Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 17 (28.4.1938)
- Date
- 1938-04-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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2fc-'April 1938 Der Israel it Nr, 17 SeiieMl , Aus der f ■ Agudas Jisroel-Bewegung. :* Agudistische Frauenorganisation „Nowaj". Die Leitung^ der Nowaj teilt uns mit: Durch eine, Vereinbarung mit Herrn Frydensott, Lodz, dem Leiter der Bnoth-Organisation in' Polen, v/urde bestimmt, daß. sämtliche agudistischen, Mäd chen in Erez Israel unter dem Namen ,;His1jadruth Bnö'th Upoalöth Agudath Jisrael beerez JisraeV4 zu einer - Organisation 'zusammengefaßt werden. Der: gemeinsame^ Natoe gibt die Synthese des; jüdisch-geistigen Ideals »der jüdischen Tochter, -welches Sara-Sehe nir.er s. A> in Polen verwirklicht hat, mit der Ein Ordnung des jüdischen Mädchens in die produktive Arbeit beim Aufbau des heiligen Landes. Dem entspricht 1 'die doppelte Aufgabe der Gruppenlei'ttrng, welche sich sowohl mit der geistigen Fortbildung wie mit der Arbeitsbeschaffung befaßt, j . Ueber die Monate' Schwat und, Adar I liegt folgender Bericht aus Haifa vor: ~ . .-• Im Laufe des Monats Schwat wurden sechs Arbeitsplätze, die fast alle für längere Zeit zu besetzen waren, unter relativ günstigen Arbeitsbedingungen vermittelt. Bis auf .einige wenige Ghaweroth, die größtenteils erst im Berichtsmonat zugezogen sind, haben damit fast alle uns angeschlossenen "Mädchen Arbeit, durch die sie bei bescheidenen Bedingungen auskommen können. . Im Monat Adar I wurden drei Arbeitsplätze vermittelt;. Mit der Histadruth Poale Agudath Jisroel wurde , eine Vereinbarung erzielt dahingehend, .daß die "geplante Stellenvermittlung für Poaloth durch die Arbeitsvier^ittluhgsstelle 'der Nowaj zu geschehen hat Die ~ Leitung der Gruppe Haifa bittet uns, für Bü-> cherUzu sorgen, die unseren Mädchen, zur Verfügung gestellt werden können, .und. richten wir unsererseits diese Bitte an alle Förderer unserer Bestrebungen, daß sie uns durch Ueberlassung von geeigneter "Lektüre in; Iwrith, Jiddisch,-Deutsch und Englisch-in der. Durchführung dieser Aufgabe unterstützen. Zusendungen, resp. Mitteilungen über geplante Schenkung sind zu richten an die Zentrale per. Adresse Flora Rothschild, Antwerpen, 3 Av. des Eplantiers; für Deutschland an. Frau. Meta Posen, Ffm,, Fichtestr. 8. In J erusa Je m beschäftigt man sich bereits, mit den Vorarbeiten für die Errichtung des Kibbuz. Die „Nowaj" hofft die erforderlichen Gelder für die Gründung trotz der Ungunst der Zeit in Kürze aufgebracht zu haben,-um sodann zur Realisierung des Planes zu schreiten, auf welche unsere agudistische weibliche Jugend in Jerusalem bereits mit Ungeduld wartet. Wir bitten unsere Mitarbeiterinnen deshalb dringend, ihren Sammeleifer nochmals zu verstärken, und richten die herzliche Bitte an unsere Freunde, trotz aller Inanspruchnahme durch die Not der Zeit diesem so wichtigen Werk zum Schutz unserer Jugend in Erez Israel zur Errichtung zu verhelfen. Spenden sind zu senden an die Zentrale auf Postscheck-Konto Flora Rothschild, Brüssel Nr. 360 393. Für Deutschland an: „Frauenhilfe", Ffm., 13 847. .. Die Frankfurter Woche* Gemeindeabend der Israelitischen Religionsgesellschaft. Am Sonntag, den 1. Mai, spricht im Rahmen der Agudas Jisroel Herr Studienrat Benno Hirnheime r , Würzburgr im Hörsaal der IRG„ Friedbergeranlage, im Anschluß an T'fillas Maariw, das |pi 20.30 Uh rpünktlich dort stattfindet, über „Wissenschaftliche Forschung und religiöse Ueberlieferung". Gäste — Damen und Herren — sind herzlich willkommen. Midrasch-Vorträge im Mekor Chajim. Mit dem Schabbos t-fito'ins. eine Stunde vor Nacht, werden die .Midrasch-Vorträge wieder aufgenommen, deren ersten Herr Fr.edi Lustig übernommen hat! Wir laden unsere Mitglieder und Freunde zum regelmäßigen Besuch dieser Vorträge ein. Mädchenklub, ^, '• , Der Mädchenkiüb Quirickestraße 24, macht ..die" weibliche „jüdische Jugend, kchülentlässene, 'berulfef-! tätige und nach Frankfurt" übergesiedelte junge Mädchen, darauf aufmerksam, daß sie in seinem Heim eine, harmonische Geselligkeit finden und Anregung und eine gediegene Weiterbildung erhalten. Es finden Kurse statt in Gymnastik, Sprachen: Iwrith, Französisch und Englisch in mehreren Lehrgängen, ferner: Kurse in Flicken, Schneidern - und/Putzmacher ei;; Die Kurse werden, von . erfahrenen, ...ausgebildeten Fachkräften geleitet, so daß sie nicht allein zur Fortbildung dienen, sondern , auch zur Vorbildung in' Kenntnissen, die für Mädchen zur Auswanderung unerläßlich sind.- : ' . : :■ Erich Landerer spielt;,*m' Kulturbund. Der Pianist Erich L älhd #e;r ■legte* mit^seineuf Gastspiel erneut iProben »seines großen .Könnend ab.; Landerer, verfügt rüber eine rT^chn^ die auch ^den schwersten . virtuosen Anforderungen voll ttnd «ganz gerecht wird. Öazu 'kommt* noch Witte ä£lien& gefsöge Durchdringung der vorgetragenen- Kömpbsititfnien;:: Einleitend hörte man eine beschwingte Interpretation der berühmten Wandererphantasie von Franz Schubert (1797^-1828). Fesselnd war ebenfalls die Wiedergabe der h-moll-Sonate von Franz Liszt. Das Hauptwerk dieses Abends war unbestreitbar, Bilder einer Ausstellung von Modleb P. Mussorgsky (1839—?1891). Der Komponist schildert seine Eindrücke und Empfindungen, die er beim Schauen von zehn Bildern hatte. Landerer gab dem Werke sein ganz großes Können hin. A. K. Orchesterkonzert des Jüdischen Kulturbundes. Das letzte Orchesterkonzert dieser Spielzeit wurde ausgeführt von dem verstärkten Orchester unter der bewährten musikalischen Leitung von "Generalmusikdirektor Prof. Jul. Prüwer. Als Einleitung hörte man eine gut durchgearbeitete Wiedergabe der „Nordstern'-Ouvertüre von Meyerbeer. Theo Ratner, der erste Konzertmeister des Kulturbundorchesters, spielte die Sinfonie espagnole von Edouard Lalo. (1823—1892). Er spielte das Werk in technischer Vollendung und mit einer noblen Vortragskunst, die auch den anspruchsvollsten Hörer unbedingt befriedigen mußte. —■. Wieder einmal hatte man das Glück, einen begnadeten Sänger, Wilhelm Gut t mann (früher Staatsoper Berlin), zu hören. Mit'seiner kultivierten Baritonstimme trug er vier feinsinnige Lieder von Max Kowalsky. vor. Ganz in seinem Element war aber Guttmann in der Wiedergabe einer Arie von Puccini und (Meyerbeer. Und hier konnte man erst die große Kunst des Sängers begreifen und erfühlen. Den Schluß bildete die Sinfonie Nr. 5 e-moll von Peter Tschaikowsky. Dieses Werki das große technische Schwierigkeiten bereif tet, erfuhr eine so stilgerechte Wiedergabe, >die dem Örchesterleiter und dem : Orchester zur Ehre gereichte. Es war eine große Leistung, diese „Fünfte" und sie wird noch länge in unseren Ohren haften bleiben. — Dieses Schlüßkonzert gibt uns auch Raum, das ."Fazit der. Orchesterkonzerte zu ziehen. Und es ist erfreulich, festzustellen, daß Prüwer und das Or« ehester ein sehr .hohes künstlerisches Niveau gehalten und auch "erreicht haben. — Und wir hoff eh und hegen den Wunsch, daß trotz oder gerade wegen der Zeiten es gelingen wird, das Orchester auch weiterhin zu erhaltenf| A. K. Frankfurter Vereinskalender, Verein Mekor Chajim. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: ow\ Herr Rabbinats-Assessor Dr. E. 'Posen. — nachm. 3.45 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. — im Vereinslokal: 3ps>' pst Herr Rabb. H. Mayer, — Eine Stunde von Nacht im Hörsaale, Midräschvortrag, Herr Fredi Lustig. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, faw nov. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, orna« "|aa,. Herr Rabb, Dr, Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, K-rai, Herr J, Soff er, Montag, u. Donnerstag nach Schul im Hörsaal: nawa- Mitgliederlerrien. — Montag abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (r^m) /tnaa Herr Rabb;Dr. J Breuer. Dienstag und Freitag morgens nach Schul, niwa' Herr R.-A. Dr. E- Posen, :- Dienstag und Donnerstag abends 7 Uhr im Lokal' Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Dienstag, den 3. Mai: Jacob Katzenstein-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho im Hörsaale .Friedb. Anlage Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über „"HnS- * Nachklänge." . ' ' '• Agudas Jisroel-Gruppe Frankfurt a. M. Thora und Mussar. Herr Rabbiner J- Horovitz, Fichtestr. 5. Sonntag 9-10 Uhr, Dienstag und Donnerstag 20-21 Uhr für Baaleba'tim V? tnaa. — Schabbos 11—12 Uhr enn rm und 16—17 Uhr Mussar für Jugendliche. Herr B. Rachelsohn, rvrm ms?» Dienstag 2Q.3Q,Uhr, Sandweg 6 c. '.! Herr Dozent J. Ehrentreu. t?ain mit o^ens». Sonntag e'ine Stunde vor rmini Friedberger Anlage 1, Herr R.-A. Dr- E.Posen Dtfn msa, Sonntag nach fins» Uhr, Wittelsbacher Allee 11. . Herr J. Sofer, 'Bl' sp, täglich 12-13 Uhr äm Sonntag 11-12 Uhr, Hans Handwerkstr. 18, L Herr Rabb. Feuerwerger, J u g e n d s c h i u r i m : Schabbos^ 12—13 Uhr: O'bnn, Schabbos 15,30—16,30 Uhr: rmx rpoa -aa, Sonntag, 19—20.30 Uhr: naw 'on '»a, Mittwoch "20—21,30 Uhr: raw rooa 'aa. — Für B a a 1 e B a 11 i m : Sonntags jeweils 1 Stünde vor "naa» (noas;)', Montags, f Mittwochs, Donnerstags 18.15—19,30 Uhr: xj?'sa N33'oa'»a- -' ' HerrZuntz, o^ri n'n«, Sonntag nsch 'n'nnw, Rabbinatszimmfet'Friedb erger Anlage 4. ' De!r Schitir/v°r n'tn» unter . Leitung des Herrn,( Zuntz ,(jnajs;;.'aa) findet, 45 Afinuien vor .Synagoge, Montag bis'Donnerstag im Hörsaal der I. R. 'G. statt.; Sommersemester der Agüdisüscheri Frauenzweigstelle. I Mittwocn, den, 4. ^aC abends 8.45 Uhr, wird Herr JEjir.J:Df. E^I i ä s^'dfcti*' GeschichtSttttrsin der-Samson.: Safyfcael Hirsch-ScWei'wieder ^jsöifnen. Qägte, DaTl( en;tlwillkominenni:: uh\i<w : 'Gebetzeiten. nnx naw Freitag abend 7.05 Samstag naawn 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 , Samstag Abend 8.35 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6 30 2. Minjan 7.30. An G'ttesdienst anschließend: Lernen des D"n "»pa-Vereins im Hörsaal Nachmittags 7 15 Tefillinlegen am Morgen 4.00 Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Tochter, Jakob Bloch und Frau Henni geb. Weil, Neckarbischofsheim. — Eine Tochter, Leo Gut und Frau Else geb. Ullmann, Johannesburg (Südafrika). Ein Söhn, Rabbiner Isaak Vredenburg und Frau geb. Hirsch; Amsterdam, Unbekende Gracht 3. . : Barmizwoth:. Sinai Siegfried; Sohn des Herrn Dr. med. Wilhelm Weil und Frau Dr. Martha Weil geb. Schiffer, Karlsruhe, Kriegsstraße 21. '-WK na». — Nathan, Sohn des Herrn Simon Ansbacher und Frau Selma geb. Öbermeyer, Würzburg, Sternstr. 16. t=P3np r-iaur,, 7. Mai. — Franz, Sohn des Herrn Dr. med. Richard Offenbacher, Fürth,, ins riiv, 14. Mai, Klaus-Synagoge. — Kurt, Sohn des Herrn Victor Rhein, Zürich, Brandschenkestr. 51, O'E^ij? mv, 7.* Mai. — Felix, Sohn des Herrn RA, TJr. Michael Meyer' und Frau Mally geb.: Stern, Berlin-Charlottenbürg 4, Niebuhrstr, 6, las ri3», 14. Mai, Synagoge Pestalozzistr.. — Michael, Sohn des Herrn Rabbiner M. Jakoboyits und Frau geb. Lipstaclf, Strasbourg, iÖ Rue de Wissembourg, nas naw, , 14. Mai. Verlobte: Irene Schwarz (früher Königsberg), mit Moses Birnbaum (früher Frankfurt a. M.), Rio de Janeiro. , Briefkasten« B. A. Der Artikel „Erziehung zur Erziehung" in Nr. 14 des „Israelit" stammt aus der Feder von Artur Neuhaus in Telsiani-Frankfurt a. M. Letzte Nachrichten. Die Festtage in Wien. Wien, 26. April. In ruhiger Gefaßtheit und mit würdigem Ernst beging die Judenheit in Wien diesen Pessach. In den Synagogen und Betstuben versammelten sich die Andächtigen zu gemeinsamem Gebet, das von gesteigerter Inbrunst erfüllt war. Ebenso war diesmal das ^wi 'n' pD3T nicht bloß eine gewohnte Formel, sondern eine sehr aufrichtig gemeinte und stark befto Igte.Aufforderung. Selbstverständlich hat auch der Gedanke des r-iNan'..UE^ ,san sn»n eine neue, aktuelle Bedeutung erhalten. Allerdings ist hierin die Zukunft noch in dichte Schleier gehüllt. Um so erwartungsvoller wird einer'; Klärung der Auswanderungsmöglichkeiten entgegengesehen. Die Wünsche und Absichten bewegen sich naturgemäß in ersteroLinie in der Richtung nach U. Sl>A. und nach Erez Israel, wo man jetzt nach Abschluß des englisch-italienischen Abkommens weitgehende Beruhigung und somit erhöhte Aufnahmefähigkeit erhofft. Die Kultusgemeinde hat ihre volle Tätigkeit noch nicht aufnehmen, können. Die Nachricht, daß Adolf Böhm mit der Leitung ihrer Geschäfte, betraut, wurde, trifft nicht zu. Er sollte lediglich einen Vorschlag über die künftige Tätigkeit der zionistischen Organisationen im Lande Oesterreich erstatten. Auch Agudas Jisroel werden nach Wiederzulassung ihrer Wirksamkeit neue Aufgaben erwachsen. Und zwar .'niefit nur praktischer, sondern auch geistiger Natur, Denn' die berufliche Umschichtung wird von einer' seelischen begleitet sein müssen, Eine tiefgreifende Waridlürig, eine große Selbstbesinnung, eine restlose Umkehr, „Teschuwo schelomo" ist die Forderung dieser 1*age, die zu vernehmen und weiterzuleben doch wohl' keiner so bernfep ist wie Agudas' Jisroel, Sie wird mit der :Ak-: t^vität, die die . Jwiener Agüda bei der. Vermittlung religiöser Inhalte immer schon auszeichnet« auf dem Rosten bleiben."'" M' '", . iwt - i-L I >•■ ii:u. : v •. : :- :. MV G. :