Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 19 (13.5.1937)
- Date
- 1937-05-13
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 Nr. 19 D e r' 1 s r t e I i \ 13. MM ' 1937 Aus der Agudas Jisroel-Bewegung. Zur SCHOWUAUS-AKTION 5697 des KEREN HATORAH! Von dem Landesdirektorium de® Keren Hatorah in Deutschland (Hamburg 13, Heimr. Barthstr. 21, Post* scheckkonto: Hainburg 24753) wind uns 'geschrieben: Die 5chowuaus-Aktion des Keren.' Hatorah ist seit 14 Jahren die . alljährlich wiederkehrende Aufforderung an all© Brüder und Schwestern, sich durch die opferbereite Tat zur Erziehung unserer Jugend im Geiste der Tauro zu bekennen. - Es genügt nicht, wenn wir uns am Feste von Matan Tauro freuen, die Tauro und unsere Häuser schmücken, heute tritt noch gebieterischer als früher an jeden einzelnen die unabweisbare Pflicht heran, sÄoh um die materielle Lage .der Tauro, ihrer Träger und ihrer Institutionen zu kümmern und ihre Not zu lindern! Darum spendet reichlich zur Schowuaus-Aktion des Keren Hatorah! Die Religiöse Konferenz der Agudas JiSroel in England. Die 'Religiöse Konferenz der Agudas J i s r'o e 1 (siehe Seite lji nawm einstimmig folgende Resolutionen an: Die Englische Jüdisch-religiöse Konferenz, einberufen von der Agudas Jisroel - Organisation in Großbritannien, appelliert an .die religiösen jüdisohen Gemeinden im Lande, die Arbeit der Agudas J&sroel-Orgianisation zu unterstützen und "wendet sich an alle, die willens sind, die Herrschaft der Thora im jüdischen Lebein. aufzurichten, sich um die Aguda- Bewegung zu sammeln und sie mit allen Kräften zu fördern. Die Konlerenz begrüßt die kommende K « n e s «i i o G ed au 1 o , das Parlament der thoraireuen jüdischen Nation, und fordert 'die englisch-jüdische Bevölkerung auf, auf dieser historischen Versammlung entsprechend vertreten zu sein. Die Konferenz appelliert an die jüdischen Gemeinschaften in England, Agudagruppen in allen Ländern des englischen Sprachgebietes zu sichaffen, um so 'die Fahne der Thora über das ganze Imperium zu verbreiten. Die Konferenz fordert .die jüdischen Gemeinden in England . auf, die Kraft der Thora im ganzen Lande zu stärken, 'die Jugend im Geiste der jüdischen Tradition zu erziehen, die S ab bat hut zu sichern und das Kaschruthweeen wie 'die Familienreinheit zu fördern. Die Konferenz drückt ihre tiefe Ueberzeugung aus, daß die katastrophalev Lage des jüdischen Volkes eine Teschuwah, M a e s e n r ü c k k e h r z u d e n jüdischen Quellen in der Gola wie in Erez Israel, fordert, und sie ist der Hoffnung, daß das jüdische Volk dem Rufe der Führer unserer Zeit folgen wird, sich an Thora und Traditionzu klammern. Die Konferenz stellt mit Bedauern fest, daß die Saibbatheiligunig abnimmt, daß das Käschruth vernachlässigt und 'die FamiUenremheit vielfach außer acht gelassen wird. Darum fordert die Konferenz jeden jüdischen Mann und jede jüdische Frau im Lande auf, sich Rechenschaft abzulegen über die Heiligkeit 'dieser Gebote, ohne welche das jüdische Volk nicht bestehen, kann. Die Koniferenz beschließt zjfim Zwecke der religiösen •Erstarkumg die Gründung eines *Synagos gen-Council, welchem alle religiösem Körperschaften angehören sollen, um mit gemeinsamer Kraft die Thora und ihre Gebote in London wie in der Provinz zu propagieren. In Anbetracht der verzweifeilten ökonomiischen Lage der Juden in P o 1 e n beischließt die Konferenz, durch eine Delegation dem Board of Deput i e s den Wunsch der Konferenz zu übermitteln, die gesamte Hilfe für Polen durch eine große Aktion unter der Kontrolle des Board of Deputier zu organisieren. Die Konferenz «drückt die Hoffnung au®, daß die religiösen jüdischen Gemeinden im Lande auch die Hilfsaktion für die Juden anderer Länder unterstüt* zem werden. Gleichzeitig aber bedauert sie, daß im Council for German Je w r y das religiöse Judentum und orthodoxe Institutionen nicht vertreten sind. Es soll daher eine Delegation bei Herbert Samuel vorsprechen, um ihn für eine 'gerechte Behandlung des orthodoxen Judentums zu interessieren. Die Konferenz schließt sich "der Meinung aller anderen jüdischen. Richtungen in 'der Welt an, die gegen die Schaf f um:g eines' jüd is c h*en Rand Staates im Westen P al äs ti na s protestieren; im Bewußtsein, daß Erez Israel ohne Jerusalem, idas das geistige Zentrum und die Quelle 'der Keduscha ist, wie ein Körper öhnie Seele bleiben und nicht imstande sein wird, die Voraus<s'eizuage<n der Propheten zu erfüllen. :. Die Konferenz begrüßt 'die Arbeit des Keren Hajischuw für den religiösen Aufbau Erez Israels und für 'die religiösen Arbeiter, die in den Poale Agudafe Jisr o e 1 organisiert sind, sowie für den religiösen C h i n n u c h und 'die thoratreuen "K i b buzim. Die Konferenz entbietet Gruß und Seigen den agudistischen Kibbuzim An Erez Israel und fordert jedes jüdische Haus auf, den Keren Hajischuw durch Aufstellung einer Keren Hajischuw-Büchse zu unterstützen. Die Keren Hajischuw-Zentrale fordert sie auf, das' Jahr der Kenessio Gedaulo für Landan k au f in Erez Israel auszunutzen. Die Konferenz verpflichtet sich, den- Keren 'Hatöfah, der die jüdisch-religiösen Erziehungsinstitutionen in der Gola und Erez Israel fördert, zu unterstützen. An alle Or* ganisationen, die das polnische Judentum unterstützen, ergeht der Ruf, auch 'den polnischen Keren Hatorah, 'die Zentrale religiöser Erziehungsorganisation im Lande, zu bedenken. Die Konferenz' fordert den Keren Hatorah auf, hen ist, daß 12.000 jüdische Mädchen in England zu unterstützen und nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, daß 'die Leitung der Jeschiwa „Or Israel" in die Regie des Keren Hatorah übergeht. Die Konferenz stellt mit tiefem Bedauern 'die traurige Lage auf dem Gebiete der religiösem T ö c h - t er er ziehung in England fest, die soweit gediehen ist, daß 12.000. jüdische Mädchen ni England überhaupt keine reKgiöse Erziehung erhalten. Es sollen darum sofort energische Schritte zur Gründung von B e t h J a k o w * S c h u .1 e n nach dem Muster anderer Länder in ganz England unternommen werden. Angesichts der III. Kenessio Gedaulo, die s. G, w. am 11. Elul -in Marienbad zusammentritt und eine mächtige Weltdemonstration des jüdischen Thoravolkes darstellen soll, wird die jüdische Bevölkerung in England aufgefordert, durch eine große Anaahl von Delegierten auf dem Kongresse vertreten zu sein und durch ragen Ankauf von S.eloim sieh das Wahlrecht für .die Kenessio Gedaulo zu verschaffen. Zuletzt fordert die Konferenz all 'diejenigen, die sich mit dem historischen jüdischen Volke verbunden fühlen, auf, sich der einzigen unabhänigig en Weltorganisation des religiösen Judentums, der Ajgudas Jisroel, aüzus schließen und sich als Mitglieder der A <g u d a s Ja sr o e l^Land e.® o r g anisa t i o.n in England einzutragen. Weltausstellung 1937 in Paris. ' Die französische Landesorganisation der Agudas Jisroel macht darauf aufmerksam, daß das Aguda* heim der Ortsgruppe Pari® sich bei Herrn Dr. Herz, 8 bis. ■rue.de rArrivee, 15 Arrendissement, Netro: Montparnas.se oder Bienvenue, unmittelbar an der. Gare Montparnasse, befindet. Alle Agudohfreunde, idie sich zur Ausstellung nach Paris begeben wollen, können dort jederzeit alle Auskünfte betreffs Unterbringung, Verpflegung usw. erhalten. . Schriftliche Anfragen werden gegen Beifügung des 'Rückportos gerne beantwortet. Telefon Littre 51—10. Nathan Birnbaum-Feiern. Dem Andenken Nathan Birnbaums' war ein Abend der Agudas Jisroel-Ortsgruppe Breslau geweiht. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden I. Möller hielt der Direktor des jüdischen Realgymnasiums, Dr. Harry Abt, ein fesselndes<, 'großangelegtes Referat. Er brachte eine lebendige Schilderung dieses großen Kritikers und Anregers, der trotz seiner Einsamkeit als jüdischer Mensch ein ragendes Vorbild' gewesien ist. Die Erschienenen erlebten.-so noch einmal' die Persönlichkeit -des dahingegangenen großen Mannes. * •.>•■■-. Die A n t w e r p e n e r Agudas Jdsroel-Frauen- und Mädcheiigruppe veranstaltete am Montag abend, den 19. April, eine öffentliche Gedächtnis-feieir <ra Ehren Dr. Nathan Birnbaums t7",ST* Herr S. Ostersetzer hielt 'einen ergreifenderi Nachruf,, in dem er das Leben und Wirken dieses großen Denkers und Führers schilderte., Marienbad rüstet sich für die Kenessio Gedaulo. Nach einem /Berichte des Jr P. B. erklärte der Bürgermeister von Marienbad', daß esi sich die Stadt zur großen. Ehre anrechne,: die.,, Kenessio Gedaulo , in ihren Mauern, beherbergen zu dürfen und jetzt schon alle technischen undi räumlichen Vorbereitungen für diesen. Zweck treffe. ' Bis ' zum Zusammentritt der K. G. wird auch eine eigene Fr au en ga 1 eri e in dem iKuraaäl fertiggestellt «ein, -? Vortrag des Herrn Rabbiner Ji Horovicz, Jerusalem, in Budapest. Die. Jischuw-Kommission der orthodoxen Gemeinde in Budapest veranstaltete am jüngsten Sonntag eine großangelegte Erez Jisroei-Versammlung im Prunksaal der orthodoxen Gemeinde, die von •hunderten Teilnehmern —• unter diesen, 'die ' prominenten Vertreter der unigarlänidischen .Orthodoxie —. besucht war.; Veranlassung zu. dieser Großversammlung .war die Anwesenheit des zur Zeit im;Budapest weilenden Rabb. Jonathan \H-o r o vi c .z äu® Jerusalem, der auf iEirsiudben des Vorstande« die- Abhaltung •eine® Vortrages über Erez Israel übernommen hatte. Einleitend eröffnete Präsident Ahr. von Freudiger die Versammlung, darauf hinweisend, daß cmi« n^wi mit dem *)£>iö ann an der- Spitze für die wärmste und aktivste Förderung, des alten Jischuw durch Gründung des Jiimnn />-ian&:W eingetreten sind. Präsident Freudiger sowie Rabbiner S u ß,m an n begrüßten in fiiehr warmen Worten den ehrwürdigen Gast aus Jerustailem unter Betonung, daß" hier ein Mann das Wort ergreife, der auf eine nahezu dreißigjährige segenvolle Tätigkeit in Erez Israel als rabbimischer Vertreter der Pekidim und Amarkalim 7u Amsterdam zurückblicken könne. Rabbiner Horovicz genieße vollstes.'Vertrauender gesetzestreuen Judenheit, der anerkannten o'vnsT epiuu» was er uns über Erez Israel zu künden hat, wird für .uns richtunggebend sein. Unter lautloser. Stille betrat Rabbiner H o.r.ö v i c z den Rednerpult und begann mit dem einleitenden Prophetenworte aus der 'dieswöchigen n-i»sn unter Hinweis auf die Ueberlieiferung der Weisen, 'daß nur jene prophetischen Weissagungen niedergeschrieben wurden, welche zur Warnung späterer Geschlechter;von historischer Bedeutung isind. . 'Sicherlich habe der Prophet unserer musn auch auf unser Zeitalter hingeschaut, als er von den „Augen G'ttes" sprach, 'die auf den „sündigenden Staatsgedanken" 'gerichtet sind und im. Donner der Ereignisse den gewaltigen Ausspruch tat: „Siehe, ich befehle, und schüttele unter allen Völkern das Haus Jisroel, wie man etwas" im Siebe schüttelt, doch nichts Kernhaftes fällt zur Erde." Nach 'eingehender Schilderung der sorgenvollen Lage in Erez Israel, die trotz wirtschaftlicher Blüte, in einer unerhört kritischen Phase sich; befindet, wie© der illustre Redraeridarauf hin, daß der bisherige Weg zur Lösung des neuzeitlichen Palästinaproblems nicht der rechte war. y»wna^ij?'3 UTW -pH f-psn 'Jammertöne werden aus Zion vernommen: wie sind wir verwüstet! yaw »K». fragen die Weisen, wasi heißt das: man hört? n'S? 'ut maia cs'jatc v> '3i B»5iaweinen die Steine, die man für den Aufbau des Landes verwendet, oder die Bäume, 'die man mit soviel Liebe gepflanzt und 'gepflegt hat und die nachher von 'Frevlerhand herausgerissen und . vernichtet wurden? p>X3 ini'ap m»»w 'r3ö ,]vsa »nw bip 'sa »V«' Die Jammea-töne s.tanxmen von Ihm, der in Zion thront, f i» «ar» *s Tttto ii8>ia Wie müssen wir - uns schämen, daß wir unser Erez Jisroel so verwahrlost haben. Als wollte der Prophet uns sagen.: das Unglück an sich, sowie der Verlust irdischer Werte, wäre ja noch keine Schande, wenn wir es nicht mitverschuldet hätten, ittto utfia. Doch Scham bedecke unser Angesicht, mö fnsa nann'a» min w y~<s »f'n« «at» '3 daß das Tho«a'geis>et.z, von dless«!» Verwirklichung der dauernde Besitz unseres Landes bedingt ist, daß dieses Thoragesetz im Lande der 'Heiligkeit so schmählich verwahrlost wurde. Die Geschichte der Juden* heit beweist, daß Lebenserhaltung und Lebenskraft nur aus der Treue zu G'tt und seiner Thora erwachsen kann. Auch be-i der NeiJ'gestaJtung der jüdischen Gemeinschaft in '"H muß -die An. der schriftlichen und mündlichen Lehre tradierten Thora richtunggebend bleiben. Der .„Keren Hajischuw", dessen Organisation jetzt nach verlegt wurde, hat sich seit 16 Jahren das Ziel gesetzt, für diese Aufgaben aHe Juden d-er Diaspora, idi©...isich Sinn, und Empfinden für die wahrhaft einzige, an: der Thora orientierte, jüdische Naiionalkultur„ bewahrt haben, zur Mitarbeit zu gewinnen. Es sei heilige - Pflicht jedes thbrätreüen Juden, sich durch 'die Beteiligung am Keren Hajischuw mit dafür einzusietzen, daß 'die Erhaltung des» wichtigsten jüdischen Geästeisig'Utes dnnerhaib des jüdischen Aufbauwerkes .gewährleiste>t und vor den Augen der Welt zur Anerkennung gelange. Die Arbeit des Keren Hajischuw diene vor allem der Förderung des G'ttesigesetz'elsauf agilen Gebieten des wirtschaftliohen, sozialen und kulturellen Lebens Erez Jisroel®. Keiner darf ferne bleiben, keiner darf sich frei machen, kein gesetzestreuer Jude darf sich ausschließen, wo > es gilt, fürvdie Aberkennung -G'ttes und seiner Thora im heiligem Lande den siegreichen Kampf durchzuführen. : ■ ^: / Der stürmische Beifall, der dieser einstündigen ieäsitvollen Reide folgt», ,bewi«s, daß es wahrhafte ß. m. Abt«'für Auslands-Umzuge b- H. Gutleutstr. 31 - Tel. 30041 Transporte n. d. gesamt. Ausland ♦ Vertrags-Spediteure d. Palästina-Amtes DANZAS&CO. Sie beim Einkauf an unsere Insereiiien!