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Der Israelit · 1937-07-29 · Heft 30 (29.7.1937) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 30 (29.7.1937)
Date
1937-07-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 52 ■^ismmmsm. Jugend, weil auch Jugend verstimmt ist, wenn sie „die Absicht merkt". Echte Jugendbildner machen es heute anders. Man hält eine Auslese bei den großen Denkern und Dichtern. Und was dort am besten ist, ist für die Jugend rade gut genug. Das Schönste vom Schönen und das Reinste vom Reinen gehört dem Kinde, auch und erst recht, wenn es nicht für das Kind geschrieben ist. Danach werden auch wir uns zu richten haben. Und gut und empfehlenswert ist Jugendliteratur, wenn sie nicht nur eine geistige Nascherei, sondern auch eine gute, kräftige Kost bietet. Und da komme ich zuallererst auf G 3 - schichtsbücher. Ich meine damit nicht allein jüdische Geschichte, die schulmäßig gelernt wird, sondern auch Erzählungen, Romane und Novellen mit geschichtlichem Hintergrunde. Es soll hier keine Reklame für einzelne Bücher gemacht werden, aber wir sind nicht so reich an Literatur dieser Art, daß wir uns bestimmte Hinweise ersparen könnten. Die Lehmann'schen Geschichten haben etwas von jener obengenannten ewig erfreuenden Bedeutung der alten jüdischen Geistesschätze. Eure Großväter haben sich an jenen Schilderungen aus der Zeit der Gaonim, an Bostenäi, an Rabbi Gerschom, dem Lichte der Diaspora, an Rabbi Joselman von' Rosheim ergötzt. Eure Väter, fragt sie nur, waren als Kinder von diesen Büchern einfach nicht wegzubringen, und wenn sich der Geschmack heute auch geändert hat und die Schreibart eine ganz andere geworden ist, Ihr werdet, liebe Kinder, heute noch Eure helle, ehrliche Freude an diesen Büchern haben, wenn Ihr auch einige Partien innerlich in Eure Sprache und Denkart „werdet übersetzen müssen. Und wenn Ihr sie zu Ende gelesen habt, so heißt es nicht: „Aus!" Nein, Ihr habt dabei wichtige Kapitel der jüdischen Geschichte .spielend erlernt und erfahren. Und das gleiche gilt vielleicht auch von* Büchern wie „Im Judenstaat der Chasaren",. wo der Uebertritt eines ganzen Volkes zum Judentum im 8. Jahrhundert in lebendiger Darstellung geschildert wird. Ihr kennt die ganze Tragödie der Irrungen durch den falschen Messias Sabbatai Zwi; das Frankfurter Ghetto zu Beginn des 18. Jahr hunderts in all seinen winkeligen Gassen; das Märtyrerschicksal des Proselyten Abraham von Wilna; das Werden, Wirken und Lehren eines Rabbi Mosche Sofer, gen. Chatam S of er, kennen lernen, wenn Ihr-die Erzählungen: „Messiasbraut", „Feuerzeichen", „Abraham Sehn Abrahams" und „Licht aus dem Westen" lest. Der Jugend etwas vorpredigen, wollte der Autor mit diesen Büchern nicht. Und eine frohe Botschaft habe ich Euch noch zu bringen. „Eine unbekannte W e 11" nennt sich ein Buch der Erzählungen aus dem jüdischen Familienleben von J u d ä uV.~tV^IcJb~ konnte Euch das Buch bis jetzt rnicht;>%n^|ejtr len, weil es vor etwa 30 Jahren, schon "iiach kurzer Zeit, vollständig vergriffen wurde. f'^Das Buch ist in herrlicher Ausstattung im Hermon 4 Verlag Frankfurt a. M., Schützenstr. 12,: wieder" erschienen. Siebzehn Erzählungen, und jede \£ür sich ein Kabinettstück schönster Erzählungskunst. Echte Jugendliteratur, obwohl und eben weil es nicht direkt für die Jugend geschrieben wurde. Eine u n gekannt e Welt! Ist man aber darin eingedrungen, so kennt man sie. Jede der Gestalten ist uns irgendwie bekannt, jede der Begebenheiten ist ein Stück jüdischen Lebens, das wir irgendwie kennen, das uns im Blute sitzt. Die einfache, edle Sprache macht die Lektüre zum Genuß, Man fühlt sich gehoben und veredelt, weil sich das Buch jeder Aufdringlichkeit enthält und gar nicht darauf ausgeht, zu moralisieren. Diese 528 Seiten ergeben nur den ersten Band. Wir wollen hoffen, \daß wir nächstes Jahr .Euch zu den Ferien auch schon den zweiten Band empfehlen können. Man hört oft klagen, wir seien so arm an guter Jugendliteratur. S o arm sind wir gar nicht. Man muß r nur sehenden Auges Umschau halten und nach dem richtigen greifen. Und eines möchte ich Euch noch zum, Schluß verraten, liebe Kinder: Die Armut kann durch Euch behoben werden." Ihr beschenkt Euch selbst, wenn Ihr mit Vorliebe nach jüdischer, g u t j ü d i s c h e r Literatur greift. Denn je mehr Ihr diese Bücher lest, sie Euch schenken laßt und selber zu Geschenkzwecken benutzt, um so mehr werden sie abgesetzt, und je mehr sie abgesetzt werden, um so ermutigter werden die Schriftsteller, neue, schöne Sachen auf den Büchermarkt zu bringen. Und diese neuen schönen Bücher kommen Euch, liebe Kinder, zugute. —tz, rrnn T ' ■ . ■ —. ib- * - ro - D" - \ - a - ti x n - nri - n - m-1 - rix - - -a T " :nibsi^n •TW 'Tür (i strumpf jn^öiÄn n^an 7j?a nnasfn nWn & i _ " -O'ran nysnKöVnK fü <s I ^nniiinö'n^'K a#u ^i^na nwstf tonjjppjga•»■prno'ipö (5, ♦7rm n-is ivi nayrr ntffe' ♦Vanjr. f^a >ti,t Dtf (7 Aus den Silben sind Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben ein Buch aus yjn ergeben. Von Jos?f Hofmann, Jerusalem, 11 Jahre* .

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