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Der Israelit · 1937-06-03 · Heft 22 (3.6.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 22 (3.6.1937)
Date
1937-06-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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n.issr Frankfurt a. M. 3. Juni 1937 25. Siwan 5697 Nummer 22 Mandats-Kommission eröffnet, aber Palästinatagung erst Ende Juli- Genf, 31. Mai. Unter dem Vorsitz ihres Vizepräsidenten, des Belgiers Pierre O r t s , hat die S t a n d i g e Mandatskommission des. Völkerbundes am 31. Mai ihre 31. ordentliche Tagung eröffnet. Der Berichterstatter kündigte an, daß die P al ä s t i n a f ragen einer außerordentlichen Tagung, vorbehalten bleiben, die Ende JuH stattfinden soll. Zum. Vorsitzenden der Mandatskommission wurde für dieses Jahr mit 6 gegen eine Stimme der bisherige stellvertretende Vorsitzende Pierre Orts, "zum stellvertretenden Vorsitzenden der Rektor der Genfer Universität, Prof. William R a p p a r t, mit 4 gegen 3 Stimmen gewählt. ■ , Als Nachfolger; des verstorbenen^iranzosischen Mitgliedes der Ständigen Mandatskommission .des Völkerbundes, Francois Manceron, ist der ehemalige Gouverneur von Französisch- Zentralafrika, I. Giraud, vom Völkerbundsrat zum Mitglied \ der Mandatskommission ernannt worden. Palästina-Pavillon auf der Pariser Welt-Ausstellung eröffnet. P a r i s , 28. Mai. Der P a 1 ä« t i n a - P avi 1 Lp n auf .der Pariser Weltausstellung ist eröffnet worden. Die Eröffnung vollzog sich in einem feierlichen Rahmen und in Gegenwart' zahlreicher hervorragender Persönlichkeiten des französischen öffentlichen Lebens und der jüdischen Vereinigungen. IL v. a. hielten auch der französische Handelsminister B as ti d, Senator Justin G ö d a r t, .der Präsident des Comite France-Palestinie und der Präsident der Jewish ■Agcncy Reden.' -:i> :;: :V Bei den -Eröffnungsfeier^ auch ein Vertreter des e n g l i s c h e nf B Wt s g hiä fters zugegen. ' i '. Palästina-Zertifikate für Juden in Polen anläßlich der Krönung des englischen Königs Warschau, 31. Mai. Anläßlich der Krönung König Georg VI. hatten sieh zahlreiche Juden aus Brovinzstädten jD Polen an den König mit der Bitte um Zuteilung von Palästmaeinwanderungszertifikaten gewandt und dabei auf die schwere Not der Juden Jn Polen hingewiesen. Viele Bittsteller haben j^nmehr die Benachrichtigung erhalten^daß ihr esuch berücksichtigt worden ist. Sief; wurdert S eichzeitig aufgefordert, - die Vorbereitungen für ' le Uebersiedlung nach Palästinas^zu treffen. ■ % Kongreß der B'not Agudat Jisrael eröffnet« Lodz, 1. Juni. In Anwesenheit von rund 300 Delegierten aus 271 Städten, unter ihnen auch Abgesandten aus Palästina, England und der Schweiz, wurde in L o d z der Kongreß der B'notAgudas Jis.ro.« 1 eröffnet. Den Beratungen wohnen auch mehrere hundert Frauen als Gäste bei. Für die männlichen Vertreter der Agudat Jisrael wurde auf der Tribüne ein von dem Frauenpräsidium abgesonderter Raum reserviert. Die Eröffnungsansprache hielt die Leiterin der Lodzer Ortsgruppe, Frau Cohn. Sie gab einen kurzen U eherblick - über die. Enti^iekliM^ der B'not-Bewegung in der letzten Zeit. Dann rezitierten zwei Kantoren Gebete zum Gedächtnis der in Palästina und im Galut gefallenen Märtyrer sowie der verstorbenen Ägudaführer; (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Die 'Konferenz der Benoth Agudas Jisroel in Lodz . . ..........Seite 2 Die neue englische Regierung . . Seite 2 Die neuesten Berichte aus Polen . Seite 2 u. 7 WochenrundSchau (in der Stadt von Saul Wahl) . . . Saite 3 Die Bibel bei dem Londoner Krönungsakte Seite 4 Agudas Jisroel und der Hamburger Raw Seite 5 Julius Hollander und Agudas Jisroel . Seite 5 Die Wahlordnung für die Konferenz der Weltorganisation der Agudas Ji5roel-Frauen- und Mädchengruppen ...... Seite 6 Das? Ergebnis der. Parlam^t^watlen in Holland. *""?"*■!"' : ■■■ Seite 7 Ein Gemeindejubiläum in Shanghai . . Seite 8 Der Joint für jüdische Notleidende in Europa Seite-& Erez Israel . . Seite 9 Klein© Dokumente eines großen Mannes i Seite 10 Renegaten des Geistes« i; IL D i e i!M e t h o d i k in Elias Auerbach: Wüste und gelobtes Land. Von Oberrabbiner Dr. Carlebäch.*) Die methodische Grundlegung ist für jedes Werk der entscheidende Maßstab seines Wertes. „Das Philologische muß in Ordnung sein", das Ausgangsmaterial unangreifbar dastehen. Nur J'in den .Schlußfolgerungen, in, der Verwertung der quellenmäßigen Unterlagen kann eine Differenz der Meinungen sich geltend -machen. Auf fälsche oder halbwahre Zitate,; auf}, grobe Verschweigungen ein Gedankengebäude aufzubauen , wi derspricht der primitivsten Pflicht. der wissenschaftlichen Redlichkeit; ja selbst auf ein zweifelhaftes, in seiner Auslegung nicht eindeutiges Zitat sich zu berufen, ist eines Forschers unwürdig, der den ernsten Leser überzeugen will. Das aber ist durchgängig der Weg des: Werkes; das Elias Auerbach uns vorlegt, eines Werkes, das die Axt an die Wurzel des Judentums zu legen und alle unsere geschichtliche U eberlief erung zertrümmern zu wollen sich anheischig macht. Wo immer er in den Streitfragen zwischen Traditi on und Hyp othese die Bib el zum Kr onzeugen anruft, besagt sie das Gegenteil dessen, was Auerbach herauslesen will* oder ist als-Beleg, völlig unzureichend und bedeutungslos. Mit solchen' Mitteln sollen'die wichtigsten Grund- *) Siehe Literairische Beilage zu Nr. 12/13 des „Israelit" vom 25: März 1937. fragen. der Geschichte und aler. Weltanschauung zum Austrag gebracht werden! Aus der Fülle der: Beispiele wählen wir als erstes: ' D i e.. L e g i t imi tat der kan an ä i s che n . Mis c hr e,li;g i on. Es wird von Auerbach der ungeheuerliche Satz aufgestellt: erst in späten Epochen habe sich die Trennung der judischen Lehre von leanaanitischen Elementen und heidnischen Glaubenssymbolen vollzogen. \Die Kälberdienste von Bethel und Dan, die satanischen Ausgeburten der Politik eines | Jerobeam, seien von Propheten der Wahrheit noch als legitime religiöse Aus drucksformen anerkannt worden. Man faßt sich an den Kopf: welcher Prophetenausspruch kann da wohl gemeint sein? Auerbach aber hat eine solche Stelle. Aus den 5433 Versen des Sefer Newiim acharaunim, des eigentlichen Prophetenbuches, will er wirklich ein e n Satz der Bestätigung seines Systems herausgefunden haben. Ist es schon ein halsbrecherisches Unterfangen, einen Vers mit 5432 konstatieren zu lassen, so wird der Leichtsinn der Konstruktion erst richtig sichtbar, wenn, wir uns jenen angeblichen Sonderling im Prophetenkanon anschaun; gemeint ist Hosea III, 4. ,,Lange Tage werden die Kinder Israels dasitzen, kein König und kein Fürst, und kein Sohlachtöpfer und keine Standsäule, und kein Ephod und Teraphim." (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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