Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 43 (28.10.1937)
- Date
- 1937-10-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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AO.v viviouer..;. l^p/.-.-v ^.>?^i^.fV:'«>^^^'.-::Tf8'*r' 1 i t Nr. 43 Seite 11 Hamburg, 26. Okt. Am 1; November werden es 25 Jahre, daß Herr Kallmann R o t-h sc h 11 d in den Lehrkörper der"Talmud Thora-Realschüle in Hamburg eingetretenist; Herr Kal^mann Rothschild, ein Schüler des Kölner Semindrs'l^hät.^Wälirend seiner. Tätigkeit axi > der Talmud » Thora-Reälschule ah der staatlichen;;^ in Hamburg sein Zeichen- Werkl£hj!e£-Examen gemacht^ Dieser Name, Kallmann RothschilHj isiT durch ^feirie große Zahl von Schülern und Schülerinnen in der "ganzen jüdischen Welt be-- kannt ^geworden. . In . unermüdlicher, durch schöpferische, Kräfte, .gespeister„Arbeit, hat dieser geniale Lehrer'.'-rein neuartiges; Programm für künstlerische und handwerkliche 'Emehungsarbeit aufgestellt und in der ^Praxis verwirklicht/ Die>Schulen, an welchen Herr Rothschild wirkte;; er arbeitete nebenamt lieh am früheren Israelitischen Mädchenlyzeum: in der Bieberstraße, und seit dessen Schließung an der Mädchenschule der Gemeinde — verdanken diesem Mitarbeiter einen pädagogischen Ideenreichtum und die -Weisung ganz neuer Auf gabenkr eise auf den Gebieten handwerklicher und kunstgewerblicher Ausbildung, aweiche rechtzeitig zum iSegen ganzer Schü- ^efgene^^tjpnen^^Qwprden. ist. Er hat die Notwendig" keit':h^^erklicJier;^ im Interesse der Ber^f|u rechtzeitig, " erkannt, ' und die erforderlichen 'Ausbildungsmöglichkeiteri dazu ^würden, durch seine Initiative geschaffen. Er hat einen neuen Typ jüdischer Handarbeiter richtunggebend, — auch als Berater nach der Schulzeit —V geholfen, sich unter neuen Lebensbedingungen den Weg in eine bisher unter deutschen Juden kaum gekannten Erwerbswelt in Heimat vfid Fremde erfolgreich zu bahnen. Sein Wunsch, eine neue jüdische Volkskunst zu schaffen, hat ihm die Pfade gewiesen. Indem er /seine begeisterten Schüler und Schülerinnen an sicherer Hand durch die Kunst der gesamten Menschheit führte; bereitete,, er ihre Augen und ihre Hände und ihren Geschmack vor für die Neuschaffung einer jüdischen Volkskunst. Seine Arbeit galt sowohl dem einzelnen Schüler wie der jüdischen Gesamtheit. Die Saaten dieser liebevollen Berufsarbeit gehen bereits in allen vier Erdteilen auf, und ganz besonders in Erez Israel lassen sich die starken Einflüsse seiner*Erziehung füi» den Kenner deutlich erkennen. Viel Wertvolles ist noch von diesem jugendlich gebliebenen Erzieher zu erwarten, dessen Manuskripte als Ergebnis fleißiger Arbeit bereits äls Geschenke des Jubilars an seine Mitwelt bereit liegen. Wir wünschen ihm weiter ein gesegnetes Wirken. Tann, 18. Okt. . -Ganz unerwartet ist unser Kultusvorsteher, Isidor J ii'n g s t e r , im 56. Lebensjahre von; uns gegangen. Die ganze Gemeinde beweint jn dem Verstorbenen einen höchst wertvollen Menschen, der sich bis zum letzten für seine Gemeinde eingesetzt hat.; -.Nichts lag ihm mehr , äin Herzen, als solange es eben geht, diese alte n^flp zu erhalten, zu erhalten mit \>M und echt jüdischem 'Gemeindeleben. Er selbst, der mit feinem ntMn begabt war. half immer, den G'ttesdienstwürdig auszugestalten. Seine Melodien , erfreuten ..die; Gemeinde; noch am letzten TiSS Di» , Mit seiner Li>ejbe zür( .jüdischen Ge-. meinschäft war e'r uns stets ein Vörbild,; dem nach-, zueifern 'wir-uns alle zum 5Vorsatz genommen (haben. Sein Streben wird .uns Vermächtnis sein.-Seine Kinder in Tel Awiw und New York owerden-ihren Trost darin finden, das Andenken .des .Vaters, hochzuhalten, n-asan 0 Die Frankfurter Woche. --u*>*;-x >r- ■. ■"" . .Agud^s^J^srflel-Jugendgrüppei * <l :t?j Die nunmehr" unter veränderter Zusaöiasensietzü'n^1 ins Herbst- und Wintersemester eintretende Leitung der Jugendgruppe versendet an ihre Mitglieder und Freunde einen Fragebogen. Die . Leitung der Jugend- ' gruppe will damit nach Möglichkeit allen .speziellen Wünschen der Mitglieder hinsichtlich de^.,Programms' . Rechnung tragen und damit den Kursen und Zirkeln von vornhereineine, stabile: Beteiligung sichern. Vorgesehen ist ein Geschichtszyklus (wahrscheinlich in swei Abteilungen], Auswanderungsfragen hauptsächlich vom praktischen Gesichtspunkt aus, wenn auch die theoretischen Grundlagen . der Kenntnis fremder Länder bestmöglich, berücksichtigt werden sollen. — Durch Veranstaltung von,; Rausch^-chaudesch-Zusammenkünften und S'udohr.Schlischis-rNachmittag.en soll der gemütliche Teil', gegflegt. werden. . , ... Anmeldungen' für;die regelmäßige Abhaltung .eines Sprachkursus' in'-'der''englischen' Sprache für.Fortgeschrittene werden in: der auf Montag, deh l'. 'NöVem1'" ber, 20.30 Uhr, in der Schwanenstr>t.l2 .^Heimji'i an-; beraumten Besprechung angenommen, ,! •■.,-! .., Telefonische Auskünfte beim Vorsitzenden,. Hartog HartogsohnT (Tel; -43194 L. 0. der A. J.), nur zwischen;16 und 17 Uhr. ■ ■■ v Vortrag im Jüdischen Zeritralyerein. 1 In einem Vortragsabend des Jüdischen Centrai- Vereins Frankfurt a. M. sprach-Rechtsanwalt Dr. Kurt Alexander, Vorsitzender der Gemeinde Krefeld, Mitglied des Präsidialausschusses. der Reichsvertre . tung und stellvertretender Vorsitzender des Jüdischen Genträl-Vereins, über das Thema „Unser An teil an der jüdischen. ^Arbeit in Deutschland". Ausgehend von der Darstellung der Reichsver tretung und ihres Aufbaues, deren Bildung insbesondere auf Bemühungen des Jüdischen Central-Verein ■zurückzuführen "ist, schilderte der Redner in ein (dringlicher Weise die jüdische, Arbeit auf sozialem; seelischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet;für " dier die Reichsvertretung - Richtlinien und Anlegungen;gibt. I Neben dieser allgemein planenden Arbeit der iReichsvertretung obliegt, die Eihzelarbeit den jüdischen Gemeinden- und den jüdischen Organisationen Während die jüdische Gemeinde früher lediglich der Pflege der Religionsausübung, diente,; ist sie heute wieder Mittelpunkt des gesamten jüdischen Lebens geworden. „ Auch den jüdischen Organisationen kommt heute eine höhere Aufgabe zu. Hatten sie früher die Vertretung bestimmter Riehtungen innerhalb der jü dischen Gemeinschaft zum Ziele, so dienen sie heute im Rahmen des ihnen von der Reichsvertretung übertragenen Pflichterikreises der 'jüdischen Allgemeinheit. In dieser Arbeit der Stützung und" Förderung jü discher Menschen ist der Jüdische Centrai-Verein nicht "hinwegzudenken. Seine Sorge gilt der Betreu ung der wandernden "wie der bleibenden Juden in Deutschland., Welches Interesse der C. V. der Wanderung entgegenbringt, möge daraus erleuchten, daß durch seine Mithilfe das Auswanderer-Lehrgut Groß- Breesen und die Ludwig Tietz-Werkstätte in Jagur geschaffen wurde,. welche nach dem verstorbenen stellvertretenden Vorsitzenden des C. V. benannt ist. Mit dem Appell zur tätigen Mithilfe am" C. V., und damit auch an der Reichsvertretung, schloß der Redner seine von einem zahlreichen Publikum — Gemeindevorstand, * Gemeindevertretung und viele jüdische Organisationen hatten Vertreter entsandt — seine Ausführungen. Ein Siebzigjähriger in Rödelheim. Am Sabbat *iV "f? nsna beging unser ^bewährtes Gemeindemitglied, Herr Hermann Hammel, seinen 70. Geburtstag, Schon in frühester Jugend spürte er den Drang, sich der nVnp eng anzuschmiegen. An Caw >ttttK wie Moses und Hirsch Lehmann '"T'ST die in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bewährte Gemeindevorsteher und ihm Vorbild waren, wußte er sich emporzuranken. Schon mit 18 Jahren war er tätiges Mitglied in der p'R. In all-den vielen Jahrzehnten hat sich unser Jubilar bis auf den heutigen Tag auf den mannigfachen Gebieten ,des Gemeindelebens in Treue -bewährt. Er ist dadurch auch zu einem treuen Siegelbewahrer der alten Rödelheimer Minhagim geworden, über die er heute noch strenge Wacht hält. Bereits vor zwei Jahren, bei Gelegenheit seines 50jährigen Jubiläums als Mitglied der p*n sind ihm vom Vorstand dieser Vereinigung und auch vom Vorstand der Kultusgemeinde wohlverdiente Ehrungen zuteil geworden. Auch am Geburtstage wurden dem Jubilar Huldigungen zuteil. Am Sonntag,. den 17. Oktober, begaben sich sämtliche Gemeindemitglieder in die Wohnung des Jubilars, woselbst dessen Bruder, Gemeindevorsteher Heinrich. Hammel, in einer Ansprache die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte. Zum Schluß wurde dem Jubilar als Ehrengeschenk der Gemeinde das Werk ..Die Welt der Gebete" überreicht. Die Gattin des Jubilars lud die anwesenden Gratulanten zu einer gemütlichen Tafelrunde ein, in deren Verlauf der Vorsitzende der p'ttf Herr Louis ..Schönthal, nochmals den Gruß und Dank dieser Vereinigung an den Jubilar zum Ausdruck brachte, der jetzt 52 Jahre sein verdientes; Mitglied ist.., .... Hch. HL ' | .tu- ' Eini Altersjubilar.' Inrfasi jugendhafter'Geistesfrisehe| ühd ungeschmälerter Gesundheit; durfte Herr PriVatltehrer' Moritz f I?! alp'p e nhe i m, Mauerweg 3,?i se,irien 81. Ge- .burts tag 'begehen. Fast täglich sehen wir Herrn " Pappenheim1 als ' einen äpr ersten in der Synagoge und - Unablässig:; obliegt *1 es' dem Thörastüdium im Kre-ise seiner zahlreichen Schüler wie'in stiller Lernstunde. Möge der allbeliebte Dan Ttbn noch lange seiner Familie erhalten bleiben. vyyyp Theaterauiführung im Jüdischen Kulturbunde . Rhein-Main. Das Gastspiel; des} Schauspiel-Ensembles-des Jüdischen Kulturbünde?.. Hamburg (Künstlerische Leitung: Dr. Hans Buxoaum) am Dienstag, den 26. Oktober, im Großen Saalbäu war ein voller Erfolg. Zur Aufführung kamU;;jiJ e ä<n" , ein Lustspiel in drei Akten (vier Bildern) von Ladislaus Bus-Fekete. ,, Findet man sichc. damit ' ab, <^daß:. -der..:»,;Jüdische Kulturbund" nicht ein Bund für jüdische. Kjultur ist, "sbhderh nur ein' Kulturbund, in dem judische Autoren '■ und ' jüdische Künstler - 'ein Heim finden, dann hiuß man anerkennen, daß, unter Berücksichtigung der . schwierigen .:Raumverhältnisse,'/ £ 1 ä n z ejx<A gespielt worden ist und daß alle* Mitwirkenden Proben, großen Könnens ablegten.. AucK kleine und kleinste Rollen waren mit Leben angefüllt. Im Ganzen muß aber1 für das "Judentum in Deutschland von 1937 eine Traffikomik, die sich daraus ergibt, daß sich in der. gräflichen Familie die Tochter in den Kammerdiener verliebt, zur Kunst von gestern gezählt werden. Heiterer Abend. Am Samstag, den 23. Oktober, fand im Kleinen Saalbau ein Heiterer Abend mit Willy Prager statt. Der Abend war von der Konzertdirektion Hermann Koch organisiert, der wir.?manche schöne Veranstaltung in diesem Winter verdanken. Man er-, lebte ein paar heitere Stunden, die über die grauen Sorgen des Tages hinweg'trugen. Auch die anderen Mitwirkendem Lissi Hahn-Sc-hJoß, Margot, Hirsch und Max Firnberg am Flügel waren vollkommen in Form. Konzert zu Gunsten der Jüdischen Winterhilfe. Das obige Konzert wurde bestritten von dem bekannten Bassisten Ludw. Guggenheim, dem Cellisten Erich H. Meier und dem Kapellmeister Mor Meier (Klavier). Man hörte u. a. die d-moll-Sonate von Caporale, le Cygne von Säint-sains und la Cinquantaine von Gabriel-Marie. Alles Werke für Cello und Klavier. Der junge Cellist Erich H. Meier (ein Schüler von Prof. Enrico Mainardi, Rom), berechtigt bei weiterer, sorgfältiger Ausbildung zu den schönsten Hoffnungen.-Sein Spiel ließ, was technische Ausführung und geistige Gestaltungskraft anlangt, keinen Wunsch offen. L. Guggenheim sang mit. seinem Wohlgepflegten Baß u. a. die Arie des „Elias" aus Mendelsohns Oratorium der „Elias" und den Prolog aus Bajazzo. Kapellmeister Meier begleitete am Flügel gewandt und stilsicher. A. K. Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Fredi Lustig und Frau Gustel geb. Eschwege, Frankfurt a. M., Thüringerstraße 23. 13. Marcheschwan. Barmizwoth; Eli, Sohn des Herrn Moses Gradmann und Frau Adele geb. Fulder, Ichenhausen (Bay.). irrViri div- Siegfried, Sohn des Herrn Osias Wagschal und Frau Helene geb. Felsenburg, Berlin N. 4; Johannisstr. 8. mVw 's naw- 7 5. GeVurtstag: Frau Amalie Wolff geb. Fromm, Ww. des Herrn Ruhelehrers B. Wolff, Aurich (Ostfriesland). 5. November 1937. Frankfurter Vereinskalender. Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft. Sonntag abend 8,15 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage: Vortrag des Herrn Gemeinderabbiners Jos. Horovitz. (Auch Damen.) Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal; Mikro Herr. Rabb. H. Mayer, Sonntag abend fällt der Vortrag aus. Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, den 30, Oktober: Avigdor Posen-Stiftung, Donnerstag, den 4. November: Julie Lißmann geb. Kallmann-Stiftung. Freitag, den 5. November: Pauline Lehmann geb. - Ephraim-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho, 4.15 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage: Vertrag des Herrn S. Schachno'-. witz: „Hebron und M'achpela heute". Agudas Jisroel-Ortsgrnppe. ThÖta ' und Mussar. (Alle Schümm wig üblich.) Jüdische Frauenvereinigung und Agudistische Frauenortsgruppe, Der Vortrag iindet diesmal nicht am Montag, * sondern am Donnerstagf abends 8.45 .Uhr statt.-Es spricht Herr Redakteur S. S c k a c, k n o w i t z . im . Hörsaal Friedberger AnTage 5, über „Das Judentum in. Deutschland vor Hundert Jahren". Gäste,' Damen, willkommen.1 ■,' Am Mittwoch, den 3. November, wird Herr Rabbiner Mayer abends 8.45 Uhr, im Mekor Chajim, Hans Handwerkstr, 18, die Arbeitsgemeinschaft über „Dinim" fortsetzen. Gäster Damen, willkommen. Gebetzeiten. rnrc "n nnzr Freitag, abend :4.40 Samstag?lB3»n 6.50 , Samstag morg. 8:00 Predigt \. \. Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag Abend 5,-55 Wocheng'ttesdienst; - Hauptminjan in.der Synagoge 6 30 2. Minjan 7.30. An G'itesdienst anschließend: Lernen des Q«n *ip>a- Ve'reins im Hörsaal^ ';' Nachmittags 4.30s , - * Tefillinlegen am Morgen 6.25