Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 48 (2.12.1937)
- Date
- 1937-12-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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-2. Dezember 1937 pitel 37 spricht von den zwei Lebensrettern Jausefs: R'uwen und. J'hudo. R'uwen laßt den jungen; Bruder in eine von giftigen Tieren wimmelnde Grube „werfen, während J'hudo vorschlägt, ihn zu verkaufen. Der oberflächliche Beschauer muß mit J'hudo sympathisieren, während die Tauro zu R'uwens Plädoyer die -Worte hinzufügt: „Um ihn aus ihrer Hand zu r e 11 e n , ihn zu seinem Vater zurückzubringen." ■Und weiterhin; nAls R'uwen zur Grube zurückkehrte, und siehe, Jausef war nicht in der Grube, da zerriß er seine Kleider." Da R'uwen erfuhr, daß Jausef körperlich gerettet war, aber sein Jaakauwg eist in Gefahr geraten war, daß Jausef nunmehr der, höchsten Potenz der Tumo ausgesetzt war, riß er sich eine K'riö.. Der Körper kann geheilt, gerettet werden, ja sogar geopfert werden, wenn nur dem Geist kein Abbruch getan wird. Das JExempel R'uwens spricht eine "3eutKchV Sprache gegen alle Kompromißler auf dem ©ebiete des jüdischen Geistes?, J'hudos „gutes" Bruderherz wird von der Tauro verworfen, wohingegen R'uwen das Prädikat der Rettung zuerkannt wrid. Daß J'hudos Handlungsweise verwerflich war, wird in einem weiteren Vers (Kap. 38, 1) nochmals pointiert; „In dieser Zeit ging J'hudo fern ab von seinen Brüdern und entfernte sich . Dazu Raschi: „Weshalb wird die Geschichte Jausefs durch dieses Kapitel unterbrochen? Das will sagen, daß J'hudo von seinem Ansehen bei seinen Brüdern eingebüßt, denn als sie den Kummer ihres Vaters sahen, sagten sie: Du hast gewünscht Jausef zu verkaufen, hättest du gesagt, daß man ihn dem Vater zurückgeben soll, hätten wir auf dich gehört." Im Gegensatz zu Purim ist Chanuko das Fejst der Errettung des jüdischen Geistes. Es lehrt uns, was es heißt, Tumo von Taharo zujunterscheiden und nicht-zuletzt, daß kein Preis zu hoch ist, um jüdische Wahrheit in ihrem vollen Werte zu sichern. Wenn die Schule vor allem den Geist der Schüler zu entwickeln und fördern sucht, muß sich die jüdische Schule dieses Chanukowunder stets vor Augen halten, das das Jaakauwhaus in R'uwen repräsentiert hat. Wer also das Licht — das Symbol der Seele, des Geistes — weit von sich stellt, so daß „das Auge es nicht deutlich wahrnehmen, kann," hat den Sinn' des Lichtfestes nicht begriffen, und der Tano gibt noch nicht einmal — wie bei Mowuj — den Rat, man möge es innerhalb 20 Ellen hinstellen. Diese kompromißlose Einstellung gegenüber dem jüdischen Geiste bietet dem Lehrer ein vorzügliches Mittel für die Erziehung zum Autoritätsglauben, Nur das Ganze und Unveränderliche schafft bei dem Schüler Achtung vor der Sache und vor dem, der sie lehrt. Gerade die Jugend ist für ein Entweder-Oder empfänglich. Weshalb sollen wir ihr aus lauter Rücksichtnahme auf alle religiösen Schattietungen und mißverstandene Neutralität ein beliebig dehnbares .Rückgrat geben, das beim leisesten Windstoß ins W^anken, gerät? Und welches Zerrbild muß ein Lehrer mit* mehreren Standpunkten bei den Schülern hervorrufen! Daß hierbei die Autorität von vornherein untergraben wird, dürfte außer Zweifel liegen. Laßt uns daher von R'uwens Tat lernen, dann werden wir des Hilel'- schen sn,pa.;r>V»n teilhaftig.;werden!; Personalien. Darmstä:dt;^ 20. Noy;. Am verschied in Darmstadt h'^Frau Jeanette G ü n/d e r s h e i m e t, geb. Kähft im^ 69. Lebensjahr. Erfüllt von echter Jiroh und wahrem Znius, wirkte .sie segensvoll an der Seite ihres Gatten,' des .Lehrers Isaak Gundersheim mer b"?i in Senrifeld. Da die Ehe kinderlos geblieben war, Süchte sie'in trau? p-^ovn " das Ziel ihres Lebens: nahm' eine Nichte ah 'Kindesstatt in ihr Hau* und war überall helfend : und-, rat.erld zur Seite, wo ihre Anwesenheit) nötig war. — Ihre letzten Jähre verbrachte;; <äie: im Hause /ihrer Nichte -und -genoß so die Liebe^in reichHchem'"Maße, die sie früher .selbst gespendet :'ha$eS: ' . - Bei ider:-fTiiai? schilderte^ Herr^Rabb^Dr.rMle'rlzb a c h ,:- 'Darmstadt, das h stille. •WifkeniF'der: .(Verblichenen. »' 'Vsstfi ..;... Bemerkung. . ~ : Unsere verehrten Leser werden darauf hingewiesen, daß die-3eil^gte des. S"-c h o ck en - V e rl ä g e s in der!jüngsten. rNiita^ tpv , enthält und däher?ijnjife h^^ Briefkasten. A. N. 91. Besten Dank für Ihre anerkennenden Worte...,anp- undins sind gleichbedeutend und bilderi[l,eirj:;^ ps' eines; ' Bje-T tenjden, liier 1 auB f'die vorangegangene foia nichtige- ' achtet hat,!wjrd-nbw<f]»$j! (,;verW'aistes- Amen*;) genannt./''' ' / " ',' . ■ ■'.]:■ ,• D e r I s r a e. 1 i t -•= Die Frankfurter Woche. Zürn zehnjährigen Jahrzeitstag von Michael Moses Mainz ^"ST*' Am Montag, dem siebten Chariukatag, rundet sich ein Jahrzehnt, seitdem Michael Moses Mainz im Alter von 85 Jahren uns verlassen hat. Es erübrigt sich, hier im Einzelnen zu sagen, was Michael Moses Mainz für Gemeinde und Gemeinschaft bedeutete. Die geschlossene Persönlichkeit Mainz', aus der jahrzehntelang Liebe und-Güte für Unzählige ausströmte, ist noch in frischer Erinnerung, wie die von ihm geschaffenen unzähligen Institutionen als herrlichste Denkmäler sein großes- Werk im Dienste der Menschenliebe für alle Zeiten künden werden. Es gilt hier, auf das Datum aufmerksam zu machen, damit man am zehnten Gedenktag für den großen Menschen, Jehudi und Philanthropen, der ebenso vor Fürsten und Magnaten die Sache seiner Brüder vertrat, wie er für jeden kleinen Mann in dessen kleinem Leid und kleinen Sorgen zu haben war, nicht achtlos vorübergeht. -pia vor- Veranstaltung der A. J.-Ortsgruppe. Vortrag Rabb. Dr. Breslauer, Am Mozae Schabbath, den 20. November,., sprach im dichtbesetzten Hörsaal der Frie^berger Anlage . der Fürther Raw, Dr. Leo Br'eslauer, über das Thema „Die Heimat der Heimatlosen". — Will man..die inhaltsreichen .Ausfuhrungen in ganz knappen Umrissen,, „wiedergeben, so war es etwa Folgendes: '" ' Der Begriff „üeimat" bedeutet: Boden, auf dem man ein Wöhnrecht hat, 'Was die' Thora mit den Werten rtfin» «WH' .fbni wiedergibt, ferner aber ist- Heimat A b 1 a u f des Kulturlebens in der Generationenfolge ermöglichendes (veranlassendes) Erbreich, Wurzelboden der Na■ tion", n»11 »< wie die Thora (Schemoth Kap. 6, 8) Efez Jisrael nennt. Im vollen Sinne des Begriffes ist uns E. J. heute nicht mehr Heimat (wn»), denn es war uns nur unter der Bedingung . ('Sin S*) der Erfüllung des G'tteswillens gegeben und dann genommen worden (Jecheskel, Kap. 11, V. 16 usw.j, bis G'tt uns heimruf eh " wird. Erstrecht darf uns kein anderes. Land „Heimat" sein. Die jüdischen Organisationen — soweit sie sich mit Auswanderung befassen, — .wollen hingegen den Auswandernden „ v e r h e i m a t e n ", d. h. ihm am Reiseziel nicht alleine LebensmögHchkeiten geben, sondern ihn geistig-seelisch auch völlig verwurzeln. — Wir haben L e b e n.s r e c ht. Daß. wir aber nirgends ' mehr Heimat haben dürfen, darüber tröstet uns die' 3j?y» nVnp .n »'S i» .nw*s is^rtia mui'j Es ist zu hoffen, daß Dr. Breslauer diese von den Zeitströmungen unbeeinflußte, auf Quellen gut fundierte Anschauung noch auf schriftlichem Wege der breiten Oeffentlichkeit darbietet. Rabb.-Ass. Dr. Schlesinger, der den Redner begrüßt hatte, dankte ihm auch im Namen des dankbar applaudierenden Publikums. Dozent J. Ehrentreu beschloß den Abend mit Hinweisen auf die Wichtigkeit religiöser Auswandererberatung und der Keren Haiischuw-Arbeit. - B—D. Chanukagruß . aus der Israelitischen Waisenanstalt. Erfinderisch wie immer, schickt" uns das Waisenheim auf dem Röderberg weg einen sinnigen Gruß zu Chanükah. Das Vorderblätt auf Hartpapier zeigt in vortrefflichem Tiefdfuckbilde die Knaben, wie sie, um den .Waisenvater gruppiert, die Chanukalichter anzünden. JÖie Rückseite enthält in' lichten Lettern die Chanukagebete mitsamt ns wn- PagwiscneÄ.,'„wirkungsvoll auf die zwei Innenseiten verteilt^ -4-liest man: „So ist es beim Entzünden der Chanukahlichter - im,: Waisenhaus. Wird es so bleiben?;. Gewiß, -{•smt-.^G'ttes Hilfe! Wenn -rf zur Deckung? unseres;..diesmal besonders großen Fehlbetrages j e d e r-'U-n s e r-er' G önn erden-80 Waisen- Nr. 48 Seite 11 kindern wieder Drei Mark — und mehr als Chanuka-Scherflein spendet! — Spenden auf Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 15181." Chanukahausstellung des Jüdischen Kulturbundes. Die C ha nukah-Kunstschau im Hause Bamberger u. Hertz, Zeil 114, 1,, dauert vom 28. November bis 4. Dezember und ist von 10—13 und 15—19, Freitags von 10—14 Uhr geöffnet.__ Frankfurter Vereinskalender, Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaff. Die Sonntags-Vorträge des Herrn Gemeinderabbiner fallen am Sonntag, den 5. Dezember aus. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro Herr Studienrat Dr, Weger. (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Dienstag, den 7. Dezember: Recha Löwenstein geb. Kahn-Stiftung. Dienstag, den 7. Dezember: Prof. Jonas Bondi-Stiftg. Liwjath Chen. (Der Vortrag fällt diesen Sabbat aus.) Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. (Alle Schiurim wie üblich.) Jüdische Frauen Vereinigung und Agudistische Frauenortsgruppe. Am Dienstag, den 7. Dezember, abends 8.45 Uhr, wird Herr Rabbiner Dr, Jos. Breuer im Hörsaal, Friedberger Anlage 5, sprechen über „Vom religiösen Erwachen". Gäste, Damen willkommen. Am Mittwoch, den 8- Dezember, wird Herr Rabbiner H. Mayer abends 8.45 Uhr im Vereinshaus Mekor Chajim, Hans ' Handwerkstr. 18, den Dinimkurs fortsetzen. Gäste, Damen willkommen. Jüdisches Lehrhaus, Frankfurt a. M. Dienstag, 7. Dezember: Praktische Vorfragen der Wanderung (Dr. Wolfg. S. Matzdorff). Samstag, 11. Dezember: Samstagsvorlesung von Dr. Arthur Prinz, Berlin, über „Auswanderung" um 20.30 Uhr, Unterlindau 21 (Mk. 0.50). Samstag, 18. Dezember: Allgemeine Hörer- und Dozenten-Versammlung um 20.30 Uhr, Unterlindau 21. Dienstag, 28. Dezember; Nehemia A. Nobel-Vorlesung, um 20.30 Uhr, Unterlindau 21 (Eintritt frei). Gebetzeiten. ,f i?» nnw Freitag-abeti^ 4.00 Samstag<7irovn 6.55 Samstag mörg. 8.00 ---- Samstag nachra> 1,00 und 4.00 Samstag Abendl45U5 Wocheng^tfeadienst: Hauptminjan in der Synkgoge 7 00 2- Minjan 7,30- An G'ttesdienst anschließend: Lerhemdejs tmn *ipn- Vereins im Hörsaal Nachmittags 4 00 TefiNinlegen am Morgen 7.08 Wochenkalender. Vom 4. — 11. Dezember 193T /Vom 30. Kisle%v bis 1 Tebet 5698 i •>WP *p nb&vn wm ipkit '« f m-voa Samstag , 4 1703 30 T3 muri r>3P fpn Sonntag 5 na» 1 njt/m WSM '2 Montag 6 2 .. 03 ruinn mn Dienstag Dez 7 3 ■ 0 Mittwoch 8 9 4 OVO NO Donnerstag 5 a pa-w Freitag 10 6 j Samstag n! 7 T naw Familien-Nachrichten, Geburten: Ein Sohn, Jacob Salomon u. Frau Addi geb. Ucko, London N 5, 173 Highbury New Park. :— Ein Sohn, Fritz Jakob Wallerstein u. Frau Julie geb. Ochsemahn, Gederah, Beth Izchok Kalkkow. Barmizwoth: Leo, Sohn des Herrn Karl Goldschmidt und Frau Recha geb. Böttigheimer, Fulda, Nikolausstr. 14. wi rot?- — Mathias, Sohn des Herrn Hermann Apelt und Frau Paula geb. Oppenheimer, Frankfurt a. M., Pestalozziplatz 7, am 7. Tebet (11. Dez.) ras?. Verlobte: Berthe Kahn, Colmar, Rue Vauban .10 mit Max Schlachter, Paris 15, Rue des Fibes du Sälvaire, . .; :9,4'.:.'G e.b ü f ts t a g Frau Amalie- Eckmann geb. RöSenblatt,, Frankfurt .a.; M.r Klingerstr. 13 am 23, 11. '7 0.;G e b u:r t s t a g :: Leon Mainz, Frankfurt a.- M., Räderbergweg 30, am '4. Dezember. :<6Q. Geburtstag: Simon Josef Samson, AniTich," z.' Zt. "Zürich, Steinhaldenstr, 65, am 4; Dez.