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Der Israelit · 1937-12-30 · Heft 52 (30.12.1937) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 52 (30.12.1937)
Date
1937-12-30
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seit© 76 ber einmal geirrt, so darf er den Fehler ausradieren, vergessene Buchstaben oder Worte darf er sogar in den Zwischenraum zweier Zeilen über die Stelle des Textes, zu der das Fehlende gehört, schreiben. Ist freilich der G'ttesname verschrieben oder an eine Stelle gesetzt, an die er nicht gehört, so hat der Schreiber vergebliche Arbeit geleistet. Den G'ttesnamen darf er nicht radieren. Er muß jetzt das ganze Blatt beiseite legen und von neuem beginnen. Der Sofer richtet seine Arbeit übrigens so ein, daß jede Zeile mit einem ganzen Wort endet. Komma und Punkt hat der Schreiber der Thorarolle erspart: nichts soll dem G'tteswort hinzugefügt werden, nicht einmal ein Satzzeichen. Um trotzdem die Thora für den Leser einigermaßen übersichtlich zu machen, ist sie in Abschnitte gegliedert. Zwischen den einzelnen Büchern bleibt ein leerer Raum und ebenso dann, wenn dem Sinn nach ein neuer Abschnitt beginnt. Das Material für die Thorarolle ist Leder oder Pergament. Auf jeden Fair muß die Thora auf weißem Material geschrieben sein. Die Tierhaut, die zum Beschreiben verwendet werden soll, darf deshalb nicht gefärbt werden. Auch beschreibt man immer nur eine Seite. Wie die Unterlage weiß, so muß die Tinte schwarz sein. Das Rezept zu dieser Tinte ist uralt: Ruß, Gummi, Honig, Oel und Harz finden Verwendung. Das Schwarz der Tinte darf durch keinen Farbstoff, auch nicht durch Goldstaub geändert werden. Die Tinte soll gleichmäßig und dauerhaft, womöglich auch abwaschbar sein. Schreibrohr, Griffel, Kielfeder oder Stahlfeder darf der Sofer verwenden. Ist der Schreiber mit seiner Arbeit fertig, so werden die einzelnen Blätter sorgfältig zusammengenäht, jedoch ohne zu vergessen, daß oben und unten genügend Raum freigelassen werden muß, um die Thora ohne Beschädigung rollen zu können. Hebräische Zahlzeichen, (Schluß.) Zahlen für sich allein sind schwer zu merken; das beobachtet man oft recht schmerzlich, wenn man eine Geschichtszahl oder eine Haus- oder Telefonnummer in Erinnerung behalten soll. Darum hat man schon seit alten Zeiten versucht, Wege zu finden, auf denen das Zahlengedächtnis unterstützt werden kann, und es hat sich hierfür eine Kunst herausgebildet, die man Mnemotechnik nennt. Ganz ausgezeichnete Dienste leistet hier das hebräische- Zahlensystem, wie wir es kennen gelernt haben. Man versucht, die tote Zahl in einen leicht zu merkenden gedanklichen Begriff umzuwandeln; aus der Zahl wird ein Wort. Ein Bekannter von mir wohnte einst in Hausnummer 6. Ich konnte mir diese Ziffer nie fest merken und war schwankend, ob 6, 7 oder 8. Da dachte ich an das Haus; es hatte ein merkwürdiges dreieckiges Dach — Dach heißt gag, u> hat den Zahlenwert 6. So kenne ich noch jetzt nach 20 Jahren die Nummer jenes Hauses, — ich brauche nur an gag zu denken. Äehnlich ging es bei einem Freunde - von mir; er wohnte in Hausnummer 74. Immer und immer wieder mußte ich ihn danach' fragen und stets wurde er ärgerlich darüber, bis er mir schließlich sagte: „Merke Dir doch endlich diese Nummer." Da kam mir ein Gedankenblitz: „Merke Dir" heißt Hebräisch rr und das bedeutet 74. Ich werde diese Zahl nie vergessen. Solche und ähnliche Beispiele ließen sich noch viele anführen. Und zum Schluß nun etwas zur Unterhaltung. Vielleicht habt Ihr gelegentlich in der Vorstellung eines Zauberkünstlers gehört, wie er eine Reihe von vielen Zahlen, die auf einer Tafel standen, fließend aus dem Gedächtnis heruntersagte, Publikum, das die Tafel mitlas, war starr vor Staü-1 nen über diese Kunst, Und für uns ist es doch so einfach und leicht. Wir haben irgend ein hebräisches.' Stück alle in Erinnerung. Nehmen wir an: 'boruchi sch'omar. Wir sagen unserem Freund, wir wollten ihm eine Reihe von vielen Zahlen diktieren; und sie ihm nach langer Zeit wieder aus dem Gedächtnis hersagen und beginnen: 2 (a)> 200 (-\)> 6 00, 20, 300, 1, 40, 200 usw., 100 Ziffern und noch mehr. Er wird geradezu starr vor Entsetzen dastehen und uns für einen Zauberkünstler halten, wenn wir ihm nach einem Jahre noch die ganze Reihe fehlerlos herunterleiern. Doch Ihr könnt das noch komplizierter und überraschender machen, indem Ihr nicht einzelne Ziffern, sondern ganze Zahlengruppen,) 6-, 7-, 8- und mehrstellig, in dieser Weise diktiert] und zur gegebenen Zeit aus dem Gedächtnis wiederj holt. Hierzu ist nur erforderlich, daß Ihr die Zehner und Hunderter Euch als Einer merkt, also z. B. kaf als 2 und nicht als 20, resch als 2 und nicht als 200,! schin als 3 und nicht als 300, tov als 4 usw. Jetzt diktiert Ihr wortweise; 2262 (boruch), 3142 (sch'omar) 6515 usw. Wenn Ihr diese Hexenkunst noch unbegreiflicher machen wollt, so faßt immer 2 Worte zusammen, wodurch Ihr 10 und noch mehrstellige Zahlen erhaltet. In unserem Falle also beginnt Ihr mit der Zahl 22 623142 (boruch sch'omar) 651557 634 usw. Hoffentlich habt Ihr mich alle verstanden. Ich schließe hiermit und hoffe, daß Ihr manches gelernt habt, wobei ich noch bemerken möchte, daß die genaue Kenntnis des Zahlenwertes sehr viel beiträgt zur gewissenhaft^, Rechtschreibung hebräischer Worte. Str. Auflösung des Silbenrätsel?. AL HANISSIM. j 1. Aguda, 2. Libanon, 3, Haggada, 4. Almemor,] 5. Nebo, 6. Isebel, 7. Samuel, 8. Samech, 9. lsmael, 10. Makkabäer. Richtige Lösungen sandten ein: Joachim König, Gr. Strehlitz O.-S., Nathan Lomnitz, Eiterfeld. Luzi Fertig, Köln; Ida Ehrentreu, Frankfurt a. M,; David Botschko, St. Gallen; „Batja", Gruppe Sulamith, Telsiai (Litauen). j ras?? ^anV^ö "^r* m T (K"£rnff) JE „Was dir verhaßt ist, w Das tue deinem Nächsten nicht!" OH Das bekannte Sprichwort: ((( Was du nicht willst, das man dir tu, ||| Das füg' auch keinem andern zu. /,

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