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Der Israelit · 1937-09-17 · Heft 37-38 (17.9.1937) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 37-38 (17.9.1937)
Date
1937-09-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 37/38 D' e f;Tsf a ö1 i t '■''it!'S^t^her:'i937 Da die Stadtverwaltung auf Grund eines Abkommens mit der Regierung Anspruch auf 200 jüdische Polizisten hat, fordert sie die Eingliederung der Hilfspolizisten in die reguläre Polizei. Der „Ozar Mifalej Jam" (Fonds für Meeresarbeiten) hat beschlossen, entsprechend den Forderungen Jude und Araber diskutieren über die Palästinafrage {Aus dem „Molt Es Jövö, Budapest") der Regierung auf eigene Kosten, die Bauten auszuführen, die für die Aufnahme des: Passagierverkehrs im Tel Awiwer Hafen notwendig' sind. Der „Ozar Mifalej Jam" wird etwa 3000 Pfund zu diesem ZwecK ausgeben. Es wird erwartet, ddß1 die Landung von Passagieren im Hafen von Tel Awjw schon in naher Zukunft möglich seih wrid. \Die Tel Awiwer Stadtverwaltung hat die Errichtung von neuen großen Wasserwerken zur Versorgung der ganzen Stadt beschlossen. Die Errichtung dieser Werke wird einen Betrag von etwa 450.000 Pfund erfordern. Es soll zu diesem Zweck eine Anleihe bei einer ausländischen Finanzgesellschaft aufgenommen werden. Das "Wasser soll der Stadt aua dem Jarkon-Fluß zugeführt1 werden; die neuen Werke sollen imstande sein, 1Ö0.ÖÖ0 cbm .täglich zu liefern. Die bisherigen Brunnenanlägen liefern nur 36.000 cbm täglich. Das Schulschiii „Sara" in Palästina. Jerusalem, 8. Sept. Das erste jüdische Schulschiff der jüdischen Marineschule' in Civitavecchia, die Sara I, ist mit einer Besatzung von 44 Offizieren, Kadetten Und Matrosen dieser Tage im Hafen von Haifa eingetroffen. Später lief das Schulschiff auch den Hafen von Tel Awiw an, doch wurde der Besatzung nicht gestattet, dort an Land zu gehen. Das Schiff mußte nach Haifa zurückkehren; von dort begab sich die Besatzung mit der Bahnnach Tel Awiw. Im Tel Awiwer Rathaus wurden 25 Offiziere und Matrosen des Schulschiffes von Bürgermeister R o - k a c h empfangen, der sie im Namen der Stadt begrüßte. Der Bürgermeister wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung der jüdischen Schiffahrtsunternehmungen und der Arbeit der jüdischen Matrosen hin. Er* sprach sein Bedauern darüber aus, daß diesmal nicht möglich gewesen sei, von der Regierung die Erlaubnis für das Anlegen der „Sara" im Hafen von Tel Awiw zu erlangen. Er hoffe aber, daß' dies beim nächsten Besuch des Schiffes in Palästina möglich sein werde. Das Schulschiff „Sara", das vor drei Jahren für die jüdische Marineschule erworben worden ist, "hat jetzt zum ersten Mal die palästinensischen Gewässer besucht. Es ist ein Viermaster von 750 to und mit zwei Dieselhilfsmotoren von je 1ÖQ. Pferdekfäiten ausgestattet. Das Schiff ist 190 Fuß lang, der Deckbalken 40 Fuß. Es wurde 1898 gebaut und trug ursprünglich den Namen Eric. Es hat dreimal den Besitzerx und die Flagge gewechselt, Als britisches Eine Lernstünde nach dem Morgengebete (Aus dem „Molt Es Jövö, Budapest") Schiff war es unter dem Namen „For Winds" eingetragen, dann wurde es von einem früheren" italienischen Admiral erworben und erhielt den Namen „Quadroventi". Der neue Besitzer hat mit dem Schiff den ■Ätlähtik überquert und später eine;Welfümseglung gemachte Als .„Sara I" führt das Schiff jetzt die französische Flagge. r'-'-^ Aus der Agudas Jisrpel-^ewegung, Noar Agudati. :., Aus Anlaß des bevorstehenden Semesters sei auf die dem religiösen Chaluzimbund Noar Agudati unterstehenden Ausbilduhgsstätten hingewiesen. Die Möglichkeit der Ausbildung in handwerklichen und landwirtschaftlichen Berufen, verbünden mit einer geistige« Fortbildung in einer echt jüdischen Gemeinschaft geben die Gewähr für eine lebensnahe Erziehung im Geiste der jüdischen Tradition. Der Ausbildungsgang legt dementsprechend auf eine Ertüchtigung im praktischen wie im geistigen Sinne gleichen Wert. Das Lernen auf der Jeschiwa mit der gleichzeitigen Unterbringung in den vom Noar Agudati geschaffenen Bäte. Chinnuch-Wohnheimen. schafft die Voraussetzung für die jüdische Grundhaltung des Jugendlichen im späteren Leben. Die fachliche Ausbildung bildet die Grundlage, auf der er sein Berufsleben aufbauen soll. Dieser Weg wird analog, auch bei der Mädchehausbildung durch Betonung von Mädchenseminar und Hauswirtschaft mit allen seinen Nebenzweigen wie Nähen, Bügeln, gärtnerischer Betätigung, Geflügelzucht, Melken USW. beschritten. -, ' Im Einzelnen ergeben sich folgende Unterbringungsmöglichkeiten: Hachschara Halberstadt und Hachs chara -E n-schede (Holland) - Landwirtschaftliche und gärtnerische Ausbildung für Aeltere. Hachschara Borsbeek (Belgien) Landwirtschaftliche und gärtnsHsehe Ausbildung in eigenem Lehrgut; Milchwirtschaft, Geflügelzucht. Mi ttleren- Hachschara Darmstadt Ausbildung für Jüngere in eigener Lehrgärtnerei und Lehrwerkstätte für Tischlerei. Mittleren-Hachschara München Ausbildung für, Jüngere in Lehrwerkstätte für Schlosserei und Mechanik. (In Vorbereitung Lehrgärtnerei). B et Chaluz Frankfurt a. M. 'Handwerkliche und gärtnerische Einzelhachschara- Stellen für Aeltere; Aufnahme d. Bachure Jeschiwa. Bäte Chinnuch I, II, III, Frankfurt a. M. Ausbildung in der Jeschiwa für Jüngere; Kurse in Fremdsprachen. Bet- Chinnuch Berlin Ausbildung in der Jeschiwa. Handwerklicher Unterricht in der Vorlehre. Lernzentrum Fulda Ausbildung in der Jeschiwa; Kurse in Fremdsprachen. M ä d c h e n s e m i n a r Hamburg ^Halbtägige Ausbildung im Privathaushalt; halbtägiger ..Seminarunterricht in jüdischen und profanen Fächern. Hachscharakurs Wolf rätshäusen Hauswiftschaftliehe und gärtnerische Ausbildung im Rahmen, der Wirtschaftlichen Frauertschüle. Hachscharagruppe unter 'Leitung einer; älteren > Chawera. Sonderkurse in jüdischen Fächern. Für Jüngere. Die Ausbildungsstätten des Noar Agudati sind von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland anerkannt und genießen Zuschußberechtigung seitens der Beratungsstellen bei Aufnahme von Unbemittelten. Auskünfte durch die Bundesleitung des Noar Agudati Berlin N. 4, Artilleriestr, 31, Agudas Jisroel Berlin, Heber den starken Eindruck und das außerordentliche Erlebnis der Kenessio .Gedaulo berichteten" am Sonntag, den 12. September, der Teschuwo-Woche, die Berliner Delegierten vor der Ortsgruppe, der Frauen- und Jugendgruppe und zahlreich erschienenen Gästen, auch Vertretern des Misrachi. Die Herren Rabbiner Dr. H. Cohn und Dr. Michel Münk erzählten von der Bedeutung, die das Zusammensein mit den großen Persönlichkeiten des gesetzestreuen Judentums des Ostens, den gedaule hatauro, für die aus Deutschland kommenden Juden gehabt habe. In Wahrung ihrer Verschiedenheit waren die ungarische Orthodoxie, die polnisch-chassidischen Kreise und die litauischen Taurohgrößen mit Juden aller Welt in der gleichen Liebe zur Tauroh verbunden. Der bedeutendste Erfolg dieser Kenessio Gedaulo mag gerade in dieser E r s t ä r-k u n g der Agudas Jisroel- Organisation liegen, die heute die früheren Organisationsschwächen überwunden, die kleinen Schwächen von ehedem abgestreift, nunmehr das durch den Täurohwillen geeinte jüdische Volk repräsentiert. Die große Masse des Judentums steht, wie' man es in Marienbad erleben durfte, hinter den alten jüdischen Idealen und nwv »aas ">nv linn in der Mitte des gesamten Volkes, bei den versprengten Teilen der Juderiheit der Welt lebt als einigendes Moment in der Mitte tief eingewurzelt die Liebe zur mit „Onauchi" beginnenden g'ttlichen Offenbarung am Sinai. Besonders eingehend wurden die Resolutionen zur Erez Jisroel- und Judenstaatsfrage besprochen, Die Herren Willy Guggenheim, Gelernter und Jacob ,L e v y ergänzten die Ausführungen durch Berichte über die Frage der Auswanderung und die Möglichkeiten des religiösen Lebens in den verschiedenen neuen Siedlungen, sprachen über die Arbeit in Erez Jisroel auf den drei Gebieten, 1. der landwirtschaftlichen Tätigkeit in Machne Jisroel und den verschiedenen . Kibbuzim, 2. der Poale Agudas Jisroel zur Förderung der orthodoxen Arbeiter..und 3. dem Ausbau der dort bestehenden Schulen und des Chinnuchwesens im allgemeinen. Fast drei Stunden folgte die. die große Aula im Siegmundshof füllende Zuhörerschaft den interessanten Ausführungen und zeigte durch ihre große Aufmerksamkeit und die begeisterte Entgegenahme des Kenessio Gedaulo-Berichtes, daß* die Berliner Orthodoxie den 'Weckruf zur Teschuwo und zur Vereini- gung aller Taürohkreise : verstanden hat » und nach dem Worte .«pm» WS^aV "»5« "IMkräftig mitzuarbeiten, V gewillt -ist,' wenn1 es1: gilt; ''das ■ jüdisch-religiöse Leben zu* fördern, sich lim 'die ^ähne"'der Agüdas Jisroel? zu schären. ' :■"■'■• <*■■•- v- —ik.- Die Frankfurter Woqhe. Sitzung der Gemeindevertretung „Israelitische Gemeinde". - ' i Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit den besten Wünschen anläßlich des Jahreswechsels, und gratulierte Herrn Stiefel (Mitglied des Vorstandes) sowie Herrn Wilzcek (kons. Gemeindevertreter) aus Anlaß ihres 60. Geburtstages. Auf Vorschlag von Dr. Mainzer (lib.) wurde an Stelle von Dr. Heiner Mayer Herr Lothar Nordschi 1 d in die liberale Kultuskommission gewählt. An Stelle von Herrn Fränkel wurde Herr Bickhardt in die Ritualkommission gewählt — bis zum 31. Dezember 1938. Die steigende Inanspruchnahme der Anlernwerkstätten — erst kürzlich wurde der, Ankauf eines Hauses an der Niedenau durch die Gemeindevertretung gutgeheißen -— bringt es mit sich, daß man sich schon jetzt mit der Weiterentwicklung dieser wichtigen Einrichtung befaßt und nach Möglichkeit früh übersehen möchte, welche Anzahl Jugendlicher abgeht, und wie hoch die Zahl der Anmeldungen ungefähr sein wird. Die Genehmigung zur Gründung dieser Anlernwerkstätte ist . seinerzeit nur erteilt worden* um die Auswanderung zu fördern. Die Ausbildung geht in drei Stufen vor sich. Erst, nach dreijähriger , Lehre kann der zur Entlassung Kommende als Jung- Geselle gelten. Diese Interpellation der Gemeindevertretung bezweckte, die Ermittlung erwähnter Unterlagen. Die Antwort lautete, daß die Neuaufnahmen vom Abgang abhängen und von den zur Verfügung stehenden Mitteln. Die Zahlen lassen sich aber zurzeit noch nicht übersehen. '■— Herr Dr. Freimann regte an, möglichst rechtzeitig einen Ueberblick izu geben über "Ab- und Zugang und wissjen zu lassen, was: mit den. Ausscheidenden geschehe. — Vom Vorstand erwiderte Herr Bloch!'daß er diese Anregung begrüße. Man könne aber nicht voraussehen, wie die Auswanderung sei und welche Zahl neu hinzukomme. Eventl. werde man durch Umfragen in den Schulen Genaueres festzustellen versuchen. Möglichst rechtzeitig soll den Interessenten ein genauer Ueberblick gegeben werden. \ Unterm 23. August hat der Vorstand auf Antrag beschlossen, aus kulturellen und sozialen Gründen — unter der Voraussetzung, daß die Reichsvertretung einen Beitrag leistet — dem Jüdischen Kulturbund für die Spielzeit 1937/38 aus dem Etatkapitel V RM. 6000;— Beihilfe zu gewähren. Es wurde angeregt, diesen Betrag in Raten zu geben, je nach Notwendigkeit. Herr Rotholz (Staatszionist) brachte zum Ausdruck, daß seine Freunde nichts. gegen die Bewilligung dieses Betrages einzuwenden hätten, jedoch solle 'der Kulturbund: nicht nur Kpnzer t e -geben. Jüdische 'Kultur sei etwas Anderes. Herr Sanitätsrat Dr. E t t l irtg e r -erwiderte, da/? es Aufgabe des Lehrhaüs e^s sei, geraHe;das: 'zu pflegen,1 was Herr Rötholzfeiorderev Mäh. '?^^'$t? in Kürze mit "den verschiedenen*" GruppenVvmherliä|ö der Gemeinde in Fühlürig kommen ühd'^diesen^ -'Wim-

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