Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1938)
- Date
- 1938-06-02
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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2. Juni> 1938 a D er I s r a e!• i t Nr. 22 Seite 9 E R E Agudaarbeit in Erez Israel. Jerusalem, 27. Mai. Mit der Rückkehr des Präsidenten der P. A. J. und des Keren Hajischuw, Dr. Isaac Breuer.,- von seiner Auslandsreise setzte im orthodoxen Judentum des Landes neues Leben ein. Die orthodoxen Erziehungsanstalten erhielten eine größere Summe überwiesen-, ebenso die Zentrale der P. A J.-Organisation. Auf einer Sitzung des neuen Direktoriums des Keren Hajischuw wurde ein Plan für die nächste Arbeitsperiode ausgearbeitet. Von neuem werden Sendbdten in' einzelne Länder der Gola zur. Propagandatätigkeit für. Keren Hajischuw ausgeschickt werden.'' * ' " ■ . -, _ Gleich nachdem •J&abbi Mösche Blaus voii seiner Auslandsreise zurückgekehrt,, is% begann die palästinensische Agudaexe'k'ütive ..mit der Sammlung von Material für die Techni s'c he Kommission., die zur Zeit Sachverständige verhört. Einige politische Fragen wurden von der Agüdazentrale in Jerusalem gemeinsam mit den zionistischen zentralen Instanzen beraten. (JPB.) ISRAEL Kibbuz Kfar Saba im Schmitto-Jahr. (Aus" einem Schreiben des' agudistischen Kibbuz Kfar Saba an die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M.) Kfä-r S a"b;^;'24. Mai- ... Wie Sie, wissen,' wurde ~iins'%bm Schmittq-_ Komitee ein Backofen ersteilt.-Wir backen "seit Purim unser eigenes Brot und das Brot ist .nicht nur besser^ sondern auch billiger als aus dem Ort. Seitdem hat sich die Bäckerei gut eingearbeitet, und höffen wir, uns nach Kündschaft außerhalb umsehen zu können, . '.; Wir erhielten in letzterer Zeit wieder eine Anzahl von Werkzeugen und wenn uns auch noch eine Anzahl von wichtigen. Stücken fehlt, so;denken wir doch '^daran, eine handwerkliche. Arbeitswerkstätte zu eröffnen, um für unsere Tischler, Schlosser und Klempner in ihrem eigenen Fach Arbeiten zu erhalten. Wir beurteilen die Aussicht für ein Gelingen als gut und hoffen, daß'Sie uns-die noch fehlenden Werkzeuge und Maschinen nach und nach verschaffen werden können. G'ttes Hilfe auch diese- Betriebszweige bei uns einführen. „sdsrtA Die Chaweririi'^sind gesund, die Kinder "machen gute Fortschritte jund sind stets wehd und munter, man ist trotz des Ernstes der Lage im allgemeinen sowohl, als^gerade auch im -Kibbuz guten Mutes und optimistisch und wir alle hfofen, daß wir recht bald 2ut* Verwirklichung unserer Pläne kommen . . . .'JT; Gute Ernte in1 Palästina. -r ' Jerusalem, 28. Mai. S Nach den offiziellen Berichten sind die Aussichten für die diesjährige Ernte in Palästina sehr gut. Der Schnitt hat .bereits begonnen, Die Ernte wird im allgemeinen besser sein als im Vorjahre. Eine Landschaft im Hulegebiet Per Kuhstall hat in den letzten Monaten Zuwachs vonv zwei Kälbern erhalten/ die wir aufzuziehen gedenken. Die Erträgnisse sowohl an Milch, wie vom Hühnerstall an Eiern sind zufriedenstellend und •. wir hoffen, den. Stall rspäterhin zu vergrößern. Für die Vergrößerung des Hühnerstalles ist-*es in diesem Jahr schön zu spät, Der Ärbeitsmazaw, ist im Momentkatastrophal. Bis Pessach war Arbeit, seitdem ist es sehr schwach, aber wir hoffen, daß in Kürze hier •öffentliche Arbeiten[ gemacht werden. Man muß sich gedulden. Es ist noch in jedem Jahrv um diese Zeit schwach ge-: ■■ ■■'„ ' "•?>*" -V-v. .;; ■vvesenv - .., . ■ ■'• In Machane Jisroel . sind von unseren, Genossen zwölf. Es ist eine schwere Verantwortung, auf einem so gefährdeten. "Platz eine zahlenmäßig so schwache Gruppe; zu halten. Vor.izehn Tagen .war ein Angriff;, von Seiten1 der: Chaussee her. Es wurden zehn. Schüsse; auf das- Haus abgegeben, Nach zwei Schüssen,, die , von dei Wache erwidert wurden, war es wieder stili. Die Gegend wird' dauernd in Unruhe gehalten, da man die; Oelleitung, die durch dasvGebieJ,;-läuft} -angezündet: hat. «Esy ist.,z| hofferi| däßjdie^mfc größter' Energi^jijdurchljeführtö -Militäroperation endlich| dazu; iührt, daß. in den N^rdbezirkeh Ruhe w&äJ ':?' Je einer unserer - Chawerim wird sich in Bienenzucht und Schusterei ausbilden.,::E&f.iß^;;^i|br'^n^:|i^^i; dazu gute Ge^genheit^U^;^>:? '' j Feldübung jüdischer Polizisten in Galiläa Die arabischen Nachbarn, Jerusalem, 28 Mai. „Bustenai", die hebräische Wochenschrift der Vereinigung der jüdischen La n d w i r t e Palästinas, ..schreibt .zum Problem der jüdischarabischen Verständigung: Die Araber sind nicht alle vom selben Schlag, So kann man den Fall eines Scheichs anführen, der vor Kurzem zwei' junge Juden, die sich in der Wüste zwischen Gaza und Aegypten verirrt hatten, begegnete; er bot ihnen Gastfreundschaft in seinem Zelte an und führte sie dann ah einen sicheren Ort zurück. Oder der Fall eines anderen Arabers, des Anführers j einer Räuberbande, der, nachdem er erfahren hatte, daß die von seinen Leuten ausgeplünderte Person ein Arzt sei, darauf bestand, daß man dem Beraubten seine- Habe zurückgab. Diesen friedlichen Arabern können wir sagen: Dieses Land, ist uns gegeben worden, uns und Euch. Wir worden es Euch nicht mehr überlassen und wir sind stark genug, um Euch Widerstand zu leisten. Daher wollen wir mit unseren Streitigkeiten Schluß machen, die uns beide ruinieren. Nehmt, was Euch gehört, gebt uns, was uns zukommt und lasset uns gute Nachbarn sein, jeder Herr darüber, was ihm gebührt. Unterstützen wir uns gegenseitig. Euch steht ein weites 'Gebiet, ""das sich nach Norden, Westen und' Süden erstreckt, zur Verfügung. Wir haben für uns nur ein kleines Territorium, aber im Laufe der Jahrhunderte unserer Zerstreuung in alle Länder der Welt haben wir Fähigkeiten erworben, die Euch fehlen. Lasset uns also Frieden zwir sehen unseren beiden Ländern und zwischen' den Völkern, die dort leben, schließen. Eine solche Abmachung wäre ein §egen für unsere beiden Völker und für den ganzen nahen Orient. Der größte Teil unseres kleinen Landes ist' in Euren <ffänden. Wir1 .verlangen nichtj daßihr es uns unentgeltlich gebt: wir werden dafür dem Preisbezahlen,, der .durch gerechte und weise Richter bestimmt, werden wird. Wir .wollen eine anständige und vollständige Rechnung machen. Der Ertrag des Bodens, gesteigert durch ,den Zufluß unseres Vermögens, wird für. Euch ein Segen sein/ Wir stellen auch unsere Kräfte, unsere Fähigkeiten und unser Wissen Euch zur Verfügung, um Euch zu unterstützen und nicht, um Euch als angriffslustige Tyrannenf:zu .beherrschen,, denn wir haben nicht das geringste Verlangen nach einem Angriffe Wir wünschen zu geben und nicht zu nehmen und wir wollen mit Eurer Mitarbeit aufbauen. Machen wir also einen Anfang mit»! der. gegenseitigen Hilfe, Wenn iy$r <^der; »eigene Herren» :'siml,' selbst wenn -wir e|nen%emeinsamen Beschützer haben, können wir Verpflichtungen ^gegeneinähder eingehen und . sie -erfüllW*; : £ <,,:*r , ........ ~ '• ■■ -•^■•V ■ ,.,.„ . . K, •'.. ..... |»^PlMWin¥tSäeto :'Budäpester '"„Mult Es Jövö" entnommen.) ( ^r-rsnltr.;^ ,iO~ÜB ii;<*-~ " \.~ Die Zwischenfälle der letzten Tage. * Jerusalem, 29. Mai. lieber die blutigen Zwischenfälle am 24. Mai wird noch berichtet: In Jerusalem wurde am Morgen des 24. Mai auf Araber -geschossen, wobei ein Araber verwundet wurde. Später wurden durch eine Bombe mehrere Araber verwendet. Gleich darauf wtieden vier Juden verwundet und ein Jude namens Mosche Popper aus Petach Tikwah getötet. In der Vorstadt Ein Kerem und anderswo fanden am gleichen Tage Ueberfälle auf jüdische und arabische Autobusse statt. Das jüdische Viertel New Montefiore wurde mit einer Strafe von 120 Lst. belegt. Sieben Revisionisten in Jerusalem und Tel Awiw wurden am Dienstagabend verhaftet. Ueber Jerusalem wurde . ein Ausgehverbot', von 7 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verhängt. Auch in Haifa kam es zu Zwischenfällen, In Hadar Hacarmel wurden zwei Araber verwundet, von denen der eine, später seinen Verletzungen erlag. Daraufhin erfolgten " mehrere Zusammenstöße, bei denen einige Juden leicht verletzt wurden. Schon die vorhergehenden Tage verliefen sehr unruhig. Die Leiche eines Juden „wurde auf einem Feld bei~Beth Häkerem im Westen von Jerusalem gefunden. Das . Opfer würde mit Dolchstößen getötet. Es handelt sich bei dem Getöteten um den 55jährigen Isaak 11 z h a k i, einen fahrenden Kesselflicker. Die Siedlungen Ober- und Unterchannita wurden von einer Terroristenbande, überfallen, wobei der 27jährige Siedler Ezechiel M u n d a g schwer verwundet wurde. Der Verwundete ist seinen Verletzungen erlegen. Ein zweiter jüdischer Hilfspolizist, Abraham K a t z , wurde bei dem Gefecht erheblich verwundet. Ghaffirim verteidigten die Siedlungen und sollen der Bande Verluste zugefügt haben. Weiter .wurde, am 23. Mai ein jüdischer Arbeiter in der Nähe von Safed erschossen. Der Tote stammte aus Aseleth Haschächar; sein Name ist Elijahu Avati c.h i. . Am 24. Mai' begann vor dem Haifaer Militärgericht der Prozeß gegen drei revisionistische junge Leute, die am 22. April in Rosch Pinah wegen angeblichen Schießens auf einen arabischen Autobus verhaftet wurden. Die Angeklagten erklärten sich als nichtschuldig. Baüarbeit in der 'neuen, wiederholt angegriffenen Kolonie Ghanuta in Galiläa Zwei Sterbefälle. , T e l A w i w , 25. Mai. Im Krankenhaus „Hadassa" in Tel Awiw hauchte am Sabbat Rabbi ,-Zwi Makowski, einer der he,? deutendsten Thor agelehrten Erez "Israels, seine Seele aus. Rabbi Makowski galt als Gaon und-besaß aucfrv ein staunenswertes profanes Wissen. Er amtierte frü* her als' Rabbiner in M e 1 i t o p o 1 (Ukraine), wo er. einen schweren aufreibenden. Kampf gegen die „Jewsektia" führte, die ihm Haus und Habe nahm. Endlich gelang es ihm, gebrochen an Kraft, nach Erez. Israel auszuwandern, wo er nun im Alter von erst 56 Jähren sein Ende fand. In weiten Kreisen Pa* läsHinäs herrscht aufrichtige Trauer. Einen zweiten großen "Verlust 'erleidetäas^Tfl'ora-- judentum. in Erez .Israel*--mit dem Tode von Rabbi* Ä l't s e h ül e r, dem .angesehenen greisen: Rabbiner^ der Kolonie Kf ar S,4'!ba. 1 Der achtzigjährige Rabbi' würde' auf der durch die Kolonie führ.enden'j^arijii-' straße von ,e|nem., sapabisch^n^/Autol';- das" durch' das ^Dorf.;^stLfeV^D!eria1u>en'i%nfa so schwer verletzt, daß er auf dem Wege zum Spital in Petach Tikwah verstarb. Der Chauffeur; ein Jaffaer Araber, wurde verhaftet. Der tragische Tod des vielverehrten greisen Rabbi rief größte Bestürzung hervor.