Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1938)
- Date
- 1938-06-02
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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SefelO Nr; 22 D e r I sr a e I i t Nr. 22 Seite 15 Willy Halberstadt ^ST* Berlin, 1. Juni. Ein Vater ist seiner Familie, ein Lehrer seinen vielen Schülern entrissen worden, dessen Andenken nicht verlöschen darf in unserem Kreis. In der Nacht vom 22. und 23. Ijar ist Dr. Willy Halberstadt nach kurzem Krankenlager im Älter von Jtaum 50 Jahren-verschieden. Liebe und Wahrheitsstreben waren die beiden hervorstechendsten Wesenszüge, mit denen .der "rwa seine vielen Schüler an sich zu ketten und für sich zu begeistern wußte. Aus seiner großen Menschenliebe floß seine wunderbare Fähigkeit-in allen Kindern nur das Beste zu sehen. Er besaß ursprünglich eine geradezu naive Unempfänglichkeit und Verständriislosigkeit für alles Niedere und Gemeine. Seine große Liebe zu den Schülern war es auch, die ihn kein Opfer scheuen und keine Rücksicht auf seine Gesundheit zu nehmen gestattete, wenn es galt, „seine" Schüler zu erziehen und zu fördern. Und sein großes Wahrheitsstreben, das ihn dazu trieb, ein erstaunlich umfassendes Wissen auf den verschiedensten jüdischen Gebieten und den Naturwissenschaften zu erwerben und zu verarbeiten. Zeugen ja noch die Veröffentlichungen der allerletzten Zeit im^Nachlath Zewi von seiner großen Arbeitsleistung, «die ihn neben der anstrengenden Unterrichtstätigkeit noch Zeit für wissenschaftliche Betätigung'-finden ' ließ.'-Es war sicher eine höhere Fügung, die diesen großen Wahrheitsucher, seinerzeit zu Füßen der Meister Prof. Hoffmann 'r'Xt und n-VnnnS» Dr. Ed. Biberfeld ". **a führten. So hatte er früh gelernt, nach Harmonie zwischen a*>V> und■: ■•'pv px zu streben. Die Begeisterung muß man miterlebt haben, mit der er einen rmru Bmn schuf oder nachsagte, und das innere Feuer, mit dem er an den Problemen, die seine Bildung ihm aufgab, rang, kann nicht geschildert werden. ri'aSün Zur Abholung hatten sich u. a. auch die gesamte Schülerschaft, der oberen Klassen der Adaß-Schule. eingefunden, die dem plN am Schulgebäude vorbei, woselbst ein kurzer Halt gemacht wurde, das letzte Geleite gaben. Auf dem dVijt rvo sprachen die Herren Rabb. Dr. Klein, Dir, Schlesinger, Dr. S. H a 1 b e r s t a d t, der Bruder des *vi»S , und Dr. i Ph. B ib e r f e 1 d , die noch einmal das zu kurze, aber dennoch inhaltsreiche Leben dieses geliebten Menschen und Lehrers an uns vorbeiziehen ließen. Beuthen, 28. Mai. Am 8. Mai fand in der konservativen Synagoge Beuthens eine Trauerfeier für den am 7. Adar II plötzlich, verstorbenen Gottfried A 11mann statt, dessen Name über die Grenzen seiner- Heimat hinaus bekannt war. Nach der Begrüßßung der zahlreich~ erschienenen Trauergemeinde \ durch Herrn Arnold Wiener im Namen des, Talmud Thora-Vereins, dessen Vorsitz Gottfried Altmann Jahrelang innehatte, zeichneten die Herren Rabbiner Dr, Keller und Dr. Kaatz das Lebensbild des Verstorbenen, dem sie vor zwei Jahren für seine Verdienste um die Erhaltung und Vertiefung des konservativen, Gedankens in Beuthen den Morenu-Titel verliehen hatten. — Aus einer angesehenen Familie in Katiowitz stammend, hat er nach der Seßhaftmachung in Beuthen als Mitglied des Gemeindevorstandes für die in seinem Vaterhause hochgehaltenen Ideale des Judentums gewirkt und gekämpft. Seine echte, nicht zur Schau getragene Frömmigkeit, seine menschliche und .jüdische Haltung, die von seinem vornehmen und g'ttesfürchtigen Wesen geprägt war, sein Pflichtbewußtsein, die Fülle seiner edlen Persönlichkeitswerte, verbunden mit einer zu jedem Opfer bereiten. Lebensführung im Geiste der Mizwah,'all dies ließ ihn zum würdigen Repräsentanten der Konservativen in unserer Gemeinde werden. Er war nicht nur Vorsitzender. der konservati-v-en Synagoge., in welcher Eigenschaft er es verstand, für ihre Belange in geeigneter Weise mit dem nötigen Nachdruck einzutreten, sondern hatte darüber hinaus als'Vorsitzender der Kaschruthkommission in unermüdlicher Arbeit, mit Selbsthingabe, unter großen persönlichen Opfern, und immer nur der Gesamtheit dienen wollend, auf dem Gebiete der Gründung, der Erhaltung "und des Aufbaues von Kaschrüthinstitutionen. Leistungen aufzuweisen, die Anerkennung des gesamten konservativen Judentums /verdienen. -'- Die von den Gesängen des Synagogenchores unter Leitung des Herrn: Lehrers S. Grünewald, des Leiters der hiesigen jüdischen Volksschule, umrahmte Trauerfeier, hinterließ bei allen Teilnehmern eimm nachhaltigen Eindruck. Hamburg, 1. Juni., Fern von der Heimat, in Kairo, verschied am 24. Ijar der ehemalige Direktor der Hamburger Revisions- und Treuhandgesellschaft Jacob Meyer, ein Sohn des vor 12 Jahren verstot benen Regensburger Rabbiners Dr. Seligmann Meyer., ^"st. Noch vor Jahresfrist hatte der ^Verstorbene seinen Wohnsitz: in Hamburg, wo er sein Familienieben den Traditionen seines Elternhauses getreu gestaltete. In ergreifender Verehrung für seihen Vater r"!"? widmete er sich der Fortführung der von diesem begründeten Zeitung;,Die Laubhütte", in der er mit Begeisterung für alle Belange des! gesetzestreüen Judentums eintrat. Sein schlichtes. Wesen und eine beispiellose Herzensgüte schufen ihm viele Freunde, die mit der,Familie.über den herben Verlust trauern und deren aufrichtiges Mitgefühl bei seiner Gattin, die ihm treueste Weggefährtin war und seihen unmündigen Kindern weilt. Möge der Allgütige, der Hort der Witwen und Waisen, sie trösten und sie in ihrem Schmerze aufrichten! _ rT3X3n Vermischtes* Frankfurt a. M., 1. Juni. Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß zur Zeit in Wiesbaden kein jüdisches Speisehaus oder Abfeilung eines solchen unter Aufsicht des zuständigen Rabbinates steht. Berlin, 20. Mai. Am lös 'S y n'as? weilte der Oberrabbiner von Baden bei Wien an seiner früheren Wirkungsstätte in der Synagoge Passauerstraße als Gast, Rabb, Isi B r o c h und R.-A. Dr. Steinitz begrüßten den Oberrabbiner mit herzlichen Dankesworten für seine an dieser heiligen Stätte einst geleistete, unvergeßliche Aufbauarbeit und Organisation, für seine einzigartige Mitwirkung bei der Erziehung der Jugend. Tiefergriffen erwiderte Oberrabbiner CarUWch und gedachte der gemeinsamen .Arbeit für die heiligen Ziele unserer naws. Als er an die gemeinsam verbrachten heiligen Tage erinnerte, schluchzte die zählreich versammelte Beterschar und kein Auge blieb trocken. Wundervolle pTift nai und herzerquickende Midraschdeutungen erbauten Männer und Frauen. Rabb. R. Die Frankfurter Woche. Sijum im Hörsaale Friedbergeranlage. Der Baale Batim-Schiur unter Leitung des Herrn Gemeinderabbiners J. Horowitz begeht seinen nvo auf D'noa und mt mia? naon am Donnerstag, den 9. Juni, abends 8.30 Uhr, im Hörsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft Friedbergeränlage 6, wozu Teilnehmer des . Sehiur, Freunde und Gönner eingeladen sind. Karten sind in den Buchhandlungen von: H. Bergmann, A. I. Hofmann, B. Rachelsohn und L Rawer bis Mittwoch zu haben, Mendel Schreiber VST« Im Alter von 66 Jahren verstarb am Sabbatnachmittag ganz plötzlich und unerwartet der über das Weichbild Frankfurts hinaus bekannte S o f e r der Israelitischen Religions - Gesellschaft Mendel Schreiber, Ein Meister seines Berufes war der Heimgegangene, von dem man in Variierung eines' bekannten Talmudwortes sagen konnte; nr 3fl3tt na nr D"j? Was er auf den heiligen. Pergamenten schrieb, war Bestandteil seiner Seele, Licht seines Lebens. Vor 38 Jahren von Rabb. Dr. Salomon Breuer V*si ^hierher berufen, gelang es ihm bald, sich das Vertrauen und die Liebe der ganzen Gemeinde zu erwerben und insbesondere die Achtung der Thoragelehrten der Stadt, zu denen er selber als rrn gehörte. Ein halbes Jahrhundert bald übte er sein heiliges Handwerk aus mit gleicher Liebe und Gewissenhaftigkeit bis zuletzt, denn er hatte noch eine Thorarolle im Auftrag, die fünfundsechzigste in seiner Praxis, an der er in den letzten Tagen arbeitete, die er aber nicht mehr vollenden sollte, da er am Sabbat, nachdem er noch den G'ttesdienst besucht hatte, zum ewigen Sabbat abberufen wurde. Seine chassidische Einstellung und die Inbrunst, die ihn beim G'ttesdienste erfüllte, verschaffte ihm auch den Ehrenplatz in der ostjüdischen Synagoge, wo er lange Jahre sich als Klip und ehrenamtlicher Vorbeter betätigte und mit seiner Innigkeit und wohllautenden Stimme die Menschen zur Andacht hinriß. Auch in der großen Synagoge der IRG. hatte er in früheren Jahren zuweilen vertretungsweise das Amt des Klip ausgeübt, und die Betreuung der Q'iso erachtete er mit als Aufgabe seines Lebens. In der Geschichte unserer Gemeinde wird der Name Mendel Schreibers unvergessen bleiben. Möge dieses Bewußtsein der schwer betroffenen Gattin und. den Kindern zum Tröste gereichen. n*a3jn Letzte Nachrichten aus Wien. Organisierung der Auswanderung. Wien, 31. Mai. Dieser Tage weilten hier James Bernstein, Direktor der Pariser Hiccm, und Prof. Norman B e n t w i c h vom Council f o r German J e w r y, London. Beide Herren sind mit den zuständigen Stellen der .Kultusgemeinde in Fühlung getreten, um die Fragen der Organisierung einer großzügigen jüdischen Auswanderung aus Deutsch-Oesterreich zu besprechen. (S. auch Korrespondenzen S. 7.) Frankfurier Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. myiW - Programm: Abends 8.30 Uhr (1 Std. vor Nacht) im Hörsaal: „Und ihr sollt euch freuen vor eurem G'tf'r Herr Rabbiner Dr. M, S c h 1 e s i n g e r. Abends 11 Uhr (Einlaß bis 11.45 Uhr) im Vereinslokal: ftlJDIP - Lernen. (Kostenbeitrag wird nicht erhoben. Gäste willkommen.) Sonntag abends 8.30 Uhr (1 Std. vor Nacht) im Hörsaal: „ myaic-Gedanken 5698". Herr Dr. S. Ehrm a n n. Montag abends 8,30 Uhr (1 Std. vor Nacht) im Hörsaal: „Das zehnte Gebot". Herr Dr. Arnold M e r z- Fach. Jahrzeitsstiftungen. Mittwoch, den 8. Juni: Salomon Sender-Stiftung. Donnerstag, den 9. Juni: Karl Mayer-Stiftung. Liwjatb Chen. Samstag nach Mincho, 5,15 Uhr, fällt der Vortrag aus. Agudas Jisroel-Gruppe Frankfurt a. M. Thora und Mussar. (Alle Schiurim wie üblich.) Jüdisches Lehrhaus. Montag, 20.15 Uhr: Religiöse Vorschrift und Brauch (Dr. Eschwege). Alle anderen Lehrgänge und englischen Sprachkurse nach Programm, Gebetzeiten. nmaa nnw Freitag abend 7.45 Samstag naawn 6.35 Samstag schacharis 7.45 Samstag minchah 1,00 und 5.00 msraw Samstag Abend 9.30 Sonntag und Montag nnae?n 6.20 Sonntag und Montag morg. 7,30, Montag Predigt Sonntag und Montaß nachm. 1.00 und 5.00 Sonntag Abend 9.30 Montag Abend 9.30 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6 30 2. Minjan 7.30- An G'ttesdienst anschließend: Lernen des o"n *ipa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3,00 Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Max Naumburg und Frau Mirjam geb. Auerbach, Haifa, Ahusath Samuel. Barmizwoth: Fritz, jüngster Sohn des Herrn E. Neuhaus und Frau Jenny geb. Kissinger, Hachenburg (Westerw.) "\nbvn2 niv, 18. Juni. — Max, Sohn des Herrn Philipp Mendel und Frau Auguste geb. Stein, Hamburg-Altona, Allee 207, 8»3 naw. — Leo, Sohn des Herrn Dr. med. Oscar Dzialowski und Frau Oilli geb. Rosenak, Leipzig, Leibnitzstr. 4, 1„ r\W ks?3 , 11. Juni. Verlobte: Olga Bergglas, Berehovo (Beregeszaz), mit Hermann Rosmann, Fiume, Via Calvani 9. — Emmi Jankelowitz, Sichron Meir, mit Benjamin Katz, Bne Brak, Vermählte: Dr. Heinrich Lamm und Frau Dr. Annie geb. Hirschel, Kansas-City MO (USA.) — Efraim Stefanski, Basel, mit Zipora Kohn, Ansbach, Trauung in Mannheim am 8. Juni. Silberne Hochzeit: Leopold Flamm und Frau, Frankfurt a. M., 13. Siwan. 9 0. Ge b u r t s t a g : Frau Fanny Heimann Wwe. geb. Ranis, früher Biblis, jetzt Frankfurt a. M., Fichtestr, 7,. am 1, Juni. 7 5. Geburtstag: Frau Adelheid Westheim geh, Marx, Frankfurt a. M„ Rückertstr. 50, 2, am 10. Juni, Sabbat-Anfang und Ausgang Ort Ani Uhr ang Min. Datum Ausgang Uhr | Min Frankfurt am Main 7 45 4. 9 30 Berlin 7 30 Juni ' 9 18 München 7 15 1938 8 59 Köln 7 40 9 40 Stuttgart 7 30 5 9 15 Breslau 7 30 ]*P0 8 56 Nürnberg 7 30 rrnn 9 10 Hamburg 8 00 9 47 Würzburg 7 15 9 25 DAS LICHT DER EWIGKEIT von Rabb. Dr. Elle f^IÜnk in Ansbach broschiert RM. 4.oo Lwbd. RM. 5.00 VERLAG DES ISRAELIT UNO HERMOH 6MBH;,Franhfart a. M. Schützenstr. 12 Postsch. 19802 Kleidung für Auswanderer Maß - Konfektion -Verarbeitung Frau F. MAIER WW. Fahrgasse 94 t Minute von der Konstabier Wache