*>ö , sowie bei der:. Beerdigung und während der ganzen Schiwoh zum Ausdruck. "Am J~nw wollte sie abberufen werden, und rrapn hat sie am ]na pt Tl/ntn zu sich, genommen. — Ihr Andenken wird immer fortleben in unsrer Kehnloh, das möge dem tiefgebeugten Gatten und den Kindern in weiter Ferne zum Trost gereichen. rraxin Eine Doppel-Sijumfeier. :* 7 Am Donnerstagabend feierte, unser Raw, Herr Rabb. J. Horovitz, mit den Teilnehmern seines Baalebatim-Schiur einen Sijum auf die Traktate u-mos undr"jr. Die Agudas Jisroel Gruppe Frankfurt benutzte die Gelegenheit, um mit diesem Feste auch den Sehaß-Sijum des Daf Jo.mi, der erst am 23, Siwan fällig ist, zu verbinden. Man tat gut mit die ,ser Zusammenlegung, und die etwa 50 Menschen beständige- Teilnehmer der Schiurim, wie Gäste, hat ten einer schönen anregenden Abend zu verzeich neh, an dem sie noch lange zehren werden. Nach dem Minchogebete hielt unser Raw ein Ha dran, der bei all seiner Tiefe sich durch eine Klarheit auszeichnete, die auch dem minder Ge lehrten den Gedankengehalt der Abhandlung versländlich machte. Treffliche Agadaworte schlössen sich den halachischen Ausführungen an und klangen in einem tiefempfundenen Nachruf auf die in letzterer Zeit von uns gegangenen Schiurteilnehmer (als letz ter Rektor Stern S-xt) aus. Der Dozent des Daf Johü-Schiur, Herr Rabbiner S o f f e r , lernte den letzten Talmudträktat aus und h'elt später bei Tisch einen angemessenen Hadran in dem er in" geistvoller Weise Ende und Anfang der Talraudordnungen verband. Bei einer reichgedeckten Tafel, für die das Restaurant v. Burg liebevoll gesorgt hatte, blieb man bei zuni Teile ganz vortrefflichen Reden und hebräischen Gesängen (Herr Grünglück) bis zur Mit ternacht beisammen. Nach, einer Begrüßung durch Herrn Alexander Bir n b a u m im Namen der feiern den Schiurteilnehmer sprachen für die; Agudas Jisroel Herr Rabb. Dr. Schlesinger, für das Rab binat Rabb. Dr. Posen, für VorstaÄd und Verwal tung der IRG. Herr Dr. Ehrnvann, ferner die Herren Schachnowitz und B. Rachelsohnt Gemeindevertretung „Israelitische Gemeinde". Als Vorsitzender fungierte Herr Dr. Merz bach. Aus dem Vorstand sind! neuerdingp, ausgeschieden: Jul. Bloch und Dr. Georg Klein, «an 'deren Stelle die HerrenfWalter Hirse h m an n jund Moritz Bloch von^d.er Gemeindevertretung einstimmig gewählt „worden sind. Herr Dr. F re n 1c e 1, der den Bürger deputiert ensitz im Schulrät *£es Philantropins einnahm; ^hat sein Gemeindevertretermandat ^urück,- I gegeben. Der * Yprsitzenäe .begrüßte am Sitzungsairjv fang die neuen Vertreter Julius, Kaufmann, DrC'Si- ' mön und Max Flörsheim/welch letzterer das jüngste Mitglied-der Gemeindevertretung darstellt. Für Walter Hirschmänrij de? in den Vorstandgewählt worden ist,* trat Karl Lorsch 'in'die Gemeindevertretung ein. Die starke Abwanderung, erhöhte Steuerlasten und die aus den verschiedenen Ursachen resultierende ungewöhnliche Schrumpfung der Eingänge der Kasse, haben den Vorstand ZU dem Antrag veranlaßt, die Verabschiedung des Etats 1938/39 nicht mehr — wie bisher — dem großen Gremium zu überlassen, sondern diese wichtige Aufgabe einer Etatkommission zu übertragen, die diese außerordentliche Vollmacht zunächst bis zum 1. Oktober 1938 befristet erhält. Die auch in Auswirkung der Verordnung vom 28. März 1938 entstandene ungewöhnlich prekäre Verfassung der Kasse macht es zur Notwendigkeit, eine entschlossene Kürzung der Ausgaben vorzunehmen. Die Vertreter der drei Fraktionen gaben grundsätzlich ihre Zustimmung zum Antrag des Vorstands, denn die Situation verlange schnelle Beschlüsse. Man äußerte zwar erhebliche Bedenken gegen die Außerkraftsetzung der Gemeindeverfassung, brachte aber die Hoffnung zum Ausdruck,, daß die siebengliedrige Kommission (je ein Vertreter der drei Fraktionen, die im Bedarfsfalle einen Stellvertreter haben, sowie vier Herren vom Vorstand; der Vorsitzende des Vorstands ist zugleich Vorsitzender dieser Etatkommission), sich von der Gemeinde gewissermaßen kontrolliert fühle und nicht allein, wie namens der Volkspartei Dr. Pommeranz erklärte, den Rechenstift walten lassen werde; vielmehr müsse man sich stets vergegenwärtigen, daß die jüdischen Lebensrechte , dabei nicht zu Schaden kämen. Herr Dr... Geiger wies darauf hin, daß es auch eine wesentliche Aufgabe der Kommission sei, neue Einnahmen zu schaffen, so daß die schmerzlichen Abstriche der verschiedenen Etatpositionen gemildert werden könnten. Daraufhin wurde der Beschluß des Vorstands debattelos gutgeheißen. Der Etatkommission gehören demnach an: Dr. J. Blaü, Oettinger, Hecht und Gerlich (vom. Vorstand); von der Gemeindevertretung: Dr. Merlbach, (Stellvertreter: Dr; Mainzer); Emst Cahn< (Dr. Kirchheim); Dr. Pommeranz (Paul Schiffjj Felix Meyer (Dr. 'Ernst Freimänh). Für die Anschaffung eines Instruments für das Krankenhaus .^wurden RM. 485,-rbewilligt und ein MietveHra^^^mii dem';.„Bachad" fand, , Zustimmung. Trotzdemeih,. Vereanimlungssaalji^in! Frankfurt nicht mehr zur Verfügung steht, konnte man sich zum Umbau der Lazarushalle, Quinckestraße, nicht entschließen, da, wie der Sprecher, Herr Oettinger, sagte, die hohen Kosten angesichts der Zeitumstände nicht zu verantworten sind. Und Gelder aus Fonds zu entnehmen, getraue man sich nicht, da man sie vielleicht für noch dringendere Zwecke benötige. Außerdem würden die Einnahmen aus Vermietungen des Saals nicht derart sein, daß die Kosten zu verantworten sind. Der „liberale" Jugendverein „ELI" hat sich inzwischen aufgelöst und die Inventarbestände der Gemeinde vermacht. Herr Felix Meyer beantragte, in den Hauptvorstand des Altersheims einen Gemeinde Vertreter zu entsenden, nachdem die Altersheime in Zukunft eine erhöhte Bedeutung erlangen dürften. Herr Dr. Geiger drückte seine Zustimmung zu den Ausführungen des Antragstellers aus, gab aber zu bedenken, daß die Sitzzahl schon jetzt sieben betrage, und eine Vermehrung derselben sei im sachlichen Interesse nicht zu empfehlen. Herr Meyer war von der Argumentation Dr. Geigers nicht überzeugt und wandte ein, daß die Gemeinde doch auch Bürgschaften übernommen habe. Herr Dr.. Ettlinger versprach, sich darum zu bemühen, daß den Wünschen der Gemeindevertretung Rechnung getragen wird. Eine ganze Reihe Kommissionen wurde durch neue Mitglieder besetzt resp. ergänzt. Auf Antrag der liberalen Kultuskommission werden nunmehr in den beiden Synagogen, die der liberalen Richtung angehören, „Reformen" eingeführt, und zwar wird zukünftig die Megilloh am Purim in hebräischer Sprache verlesen, die Kinnaus am Tischo b'Aw werden gleichfalls in der heiligen Sprache ge-» sagt, und der Beginn des Maariwgebets am Mauzoe Schabbos ist fortan mit dem Eintritt der Nacht. Ha. Familien-Nachrichten. Goldene Hochzeit: Julius Kahn und Frau Rosa geb. Hene, Mannheim, Lameystraße .18, am 24. Juni. Briefkasten. E. L. in R. . Wohin sollte, esi führen,.^iüi£iöfe^ über das Schowuäuslernen aller Gemeinden berjehteli wollten. ^'J .„„f-V Frankfurter Vereinskalender« Verein Mekor Chajim. Sphabbos morgen nach Schluß der Synagoge: 0">V\ Herr Rabbinats-Assessor Dr, E. Posen. — nachm '4.15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. — 4.15 Uhr im Vereinslokal: Mikro,. 'Herr Rabb. H. Mayer. Samstag abend, 1 Stunde vor Nacht: Midrasch-Vortrag Herr Albert Brinkmann, Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, fms nov. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, omas ]*n, Herr Rabb. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereins- ' lokal, mm. Herr J. Soffer. Montag u. Donnerstag nach Schul im Hörsaal: mwn- Mitgliederlernen. .— Montag abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (ybm) »mm Herr Rabb .Dr. J Breuer. Dienstag und Freitag morgens nach Schul, ruwa' Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag und Donnerstag abends 7 Uhr im Lokal: Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, 18. Juni: Moritz Golde-Stiftung. Dienstag, 21. Juni: Rabbiner Seligmann Fromm-Stiftg. Mittwoch, 22. Juni: Erna Weil-Stiftung. Donnerstag, 23. Juni: Moses Isaak-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag 5 Uhr findet der Lernvortrag zu Ehren des Herrn Moritz Prager b"xr in der Wohnung Fichtestraße 7, statt. Agudas Jisroel-Gruppe Frankfurt a. M. Thora und Mussar. (Alle Schiurim wie üblich.) Noar Agudati Snif Frankfurt a. M. Der bereits angekündigte Iwrith-Kurs für Anfänger findet Dienstag abend 8,45 Uhr im Bet Chaluz, Schwanenstraße 12, 1. statt; der Fortgeschrittenen- Kurs, wie senon mitgeteilt, Donnerstag abend 8.45 Uhr. Gebetzeiten. . -\rbim2 nap Freitag abend 7.45 . Samstag nra»h 6.35 Samstag schacharis 7.45 Samstag minchah 1.00 und 5.00 Samstag Abend 9.40. . ' Woeheng'ttesdienst: ■ Hauptminjan in der Synagoge 6 30 2. Minjan 7.30.; An Gottesdienst anschließend: Lernendes o^n.-npa-Vereins im Hörsaal-. Nacnmlttags^iiö V . ( Tefillinlegen am Morgen 2.55 .