Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1938)
- Date
- 1938-02-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 86 .Vorleser-: (liest weiter) Doch heimlich war jemand dabei, es war der Jude Mordechai. Der hat es gleich ans Licht gebracht, da ward dem Plan ein End' gemacht. 1. Tür st.; (flüstert) Man zittert, wenn man nur dran denkt. 2'. T ü r s t. : (ebenso) Dafür hat man sie aufgehängt. König : Was bekam der Jude denn als Lohn? Vorleser; Leer ging er aus vor deinem Thron. 3 Auftritt. (Es klopft) 1. Tür st. : (faßt seinen Speer) Im Namen des Königs, wer ist da!? H a m a n : (vor der Türe) Haman, Fürst von Granada, Laß' mich sofort dem König melden/ König: (spottend) Laßt ihn herein, den alten Helden! Haman; (eintretend und sich vor dem König verneigend) Ich bete dich an, mein Herr und König! König; Ich glaub', du schmeichelst mir ein wenig. Doch kommst du mir, mein lieber Knecht, zu dieser Stunde gerade recht. Du kannst mir hier jetzt gar nicht schaden, denn ich hab' etwas zu beraten. Ich. kenne einen treuen Knecht, der tat mal was, das war sehr recht. Nun weiß ich nicht, wie ich's ihm lohn', das sollst du raten mir, mein Sohn. Haman : (leise für sich) Wie's meinem klugen Kopfe scheint, bin ich wohl selber da gemeint. (laut) 0 Majestät, da wüßt* ich Rat, das wär ne ehrenvolle Tat. König: Laß hören denn mein treuer Knecht. 1. Türsi: (flüstert) Ich glaub', dem Haman wird's noch schlecht, Haman: So höre denn, wie ich es meine: man nehm' dein Roß, das braune, feine, dann bringe man den Mann hierher, dem zugedacht ist diese Ehr', Man zieh' ihm an den Hermelin, und auch dein Schal, der ist für ihn, dann setzt man ihm die Krone auf, und er steigt auf das Pferd drauf) läßt ihn auch führen durch die Stadt, damit er eine Freude hat. Und einen Herold läßt man künden; „Den will geehrt der König finden!" So denk' ich mir die Sache gut. 2. T ü r s t. : (flüstert) Paß auf, wie der noch heulen tut.' König: Ich geb es zu, mein treuer Knecht, dein Vorschlag, der ist mir ganz recht« So tu denn fleißig, eins . . . zwei . . . drei, wie du gesagt, dem .... . Mordechai!!!! der mir gerettet hat das Leben, ihm sollst du diese Ehre geben. Auch sollst Du (!!!) in den Straßen künden, „Den will geehrt der König finden'" Haman: stockend) 0 Herr und König — Hört ich recht? mir stockt — das Blut — weil ihr — so sprecht Doch soll — eur Wille — gleich gescheh'n. Jawohl, mein Sohn, jetzt kannst du geh'n. Haman : (wie oben) So wünsch' — ich denn — dir guten Morgen 1. Tür st.: [spottend, indem er ein Taschentuch aus der Tasche zieht) Soll ich ein Taschentuch dir borgen? (Haman ab) 4. Auftritt. Kammerdienerin : (tritt ein und meldet) „Platz ihrer Majestät, der Königin! * 1. T ü r s t. : (flüstert) Was denkst du, wie gespannt ich bin! Esther; Recht guten Morgen, Herr Gemahl,' 2. Tür st. : Guck' mal, der schöne bunte Schal! K ö n i £; Ich bin wirklich sehr erfreut, daß du grad kommst zu dieser Zeit. So höre denn, was ich beschlossen, ich hoffe, du bist nicht verdrossen: Mein Leibroß putzt man recht hübsch auf, und dann, da setzt man jemand drauf, man zieht ihm an den Hermelin, und auch mein Schal, der ist für ihn, zuletzt setzt man ihm obendrauf auch noch die schone Krone auf, läßt ihn auch führen durch die Stadt, damit er eine Freude hat, und einen Herold läßt man künden, „Den will geehrt der König finden?" Nun fragst du wohl, für wen das sei, für meinen Knecht, den — Mordechai!!! Den Vorschlag machte Haman mir, zum Herold ernannt ich ihn dafür. Königin: Ich danke dir, mein Herr Gemahl, doch nun verlasse ich den Saal, weil ich ja doch als Königin, auch nicht ganz ohne Pflichten bin, auch muß ich ja zur selben Stund', bekannt machen die frohe Kund'. (Esther und Gefolge ab) Beide.Türsteher: (ins Publikum, mit Betonung) Dem Mordechai hat wohl, gebracht, viel Ehre die schlaflose Nacht)