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Der Israelit · 1938-02-10 · Heft 6 (10.2.1938) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 6 (10.2.1938)
Date
1938-02-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Der Vertreter Hollands!'M. J. Loudon, wurde zum Präsidenten, der belgische Repräsentant, M. Louis d e B r q ü c k e r s , zum Vizepräsidenten gewählt. Der belgische Vertreter schlug eine Resolution vor, in der der Begriff des „Flüchtlings" ziemlich eng definiert wird, so daß nur ein sehr kleiner Kreis der tatsächlich Betroffenen auf eine Legitimation und die damit verknüpften Rechte Ansprüch erheben könnte. Der französische Vertreter schlug dagegen engsten Anschluß an die Konvention vom 14. Juli 1936 und die Nansen-Konvention von 1933 vor. Namens des Liaisori-Committees und seiner 25 Organisationen _. sprachen Prof. Bent wich aus L o n d o n und M. S e r u f fi aus Paris. Beide verlangten die Einbeziehung der Staatenlosen in den Flüchtlingsschutz, das Recht auf Arbeit in den Wohhländern, Schutz gegen Deponierung und die Schaffung eines Appellhofes, bestehend aus Regierungsvertretern, zur .Prüfung von Beschwerden gegen administrative Maßregeln. Die Sitzung dauert fort. Australische Ein^ähderüngs-, erlaubnis für jüdische Jugendliche aus Deutschland. s . Melbourne, 7. Febr. Die australische- Bundesregierung "gewährte heute auf , das Gesüch der hiesigen Jüdischen Wohlfahrtsorganisation 8 jüdischen jungen Leuten aus Deutschland im Alter von 16 bis 18 Jahren Einwanderungs erlaubnis zum Zwecke der Ausbildung als landwirtschaftliche Arbeiter. Ein ähnlicher Antrag wegen Zulassung jüdischer Mädchen aus Deutschland für häusliche Arbeit wurde abgelehnt, bis der Beweis erbracht wird, daß Arbeitsstellen für die Mädchen vorhanden seien. Man glaubt hier, daß die sympathische Haltung der Bundesregierung in diesem Falle einen Wendepunkt in der Einstellung der Bundesregierung zu der Frage der jüdischen Einwanderung aus Deutschland überhaupt bedeutet. Aus dem Inhalt: Ein Aufruf der Agudas Jisroel-Weltorganisation Seite 2 Aussprache im Englischen Unterhaus . Seite 2 Zur Frage der Einwanderung in Kanada Seite 2 Das neue Fremdengesetz in Oesterreich Seite 2 Wochenrundschau.........Seite 3 Der jüdische Staat, (Schluß.) Von Dr. Ph. Biberfeld......Seite 4 Vom Revisionisten-Kongreß .....Seite 6 Londoner Brief ...........Seite 7 Erez Israel " ............Seite 3 Religiosität der Tat oder des Gefühles. (Zum 60. Geburtstag Martin Bubers) Seite 10 Von B- Cohen. Die heutige Zeit lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Frage, wie sich Araber und Juden in früheren Jahrhunderten der Geschichte miteinander vertragen haben. Wir verzichten auf Anführung der ältesten historischen Quellen in Thora und Propheten, die allen Kundigen bekannt sind. Eigenartig und scheinbar einzig dastehend in; der jüdischen Geschichte ist das Verhalten zwischen Juden und Arabern in den Jahrhunderten zwischen der zweiten Tempelzerstörurig und dem Auftreten des Islam, also von 70—622. Damals gab es für die Juden von v'K und Syrien; von Aegypten und Kleinasien immerfort traurige Anlässe, ihre von den Römern unterjochte Heimat zü verlassen. Wer das Glück hatte, nach. Babylonien zu gelangen, konnte dort in einem, jüdischen Gemeinwesen mit starker eigner, echt jüdischer Kultur und eignem Staatshaupt JsrnbJ TP"H eine friedliche Bleibe unter persischer Hoheit finden. Wer aber in allen jenen Jahrhunderten den Weg in das nähere Arabien nehmen mußte, der geriet in den Bann des arabischen Lebensstiles. Und ebenso wie im modernen Europa die Juden sich gleich den nicht jüdischen Bewohnern der Länder in Parteien' 'organisieren, ebenso organisiertensich die Juden Arabiens gleich den anderen Bewohnern des Landes zu dem, was man dort Stämme nennt, kriegerischen Gemeinschaften, die sich DfllTUai DiV^Xna in Burgen und Gehöften verschanzten und sich gegebenenfalls kräftig zur Wehr setzen konnten. Noch in viel späterer Zeit, als der abenteuernde Eldad der Danite durch Europa zog, um 1050, mag dessen Angabe, einem in arabischer Gegend herumziehenden jüdischen Stamme D a n anzugehören, auf Wahrheit beruht haben; auch kriegerisch organisiert mag dieser Stamm gewesen sein; dennoch gibt es keinen bündigen Beweis dafür, daß dieser jüdische Stamm Dan wirklich zu den 10 Stämmen gehörte, die 722 v. d. übl. Ztr. durch die Assyrer in ferne Gegenden verschleppt worden waren. Das Gleiche mag von dem um 1530 nach Europa verschlagenen angeblichen Stammeskönig David Reubeni gelten; auch er kann wirklich Herr eines in Arabien zu Ansehen gekommenen jüdischen Stammes gewesen sein, der den Namen pilO trug, deshalb aber noch lange nicht zu den b^ÜStf?! f1*ltiW gehört haben muß. Die Juden, die vor Entstehen der mohammedanischen Religion in Arabien gewohnt hatten, führten ihre Einwanderung auf die graueste biblische Vorzeit zurück, — auf David, der auf der Flucht vor Absalom bis Arabien gekommen sein, soll, —■ auf Salomos Expedition nach Ofir (Somali), auf Flüchtlinge den ersten Zerstörung und. auf solche der Barkochba-Zeit. Auch die Histo- Fortsetzung siehe Seite 3«

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