Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 44 (4.11.1937)
- Date
- 1937-11-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Nr. 44 Der I s r a e 1 i t 4. November. 1937, . . . jjt;:»; destens 5 Lst. monatlich erfordern. In den genannfene- Summen ist das Gehalt der Leiterin mit< einbegrifs|ö 3. Zur Aufrechterhaltung der drei einzigen, reii giösen, bestehenden Beth Jacob-Kindertagesheime (M'on jom) in Jerusalem, Tel Awiw und Haifa sind unbedingt pro Heim 10 Lst. Zuschuß erforderlich 4, Eine Keren Hakamath-Habajith Darlehenskasse zu gründen, die jungen Leuten durch ein einmaliges Darlehen die Hausstandsgründung, ermöglicht. Ebenfalls sollen aus dieser Kasse arbeitslosen jungen Mädchen, speziell in den Stadtkibbuzim, Darlehen gegeben werden. ,5. Zur Anbahnung der unbedingt notwendigen Berufsausbildung der Mädchen sollen vorläufig Abendkurse eingerichtet werden; das Ziel muß sein, Gründung eines Lehrerinnenseminars und einer Be rufsfachschule. Zur .hauswirtschaftlichen Berufgaus bildung müssen Möglichkeiten sofort geschaffen werden. Sämtliche hierfür gesammelten Gelder müssen an Frau Lewenstein, Tel Awiw, geschickt werden. Fraü Lewenstein ist verpflichtet, sich ein Gremium von drei oder fünf Damen zu schaffen, dem die Verteilung des Geldes obliegt. Institutionen, die von der Frauenorganisation Gelder bekommen, müssen regelmäßige Subventionen, die sie vom K. H. bekommen, in Abrechnung bringen. Es wird beschlossen, die Durchführung der Anträge 1 und 2 sofort in Angriff zu nehmen. Die übrigen Anträge sind im Prinzip angenommen; ihre Durchführung ist erst nach längerer finanzieller Vorbereitung möglich. ' Es wird beantragt und beschlossen, daß in allen Ländern zwei allgemeine „Organisationstage" eingerichtet werden, die nur der Sammlung vott Geldern dienen sollen, welche jeweilig abwechselnd „Erez Jisroel" und den anderen Fonds zufließen. Anträge der Wiener Mädchengruppe. Die Wiener Mädchengruppe beantragt Entsendung einer jüdisch und profan gebildeten Kraft, die für die Organisation wirkt und der bestehenden Gruppe zum geistigen Führer wird. Für ein Jahr müßte die Organisation die Erhaltung tragen. . ... Begründung: Seitdem Dr. Pinchas Kohn, später Dr.' Deutschländer s. A. nicht mehr dort sind, fehlt s die Persönlichkeit des Hirsch'sciien jüdischen Führer-Ideals. \ Anträge y^on Delegierten, Es wird beäntragt, gruppenweisen Austausch von Ferienkindern zwischen den einzelnen Ländern durchzuführen zwecks gegenseitigen Kennenlernens' und besseren Verstehens. Eine Befruchtung der Erziehungsarbeit in den "'einzelnen Ländern wird dadurch erzielt werden. S»- Anträge der E r z i e Ü%n gs-Kommission. 1. Zwecks Annäherung und*-ej,ner stärkeren Vep»' bi r ^unt? der einzelnen Jugendlichen "der verschiedene ri L^,d;e*.> wird* "TtiVgescmagenj,: so weit "'e$»»dte poli- ' Ii'?che Lage erlaubt, eine Austaus.Qh»Äk'tiorieinzufühi cn. Dieser Austauschr von Jugendlichen soll, falls die Möglichkeit dafqr'', vorhanden ist, auch Berufs- Ausbildüngen ermöglichen. 'Verantwortlich für diesen Austausch sind,/die Bünde und die Beth Jacob- Seminare. / 2. Zweqks weitmöglichster Orientierung der verschiedenen Erziehungsprobleme der einzelnen Länder zum Kennenlernen ihrer Presse und der jeweiligen 'neuen Literatur-Erscheinungen soll ein allgemeines Merkblatt herausgegeben werden, das an die neugegründeten Erziehungszentren jedes Landes ge- , richtet wird. An diesem Merkblatt muß jedes Land mitarbeiten. 3. Die Aguda-Gruppe in Sigith verlangt eine Propagandakraft, die in den. verschiedenen Städten Gruppen einrichtet und die bestehenden Gruppen neu belebt, wie in den anderen Städten. 4. Die Erziehungskommission verlangt Einrichtung von Fachkursen, Nähkursen usw., ferner Förderung i der bestehenden Seminare und Mädchen-Wohnhäuser. 5. Es müssen Propagandareisen stattfinden. Die einzelnen Städte müssen für das Retourbillet, Kost und Quartier aufkommen. Esosollen in allen Gruppen der einzelnen Städte, von der obersten Leitung der Frauen- und Mädchengruppen Verkäufe von selbst verfertigten Handarbeiten für Beth Jacob organisiert werden. Sie sollen möglichst preiswert in kleineren oder größeren Bazaren verkauft werden. . Man fördere die Ausbildung von Säuglingsschwestern. Es herrscht ein großer Mangel an gut ausgebildeten Säuglingsschwestern, die man in orthodoxen, agudistischen Kreisen sicher vorziehen würde. Die Fachausbildungen von Mädchen, welche zur Alijah gehen wollen, müssen gefördert werden. Eine dreijährige Fachausbildung ist nötig, damit die Mädchen in den Kibbuzim Küchenarbeit und Hausarbeit : gut verstehen, und als Kindergärtnerinnen oder Schneiderinnen auf . Außenarbeit gehen können. Die Beth Jacob-Lehrerinnen haben sich zu aktiver Mitarbeit bei der agudistischen Frauenorgahisation sowohl auf ideologischem als auch organisatorischem Gebiet zu verpflichten. •'*«"•' -I A n t.r a g "d e r' M ä d c h e n g t upp e i/o n djo n. Wir fordern eine Kraft, welche die Mädchen bei uns in der Aguda organisiert, eine Beth Jacob-Schule gründet, und eine Hachscharah . einrichtet für Mädchen, die nach Erez Israel wollen. Anträge ider Finanzkommission, Laut Beschluß des Frauen-Kongresses ist die Fi nanz-Verwaltung der Organisation vollkommen selbständig. Die Leitung ist ' die Finanzkommission in Bratislava unter Vorsitz der Damen Frau Oberrabbiner Schreiber und Frau Julie Sternfeld dortselbst. Zwecks einer gesunden Finanzierung wird bean tragt, daß die Gelder auf möglichst breiter Basis durch kleine Spenden aller Agu^istinnen ständigem unsere Fonds fließen. 1. G r o s c h e n s a m m 1 u n g« Dieselbe soll darin bestehen, daß in allen Ländern nach Angabe der zuständigen Landesfrauenorganisation ein Minimal beitrag pro Tag und Kopf abgeführt wird. Diese Bei träge sollen durch ein Kind des Hauses (bei kinderlosen Familien durch die Hausfrau selbst) jeden Rauschchaudesch der zuständigen Sammelstelle zugeführt werden. Es wird beantragt, für die Kinder entweder durch die Schule oder in anderer Form kleine Preise für die zuverlässigste Erledigung auszusetzen. ^Mitgliedsbeiträge. Alle organisierten Mitglieder der agudistischen Frauenorganisation, haben einen Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Derselbe wird von den Gruppen erhoben. Jede Landes-Frauenorgänisation hat die Höhe der tragbaren Abgabe fest; zusetzen. ' Die Verteilung auf Gruppe, Landesverband und Zentrale wird durch die Leitung und den erweiterten Vorstand gemeinsam festgesetzt. 3. Zwei Tage der Organisation. Zwei noch zu bestimmende Tage im Jahr werden als Sammeltage für die Organisation bestimmt. Ueber die Verteilung dieser Gelder werden gemäß des Ermächtigurigsantrages durch Leitung und erweiterten Vorstand gemeinsam Bestimmungen vorgenommen. Die vorliegenden Anträge bilden die Grundlage für die Bestimmung der Gelder. 4. Die Zentrale gibt eine Einheits-Ab- 1 ö s u n g s k a r t e für alle Zwecke des gesellschaftlichen Lebens heraus. Dieselbe soll dazu dienen, einen Teil des. gedachten Geschenkbetrages zu Gunsten der,. Organisation abzulösen. Frau Adele Weiß, Nitra läßt diese Karten entwerfen und herstellen. Hierzu Bemerkungen der Leitung: Antrag V ist durch Antrag XIV, 2 übernommen. Die •'Frauenorganisation will, um sich " in der. Oefferitlichkeit!'d^s größtmöglichste Vertrau^'"für ihre Fi- .nanzverwjältuflg, zu sichern, im' Gegensatz zu der sonst-bei Organisationen-".üblichen Methode: den Versu'c.h--'machen, die gesammelten Gelder; phjie /Abzug iiir die allgemeinen Organisationskos'feri, ihrem-- sozialen Endzweck zuführen. Deshalb müssen wir,: unseren Organisationsapparat" aus direkten-' Quellen speisen, und es wird allen Gruppen-''tind Lahdesleitern zur Pflicht gemacht, unverzüglich und gewissenhaft die Durchführung von XIV, 2, 3, 4 in allen Gruppen durchzuführen. Wegen der Devisenbeschränkungen der Tschechoslovakei werden die Gelder über Postscheckkonto Mme. Flora Rothschild, Brüssel Nr. 360393 geleitet und unter Kontrolle des Finanzkömitees in Bratislava ausgegeben. Das Finanzkomitee wird sich durch Mitglieder in allen angeschlossenen Ländern ergänzen, welche die Beschaffung der Finanzen für die vielen Aufgaben der agudistischen Frauenorganisation in Erez Israel und der Gölah vornehmen sollen. ■ ' , ' Es soll unverzüglich, wo dies noch nicht-geschehen ist, an )edem Ort eine Versammlung einberufen werden, wo vom Frauenkongreß berichtet wird, um diese erste Aufgabe der Organisation mit der nötigen Werbekraft populär zu machen. Hat diese. Versammlung schon stattgefunden, wähle man eine ändere passende Veranstaltung. Es sollen ferner die auf dem Kongreß gehaltenen Referate zu einem bescheidenen Mindestbeitrag nach der .Reihe: bei einer jeden Veranstaltung an die Mitglieder /verkauft werden, welche damit den Grundstock unserer eigenen* Literatur anlegen sollen/ Die Referate, werden zürn Teil zum Besten der Einrichtung, die sie zum Gegenstand haben, verkauft werden. Das Geld ist separat an das; aufgegebene Konto monatlich mit Angabe der Bestimmung abzuführen. Zu Nr. 1 . wird vorgeschlagen, daß für diese Aktion zwei Damen gewählt werden, die eine als Kassiererin, die andere als Revisorin. Letztere hat nicht nur die Aufgabe, die Bücher nach- _ zusehen, sondern soll gleich persönlich interpellieren, wenn eine FamiHe das Geld mangelhaft odernicht zur richtigen Zeit abliefert. - Jede Hausfrau soll es sich zur heiligen Aufgabe machen, ein Kind oder mehrere abwechselnd, öder wenn keine vorhanden sind, ein erwachsenes .jFamilienmitglied zur täglichen Einkassierung anzueifern, welche darin besteht, daß so viele :;d<fer'',.kleinsten Münzen; des Landes gesammelt werden, Wie Fami- < lienmitglieder vorhandei" sind. ■ / . ' ■!- ' Das Kind soll am Rauschchaudesch ein .Stückchen Schokolade- oder. :dergl.. von der Kassiererin > ist hallten, um immer neuVangespornt, zu werden. . : Die Leitung nimmt heue Anregungen #id;Vor- ' schläge zu Verbesserurigen gerne entgegen;,-- Begrüßungsabend, für die amerikanischen ^Delegierten v ■ zur Kenessio Gedaulo, ~ ' New York JC i t y, 18. ,Okt. Im überfüllten'Bankettsaal des Hotels Pennsylvania in New'' York => fand ' gestern.- der - Begrüßungs-- vabend der amerikanischen agudistischen Jugendorganisation für die Delegierten zur K,: G. statt. Der schöne Rähmen. trug zur Erhöhung ..der erwartungsvollen Stimmung der vielen, vielen Hunderte von Menschen bei, die sich längst vor Beginn der Versammlung eingefunden hätten. Die- Anwesenden erhoben sich spontan, als kurz nach 8 Uhr die Delegierten den Saal betraten. Nach einigen einleitenden Worten des Rabbiners der Gemeinde Elizabeth;'N. J,, Rabb. T e i t z , eines Schülers der. Telser Jeschiwoh, der den Abend jn ausgezeichneter Weise leitete, er-, griff zunächst ein Mitglied der Zeirim das Wort; um in begeisteretn Worten darzulegen, wie sehr sich die orthodoxe Jugend Amerikas darnach sehnt, die Worte .der Gedaule Hadaur zu vernehmen, die dieser Jugend immer Richtschnur ihres Handelns sein werden. Die Reihe der eigentlichen Referenten nahm dann mit dem durch seine Propagandatätigkeit im Interesse des religiösen Schulwerks Erez Jisröels in weiten Kreisen Amerikas ■• bekannten Rabb. G r o n e r m a n n ihren Anfang. Der Redner verglich die dritte Kenessio Gedaulo mit den vorhergegangenen und ging dann bei seiner Berichterstattung speziellauf 'die Erez JisroeUProbleme und auf die Jüdischen Verhältnisse -iii Amerika ein.. Mit einem wahren Beifallssturm wurde dann der junge Rechtsanwalt Isa'ac S/t r;'a h 1 begrüßt, der kurz vor seiner Abreise zur K. G. nach siebenjähriger Tätigkeit sein Amt als Präsidentder amerikanischen Jugendorganisation trotz aller - Bitten um ein Verbleiben niedergelegt hatte. Strahl, derals einziger Redner sich der -englischen Spräche...bediente, .gab in seinem/ Referat außer'dem sachlichen .Bericht ein ausgezeichnetes und wirkungsvolles' Bild von dem ganzen Ablauf der Kenessio und eine anschauliche Schilderung der jüdischen Verhältnisse in den auf der Reise von ihm besuchten Ländern. Ein Höhepunkt des Abends war erreicht, als Strahl in feierlicher Form den Versammelten als Repräsentanten der vielen Zehntausende von orthodoxen Juden Amerikas die Entscheidung des Rabbinischen Rates in der Frage des jüdischen Staates zur Kerininis brachte. In tiefer Ergriffenheit wurde die Aufforderung angehört, keine Lösung zuzulassen,■ die mit. den Grundsätzen dieser Proklamation nicht in Einklang steht.: Nachdem auch ^Strahl wie /die»; änderen Redner energisch gegen : den Boykott-der amerikanischen englischen und jiddischen Presse / gegenüber der...Keriessio Gedaulo Protest eingelegt hatte und die wenifj^ju, geta als tendenziöse Entstellungen gebrandiharkt hatte,, nahm Rabbitier P a t.d "6 s aus Chicago das Wort. Raw'. Pardes, der •tri" seiner in hebräischer Sprache erscheinenden. Mor natsschrift .jHapardes" bereits ausführliche 'Schilderungen und Auszüge aus .auf der K. G. ..gehaltenen Referaten gebracht '}hatte,/ sagte; aniet dem, Beifall der Versammlung zu, auch ■. .weiterhin.sich;; in "den Dienst der Agudaarbeit zu; steilem; .Wieder^ würde-; die kurze Pause zwischen. clen Referatendurchweine;; musikalische Einlage ausgefüllt.. Darin erhoben^sich die Anwesenden nochmals, als derHauptredner/^ Abends, Raw ..Silver aus Cincinnatti; vor .das; Red- jierpult trat. Raw S i 1 v;ei.r Enrehpräsiä^ maliger Präsident der amerikanischen ^ortjkoäoxen RäbbinerVereiriigung, erzählte... von r seinem /'der TC. G. unmittelbar vorangegangenen Besuch., bei seinem großen Lehrer : R. ..Ghaim Oser Grpdzenski und betonte ganz besonders, daß die unbedingte Autorität dieses Größten "aller Zeitgenossen an keine bestimmten Grenzen gebunden sei und daß sein Wort in Amerika ebenso unumstößlich mäßgebend Sei, wie jenseits des Meeres. In bilderreicher und. auch des Huriiors nicht entbehrender Rede brachte Rabbi- Silver dann eine Gegenüberstellung der jüdischen Verhältnisse in Amerika-.und'.in EurppaT.^um.jdann auf .die sieh daraus er^eb^nd^ttUNoty rungeri einzugehen.. ihkbesondere . wur;de "dabei ^.hervorgehoben,?.; daß- 1 eine Amerikadelegaiion'; j aus t;Erez ^Jisroel oder Europa nur yön Weft; sei, wenn, sie sich aus hervorragenden .Talmide Ghachomim und Gieaune Hadaur zusammensetze; Redner, Organisatoren, bekannte' Wirtschaftsführer oder -f Wissenschaftler;, besitze Amerika' 'selbst -in" genügendem/Mäße. Andererseits-: sei :der 'Boden dri den USA. besonders günstig. Tausende und^ Abertausende warteten auf das Wort der Thora. und der weitaus größte Teil der amerikanischen Orthodoxie sei noch von gar keiner jüdischen Organisation öder Partei erfaßt worden. Zum Schluß mächte Raw Silver die Mitteilung, daß er sich; zunächst, der Schaffung einer agudistischen Organisation "unterTden orthodoxen Rabbinern "Ariierikas widmen wolle.; ■•;.-.■•.■"..' ' Viele Stunden waren die Versammelten mit; gespanntester Aufmerksamkeit den Berichten der Redner und ihren Aufforderungen zu;-gesteigerter -Tätjigkeit gefolgt, als./die Veranstaltung eine Stunde nach MitWnacht .^uriter; ini;; modernen'[.Wölkenkratzerhotel vielleicht etwas/Jungewohnt .anmutendeh chassidischen Gesängen :ihf.,;Ende^faridi/ :v\•' -/i!•.!-/r*:/^; : ,i.Der Begrüßürigsäbend bildete feinen /schönen: Aüftakt; zum; Beginn der hiesigen: Wintersaison,; der bereits 'änel. Steigerung;<»agudi marichen Arbeitsgebieten? .'brachte. .• . V ' \