Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1938)
- Date
- 1938-03-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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10. März" 1938 Der Israelit Nr. 10 Seite 9 J*w EINTOPF SAMMLUNG f^l^yi^ctieHkuteMefe $x»ui4«9.,15fmänl93ö Letzte Nachrichten. Di? Entwicklung in Rumänien. Bukarest, 6. März, Der Jastizminister erließ heute eine Verfügung, wonach die Mitglieder der freien Berufe ihren Eid auf die neue Verfassung in individueller Form durch Erscheinen vor einem Richter mit ihren Identitätspapieren vom 15. März an leisten dürfen. Hierdurch wird ermöglicht, daß beispielsweise die jüdischen Advokaten und Aerzte ihre Berufe weiter ausüben können, auch wenn sie von ihren Berufs Vereinigungen ausgeschlossen worden sind. Das Justizministerium hat ferner ein Zirkular an die rumänischen Anwaltsverbände gerichtet, worin um Berichterstattung über die Ausschließung jüdischer Advokaten ersucht wird. Die Verbände seien verpflichtet, sich bei ihrem Vorgehen genau an den Buchstaben und an den Geist des Gesetzes zu halten. Inzwischen sind gestern dreizehn jüdische Anwälte in Bukarest auf Grund der Tatsache zugelassen worden, daß ihre Eltern im türkisch-rumänischen Krieg 1877 mitgekämpft haben und auf diese Weise die rumänische Nationalität erlangten. Ormsby-Gore hält am Teilungsplan fest. Debatte im Unterhause. London, 10. März. Am Dienstagabend löste im Unterhause ein Zusatzantrag zum Etat eine, kurze Palästin ad e b a 11 e aus, wobei es auch zu einem kleinen Zusammenstoß zwischen dem Abgeordneten W e d g ewood und dem Kolonienminister kam, Nach den Angriffen des Abgeordneten sagte Ormsby-Gore. solche Reden, die die Araber als kränkend_empfinden müssen, seien eine Hauptursache für die Schwierigkeiten, denen sich die britische Regierung in Palästina ausgesetzt sehe. Wedgewood antwortete darauf mit erneuter scharfer Kritik der britischen Palästinapolitik, die ATaber auf Kosten der Juden begünstige. In der weiteren Aussprache gab der Kolonien- * minister »och einmal die Versicherung ab, daß die Regierung nach wie vtir den Teilungsplan Ixir ausführbar fr alte und ihn zu verwirklichen gedenke. Daß die Ausführung möglicherweise mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde, könne er nicht ^bestreiten. Der Ausgang der Aussprache (befriedigte auch die Regierungsparteien nicht,, und es wird von verschiedenen Seiten die Ansetzung einer neuen ausgiebigen Debatte über alie .Pallästinapaolitik verladt. Arthur Wauchapes Abschied» Jerusalem, 1. März. Dem "bisherigen High Commissioner Arthuir Wauchope -widmen die hebräischen iZeitungea Palästinas Abschiedsartikel, in denen die Tragik Palästinas während seiner Amtszeit noch einmal in lebhaften Farben geschildert wird, ohne daß dem scheidenden General einzig die Verantwortung dafür zugeschoben wird. Man spürt im Gegenteil aus allen Aufsätzen einen warmen Ton heraus bei der Würdigung des guten Willens und der hervorragenden menschlichen Eigenschaften des nun abgehenden höchsten Beamten. Schon seine Abschiedsbesuche in verschiedenen jüdischen Siedlungen, sein Freundschaftsverhältnis zu führenden jüdischen Männern, seine diversen Abschiedsworte, in denen sich sehr viel Liebe für das Land widerspiegelt, machten hier besten Eindruck und zeigten den Menschen Arthur Wauchope, dessen ehrliches Wollen den widrigen Verhältnissen in einem Lande, in dem Angehörige eines Stammes von gewissenlosen Hetzern zur wilden Raserei aufgestachelt, wurden, nicht gewachsen war. Es wird, überall hervorgehoben, daß Wauchope sicherlich als der beste und vornehmste aller Hochkommissare abgegangen wäre, wäre es ihm gleich seinen Vorgängern vergönnt gewesen, in ruhigen, normalen Zeiten sein hohes Amt. auszuüben. Bei allen schmerzlichsten. Enttäuschungen, die seine Amtszeit dem Jischuw gebracht hat, gibt es auch viel Positives aus dieser Zeit hervorzuheben. Es wird freilich auch nicht verschwiegen, daß die menschliche Größe Arthur Wauchopes zugleich seine Schwäche war, indem er es beim Ausbruch der Unruhen an Energie fehlen ließ. Hätte die starke Hand, wie man sie später, ja zu spät, doch anwenden mußte, gleich zu Anfang eingesetzt, viele Opfer wären dem Lande, Juden und Arabern, erspart geblieben. In der Geschichte des jüdischen Jischuw wird der Name Arthur Wauchope eine wichtige Etappe bedeuten. Die Frankfurter Woche. Der Jüdische Abend in der Aula der Samson Raphael Hirsch-Schule. Die Dankbarkeit großer Kfeise der jüdischen Bevölkerung für diese Veranstaltung und ihren Leiter, Max Neumann, dokumentierte sich in dem überaus starken Besuche. Die Aula konnte die Eintrittsbegehrenden nicht alle fassen, und die Ordner hatten schwere Mühe, in dem für solche Anlässe nicht gerade günstigen Saale alles so zu ordnen, daß, — wie es in der Schrill heißt, — „jeder atif seinen Platz in Frieden kam". Die Leistungen entschädigten aber für alle Taumtechnischen Schwierigkeiten. Der Synagogenchor der Israelitischen Religions- Gesellschaft unter Hinzuziehung bewährter Kräfte war wieder unter dem Zauberstab seines Dirigenten ganz auf der Höhe. Es ernteten als Solisten reichen Beifall die Herren Siegfried Grüngl'ück und Janko Kaufmann, während Max Fim~berg am Flügel mit guter Einfühlung bei der "Sache blieb. Ein in Frankfurt nicht unbekannter Sprechkünstler, Max Koninski, löste mit seinen heiteren Rezitationen in jiddischer Mundart Lachsalven aus, die in dieser ernsten Zeit doppelt dankbar aufgenommen wurden. Wir bekamen im Einzelnen vortreffliche Synagogenstücke in brausenden Chören zu hören, sodann jüdische Volkslieder und folkloristische Kabinettstücke. Und als uns zum Schlüsse der Synagogenchor mit einem östlichen „Sisu w'Simchu" entließ, ging man im Bewußtsein von dannen, nicht nur einen jüdischen, sondern auch einen angenehmen und aufrichtenden Abend verlebt zu haben. Kammermusikabend im Kulturbund. In einem Kammermusikabend stellten sich, wenigstens bisher dem Frankfurter Publikum unbekannte zwei Künstler vor, der Cellist Gottfried Zeel an - d e r und der Pianist Hans Neuraark, In dem Cellisten lernte man einen ausgezeichneten Künstler kennen, der schon jetzt einen hohen Grad von Technik erreicht hat, zu dem sich noch eine reife, ausdrucksvolle Vortragskunst gesellt. Auch der Pianist wurde seiner Aufgabe voll und ganz gerecht. Er erwies sich als ein äußerst gewandter Begleiter, der selbstverständlich nicht nur technisch, sondern auch in der Interpretation der von ihm begleiteten Kompositionen allen Anforderungen gerecht wurde. So hörte man u. a. Werke für Cello und Klavier von Bloch, Breval, Rachmaninoff, Respighi. A. K. Familien-Nachrichten. Barmizwoth: Martin, Sohn des Herrn Felix Freund und Frau Minni geb. Löbenstein, Ffm., Sandweg 15, 1. Synagoge Friedberger Anlage, ix r-up» 19. März. — Leopold, Sohn des Herrn Ludwig Oppenheimer und Frau Paula geb. Gerstle, Brüssel, 40 Rue Henry Staquet, 12. März. m;v< n;©- . Vermählte: Herr M. Cederbaum mit Fanny Harz, Luzern. FRANKFURTS HANDWERK u. EINZELHANDEL VON A BIS Z IM [ Auto-Versicherung" sowie Versicherungen aller Art HANS GRÜNEBAUM flohenzollernstr. 12 Tel.34138 u. 79357 [ Badeeiprichtungen | W. LAMM Gr. 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