Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 20 (21.5.1937)
- Date
- 1937-05-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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^Si^^^S^^^!^^mlm!!^?^vs^i^!^7'. •■v* * v ' I I Frankfurt a. M. 21. Mai 1937 11, Siwain 5697 Nummer 20 U NSR LAGER! Zum 25jährigen Bestehen der Agudas Jisroel. Von Rabb. Wolf S. Jacobson, y „Der überlieferte ''Begriff des i'S'lU'W ist's -— Israels Gesamtkörper, erfüllt und getragen von seiner min als organisierender Seele •— den wir durch «unsere „Agudas Jisroel": inmitten der Kulturwelt und mit den technischen Mitteln, die die Kultur uns aufs neue reicht, realisieren wollen." (Jacob R o s <e n ih & i m auf der Gründungs^ Versammlung ' der A. J. in Kattowitz am 1 2. Siwan 5672.) „Darüber ist kein Zweifel: das Wesen eines Organismms liegt, in. seinem b'eiterrscheiLdem Mit t el p lin k t'e v seiner S^e^l^. Israels Seele aber ist —-.-das Bild aus der Wüste sagt es wie die historische Erfahrung der Jahrtausende — seine Th o r a. Nicht wie in der Vorzeit um die Lade, die die sterblichen Reste Vater Jakobis barg; nicht, wie die Engel, um die über alles Menschliche erhabene Wesenheit G ' 11 e s —, um die Lade des Gesetzes haben sich 'die Stämme des jüdischen Volkes zur' Einheit zu sammeln, nicht Stammes- Rassen- oder Volksibewußtsedn, eben so wenig die abstrakte1 Konfession, sondern G'ifces T h o r a gewordener Wille allein, der Gesamtkomplex der m-ionm nairon min muß wiederum das Lebensprinzipum, der alles ei füllende Gesamtwillei des jüdischen Volkes werden, das als Organismus in Agudas Jisroel zum ersten Male wiedeir seit Jahrtausenden ' zum Bewußtsein ©einer wahrhaftigen Naiionalauigabe erwachen''will." (Ja c o b iR o s e n h ei m auf der I. Kenessio Gedaulo der A. JÜ. in Wien am 4; E1 u 15683.) I. Wenn wir uns heute anschicken, der Agudas Jisroel den Gruß der Liebe und Huldigung zu entbieten, so -tun wir es noch unter dem Eindruck der uniin |fla |ÖT' denn wir wissen, daß d i e s e Zeit die e i g e n 11 i c h e Geburtsstunde unserer: Organisation ist, und wir wollen I sraels Lager in der Wüste vor Augen haben» wenn wir versuchen, einiges festzu'halte.n^ von chjm, was Agudas Jisroel schon 1 ei s t et e und noch an A u f g a b e n z u v oll b r i n.g e n hat. Lsf a e'l s L a;!g e r : von ihm las Jacob Rosenheim, das W e s e ri. unserer Agudas Jis.- Toel ab, da er es in obigen Worten, unübertreff-, lieh und für alle Zeiten gültig:,, vor,; unser Bewußtsein brachte. Und er folgte dabei den Spuren des Madrasch, der dieses Lager in farbenprächtigem Reichtum ausdeutet. So wollen auch Wir in diesen Spure« wandeln! I m Mi 11 e lpunkte.: „die Lade mit dem Thoragesetz, .die Stätte der na'O'lP' und <lie vor diesem Zentrum schützend gelagerten D,3MD und ^t>' " — alles, was. wir im Namen und durch Agudas Jisroel anstreben und vollbringen wollen, empfängt seihe' Berechtigung und Legitima-, J*0n allein und ausschließlich vom G es et z G ' 11 e s s e 1 b e r und läßt dieses Gesetz in seinen . Forderungen an unsere Zeit und unsere Lebensverhältnisse deuten und verkünden von unser en\R a b b in en , die von pr,.aron un'd seinen Söhnen das Recht und die Nicht übefnomm'en haben, klar und nüchtern, Von keinen noch so überraschenden und berauschenden Geschehnissen der. Zeit beeindruckt, auf ihrer Warte z>u stehen: „um zu unterscheiden zwischen Heiligem und Profanem, zwischen unrein und rein", zwischen der ewigen Forderung des Judentums und dem vergänglichen Anspruch des Tages j— mag er seine Stimme, auch noch so laut erheben -— und so: ,, d i e Entscheidung zu treffen für die Kinder Isr ä e 1 s " — im Mittelpunkt n.Tinn "»aan nXXttÖ' der Ra b b i n i s c he R a t d er Agudas J i sr o e 1, Um den Mittelpunkt lagerten sich die. einzelnen Stämme, jeder Stamm beson de r e r Aufgabe vorbestimmt, besonderem Schicksal unterworfen _— und die Gesamtheit der Stämme das jüdische Volk „als Aufgabe und Verwirklichung" '■ darstellend. Im Osten, von woher'der Welt das Licht aufstrahlt, jener nervo r r a g e h d e n Himmelsrichtung, lagerten Jehudo, Jissochor und Sewulun. Dieses Lager trug den Namen Jehudos. Jehudo repräsentiert die Herrschgewalt, Jissochor die Thorakunde, Sewulun die Wirtschaftskraft. Lesen wir von den Stämmen und dem Besonderen, was sie darstellten, . die wichtigsten Aufgaben ab, die unserer Agudas Jisroel oblagen und obliegen, dann verlangt Jehudo von ihr, daß;^^den Anspruch der Thora vertritt und verficht, in allen Fragen, die die Jüdenheit betreffen, das entscheidende Wort zu sprechen, den mäßgebenden Weg zu weisen; d i e, T h p r a im;Einzel- und Gemeinschaftsleben nicht nur geduldet sei, sondern herrsche! Jissochor fordert von ihr vollste Kraftentfaltung auf dem Gebiet der Thorapf lege und E*rzi e h ung; und Sewulun mahnt, das Gebiet der Wi r t s c h a f t«u n d d e r sozialen A r h e i t in treue Pflege zu nehmen. In welcheim .Umfang es: der Agudas Jisroel gelungen (ist,; diese Aufgaben,: von denen die ierste auchunter jde4n ztisammenfässenderi'Begr^fl' P b- 1 i t i k deutlich /gemacht werben kann.! Politik im höchsten und reinsten Sinne, wie ihn Jacob Rosenheim für uns in den „Vorfragen un d Gr und- " {J U •' .. * -(,;.• ° ■ ■ [;. (» problemen, der agudistischen Politik" dargestellt hat — 'zu,-, erfüllen oder wenigstens plättmäßig' zu beginnen, das soll hier im Einzelnen nicht aufgezählt werden. Dies würde den Huldigungs1 grüß zu einem Geschichtsabriß erweitern? es genügt zum ersten Punkt auf unsere Positionen in E re z Ji s r o e 1, P o l;e n und beispielsweise — L e 111 a n d hinzuweisen, zum zweiten auf das Wollen des K e re n-'H a t o ra h und das Wirken von B eth Jacob und zum dritten auf unsere Poale Agudas Jisroel. Im Süden, von woher der Tau des Segens, von woher der Regen des Fruchtbarkeit sich ergießen, lagerten Ruwen und Göd, und zwischen ihnen Schim'aun. Ruwen verwirklicht den Gedanken der T s c h ü w o , God d a s k r a f t v o 1,1, e Kamp-'; - , ■ ' :'' ■1 j. ( ' ,. t f e n, imd zwischen beiden lagert Schim'aun, des : Schutzes und der Flankierung bedürftig, weil in seinen Söhnen das »bAK "11*111 des Stammvaters noch angstweckend nachzittert. Von diesem Lager lesen wir die große Mission ab, die die Agudas Jisroel nach i n n e n hat; die Rückkehrer aufzufangen, der Verfälschung des religiösen Bewußtseins und der Eigenart des j ü dischen V o 1k s b e g r i f f e s kraftvoll entgegenzutreten, eine starke Organisation zu schaffen, die den Schwachen und jedem Vereinzelten Schutz und Rückhalt gewährt. Was Agudas Jisroel in diesen Bezirken wirken konnte, soll wiederum nur durch Stichworte angedeutet wenden: die Aulim-Organisat i o n unseres jüngst verstorbenen, großen Meisters Nathan Birnbaum, die sich der Agudas Jisroel einfügte, die gewaltigen, von vielen mißverstandenen und von Verstehenden mißdeuteten Kämpfe um den Austritt aus der Kneses Jisroel, die größeren und kleineren Landes-Jugend- und Frauenorg a n i s a t i o n e n fast überall, sie kennzeichnen das Bestreben, den Tau des Segens auf unsere Gemeinschaft zu lenken. Im Westen, der Stätte der Scheck in o, die ihre Allmacht und Allgegenwart in den gewajtigen Wettern und Stürmen bezeugt, die sie von dorther über die Welt sendet,. lagerten Ephrajim, Binjoinin und Menasche. In Binjomins Gebiet war das H eilig tu m. Und zur Gemeinschaft g'tt-erfüllter., allen Stürmen standhaltender Juden und, vor allem, J u -. g e ri d zu erziehen, das Heilige Land wieder zum Sitz der Schechino vorzubereiten, fordern sie auf! Ob Agudas Jisroel die große Aufgabe gelungen ist? Wir Weisen hin auf den zielbewußten Weg, den unsere A g u d o j u g en d geht, auf unseren N o a r A g u d a tiij, dessen Menschen in leidenschaftlicher-Hingabe und heiligem Ernst mit dem Schicksal ringenj das der Sturm der Zeiten auf sie geworfen, iwir ^ei^en hia auf unsfere Er e z Ji s rb e 1- Arbe i t, der üiis'ere Besteht ihre ganzen Kräfte^ unsere Begabtesten* ihr ganzes Leben verschrieben haben, „ d i e W i e d e r v e r e'i n i'g u n g d e s jüdischen Lande s u n d d e s j ü dis c h e n Volkes unter der H e r r s c h a f t G ' 11 e s v o r z ubereiten!" Im Norden, von wo die Dunkelheit über die Welt hereinbricht, lagerten der Stamm Don, dessen G 6 t z e ridi eas f soviel Dunkelheit über die jüdische Welt im Läufe der Zeiten georacht; aber neben ihm Oscher, der von allen Söhnen Jakobs gesegnete B r i n g e r des Lichtes, und Naftoli, der vom Wohlgefallen 'Gesättigte* daß sie Don wieder zür Höhe verhelfen. Ob es Agudas Jisroel gelungen ist — und dies ist'die Grundfrage und sie tönt aus diesem letzten Lager und seiner Zusammensetzung an unser Ohr — in den 25 Jahren ihres Bestehens den Kampf gegen Gottlosigkeit und Bolschewismus, gegen das Dunkel, das heute über so viele Teile der Welt gelagert ist, erfolgreich zu führen, eine religiöse Re-