Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1937-06-24 · Heft 25 (24.6.1937) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 25 (24.6.1937)
Date
1937-06-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450961-2450985--83070-2541058
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

V Seite 2 Nr. 25: Der Israelit Die neuesten Pogrome in Polen -Nach Briest Czienstochaü Warschau, 23. Juni, Die Ausschreitungen in C zenst.o c,hau zeigen wieder das schön bekannte, Bild: Ein jüdischer Metzger kam in eine Schlägerei mit einem Polen, die für den letzteren tödlich ausging. Sofort setzte eine wilde Judenhetze ein, die noch nicht zur Ruhe gekommen ist, obwohl in einem, amtlichen Communique festgestellt wird, daß es sich um einen rein persönlichen Streit zwischen dem Juden P e n d r a k und einem wegen verschiedener Verbrechen wiederholt verurteilten Polen namens Bar an handelte. Die Exzesse dauerten in der Nacht zum Sorintag fast ' bis' zum Morgengrauen hindurch. In mehr als zwanzig größeren und unzähligen kleineren jüdischen Geschäften wurde die'Ware ausgeraubt oder vernichtet. Am Sonntagniorgen flammten die Unruhen wieder auf. Jüdische Betriebe wurden in Brand gesteckt, vier Juden, der Gymnasiallehrer Dr. Ignaz Schreiber, Abraham Plawner, Melech .Schapiro und Josef Czenstochewski, wurden sehr schwer verletzt. Auch am Sonntagabend war die Ruhe noch nicht hergestellt und kein Jude auf der Straße zu sehen. Die Hachschara des' Haschomer Hazair wurde überfallen und mehrere Chaluzim mißhandelt. Sämtliche Fenster der Farm sind zertrümmert. Die jüdische Gemeinde hat an den .Ministerpräsidenten und an die Zentralbehörden Telegrammeabgesandt. Der Stadtpräsidentvon Czenstochäu hat an die Einwohner einen Aufruf erlassen, in dem er die Menge warnt, der staatlichen Justiz durch Selbsthilfe vorzugreifen, und die schwersten Strafen androht. All diese Beruhigungsmittel haben Jeider bis jetzt ihre Wirkung verfehlt. Zweite Weltkonferenz dei; polnischen Juden im Ausland P a r i s 16. Juni. Dem ITA-Vertreter wird mitgeteilt, daß die IL Weltkonferenz der polnischen Juden im Ausland in der zweiten .Hälfte August in Paris stattfinden wird. Die Vereinigungen polnischer Juden in Nordamerika, Kanada, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Südafrika, Palästina, England, Frankreich, Deutschland, Belgien, Holland und Luxemburg haben, der Exekutive des Weltverbandes bereits mitgeteilt, daß sie Delegierte zu der Weltkonferenz entsenden werden; Der Weltverband der polnischen Juden im Ausland ist auf der im September 1935 in Londön,; abgehaltenen I. Weltkonferenz der polnischen Juden gegründet wor-) den. Beruhigung in Italien. Rom, 23. Juni. Die in letzterer Zeit immer schärfer werdende Polemik in der italienischen Presse gegen den Zionismus wie gegen das Judentum schlechthin, hat auch zu einer Krise im Verbände der jüdischen Gemeinden Italiens geführt. Die Demission der Verbandsleitüng ist aber von der Regierung nicht angenommen worden Und sie hat bis zur Beendigung der Amtsperiode, d. h. bis zum Jahresende, im Amte zu verbleiben. Somit werden auch die zionistisch gesinnten Mitglieder, gegen die sich die Opposition * auch ihrer eigenen Vorstandskollegen richtete, 2unächst im Vorstande weiter amtieren. Der Eigentümer der großen italienischen Zeitung New Yorks, Generoso Pope, eine der einflußreichsten amerikanischen Persönlichkeit ten' italienischer Abstammung, teilte dem ITA—j Vertreter, mit, er habe in Rom sowohl vom König Victor Emanuel wie von Mussolini und Ciano die Versicherung erhalten, daß die antijüdische Kampagne eingestellt, und die vollständige Gleichberechtigung der Juden Italiens für alle Z u k u n f t ge s ic h e r t wird. Besonders der König häbö seine uneingeschränkte Anerkennung firr den Patriotismus der Juden Italiens ausgesprochen. Kongreß der jüdischen Reichspartei Rumäniens. Bukarest, 24. Juni. Der Kongreß der jüdischen Reichspartei Rumäniens ging heute zu Ende. Delegierte waren aus allen Teilen Rumäniens anwesend. Unter den führenden Persönlichkeiten sah man auch <Jen Kischinewer Agudaführer und früheren Senator, Oberrabbiner Z i r e 1s o h n, und den Vorsitzenden des jüdischen Parlamentsklubs Dr. Mayer Ebner. |n .einer öffentlichen Kundgebung sprachen am : Sonntag abend prominente Redner. Näch^ mehreren Arbeitssitzungen und nach Anhörung von Referaten überdie Lage in ^verschiedenen Provinzen .und alle jüdischen Belange, wurde'eine Resolution ' angenommen, die u. a. folgendes besagt! ,,Die bevollmächtigten Vertreter der Jüdischen Partei Rumäniens bringen gemeinsam mit der jüdischen Bevölkerung des Landes ihre tiefste Besorgnis über die gegenwärtige außerordetnlich ernste Situation der Judön in Rumänien zum Aufdruck, dre durch die Bestrebungen entstanden ist, die Juden aus ihren wirtschaftlichen Stellungen zu ver.dj-ängeh; sie fordern von der Regierung, alle erforderlichen JV^aßnahmen zum Schütz der der jüdischen Bevölkerung durch die Gesetze des Landes gewährleisteten Rechte zu,, treffen und jedem Versuch einer Gesetzgebung Widerstand zu, leisten, durch die : eineyLUnterschaei.öung.^.zwisehenatM^ers^iedenen Teilen der . Bevölkerung Rumäniens eingeführt werden wÜrde;,'!sie^)ap;p^niereti,' an; die;, Ju&sche Bevölkerung, die drohende Gefahr der Juden* feindschaft in Rumänien rnjt. vereinten Kräften zu bekämpfen; sie versichern-die Jüdische Partei der rückhaltlosen 'Unterstützung durch dib jüdische Bevölkerung' des Landes ürid fördern die Parteiführer auf, energische Maßnähmen zur Sicherung der jüdischen Position auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet zu treffen."; Die südafrikanische Judenheit fordert erhöhten Schutz- Johannisburg, 24. Juni. Der Luftpostdienst der ITA; meldet^ däß, der Z w e i j a h r e s k o n g r.e ß d e s s ü d a f r i k an,x sehen Bo'a;r d of D e p u t'i e s =Entschlie- _. •"_>l '- , 1 . -.u . . 1 ' ßungen! zu-' ■ der fudenfeindlichen Bewegung' in Südärrilfa;iy!ön grjoßer Tragweite' angenommen .,'ßat.' In dieser. ,EritschHeßuing wird das Bedauern üder südafrikanischen. Judenhett über, den 'Ver- Hast Du schon einen Auf Die h kommt es an! Auch Deine Stimme der Thora. such mancher Zeitungen, \ Haß und Zwietracht unter der Bevölkerung zu säen, ausgedruckt, zugleich aber mit Genugtuung festgestellt, daß von den geistigen Führernin Kirche, Parlament und Presse eine Beeinflussung der öffentlichen Meinung gegen Juden und Judentum ' scharf mißbilligt wird. In der zweiten Entschließung wird die Regierung dringend aufgefordert, Gesetze zu schaffen, die gerichtliche A'bhilf.e gegeneine Betätigung ermöglichen, welche Gefühle der Mißstimmung und Feindschaft oder der Verachtung gegen eine Klasse oder Gruppe der Einwohner der südafrikanischen Union hervorruft oder fördert. Der steilvertretende Ministerpräsident General J. C. Smuts hat in einer Botschaft an den Kongreß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Board und Regierung hervorgehoben , und unter Hinweis,,auf ein, Wort des Propheten Jesaja die Vertreter' der südafrikanischen Judenheit ermahnt1, G e d u 1 d , Vertrauen und Gemütsr u/h '& zu. bewahren. Diese Eigenschaften seien gute Waffen. Schaffung von Lesebüchern für jüdische Schulen. Berlin, 23. Juni. Die Presseabteilling der R. V. schreibt uns: Die Sc.hül.a.bt eilung der Reichsv e rit r e t u n g.d e r Juden in Deutschland hat bereits seit geraumer Zeit die Vorarbeiten für die Schaffung von Lesebüchern für jüdische Schulen in die Hand, genommen. , iNunmeht ist durch «inen weiteren Erlaß vom 25. Mai 1937 die Grundlage: für die Inangriffnahme der Vorarbeiten für die Schaffung von Lesebüchern für das zweitem dritte und vierte Schuljahr gegeben worderi,s Dennach sind die jüdischen Scßulen von der Verpflichtung zur Einführung der neuen staatlichen Lesebücher befreit. Elektrische Betäubung rituell u^iu1(ässig!ifi^ : . •' Die ITA. berichtet junter dem 22. Juni aus London: r . y> 7 . ,.; :.: .. " .' .'.Öle... führenden. o^tpuropäisct^ri;, Rabbiner, an ihrer;;. Spitze .;Rabbi; GhaftmloQs^r;nC^odzienski •'in-Wik*^; haben, wi'e:,fdie Weltorganisation Agudas Jisroel mitteilt, im Hinblick auf die von einigen nordischen Staaten beabsichtigte Einführung der elektrischen Betäubung.'vor dem ^Schlachten im Namen von 8Q0. Rabbinern eine Erklärung veröffentlichte <inrI det sieJfeststellen( daß\dies.es Verfiahren" religio'hs'gesetzlich absolut unpia,s s'i g .s£i.'jJßen•. geistlichen;und ' weit* liehen Führern > des <jüdischen Volkes obliege die 'Pflicht, jede Entweihung des* Gesetzes zu verhüten.;;i" ■ ' Herren- und Berufskleidung, M a ß-K ö n ffek t i.om- 1 Vs-Verarbei tun g Frau F. MAIER Ww. F a h r g a s s e 9 4 1 Minute von der'Konstabier Wache

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.