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Der Israelit · 1937-12-02 · Heft 48 (2.12.1937) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 48 (2.12.1937)
Date
1937-12-02
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Seite 71 daß nicht mehr so traurig der Chanukko, Die Jugend nun wieder für's Judentum glüht, zum Danke ich" singe das Chanukkalied. (singt einige Worte des Chanukkaliedes) Synagogenchor? (tritt rasch , ein) Heisa, jucheija, dudeldümdei! Wird wo gesungen, bin gleich ich dabei, Mit güt'ger Erlaubnis ich stelle mich vor, bin Mitglied von dem Synagogenchor. Wir singen so herrlich wie die Vögel im Wald, wie wenn Engelein singen, so lieblich es schallt. Wir singen für Geld nicht, wie jeder es weiß, wir singen nur unserm G'tte zum Preis. Und ich; ich singe, ob's spät oder früh. Soll ich mal singen einen L'cho daudi? Ich singe, wenn alles gegangen zur Ruh', soll ich mal singen, En kelohenu? Nun gebt mir doch Antwort, sagt nein oder ja, soll ich mal singen: Waihi bin saua? Wenn ich mal singe, ich jedem gefall', soll ich mal singen nen schönen Jigdal? So gebt mir doch Antwort, sagt ja oder nein! Ihr scheint mir 'ne schöne Mischpoche zu sein. (will eiligst abtreten) S c h a m m e s : Halt, halt! warum so schnell von dannen eilen, kannst diesen da von seiner Schwermut heilen. Wenn König Saul gequält von düsterem Gemüt, kam David mit der Harfe und sang ein schönes Lied. Und wenn der Harfe Ton sich mit dem Lied vereint, rührt's mächtig an den König, daß er vor Freude weint. Du hast 'ne gute Stimme, sie klingt ganz klar und rein, ich glaub', du könntest wahrlich in Frankfurt Chasen sein. Gh anukka : ■-. (zum Publikum) Im Auge meines Volkes schon manche Trän' . zerrann, o Wunder, Wunder, Wunder, daß es noch singen kann. Wenn nimmer unsere Harfen an grauen Weiden hangen, - Braucht nicht für's Judentum zu zittern und zu bangen. Schammes: (will gehen) Dürfen hier nicht länger stehen, Zeit ist's, daß wir weiter gehen. C h a n u k k a « Möcht' eines noch wissen, drum ich auch noch bleib', — wie fühlet und denket das jüdische Weib. Scham m e s : (geht Frauenvefein entgegen) Das trifft sich ganz herrlich — nur immer herein . Ein herzlich Willkommen dem Frauenverein.» Chanukka: (bewundernd) Wer bist du, sag' an, so herrlich und traut. - Mit Blumen geschmückt, wie 'ne glückliche Braut. Frauenverein: (ernst) Ein jedes Kind im Städtchen mich kennt, und du fragst, Alter, wie man mich nennt? Gehst durch die Welt jahraus, jahrein, und kennst nicht den Jüdischen Frauenverein*? (faßt Chanukka an die Hand) Verschieden ist das Los der Menschvfl hier auf Erden. Der eine kennt nur Freud', der andere nui Beschwerden. Der eine kennt nicht Sorg', nicht Leiden und nicht Not, dem andern fehlet oft ein kleines Stücklein Brot. Es ist. so G'ttes Will', wir können's ändern nicht, doch helfen, helfen, helfen ist jedes Juden Pflicht. Nicht morgen sollst du helfen, nein, heute noch sogleich, der Arme — sagt der Weise -— er ist dem Toten gleich. Du hast zwei helle Augen, sieh' hin, wo's Elend wohnt, es lohnet dir's einst G'tt, der in dem Himmel thront. Zwei Hände gab dir G'tt, o laß' sie offen sein, die Gabe macht nicht arm, ob groß sie ist ob klein. Und eine Stimme ruft aus deinem warmen Herzen: O lindere immerdar der Menschen Not und Schmerzen. Chanukka: Verklungen ist das Kinderspiel, das schöne Lied ist aus, muß greifen nun zum Wanderstab, muß in die Nacht hinaus. Ich glaubt, so dunkel wie die Nacht, wär's auch in Israel, G'tt Lob! daß hier das G'tteslicht strahlt heut' noch klar und hell. Habt Dank, ihr Freunde, daß ihr mir erheitert das Gemüt, von euch zu gehen, fällt mir schwer, doch mächtig fort mich's zieht, Kommt, kommt, ihr Freunde, reicht mir zum Abschied eure Hand. Aus tiefstem Herzen dank' ich euch für das, was ich hier fand. (Bruderschaft reicht ihm die Hand) ' Habt Dank dafür, daß du „gelernt", wie man die Menschen liebt, einst kommt der große schöne Tag, wo es nur Brüder gibt. (Chor reicht ihm die Hand) Auch du, mein lieber junger Freund, machst mir den Abschied schwer. Sing' weiter dort an heil'ger Stätt' zu G'ttes Lob und Ehr'. (Literaturverein reicht ihm die Hand)

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