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Der Israelit · 1937-07-01 · Heft 26 (1.7.1937) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 26 (1.7.1937)
Date
1937-07-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Seite 4T 'f^^^^tt sprach: Ihr weint und Jbraucht nicht 3ax -"weinen, einst werden Eure Kinder in dieser Nachts fram,9. — wegen eurer Sünde bittere Tränen weinenv Ihrwollt; nicht in das ^•'■iläa^^nün^olltjihr., auch nicht dorthin. Alle die Männer, die meine Herrlichkeit und Wunder gesehen;- haben in Aegypten und: in; derv .Wüste, ^sollen" vom Vorjahre an und darüber, in der vWüste isterben. Nach' Anzahl der Tage; da sie das Land ausgekundet habend sollen sie 40 Jahre in. der Wüste umher ■ irren, rbis alle die dahin gestorben sind, die meiner. Stimmenicht gehorcht' haben. , . Und jeden Tag gruben sie Gräber* die Toten hineinzulegen.. Da plötzlich, am ,15. 3N des 40. 'Jahres der Wüstenwanderung hörte ~. das; Sterben auf, und die offenen Gräber wurden wieder zugeschüttete Alle Trauer war vergessen, und •der 15, 38 wurde für alle Zeiten ein .Freudentag. — Zu denen;^ die in der Wüste sterben mußten, gehörte auch Zelofchot, der Sohn Chefirs, aus dem Stamme; Menasse. Zelofchot hatte fünf Töchter* aber keine Söhne. Die Töchter waren sehr fromm und' klug und kannten all die Gesetze, die am Berge Sinai und in der Wüste gegeben, worden. Aber das Gesetz über die Verteilung des Landes machte ihnen große Sorge. "Und wenn sie nicht für ihr ■: Erbrecht kämpfen würden, dann würden sie einer vtraurigen Zukunft entgegen igehen. > .• -; Mose'sf hatte" angeordnetj daß das Land nach den; 12 Stämmen verteilt werden solle. Jedoch nicht, so, daß die- Verteilung eine gleichmäßige sei, also daß jeder Stamm V« des Landes erhalte. So> nicht, " sondern jedem Stamm solle nach Anzahl seiner-1 Familien sein Anteil zugemessen werden. Und wenn der Vater einer Familie gestorben, dann erbten nur die Söhne, nicht aber die Töchter. Das wars, was den Töchtern Zelof chots; so große Sorge machte. Daher traten sie eines Tages vor Moses und sagten: Unser Vater ist gestorben in der Wüste. Söhne: hat er nicht hinterlassen. Wenn nun das Land - nach ~ dem Gesetz zur Verteilung kommt, und der Stamm Menasse einer jeden: seiner Familien ihr Anteil zuweist, wird unsere Familie von der Verteilung ausgeschlossen sein. Laß uns an die Stelle unseres Vaters treten und gib uns, was unserem Vater zufallen würdeK so er noch am Leben wäre. Moses brachte die' Sache der Töchter Zelofchots vor G'tt. Und G'tt sprach:- Gib den Töchtern Zelofchots, was sier mit Recht fordern können. Und für spätere Zeiten sollst -du anordnen; Wenn ein Vater "stirbt> und hinterläßt kernen Sohn, dann falle das Erbe den Töchtern zu. Eines Tages traten nun die Häupter des Stammes Menasse vor Moses und sprachenDu. hast > geböten, das Erbteil Zelofchots -solle auf seine Töchter übergehen. Wenn nun Männer-" aus "einem .anderen Stamme sich die Töchter zu Frauen nehmen, so würde das Erbteil / unserem Stamme entzogen und dem anderen^ Stamme zufallen; Und'VMoses sprach: Ihr -habt recht geredet; darum -sei geboten* nur Männer aus dem Stamme Menasse können sich die Töchter Zelofchots; zu. Frauen . nehmen. So tatenr;- diese auch; sie nahmen sich Männer aus dem Stamm Menasse. , Als nun später das Land durch Josuah zur Verteilung gekommen war, durfte keine erbberechtigte Tochter einem Manne aus einem - an? deren Stamme*zur Frau werden.'Erst als" das ganze Land erobert und verteilt, und das in das Land gekommene Geschlecht gestorben war, wurde das Gesetz wieder aufgehoben, und Söhne und Töchter aus verschiedenen Stämmen durften einander heiraten. Da war große Freude im; Volke, besonders an dem Tag, von dem an dieses wieder gestattet, es war der 15.3K» Fortan .wurden an , diesem Tage Volksfeste abgehalten, und die Töchter in Israel gingen hinaus in die Weinberge zum Tanz. (Fortsetzung im nächsten Jahr.) EMKA. Kaiser Vespasian vor den Toren Jerusalems, Von Alfred Werner. Alsv Jerusalem, der. lieblichen Stadt, die Einnahme durch die Feindestruppen.- bevorstand, schlich sich Rabbi Jochanan ben Sakkai aus dem belagerten Heiligtum -durch die Reihen" der eigenen Wachtposten wie durch die römischen Legionen hindurch ins Zelt des Feldherrn - und bat Vespasian kniefällig um eine Gnade. Der Römer, von Mitleid für den ehrwürdigen Greis ergriffen, zugleich aber verwundert, über die Kühnheit des Juden, der sein Leben aufs Spiel gesetzt. hatte, glaubte den Inhalt des Begehrens erraten zu können und sagte gütig: „Du 'bittest,; daß dir dein Haus geschont werde? Die Bitte sei dir ge-währt," „Ich besitze kein Haus" erwiderte der Rabbi. „Hast du etwa Söhne oder Enkel unter -meinen Gefangenen?''., „Ich, habe niemanden auf der Welt", antwortete ben Sakkai leise. „Dann, kommst du gar, um deine .eigene alte Haut in Sicherheit zu bringen, weil du dich beim Todfeind besser geborgen dünkst als drüben bei vden Tollköpfen und Messerhelden in eurer Stadt?" fragte der Befehlshaber mit leichtem Spott. Der Alte-"schüttelte das. Haupt: „Mein . Leben liegt in G'ttes Hand. Aber ehe. ich dir meine Bitte vortrage, flehev ich, dic;h an, mir ihre .Erfüllung zu versprechen. „Ein unbilliges Verlangen," sagte Vespasian, geärgert über die unterwürfig-selbstbewußte Art, des vor ihm Knienden. „Steh auf, alles sei dir gewährt — falls du nicht etwa von mir verlangst, ich solle die Belagerung Jerusalems aufgeben." „Dann mögest du mir erlauben, daß sSichl mir hier:im Lande noch Vor dem Fall der Stadt eine Schule für meine Jünger und für solche, die es werden wollen, aufrichte, o Imperator!" .Noch vor dem Fall der Stadt' . ... .Imperator — mit freudigem Schrecken murmelte der Römer diese Prophezeiungen des Abgesandten eines fremden ....G;ttes vor ^sich hin, dann faßte der sonst so harte , und wortkarge c Soldat den Patriarchen bewegt an seinen hageren Schultern:;. „Ist das raueö, Rabbi, was du von mir willst? Verlang' doch mehr — ich

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