Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1938)
- Date
- 1938-02-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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&gjpilPlppp|pp?p|i^^ pqpwwpwijwpp^ 24. Februar 1938 Der 1 e Ii t Nr. 8 Seite 11 JODSSCHE WINTERHILFE Zählüng öcr hilfsbereiten JuDcn in DeutfchlahC» gfe Februar, 1938 , . i Vermischtes. Berlin, 21. Febr. Auf einem durch eine Ansprache von Rabbiner Dr. Leo Baeck und. durch, .künstlerische Darbietungen, umrahmten Empfangsabend de.r Reichs Vertretung der Juden in Deutschland fand am 15 Februar; in Berlin die Uraufführung des im Auftrage der Reichsvertretung hergestellten Filmes „S-c h a f {ender Will.e;, Juden werden Bauern und Hand werker"; statt,. ^- Der Film bringt. Bilder, aus der Ar beit der Reichs Vertretung auf dem Gebiete der land wirtschaftlichen und handwerklichen Berufsuinschich tung und Berufsausbildung, Er verschafft der jüdischen Oeffentlichkeit, die über dieses wichtige Arbeitsgebiet bislang nur durch Rechenschaftsberichte und stätistis'che Angaben unterrichtet ist, einen lebendigen, Einblick in Dinge, die heutejeden Juden angehen. Die Aufführung .wird in Berlin am 2. März wiederholt, der Film wird aber auch im Laufe der folgenden Wochen und Monate in einer Reihe von jüdischen Gemeinden im Reiche gezeigt werden. Berlin, 21. Febr. Die Schulabteilung der Reichs Vertretung teilt mit: Es ist beabsichtigt, in der Zeit vom 3. bis 13 .April 1938 in Stuttgart für eine begrenzte Teilnehmerzahl eine Fortbildungstagung für Turn- und Sportlehrkräfte zu veranstalten. Für den praktischen Unterricht sind vorgesehen: Leichtathletik, Turnen, Orthopädisches Turnen, Körperschule für den theoretischen Unterricht: Methodil: des Turnens .Kampfregeln der verschiedenen Sportarten, Erste Hilfe bei Unglücksfällen (mit praktischen Uebungen), Musik und Rhythmik im Rahmen des Turnbetriebes, Gegenwartskunde, Judentumskunde Meldungen zur Teilnahme sowie Anfragen sind zu richten an den Oberrat der Israelitischen Religions Gemeinschaft Württembergs, Stuttgart, Königstr. 82. Stuttgart,' 20. Febr. Unsere Religionsgesellschaft feilt das Schicksal aller Gemeinden Deutschlands, daß sie wertvolle und verdienstreiche Mitglieder durch die notwendig gewordene Auswanderung verliert. So sahen wir mit -innigem Bedauern dem Brüderpaar Herbert und Julius Kahn nach. Ersterer hat unserem Vorstandskollegium angehört, nachdem sein Vater Siegfried Kahn-Cannstatt lange Jahre dessen Vorsitzender gewesen war, und ist vor Jahresfrist nach Transvaal ausgewandert, Julius Kahn hat viele Jahre in unserem Bes haknoses das Leienen versehen in vorbildlicher Pünktlichkeit, wiewohl er während der Woche von Geschäft und Geschäftsreisen vollauf in Anspruch genommen war .Beide Brüder haben zu den rührigsten Schülern ihres Raw gehört und sich schöne Fertigkeit im Gemoro-Lernen angeeignet. Julius Kahn fährt nach Erez Israel. Möge es beiden Herren, jedem an seinem Niederlassungsort, gelingen deutsche Organisation und Wirksamkeit zum Besten von Tauroh und Awaudo zu entwickeln. Mögen sie ihrer Mutter, die ' zu ihrer religiösen Entfaltung soviel beigetragen hat, nur Gutes zu melden haben. Amious. ■ > j. ' Paris',; 24. Febr. Aus Ecuador; wird berichtet:1 Der Präsident, von. E c u a d p r hat angeordnet, daß. alle Juden, deren Beschäftigung „dem Lande nicht zugute komme", das(HLand innerhalb eines Monats zu verlassen hatten.! Die Verordnung wende sich nur gegen /s.olctie Juden,! die unter\dem;,jVpr'wand. landwirtschaftliche Arbeit zu suchen/, die'^Äüfeiit-; hahsöenehmigu'hg ,erhalten, (später aber eine andere, Beschäftigung ausgeübt hätten. Nicht betto/ffen. wür-; den Juden, die eine Spezialbeschäftigurig,' z. B. als Professor an der Univers'+ät oder als Lehrer an den technischen Schulen, ausübten. * Die Franlkfürtef Woche- Eine religiöse Veranstaltung 'der* Agudas Jisroel- ■' -'' Gruppe. -- < Zu einem Gemeinde abend der Israelitischen*: Religion sgesellschaft hatte, am letzten Sonntag :die Frankfurter Gruppe, vder Agudas, JisröeK;ihre Mit-' Glieder (eingeladen, um ein Referat von Herrn Redakteur S - Schaq h n. o w i t z über „Neue Etappen 5er jüdischen;! Wanderung^ zu ' hören. Herr Rabbiner; yr- M. S c h l e s i iig e r begrüßte "den Redner ' des* ^pends aufs herzlichste. Herr Schachnowitz begann*- einer gedrängten geschichtlichen Betrachtung der Wanderungen des jüdischen Volkes durch die Jahrtausende,, um dann'auf t<tie verschiedenen Situationen , der letzten 50 Jahre näher einzugehen. Alle Wande- . rungsetappen seit dem zweiten Churban schrumpfen zu einem Nichts' zusammen gegenüber der Wariderbewegung, die in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ihren. Anfang nahm. Jüdische Menschen betraten und' betreten Boden, den sicherlich nie vorher ein jüdischer Fuß beschritten hat. Den Umfang der Wandefungsbewegung sehen wir an einigen Beispielen in deutlichster Weise: Vor fünfzig Jahren waren es 30-—40.000 Juden, die in Erez Jisroei lebten; heute, zählt man im Heiligen Lande mehr als 400.000 jüdische Seelen. Und wären jene ersten „Hüter der heiligen Mauern" nicht beseelt gewesen von der Zionsliebe, wir hätten sicherlich heute nicht das, was man mit „Zionismus" bezeichnet und auh keinen Aufbau durch Agudas Jisroei, Am 22. August 1654 hat der erste Jude amerikanischen Boden betreten." Nach 280 Jahren wohnen allein in New York 1.800.000 Juden und im ganzen Lande 4% Millionen: jüdische Seelen. Es stimmt somit nicht,;daß große Judenansammlungen eine Ju dennot ini Gefolge haben müssen. — Für eine ganze, Reihe von. jüdischen Gemeinschaften ist heute die Auswanderung eine' Schicksalsfrage geworden. Die Antwort auf alle Fragen nah der Lösung kann nur. .zurzeit lauten: Siedlung in überseeeishen Gebieten. Wie auf allen Wanderungen unserer Väter ihr Ju-, dentum mitging und* die g'ttliche Schechinoh unter ihnen weilte, so ist es eine spezielle Aufgabe der1 Weltorganisation der Agudas Jisroei geworden, sich; die religiöse Betreuung der Auswanderer angelegen sein zu lassen, um ihnen die seelischen und geistigen Güter erhalten zu helfen. Sei es bei der sogenannten Tropfenwanderung oder bei der angestrebten Siedlung in geschlossenen orthodoxen Gruppen. Im Verläufe seiner Ausführungen, die unbekannte Einzelheiten über die Wandererbewegung der meisten Länder brachte und damit geschichtliche Details von packender, Mut einflößender Darstellung in meisterhafter Weise zu verbinden verstand, kam der Redner unter anderem auch auf die heute so aktuelle Frage der Kinderverschickung nach USA zu sprechen. Was heißt in Amerika orthodox? Die dortigen religiösen Verhältnisse zwingen die verantwortungsbewußten Kreise der Orthodoxie, sehr vorsichtig vorzugehen in 'bezug auf die Unterbringung von Kindern. Man solle auch immer zunächst fragen, wenn man Vor der Auswanderung steht: nicht nur wo, sondern wie kann ich jüdisch-leben? Und es sei an der Zeit, die Ueberörganisation abzubauen, die verschiedenen Stellen sich zu praktischer Hilfe zusammenzuschließen. Ist es die letzte Golus-Etappe, die wir jetzt durchschreiten? Manchmal scheint es soozu sein; denn eines der vielen Anzeichen ist',dafür "da: Juden wandern von . Grenze zu Grenze, ohne Eiidaß zu bekommen. Vielleicht ist es ein wirkliches Licht, das am Horizonte blinkt. — Mit herzlichen Danklesworten an den Redner des Abends schloß der Vorsitzende die gelungene Veranstaltung. Ha. Jüdischer Abend. d. Der Jüdische Abend unter Leitung; von Max Neumann findet nunmehr bestimmt am Samstag, den 5. März, 20.30 Uhr. in der Aula der Samson Ranhael Hirsch-Schule, Am Tiergarten 8, statt. Mitwirkende: Max. Koninski, der Synagogenchor der Israelitischen Religionsgesellschaft (Leitung^ Max Neumann). Siegfried Grünglück, Janke K a u f i - mann. — Die für 19. Febr. gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. " Jüdische Winterhilfe 1937/38 Frankfurt a. M. Der Jüdische Kulturbund Rhein-Main wiederholt zu Gunsten der J ü d i s c h e ri', W i n t e rhilfe am Montag, den 14. März, abends * 8 Uhr, die Aufführung des B e 1 s a z a r . Oratorium von D. F. Händel; unter Leitung von Dr. Nathan Ehrenreich. Mitwirkender Erna Groß (Sopran), Richard D r e s d n e rJ'fTenor), Hermann Sehe y.,vHans. Assenheim (Baß).1 <t ' b< Die Jüdische Winterhilfe erwartet - einen regen Besuch dieser Veranstaltung. Die Eintrittskarten sind zum Preise von RM. 1.—r. bis RM. 4.—^ab 1. März a,uf d$m Büro dki'v Kulturbundes. Oberfindau 7 (Tel. 7532D und 'durch; telefonische ■ Bestellungen bei der JÜd^hon Winterhilfe, Quinckestr. 26 ][le\. 43 703) erhältlich. Eihe Neunzigerin. Am 14, März begeht Frau Babette Griesheimer Ww,, Am Schützenbrunnen 13. ihren 9 0. Geburtstag in voller Rüstigkeit. Frau Griesheimer st die einzige ntf^'h lebende Schwester des verstorbenen Lübecker Raw, Dr. f Salomon- Carlebach ^"xr, dessen 19.,; Jahrzeitstag, 11. " Adar, zufällig am gleichen Tage ist. J Personalien, Man schreibt uiis: ,f«, Am 8. März begeht Hermann Koch, Frankfurt a. M., seinen 60* Geburtstag; uridj gleichzeitig sein 25 iähriges Jubiläum als. jKonczertdirektipn in Frankfurt a. MZahlreichen Künstlern;, die heute zu den rironv'nentesten imIn- und ^Ausland gelten, hat er die Wege gebahnt undzumj^T^eil unter pekuniären Opfern ihr erstes wAuff reten im Konzertsaal ermöglicht. . , 1 Türkisch8 Frankfurter Vereinskalender. Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft. Am Sonntag abend f ä 111 der Vortrag des Herrn Rabbiner aus. ' Verein. Mekor Chajim. Freitag Abend nach Schul, Mikro, Schlußvortrag, Herr .Rabbiner Dr. Schlesinger. Schabbos morgen nach ScJruJj der Synagoge: bti»i Herr Rabbinats-Assessor Dr. E. Posen. —nachm. 3,45 Uhr im Hörsaal; Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin, — im Vereinslokal: z?w ry Herr Rabb. H. Mayer. Schabbos abend 8.45 Uhr Tnach-Schiur des Herrn Rabb. H. Mayer. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, ran» «mv. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, nmas pn. Herr Rabb. Dr. Schlesinger, — vorm, 9 Uhr im Vereinslokal, mm, Herr J. Soff er, Montag u. Donnerstag nach Schul im Hörsaal: nittrar Mitgliederlernen. — Montag abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (]»i>Sn) .»naa Herr -Rabb J3r. J Breuer, Dienstag und. Freitag morgens nach Schul, na»»' Herr R.-A. Dr. E, Posen. Dienstag und Donnerstag abends 7 Uhr im Lokal: Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstil tungen. Sonntag, 27. Februar; Therese Roos geb, Hirsch- Stiftung. Sonntag, 27. Febr.: Leo Homburger-Stiftung. Dienstag, 1. März: Sofie Bier geb. Heller-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Minchö fällt der Vortrag aus. Agudas Jisroel-Cruppe Frankfurt a. M. Thora und Mussar. Herr Rabbiner J. Horovitz, Fichtestr. 5, Sonntag 9-10 Uhr, Dienstag und Donnerstag 20-21 Uhr für Baalebatim rsr mm. — Schabbos 11—12 Uhr D"n ms und 16—17 Uhr "Mussar für Jugendliche. Herr B. Rachelsohn, mna sw» Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c, Herr Dozent J. Ehrentreu, vmm mit trenan, Sonntag nach nrua nVa/i, Uhlandstr. 39,1. Herr R.-A. Dr. E. Posen ovn mxa, Sonntag nach nru» Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr J. Sofer, 'nv t|i, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, Hans Handwerkstr. 18, L . Hejrr Rabb. Feuerwerger (f. JugendJ.), Sonntag 2030- „21.30 Ufer, Dienstag 21-22 Uhr. Schabbos 16-17 Uhr. qr-y maa Agadische Abhandlungen aus max naon. — Für Jugendliche, Montag und Mittwoch 15-16 Uhr. Njrx» Raa, "Fichtestr. 5.;t Heir. Zuntzf.D"ri rrvm, Sonntag nach JV-irw, Rabbinats- ',zimmeri;Friedberger Anlage 4. Def (Sehiur vor fl'^n» unter Leitung des Herrn Zuntz irt:v 'Oij findet um 6.15 Uhr, Montag bis Donnerstag^im Hörsaal der L R, G. statt- Jüdische Frauenyereinigung und Agudistische •Frauenzweigstelle. :' Am; Montag, den 28. Februar, abends 8.45 Uhr, spricht Herr Dr, Ernst Herz im Hörsaal der IRG. über „Verstimmungen und ihre Betreuung". Gäste — Damen — willkommen. Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. Sonntag, 27. Februar, 10.30 Uhr, pünktlich Fahrgasse 146: Führung durch das Museum jüdischer Altertümer durch * Dr, Guido Schönberger. Beteiligung unentgeltlich. Gebetzeiten. bfip^ nrnp Freitag abend ,5.30 Samstag riaawn 6.50 Samstag nW& 8,00 Predig Samstag nachmV 1.00 und 4.30 Samstag Abend 650 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.45 2. Minjan 7.30. An G'ttesdienst anschließend; Lernen desp^n *ipn- Vereins im Hörsaal; Nachmittags 5.30 ' "? ,■ Tefillinlegen am Morgen 6.20 M . , Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, RaBb. Meyer und Frau Bertha geb. Berlinger,: Frankfurt a.: M., Hanauerlandstraße 17. Ein 'Sohn.niPayid Katz und Frau Julchen geb. Batttberger, Ffm.,., Fichtestr. 18. 84. Geburtstag: Erau Amalie Katzenstein aus; Hersfeld, z. 2t. Offenbach a." M„ Waldstr. 42,'- am 1. März. " \ i- ■ •;!•( * 1