Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 33 (20.8.1937)
- Date
- 1937-08-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite'8 Nr. 33 r Israel i t 20. August 1937 Korrespondenzen. Deutsches Reich. Personal-Union im Jüdischen Kulturbund. Frankfurt a. M., 11, Aug". Der Vorstand des Jüdischen Kulturbundes Rhein- Main in Frankfurt a. M. hat unter der Bedingung, daß einige noch offene Fragen organisatorischer Natur geklärt werden, beschlossen, aus Zweckmäßigkeitsgründen eine Personalunion mit der Leitung des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr herzustellen und den Leiter dieses Kulturbundes,. Dr. Heinrich Levinger in Köln, auch mit der Leitung des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Main zu betreuen. Die Arbeit der Jugend-Alija. Berlin, 11. Aug. Aus einem Bericht der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und. Jugendalija geht hervor, daß die Zahl der Jugendlichen, die nach Beendigung ihrer Hachschara in Palästina entlassen worden sind, ständig steigt. Im Dezember 1936 betrug\ihre Zahl 272; bis heute hat sie sich verdreifacht. 736 Jungen und Mädchen haben bisher ihre Hachschara innerhalb der Jugendalija abgeschlossen und sich nach dieser zweijährigen Vorbereitungszeit in das palästinensische Wirtschaftsleben eingegliedert. Dabei ist es bemerkenswert, daß 78 Proz. der Entlassenen in die Landwirtschaft gegangen sind; 7 Proz. üben handwerkliche Berufe aus; je 3 Proz. sind im Haushalt, in der Kinderpflege und in der wissenschaftlichen Ausbildung tätig. Bei den Eltern verblieben 5 Proz. der Entlassenen und nur 1 Proz. schied aus. Im . Einzelnen ergab sich, daß von der Gruppe, die 1935 in das Kinder- und Jugendheim Ahawa nach Kirjat Bialik kam, 79 Proz. auf dem Lande blieben, 14 Proz. Handwerker wurden und 7 Proz. zur weiteren Berufsausbildung in die Stadt gingen. Im Kinder- und Jugenddorf Ben Schemen gingen von einer Jugendalija-Gruppe 94 Proz. in die Landwirtschaft Auswanderung und Binnenwanderung. Die Bevölkerungsbewegung im ersten Vierteljahr 1937. ,B erlin, 8. Aug. Die Meldestelle für Binnen- und Auswanderung, die der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden eingerichtet hat, veröffentlicht im „Jüdischen Gemeindeblatt für die Synagogengemeinden in Preußen und Norddeutschland" ihren dritten Bericht, der die Zeit vom Januar bis März d. J. umfaßt. Der Sachbearbeiter beim Landesverband, Max Birnbaum, bemerkt einleitend, daß seit dem 1. Januar das Meldewesen grundsätzlich in allen Teilen Deutschlands von den jüdischen Gemeinden bezw. Landesverbänden eingeführt worden sei. Auch die Verbände in Süddeutschland haben jetzt die gleichen Einrichtungen für das Meldewesen wie der Preußenverband, , Im Einvernehmen mit der Statistischen Abteilung der Reichsvertretung werden die vom Preußischen Landesverband nicht direkt erfaßten Meldungen gesammelt am Ende eines jeden Quartals von den übrigen Verbänden der Meldestelle eingereicht, so daß von hier jetzt eine Gesamtauswertung für ganz Deutschland erfolgen kann. t Das erste Kalendervierteljahtf zeigt, daß die Binnenwanderung der Juden in Deutschland zugenommen hat. Die Gesamtzahl der Fortzüge ist auf 7924 gestiegen. Die Binnenwanderung allein ist mit 2823 Wegzügen gegenüber dem letzten Quartal 1936 (2282) gestiegen. Die Auswanderung ist auf 5101; Wegzüge gegenüber 5261 Auswanderungen im letzten Quartal gesunken. : Bevölkerungszahlen aus jüdischen Gemeinden. Bremen, 10. Aug. Dem Jahresbericht der Israelitischen Gemeinde in Bremen sind statistische Angaben zu entnehmen, die eine Uebersicht über den -Bevölkerungsstand der Gemeinde gewähren. Die Gemeinde beruht auf freiwilliger Mitgliedschaft.' Sief.umfaßt deshalb nicht alle in Bremen wohnenden Juden. Am 1. Januar 1936 zählte sie 216 beiträgszählehde Mitglieder, von denen 23 im Läufe, des Jahres auswanderten bezw. verzogen.' Der Zuwachs durch Binnenwanderung und J Neuaufnahmen betrug 28. Am Ende des Jahres 1936 hatte somit die Gemeinde 221 Mitglieder. Die gesamte,jüdische'Bevölkerung in Bremen bestand am i. Januar i936 aus 1231 Personen''(586 jj Männern und 645 Frauenl. Von ihnen wanderten 80 I Personen aus (5.0 bezw. 30).: der Verlust durch Binjj nenwan'derung betru'g 86 . Personell (37!-bezw. &9\. J Unter Einrechnung der Todesfälle betrüg der Bevölkerungsabgang im Läufe*"des Jahres 1936 186 Personen. Der Zuwachs durch Binnenwanderung umfaßte 136 Personen (33 Männer und 70 Frauen), Insgesamt kamen im Jahre 1936 4 Geburten vor. Am 31. Dezember- 1936 wohnten demnach 1185 Juden in Bremen, während es am 1. Januar 1936 noch 1231 gewesen waren. Im Laufe des Jahres 1937 ist die Zahl der Juden in Bremen weiter gesunken. Sie betrüg am 1. April 1170 und am 1. Juni 1135. Stettin, 10. Aug. Bei den Zahlen über die' Bevölkerungsbewegung in der Synagogengemeinde Stettin im zweiten Vierteljahr 1937 treten wiederum die Ziffern über die Binnen- und Auswanderung hervor. Die Zahl der Zuzüge betrug 41, die Summe der Fortzüge 83. 42 Zu> gänge stehen 95 Abgängen durch Tod und Fortzügc gegenüber. Es ist somit ein Bevölkerungsverlust von 53 Personen eingetreten. Im ersten Vierteljahr 1937 war eine Bevölkerungsabnahme von 33 Personen zu verzeichnen, Ende 1936 zählte die Gemeinde 1936 Mitglieder; am 1. April 1937 waren 1903 Personen vorhanden, am 1. Juli somit 1850 Personen. Schweiz. Die weiteren Verhandlungen des Zionistenkongresses. Zürich, 13. Aug, Nachdem sich die Aufregung der Abstimmung ge« legt hatte, nahm der Kongreß am Mittwoch nachmittag in öffentlicher Plenarsitzung seine Arbeiten wieder auf. Der zweite Verhandlungsteil begann mit einem Nachruf auf die Opfer der letzten Unruhen in Palästina durch Rev. G o 1 d b 1 o o m, Weitere Nachrufe wurden gehalten auf Oberrabbiner Kuk, Bürgermeister Dizengoff u, a, m. Darauf ergriff Dr, Arthur Ruppin das Wort zu seinem Referate über Wirtschaftsfragen, Referent sprach einfach und sachlich wie immer, unter Anwendung eines großen statistischen Apparates, Vergleiche über Bevölkerungsdichte zu ziehen, gehe nicht an. Er bleibt nach wie vor bei seiner Ansicht, daß Palästina zur Zeit mindestens soviel Juden und noch mehr aufnehmen könnte, wie es jetzt beherbergt. Am Donnerstag vormittag begann die Verhandlung mit einem Referate des Schatzmeisters der Exekutive, Elieser Kaplan. Man erfährt daraus, daß eiri Drittel der Ausgaben des neuen Etats gedeckt ist, ferner daß der. Hafen von Tel Awiw 150.000 Pfund gekostet hat,. Nach den Referaten vertagt sich der Kongreß bis zum Sonntag. In der Zwischenzeit werden Kommissionssitzungen stattfinden, u. a. über Arbeits-, Kolonisations- und Einwanderungsfragen. Nach der Abstimmung. Zürich, 13. Aug. Der Friede zwischen den Fronten nach der Abstimmung ist nicht so lückenlos, wie es zuerst schien. Es zeigt sich dies in erster Reihe bei der Bildung der neuen Exekutive. Misrachi gab bekannt, daß er nach dem Resultat der Abstimmung nicht mehr in der Lage sei, in der neuen Exeku tive vertreten zu sein. Einige Kongreßmitglieder haben aus Protest gegen die Abstimmung Zürich verlassen, wollen aber zu den Sitzungen des Council der Jewish Agency wieder in Zürich eintreffen. Felix M. War bürg hat vor seiner Abreise nach Zürich in New York eine Erklärung abgegeben, in der er feststellt, 'daß der Zionistenkongreß nur im eigenen Namen, nicht aber für die Juden in allen Ländern spreche, die nicht, oder nur indirekt mit ihm verbunden sind. Die paritätische Zusammensetzung der Jewish Agency müsse aufrecht erhalten werden und nur aus der Stellungnahme der Jewish Agency könnten Schlüsse über die Haltung der Juden in der Welt gezogen werden. Dr. Steohen Wise hielt nach der Abstimmung auf einer Sitzung des Keren Kajemeth ein Referat, in dem er u. a. erklärte, die Nichtzionisten würden alles tun, um die Entstehung des geplanten Judenstaates zu verhindern. Es wird hier auch bekannt, daß in Amerika 41 Mitglieder des Atiierikanischen Kongresses eine Petition gegen die Teilung Palästinas unterzeichneten und dem Weißen Hause wie dem Völkerbund einreichten. Aus den Verhandlungen des Zionistenkongresses. Zürich, 17. Aug. Die Plenarsitzung am Donherstag vormittag war durch das? Finanzreferai Elieser K a p 1 a n s> ausgefüllt. Kaplan ist optimistisch. Die Lage des 'Jischuw sei heute 1t> e deuten d b e sse-f als Vor zwei jj .Jahren. Ein besonderes Äktivum seif der Haf en iyöh j| Tel Awiw. E-s folgten w^Üterk Referate-: von W i 1 - ika nsky «ojJ H a r z!f eMVäh^ •Frag^rAm'©ojuierstag nachmittag und- «bejti'cl tagten die Kommissionen. : ' •' i Nach der zweiten Sabbatpause hielt der Kongreß am, Sonntag eine Sitzung ab, in der das Budget für das kommende Arbeitsjahr im Gesamtbetrag v0a 365.000 Lst. beschlossen würde. Es wurde ferner <ft8 Gründung einer Pensionskasse für zionistische Beamte beschlossen. Besondere Finanzmittel werden für den Hafen von Tel Awiw bereitgestellt. Ejne Resolution der Einwanderungskommission g e g D das Prinzip des politischen Maximum bei der Einwanderung wird?* angenommen ruid bekräftigt. ." ' •,." Am Montag konnte der Permanenzausschuß j.,c. stimmte Vorschläge zur Bildung der Exekutive noch nicht machen. E i n Vorschlag geht dahin, die Exekutive in ihrer bisherigen Zusammensetzung zu belassen. Einige Zwischenfälle sind leider zu verzeichnen. Eine kleine Demonstration von Frontisten vor dem Kongreßgebäude wurde vorige Woche von der Polizei verhindert. Am Sonntag würde bekanntgegeben, daß die Kongreßleitung bei den Behörden gegen einen Ueberfall auf einen ~ Delegierten Beschwerde eingelegt habe. Am Freitag abend wurden in einem Cafe, in dem sich Moses S h e r t o k und einige Journalisten befanden, Tränengasbomben geworfen. Die Polizei hat in all diesen Fällen rasch und energisch eingegriffen. Der XX. Zionisten-Kongreß geschlossen. Zürich, 16. Aug. Der XX. Zionistenkongreß ist am Montag, den 16. August, 5 Uhr nachmittags nach Schlußreden von Dr. Wise, Ben Gurion, Weizmann und Ussischkin geschlossen worden. Dr. Chaim Weizmann wurde - zum Präsidenten der Organisation: wiedergewählt. Auch die Exekutive bleibt in ihrer bisherigen Zusammensetzung erhalten. Zum Präsidenten des Aktions-Komitees, dessen Mitgliederzahl auf 70 erhöht wird, ist M. M. Ussischkin wiedergewählt worden. Ussischkin erhält als Präsident des, Aktions-Komitees das Recht, den Sitzungen der Exekutive beizuwohnen. Außerdem wurden der Arbeiterparteiler Elijahu Dobkin, der Führer der misrachistischen Arbeiter, Mosche Schapiro, und Rev. M. L. Perlzweig zu Beigeordneten der .Exekutive (assistant mombers) gewählt. Ihre Befugnisse werden vom Permanenz-Ausschuß festgelegt werden. Das Aktions-Komitee ist beauftragt worden, in London eine politische Kömmission zur Beratung und Unterstützung der Exekutive einzusetzen. . Gegen die Wiederwahl der Exekutive in dieser Zusammensetzung hatten sich vor allem die Judenstaatler heftig gewandt. Nach Verkündung des Wahlergebnisses verließ die Opposition mit Ausnahme des Führers des Blocks der Neinsager, M. M. Ussischkin, den Kongreßsaal, , Aus den Tagungen der Mandatskommission. - Genf, 17. Aug. Die Ständige Mandatskommission hat am 13. August die Aussprache über den Teilungsplan in Palästina im wesentlichen > beendet und wird in den nächsten Tagen ihren Bericht an den Völkerbundsrat ausarbeiten. Genaues über die Beschlüsse ist noch nicht bekannt, jedoch wollen Manche wissen, daß die Mandatskommission zu der Ueberzeugung gelangt sei, das Palästinamandat' sei in seiner jetzigen Form undurchführbar. Im übrigen habe Ormsby-Gore der Mandatskommission versichert, daß er nur mit der Jewish Agency Verhandlungen zu führen gedenke, weil diese die hierzu berufene Körperschaft sei. Die Mandatskommission habe diesen Standpunkt gebilligt. Man rechnet damit,' daß das von der Kommission eingesetzte Redaktionskomitee bis Mittwoch, den 18. August mit der Ausarbeitung des Berichtes fertig sein wird. Belgien. Die II. Weltkonierenz der polnischen1 Juden im Auslände, Antwerp e n , 5, Aug- Man schreibt uns: Nach Beendigung des Zionistenkongresses findet die II, Weltkonferenz des W e 11 v e r b andes polnischer Juden im Auslande vom 22, bis 25. August in Antwerpen statt. Die bestehenden ostjüdischen bezw, polnisch-jüdischen Organisationen den Ländern Amerika, Argentinien, Kanada, - Mexika, Brasilien* Palästina, Südafrika, England, Frankreich, Detttsehläadk Belgien, Holland, Luxemburg, Oester« reich, Schweiz und Tschechoslovakei haben (ihre Teilnahme, (bereits, zugesagt. Die bisherigen; Vorbereitungen lassen1 schließen, daß .diese ) Weltkonferenr. weniger" Gewicht auf das Repräsentative; ~- wie t.? bei der * Gründung des WeltVerbarides, 1#3£ jnfcondcw notwendig war, — Hingegen mehr -auf die -rein prafc' tische. Arbeit-legen wird., , ,: Dieser apolitische und überparteiliche JKeltverband : steht vor "der Frajge:. iwie- -verschafft man der polnischen- - $UcUn .-sBet,-der, ..jüdischen: Und. -facht jüdi - ^l^ie^vllat.w^t -Riefet, «ttd v&ftiejiea, -wie ..Sj&äift- URC stärkt man wirtschaftliche Positionen; wie schütze