Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1938)
- Date
- 1938-01-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. ^hiii^^^^^^^lfej ■ . \^ Frankfurt a. M. 6. Januar 1938 4. Schebat 5698 I - »Jüaf Das englische Weissbuch ist ersc Anweisungen für die zweite Kommission u. neue Unklarheiten ^^^%^-»?'-*®*#'äa§ «£ .V •*<-** London, 6. Jan. Das Weißbuch, von dem in der jüngsten Nummer an dieser Stelle die Rede war, ist am Dienstag abend als „Botschaft an den scheidenden High Commissioner" erschienen und wird seitdem in der englischen Presse starke und verschiedentlich kommentiert. Die zweite Kommission, : die demnächst zusammengesetzt werden .soll; wird als eine „Technische Kommission" bezeichnet, die die Aufgabe hätte, der Regierung Vorschläge für einen Teiiungsplan im Einzelnen zu unterbreiten. Es wird betont, daß die Regierung wokl "« allgemeinen, nach wie vor zum Peel-Bericht halte, aber eine Verpflichtung tinveränderten Durchführung der Vorschläge n i c h t übernommen habe. Von einem z w a n g smäßig e n "/Bevölkerungsaustausch -wird nicht mehr gesprochen, und es könnte sich auch als notwendig erweisen, der Anregung der Ständigen Mandatskommission, zeitweise •eine Teilung na cjir K antonen oder unter getrennten M'a nd a t e n vorzunehmen, nachzugehen. Mit einer längeren Uebergangszeit sei .auf alle Fälle zu rechnen, da die Vorschläge vom Völkerbundsrate erst genehmigt werden und die anderen technischen Voraussetzungen für die Teilung geschaffen werden müßten. Die große englische Presse sieht zum Teile in diesen Erklärungen ein vorsichtiges Abrücken vom Peel-Bericht und macht darauf aufmerksam, •daß im Weißbuch kauhi, noch von Staat e :i. •sondern nur von „jüdischen und arabischen Gleiteten" die Rede ist. „Daily Telegraph"^ meint, -man könnte aus der Veröffentlichung eine Ablehnung des gesamten Teilungsplanes herauslesen. „Daily Herald" sieht in der Erklärung den Versuch, die Entscheidung solange als möglich hinauszuziehen. i '' Einige Zeitungen weisen darauf hin, daß die in der ersten Regierungserklärung gemachte jFeststellüng „ von der besten und hoffnungsvollsten Lösung" im Weißbuch Weht mehr vorkomme. Fast von allen Blättern Wird der, Passus unterstrichen, wonach, gemäß der Anlegung . der Ständigen Mandatskommission, „die arabischen und jüdischen Gebiete vorübergehend unter einem System der Kantonisierung oder der separaten Mandate verwaltet werden sollten", und dabei auf den Protest der Zionisten gegen jeden Versuch einer kantonalen Einteilung innerhalb eines einzigen Palästinastaates hingewiesen. Auf alle Fälle hält man das Schlupfloch in dem neuen Dokumente für groß genug, um der Regierung freie Hand auch für ganz neue Pläne zu lassen. Die Stellung der britischen Zionisten. Schon einen Tag vor Veröffentlichung des Weißbuches hat die ZionistischeFederat io uvon Großbritannien und Irland unter Vorsitz von Lord M e 1 c h e 11, der Maxquise von Reading und Rev, Perlzweig eine Sitzung abgehalten, die einstimmig folgende Entschließung annahm: •trafc^: „Der ' Zionistische Bund Großbritan^ep«;^|d||| sich unnachgiebig zur Opposition, »gegen }^^^2^3Ung des Palästina-Problems entscUossen^ ^die^^daaacl; trachtet, dem jüdischen Volk .den Staitw|^ln*el|p ernden Minderheit in die s^m^Ib^n^ geben und der jüdischen. Einwanderung ,ünd jüdischen Arbeit in Palästina Beschränkungen^^ erlegen. Der Bund bestätigt erneut' das hi&tansc Recht des jüdischen Volkes auf die E r r. i^c/Jfife^ eines jüdischen Staates in Palä^S'trii und gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daßs?k^ifn|| andere Lösung den Bedürfnissen des jüdisjpei dem Glauben, daßfcbr Volkes entsprechen kann. In tische und jüdische Ideale und InteresseninPalast^ Hand in Hand gehen, würde der.. Zionistischeres Großbritanniens eine Lösung. begrüßen, die deni|5j|||j dischen Staat einen Platz in dem Rähmenwerk'McK^ Britisch Commonwealth geben würde.";- <&^t^jfc&m (Weitere Berichte aus üiid'v'über:;:;I^ld.^^^i siehe auf Seite 8 und 11. Die letzten! richten aus Rumänien befinden sich im spondenzenteil und auf Seite 11.) . Zwei englisch-nichtjüdische Stimmen« ■' .< J - : ■ , I. , .;» In der letz'ten. Zeit sind in London zwei wertvolle Werke angesehener englischer Autoren erschienen, - die dem akut gewordenen Palästina- Problem tief dring ende Untersuchungen widmen und die für die Juden aller Länder ein starkes Interesse bieten. •; Das erste dieser beiden Wetfke hat den schon der Ges c h i ch t e des neuen^'Palästina angehörig eri ehemaligen Gouverneur von Jerusalem, Ron ä 1 d S t d r r s , 'zum Verfasser.*) Es ist eine! umfassende Selbstbiographie, Beginnend mit des Autors; Geburt im Jahtfe 1881 lind schließend mit! dem Ende seiner sechsjährigeni: Amtsperiode als Gouverneur von Cypern im Juni 1932. Heute ist Storrs Gouverneur von Rhodesien. Für einen vorwiegend jüdisch interessierten Leser des Buches läge es nahe, seine ganze Aufmerksamkeit auf diejenigen Teile des umfangreichen Werkes zu konzentrieren, die sich mit Storrs' Tätigkeit im heiligen Lande von 191? bis 1926 befassen, zumal diese palästinensischen Jahre auch dem Verfasser selbst offensichtlich als Höhepunkte, ja als der köstlichste Inhalt seines Lebens erscheinen, deren Schilderung er von vornherein mit dem charakteristischen Motto, aus dem 122. Psalm: ">b D'löisa' *rmatf einleitet;, - -, - . - .8 .v-f.V;',;>'.$5 Dennoch wäre eine solche Beschränk^gl^ö^ gerechtfertigt. Denn man kann Storrs GharaKlfii und sein Wirken in Erez Israel, — das hejfjai „ lieh manche scharfe Kritik und noch mehr Mlßi '' '"" }'"*'" " -* .--^ trauen von jüdischer, insbesondere zip^sjtisp||g^ Seite herausgefordert hat, nür\.-dann vjgerechti würdigen, wenn man seine g a n zi e Entwicklü^gp als Mensch und Verwaltungsbeamter .y.eri^i^jM Ein gegenseitiges Verstehen ist aber für; 'HJeJ ganze Zukunft der jüdisch-englischen Beziehuitip gen, soweit sie Palästina- - berühren,. yjptt^iS6|ßjt^M Bedeutung — das beweist gerade Storrs' B^ch^ mit seiner Ueberfülle von kleinen, aber charak^|i teristischen Zügen, die sowohl die '$rsäckekm^* i . ö *;•.;..!, \. ', ■ -••;»^äfcJ.t-j-'-»s ler unnötiger Mißverständnisse . zwischen Juden und der englischen Beamtenschaft^ Beleuchten, als zum mindesten auch den guten Willen des Autors, die Gegenseite zu ver^^^ stehen. So erzählt er z. B. an einer Stelle seines Buches, wie er jahrelang die Gereiztheit äeajll jüdischen Publikums gegenüber einer harmlosen Karrikierung jüdischer Eigenheiten auf einer / Jerusalemer Bühne nicht begriffen habe, bis ev «|j selber 1935 in Frankreich als Zuschauer eij^r die Engländer verspottenden Satire den gleichen Aerger verspürte, wobei do.cji noch, wie efr hin zufügt, die gesteigerte Empfindlichkeit einer seit Jahrtausenden verfolgten Rasse mit in Rechnungj zu stellen sei. *) Orientations. By Ronald; L o n d o n. 1 9 3 7. Jäor Nicholson son Ltd. 623 Seiten Gr. Okt. Storrs.. & Wat-; Storrs ist der Sohn eines etigiisef liehen. Zu Juden und Judentum hatte mals irgendwelche Beziehungen und A