Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 45 (11.11.1937)
- Date
- 1937-11-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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11. November 1937 De r- I s 1 i t Nr. 45 Seite 7 -herzustellen.»"Alle ■G6mrein*d&angehörigen werden aufgefordert, zu-!e>Jier ltickenfösen Aufstellung der Kartei mitzuwirken. .! - . '--■•Polen. - Um das Hochschul-Ghetto. .!• ■ - ■ ■ "'.. Warschau, 4. Nov. Der Rektor der_ Lemberger Universität, Prof. Wlädislaw Kulczynski, hat, nachdem der Universitätssenät einstimmig seine ablehnende Haltung in der Frage der Einführung von Ghettobänken gebilligt hätte, beschlossen, gegen die nationaldemokratischen Ruhestörer an der Hochschule energisch einzuschreiten. Im Hinblick auf die von den Nationaldemokraten in den letzten Tagen hervorgerufenen Unruhen hat der Rektor die Schließung der Universität bis auf weiteres verfügt. Warschau, 7. Növ; : Der Rektor der Universität Lemberg/ Prof. Kulczynski, will die Frage der .Einführung von Ghettöbänken jetzt durch eine Abstimmung Unter der Studentenschaft entscheiden.. Jeder Student soll erklären, ob er gemeinsam mit den Nationaldemokraten, mit den Juden oder von beiden getrennt sitzen will.. Eine entsprechende- Erklärung ist binnen, vier Tagen im Rektorat abzugeben. Die nationaldemokratischen Studenten haben bereits die Veröffentlichung einer schwarzen Liste derjenigen Studenten angedroht, die "für eine Dreiteilung oder gegen jede Einführung besonderer Sitzplätze stimmen sollten. Sämtliche jüdischen akademischen -Vereinigungen in Lemberg haben beschlossen, die von dem Rektor vorgeschlagene Abstimmung entschieden abzulehnen. Bemerkenswerterweise hat die „Front der zentralen Einheit", eine ukrainische faschistische Organisation, ihre Studentengruppen aufgefordert, gegen das Hochschulghetto und für das Zusammensitzen mit den Juden zu stimmen. In einem nationaldemokratischen^ Flugblatt .wird die. Anordnung des-t-Rektors als Sieg -gefeiert und. ^verlangt,..daß' die Ukrainer gemeinsam mit Juden und getauften Judenäbgesöndef t werden. - ... ' r : :v Frau -PrysWwill ~ Schächtverbö.t in .• Polen;s " herbeiführen.^ <:< '] Warschau, 3. Nov. Zu der bevorstehejnd'en^-ErÖffnungder,.neü§n Sejm- Session wird mitgeteilt/ daß' die Abgeordnete Frau Prystor, die Urheberin des jetzt geltenden Schlachtungsgesetzes, gemeinsam mit anderen Abgeordneten einen Antrag auf vollständiges Verbot Her Schechita einbringen will. Der Antrag soll damit begründet werden, daß das bisherige' Koritihgehtierungsgesetz den Fleischhandel geschädigt habe. Vertreter der größeren jüdischen Gemeinden werden in den nächsten Tagen zusammentreten, um über Maßnahmen zur Abwehr der drohenden Gefähr zu beraten1. Jüdische Winterhilfe in Polen. Fünf zig Großgemeinden halten eine Beratung ab. Warschau, 7. Nov. Im Einvernehmen mit sieben großen-jüdischen Institutionen hat das jüdische Wirtschaftskomitee den Behörden eine Denkschrift überreicht, in -der auf das Mißverhältnis zwischen den bedeutenden Leistungen der jüdischen Bevölkerung für die letzte Winterhilfsaktion und der völlig ungenügenden Berücksichtigung der notleidenden Juden durch die allgemeine Winterhilfe hingewiesen wird. Eine Abordnung wird in dieser Angelegenheit bei der Hauptleitung der Winterhilfe intervenieren. Für die nächsten Tage sind die Vertreter Von fünfzig jüdischen Großgemeindeh zu einer 'Beratung einberufen worden, bei der die Möglichkeiten einer eigenen jüdischen Winterhilfsaktion besprochen werden sollen. . i..." -" •'-: v Luxemburg. Warnung vor Einwanderung nach Luxemburg. Luxe m b u r g , 4. Nov. Der Justizminister des Großherzogtums Luxemburg hat ein Rundschreiben. an die ulokalen < Polizei * behörden erlassen, in dem - die Beschäftigung;von Ausländern,,als.landwirtschaftliche Arbeiter verboten wircl.. Die Bauern werden darauf äufimerksam, gef. macht, daß die Beschäftigung, yon Ausländern; nicht im Interesse , des Landes liegt, untf aufgefordert;, die^ Polizei zuverständigen,'wenn einr Ausländer;um Berschäftigühg' bittet. In dem Rund&9^elben,i wird ierr. ner , erklärt, daß jüdische A>wii^d^ffir'-';nich't'-w 'die' Niederlassung' ijxi.1 Geriet des.. Größherzogjums, in Be7 tracht zfeKen ''sollte», da. <es keine ^Auss^€,ßM,^eschaftigung; giibt.. iD$£e.nigeii, die keine gültigen t^äise besitzenvOyd^? ¥^lasseh 4??'.Lahdes ^ui|;efo^r' wurden,n,wiir!djehr 4ep;brtiert ...werdjen. Die Woche. Berlin. Die Syhägogengemeinde in Liegnitz besteht 125 Jahre. Die jüdische Schule ist seit hundert Jahren vorhanden und die Synagoge seit 90 Jahren. München. Die jetzige Synagoge ..in Speyer wird demnächst ihr 100) ähriges Bestehen feiern. Das Vorhandensein einer, Synagoge in Speyer ist zum ersten Mal für das Jahr 1096 urkundlich bezeugt. Fachgelehrte vertreten die Ansicht, daß die Juden nach Speyer schon sehr früh gekommen seien. Die Israelitische Kultusgemeinde in Heidingsfeld ist durch den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden aufgelöst worden. Mannheim. In einer Sitzung der Gemeindevertretung verabschiedete sich Rabb. Dr. Grünewald als Vorsitzender des Synagogenrates, der er drei Jahre lang geweseD ist. 'Von der Gemeindevertretung wurden ihm für sein Wirken herzliche Dankesworte: zuteil. .Breslau. -Aul einer Beratung des Oberschlesischen Synagogengemeinde-Verbahdes, die in Gleiwitz stattfand, würde beschlossen, in K r e u z b u r g' eine j ü - dische Bezirksvolksschule für die Orte Kreuzbufg, Rodenberg, Guttenta^, Landsberg, Pitschen und Konstadt zu begründen. Sobald die Auswahl des Lehrer getroffen ist, wird die Schule eröffnet werden. Warschau. Nach der letzten offiziellen -Statistik haben vori den drei Millionen Juden in Polen über zwei Millionen Hebräisch oder Jüdisch als ihre Muttersprache angegeben. Lodz. Das „Bes Jaakauw-Journal" sieht auf sein I5jähriges Bestehen zurück. Die von Friedsohn vortrefflich geleitete Monatsschrift hat viel zur Verbreitung des Aguda- und Bes Jäakäuw-Gedarikens beigetragen. Paris. Präsident Lebrun hat den Stand der Gesellschaft ORT im Internationalen Pavillon der Pariser Weltausstellung besucht. In der Begleitung des Präsidenten befanden sich außer den Persönlichkeiten seines Gefolges die Mitglieder der Ausstellungsleitung. London. Die jemenitischen Juden in Sana, /der Hauptstadt Jemens, haben, wie JPB. f berichtet, den Plan des Judenstaates wie das Nahen des Messias begrüßt und "mit Jubel, Sang und Tanz in der Judengasse gefeiert. — Am 15. November eröffnet die -Ha bim a im Londoner Savoy- Theater ein Gastspiel. Fünfundzwanzig Stücke sind zur Aufführung vorgesehen, darunter auch der „DybükM, „Uriel Acosta" „Der Golem" und „Der ewige Jude", die in London schon beim letzten Gastspiel im Jäbre 1931 aufgeführt worden sind. — Oberstleutnant Hutchison, der Führer einer judenfeindlichen Gruppe, gegen den Oberstleutnant Frederick Herman K i s c h eine_ Klage wegen Verleumdung eingebracht hatte, hat die gegen Kisch erhobenen Beschuldigungen bedingungslos zurückgezogen und ihm Abbitte geleistet. Rom. Der Professor der mathematischen Logik an der Universität Genua, Alessandro P a d o a , ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Prof. Padoa hat sich auch im jüdischen öffentlichen Leben eifrig betätigt. Jerusalem, Das "Zionistische Ehrengericht hat im Sinne des Statuts1 den Vorsitzenden der 1 Judenstaatspartei,r Meir G r o ß m an/ wegen Veröffentlichung1 eines Dokumentes über die Verhandlungen Weizmanns mit Kolbnieri-; minister Ormsby-Gore von seinem Amte als Mitglied des Aktions-Komitees und Fräsident des - Kleinen Aktions-Komitees bis auf weiteres s us p e n d ie r t. —••' T o s cai niniV' der^am 7. November in Palästina ■eintreffen sollte, um ein Konzert des Huberman'schen- -Symphonie-Orchesters zu di-" rigieren, hat telegraphisch mitgeteilt, daß er mit Rücksicht auf seine Verpflichtungen in Amerika -genötigt sei, seinen Besuch bis zum 20. März zu verschieben. Tel AwiWs Die Gesellschaft zur Förderung He* .'jüdischen S^eiä6rf?H3eb(ttlütf''vhätv beschlös- ' iin, eines:-;iKrer Schiffe .nach. Avin^am Yellift' ^*zti,•be1^n^e(n,2!•'deI,l für1 die, Entwicklung der - jüdis^cheü^ rländeismarine großes Interesse bekundet hat. New York] Der Richter am New Yorker Obersten Gerichtshof, Aron J. L e^v.y-, h&t einenBetrag^von ,5000 Dol- , lai: zur- ^Errkhtung eines., .H,eims f ifc. a u. $ i;. M, e x j k o.,',.|f ejjlm c h UeTtß k a t ^p l i - - 4".jPTije.,sjt ejrf: ttn .N an n e n> #ber-r,. ...g§ben&ii:/j..-.7y>. / ..-v-r',»? Vuu»} uu-i». a '^s.- WWW England. Eine Stimme der italienischen Regierung. London, 8. Nov. Auf Einladung der italienischen Botschaft in London hatte H. A, Goodman, der politische Sekretär der Agudas Jisroel, Gelegenheit, dort Informationen über die Agudas Jisroel und die Kenessio Gedaulo zu geben. Der Vertreter der Botschaft erklärte, daß die Regierung in Rom starkes Interesse an der Weltorganisation nehme, die religiöse und antikommunistische Tendenzen verfolgt. Bei dieser Gelegenheit erörterte Mr. Goodman eingehend die jüdische Lage in der Welt. Der Vertreter der Botschaft erklärte, daß Italien von der bisher eingehaltenen Linie der Gleichberechtigung aller Bürger nicht abzuweichen gedenke. Der Zwischenfall in Tripolis, so sagte der itaienische Regierungsvertreter, sei eine lokale Entgleisung gewesen, und es sei dafür gesorgt, daß sich Derartiges nicht mehr wiederholt. (JPB.) .... Kein Paktieren, mit den Terroristen. Erklärung Ormsby-Gore im Unterhaus. London, 3. Nov. In der Unterhaussitzung vom 3. November erklärte Kolonienminister Ormsby-Gore, die Regierung sei entschlossen, den in Palästina jetzt eingeschlagenen scharfen Kurs zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung einzuhalten. Sie werde ihre Haltung gegenüber dem Obersten Arabischen Komitee, das für die Unruhen moralisch verantwortlich sei, nicht ändern. Auf eine weitere Anfrage des Abgeordneten William Gallacher erwiderte der Kolonienminister, die gegen den Jerusalemer Großmufti und die übrigen Mitglieder, des Obersten Arabischen Komitees unternommene Aktion sei die direkte Folge der Mordtaten und Terroranschläge gewesen, die seit September besonders intensiv waren, und zu der Ermordung des Distriktskommissars von Galiläa, Louis Andrews, und des britischen Polizisten McEwen beim Verlassen der Kirche von Nazareth geführt haben. Es sei die Ansicht der Regierung, daß die Tätigkeit des Obersten Arabischen Komitees die Aufrechter« haltung von Ruhe und Ordnung in Palästina gehindert hat und daß dieses Komitee für die im Lande begangenen Verbrechen verantwortlich zu machen sei. Die Regierung, fuhr Minister Ormsby-Gore fort, habe im Laufe eines ganzen Jahres außerordentliche "Nachsicht gegenüber der Welle von Mord, Verbrechen und . Aufstand gezeigt, die über Palästina gegangen ist. Im Lichte der Tatsachen sei die Regierung zu der Schlußfolgerung gekommen, daß die nachsichtige Haltung gegenüber den Trägern des Terrors von diesem als Anzeichen der Schwäche der Regierung gedeutet wurde. Darum müsse die Herrschaft von Ruhe und Ordnung in Palästina wiederhergestellt werden, wenn das Leben der gemäßigten Araber und der Juden gesichert werden soll. Gefallenen-Gedenkfeier der jüdischen Frontsoldaten Englands. London, 7. Nov. Tausende jüdische Frontsoldaten aus ganz England versammelten sich am 7. November in London zu ihrer jährlichen Waffenstillstands- und Gefallenengedenkfeier. Auf dem Horse Guards Paradefeld fand ein Fel.dg'ttesdienst unter der Leitung des Oberrabbiner des Britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz, und des Militäroberrabbiners, Dajan M. G o 11 o p , statt. Die Abteilungen des jüdischen Kriegsteilnehmerverbandes waren mit ihren Fahnen aufmarschiert und bildeten ein Karree. Abordnungen des Allgemeinen Englischen Kriegsteilnehmerverbandes und Vertreter der Britischen Armee wohnten der Feier, bei. Die Abteilungen wurden von dem früheren Generalgouverneur von Südafrika, Earl of Athlone (früher Prinz Alexander , von Teck) inspiziert. Nach dem G'ttesdien&t zogen die mehrere tausend Mann starken Abteilungen unter Vorantritt einer Kapelle der Schottischen Garde, geschlossen zum Grabmal des Unbekannten Soldaten, . wo von zwei Inhabern des Victoria-Kreuzes, Leonard Keysor und Jack White, Kränze niedergelegt wurden. Den Abschluß der Waffenstillstandsfeier bildete ein K a m.e r a d seh af t sTr elf en , bei dem die Redher auch. der hunderttausende jüdischer. Frontsoldaten . gedachten, die in den Heeren der übrigen Mächte inx Weltkrieg gefallen sind. Qriechenland.; Wöhlfahrts-Etat der jüdischen Gemeinden Griechenlands jw Mäßnahmen .der ■-. Pop- '>••'•• , .rtegieriing entlastet.; ' ut<so>;;; '• - Athen, 7. Nov."' Die neüeri Mäßnahmen der Griechischen Regierung auf dem Gebiet der Sozialfürsorge durften zu