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Der Israelit · 1938-03-17 · Heft 11 (17.3.1938) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 11 (17.3.1938)
Date
1938-03-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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»^nt^^s«"^«?!^^ ^-^^3^ FraitMurt a. M. 17. März 1938 14. Adar II 5698 Nummer 11 Die neue Schedule bekanntgegeben. London, 16, März. Die Regierungsentscheidung hinsichtlich der neuen Schedule für die Palästina-Einwanderung ab 1. April wurde heute in Form einer schriftlichen Antwort aüf eine parlamentarische Frage veröffentlicht. Danach bleibt es für die nächsten sechs Monate bei der seit der Veröffentlich u n g des Peel-Berichtes f e s t g e ha ltenen w i 11 k ü r 1 i c h e n Mini m a 1 z i f fe r ' von 1000 Einwand erem monatlich.. . Daneben treten jedoch zwei Erleichterungen in Kraft. Als Kapitalisten mit je Lst. 1000 werden für die nächsten sechs Monate insgesamt 2000 Immigranten zugelassen; ferner, ohne numerische Beschränkung, aus humanitären Gründen Frauen und Kindern von Einwanderern, die bereits im Lande legal ansässig sind. Andere Verwandte (also z. B. Eltern) bis zu einer Gesamthöchstziffer von 200. Das Telegramm, das Ormsby-Gore zwecks, Bekanntgabe dieser Verfügung an den High Commissionerv, gerichtet hat, beschäftigt sich ausführlich mit den Gründen der Entscheidung und sucht nachzuweisen, daß sie über die Vorschläge des Peel-Berichtes noch zu Gunsten der Juden »inaus gehe. Eine neüe Erwägung der Situation hinsichtlich der Einwanderungsziffer werde eintreten, sobald die für den jüdischen Staat und den arabischen Staat in Aussicht genommenen Grenzen klarer erkennbar sein werden. Dann werde man die jüdische Einwanderung in den jüdischen Teil verstärken, für den arabischen Teil ganz unterbinden. An Einzelheiten ist noch nachzutragen, daß Studenten, sofern sie von einer Anstalt in Palästina aufgenommen und versorgt werden, oder sich Nachweislich selber versorgen können, j außerhalb der Quote ohne numerische Beschränj kung. zugelassen sind. Ausgeschlossen dagegen j sind Waisen und Personen mit religiöser Beschäftigung (Rabbiner). Sir Herald Mc, Michael, der High Commissioner, empfing eine agudistische Delegation unter Führung von Raw Duschinski, der dem High Commissioner Wesen und Programm der Agudas. Jisroel und die speziellen Bedürfnisse der orthodoxen Judenheit auseinandersetzte. Raw Duschinski forderte auch die Abschaffung der politischen Ei n wand er u n g squote und der Beschränkung auf den Landverkauf sowie die Zuweisung von Regierungsboden für jüdische, insbesondere agudistische Ansiedlung. Aus dem Inhalt. J Die Entwicklung in Oesterreich . . . Seite 2 Jüdische Stimmen zur Lage und zum Teilungsplane ...... Seite 2 Tagung des zionistischen Generalrates Seite 2 Wochenrundschau ...... Seite 3 Von der organisierten' Treue. Seite 4 Die Lage der Juden in Sowjetrußland Seite 5 Die jüdische Läge in Lettland . . . . Seite 7 Aus dem englischen Unterhause . . . Seite 7 Erez Israel.......... Seite 8 Aus der Agudas Jisroel-Bewegung . Seite 8 Londoner Notizen Seite 9 Literarische Warte ....... Seite 10 Wie war es gemeint? Von Bezirksrabbiner Dr, B. Cohen in Friedrichstadt (Eider). In den letzten Jahren will die Frage nicht mehr verstummen: Wie war es gemeint? Hat Rabbiner Hirsch die Weltkultur nur aus augenblicklichen Erwägungen oder aus innerem Antriebe zum Bestandteil der jüdischen Bildung Werden lassen? Man ist zu dieser Frage dadurch gekommen, daß auf den Zwang zur Weltkültur hin, den die Zeit des Meisters ausübte, eine solche der kulturellen Ausschaltung der Juden gefolgt ist. Die Frage hätte schon weit früher erhoben werden sollen, damals nämlich, als nach der , überidealistischen und überformalistischen Zeit, in der die ersten Werke des Meisters entstanden, eine Zeit des allgemeinsten wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Materialismus sich anbahnte. Aber schon damals verbot sich diese ganze Art der Fragestellung dadurch, daß man den Meister trotz seines weltoffenen Blickes sein Werk der großen Linie nach ungebrochen fortsetzen sah. Mit Recht ist vor kurzem von bewährtester Seite gegen die Auffassung protestiert worden, er habe die jüdische Kultur als angewiesen auf eine Ergänzung durch die Weltkultur angesehen; man hat von der gleichen Seite betont, das Ziel des Meisters in der Heranbildung von Persönlichkeiten sei deren a I I s e i t i g e Bewährung gewesen. Vielleicht aber darf der Gedanke gewagt werden, daß er ernstlich aus den Geistesschätzen der jüdischen Ueberlieferung eine gewaltige Bereicherung jeder, also auch gerade der damaligen so g'ttfremd scheinenden Weltkultur erhoffte, also das, was er nannte: „Nicht nur Zeitenheil fürs Judentum, sondern auch Judentumsheil für die Zeiten". Diesen Ausspruch empfindet man deutlich als geistig in seiner zweiten Hallte betont: Die „Zeiten" können uns und mögen uns (denn das Ganze ist im 18. Briefe mit Hinblick auf die Emanzipation gesagt) mit dem einzigen beglücken, was sie an Unentbehrlichem "zu vergeben haben, und das ist daß Sie Uns dulden und uns Gleichberechtigung schenken; wir aber als Vertreter der Thora haben Höheres Anderen zu bieten, nämlich Erziehung durch den Geist unseres G'ttesgesr.bzes in seiner Wirkung auf uns selber. Man hat auch aus der Stellung des Meisters zur Rabbinerbildung die verschiedensten Schlüsse ziehen wollen. Er soll gar auf sie das Prinzip Thora-im-Derech-Erez nicht angewandt und dadurch, dieses Prinzip als unzureichend selber gekennzeichnet haben! Oder er soll zur Rabbinerbildung einfach keine Zeit gefunden haben. Das alles widerspricht seinen oft geäußerten Prinzipien, und alle, die darüber bis jetzt geschrieben haben, sind sich dessen nicht völlig inne geworden. Rabbiner Hirsch hat den Rabbinerberuf als denjenigen bezeichnet, der nur dazu Fortsetzung siehe Seite 3. rtfr» tt wt., j

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