Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1937)
- Date
- 1937-04-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22. April 1937 De r I s r a e Ii t Nr. 16 Seite 11 Die Frankfurter Woche. Religiöse Gedenkstunde \der Israelitischen Religionsgesellschaft. Anläßlich des Ablebens von Dr. Nathan B: r n bäum l"7*3W-• .findet in Verbindung mit a»*Wö nVan am Sonntag, dein 25. April, 20.15 Uhr, in der Aula der S. R. Hirsch-Schule, Am Tiergarten S, eine Trauerf eier statt ReEgdöse Ansprachen und Gedenkreden halten die Herren: Gemeinderabbiner Josef J. Horo vitz und S. Schaohnowitz. Zu Ehren des ^"St *iüsa bitten wir tun rege Beteiligung. Die a gudis tds c hen Gruppen ersuchen ihre Mitglieder, zum ehrenden Gedenken an den heimgegangenen großen Vorkämpfer für den .Agudäsanus v o 11 z ä h 1 i g zu erscheinen. i ' ' Gemeindevertretung „israelitische Gemeinde". — Die Beratung des Etats 1937/38. Keine Steuererhöhung. Die umfangreiche Tagesordnung wurde in der Sitzung vom 14. April in einer kurzen Zeitspanne erledigt. Die Wahlen in Vorstände der liberalen Bethäuser verursachten keinerlei Debatten. Man wählte in die Kommission für Unterriohtswesen an Stelle von Frau Gertrud Mainzer Frau Dr. Ruth Weil; für den. ausscheidenden Direktor Dr. Driesen ist Herr Direktor Dr. Albert Hii r «< c h beistimmt worden. Herr Kantor i. R. J. B. Levy bleibt in der Kommission, nach* dem er noch den jüdischen Unterricht am Philantröpin erteilt. Zur ordnungsgemäßen Weiterführung der Geschäfte wunden — gemäß; Vorstandsbeschluß vom 24. März — zwei Zwölftel vom Etat von der Gemeindevertretung genehmigt. Die Gesamtsumme des Etats' 1937/38 beläuft sich auf RM. 1,592.821. Als Finanzreferent sprach zunächst Herr 0 e 11 i no e T. Man werde kritis&esren, daß der neue Etat keine Ermäßigung der Atisgaben auf weise, trotzdem nicht mit gleichen oder sogar höheren Einnahmen gerechnet werden könne. Aber man könne erst dann einer Reduzierung der Ausgaben nähertreten, wenn nach» gewiesen sei, daß kein anderer Ausweg bleibe. Herr Dr. G©iig er, als Konsulent der Gemeinde, gab eine präzise Uiebersicht über die Einzelheiten des Etats. Heute träten Aufgaben an die Gemeinde heran, 'die man früher als an der Peripherie stehend, ansah. Die Steuerwilligkeit und das Verantwortungsgefühl der Gemeindemitglieder sei erfreulicherweise gewachsen, was eich ineinem verhältnismäßig günstigen Stetiereinigang. äußere. An da'eS'em Zustand sei aber, nicht zuletzt, das mustergültig arbeitende Steueramt der Gemeinde beteiligt. Im Ganzen gesehen sei der Rückgang an Einnahmen nicht derart, daß eine Einschränkung der Ausgaben notwendig oder sogar vertretbar sei. Die M i t g 1 i © d ,e r z a h 1 der „Israelitischen Gemeinde" belief sich am 11. Mail 1936 auf 21953 Seelen, am'31. März 1937' betrug .die Zahl 21080. Vermutlich habe sich diese. Zahl inzwischen noch um ein Geringes erhöht. Im vorigen Jahre erhielt der K e r e n Hajcsso d RM. 500.'—. In diesem Jahre will man in einer besonderen Besprechung die Frage der Zuwendung zu regeln versuchen. In der Position Krankenhaus macht sich die Abwanderung der Patienten in die niedrigen Klassen bemerkbar, wobei die Ausgaben aber keine Verminderung erfahren, so daß die Lasten größer werden. Der Etat des Philantropin Ast um RM. 15.000 höher als im Vorjahr. Trotz der Opferfreudigkeit sind die Einnahmen gesunken. Die soziale Fürsorge stellt die schwerste Belastung dar. Die Beratungsstelle erfordere RM. 90.000, wovon 'die Reichs Vertretung in diesem Jahre nur einen Bruchteil übernehme. Man müsse ihr aber die 'Mittel giebem,. denn die Beratungsstelle; mache die Jugend auswanderungsxeif, sorge für 'die, die umschichten, imd komme für die schulentlassene Jugend auf. Bai deir W o h 1 f a h r t s p f l © g e könne man, wie auch im vorigen Jahre, 'dieses Mal nichts streichen, denn .die Unterstützungen, diesie gewähr.©, seien Bestenfalls eine kleine Beihilfe. Danach macht die Summe dieses: Postens RM. 50.000 njehr aus als 1936/37 und beläuft sich jetzt auf RM. 299.000. ,. Die . S t a Hungen iverden neuerdings zur Körperschafts* und Vermögenssteuer herangezogen, und daduTCn um ein voll1©» Drittel in ihrer Leistungsfähigkeit geschwächt, so daß im Effekt wiederum das Wohlfahirtskonto beansprucht wird. — Vermittels der sogenannten „produktiven Wohlfahrtspflege" half man. verscniedenüdch Hausbesitzern durch Zurverfügungstellung von Hypothekengeldern, so daß jihnen ihr Besitztum erhalten j jbläeb. Zur Illustration der finanziellen Verhältnisse in- [ nerhalb der „Israelitischen Gemeinde" führte Herr Dr. Geiger noch an, daß, z. B., die Hälfte aller Gemeindemitglieder nur 7 Proz. des gesamten Steus :- aufkommens leisten, 2% Proz. der Mitglieder erbringen 20 Proz. des Gesamteingangs. , Als Fraktionsredner der Liberalen wünschte Herr Dr. Mainzer größte Sparsamkeit, und wenn; an irgendeiner Stelle Einsparungen möglich seien, dürften. diese nicht ohne weiteresi für andere Positionen ausgegeben werden. Es sei in heutiger Zeit am Platze, die Gemeindevertreter mehr zu informieren über Dinge, die nicht unmittelbar mit der Gemeinde zusammenhängen. Herr Felix Meyer sprach für -die Konservativen, und brachte den Dank zum Ausdruck für die Arbeitsleistung des Vorstandes, des Büros und der Mitarbeiter. Entgegen der Behauptung des Herrn Dr. Geiger erwachse dem Krankenhaus für die Fleischversorgung keine größere Ausgabe, als wenn man das sogenannte „neu=kosdiere" Fleisch verwende. . > Nämens der Volksparted fordert Hera: Dr. Pommer a n z, wie schon in früheren Jahren, Vermehrung des Unterrichtsstoffes des Philantropins hinsichtlich jüdischer Geschichte, hebräisoher Sprache und der sogenannten „Judentumskunde". Alles das sei wichtig, besonders für die, die nicht nach -Erez Jäsroel auswandern. Der Redner hofft, daß man den Wünschen der jetzt stärker vertretenen Volkspariei mehr Rechnung trage. Der Jüdischen Wohlfahrtspflege wur=> den RM! 5900.— nachbewilligt, dem Krankenhaus RM. 7000.—, und der Speisung des Kinderhorts wur- > den RM. 3000.— Zuschuß igenehmigt. In der Synagoge am Dpminikanerplatz sind zurzeit 15 0 Sitzplätze frei. Man wäll versuchen, j diese durch Preisermäßigung zu vermieten. Dem Mitglied der konservativen Fraktion, Herrn Levita, brachte man herzliche Glückwünsche dar anläßlich .sednes 70. Geburtstages. Der Etat wurde angenommen. Einer Kommission bleibt es vorbehalten, Anregungen zu geben, um auf Grund derselben evtl. bei den verschiedenen Posten Einsparungen vornhinen zu können. Als Gesamteindruck <ist festzuhalten, daß man eher eine Reduzierung der Ausgaben vornehmen wird, als sich zu einer Erhöhung der Steuern zu entschließen, sofern sich die , Eingänge erheblich verringern sollten. Ha. Tauroh und Mussar. — Das neue Semester. Die unter Leitung von Herrn Gemeinderabbiner Jos. . J. Horo vitz stehenden Kurse für Jugendliche und Aeltere haben .inzwischen bei recht erfreulicher Teilnahme angefangen.' , . Am kommenden Schabbos beginnt unter Leitung des Herrn Rabbiners von 17—18 Uhr (Fdchtestr. 5) der Schiur für Jugendliche aus a"n f sn -ise und von 18—19 Uhr (Fichtestr. 5)< der Schiur -für Erwachsene antr rf^o». Generalversammlung der Synagbgengemeinde „israelitische Religionsgesellschaft". Von der Kanzlei der Israelitischem Religionsgesellschaft werden wir gebeten, darauf hinzuweisen, daß in der auf Montag, den 26. April ds. Je., abends 18.30 Uhr, anberaumten. Gemeindeversammlung keinerlei Referate gehalten werden. Die Gemeindeversammlung findet nur zum Zwecks ■der Ergänzung de® Vorstands und Gemeinderats statt. SprechsaaL Erklärung zum Thema „S. R. Hirsch und unsere Zeit''. Von der A g u d a s J i s r o & i, Ortsgruppe Berlin, wird uns geschrieben: Als Veranstalter der „Sinai-Lehrgänge", in deren Rahmen sowohl der Vortrag des Herrn Dr. Maxi* milian Landau wie auch die Rede des Herrn Rabb. Dr.. Weinberg zu dem Thema „S. R. Hirsch und unsere Z'eit" gehalten wurden, gestatten wir uns zu dem Artikel in Nr. 15 Ihres Blattes, in welchem Herr Rosenheim sich insbesondere gegen Rabb. Dr. Weinberg wendet, folgende Feststellungen: 1, Der im - „Nachalath Zwi" erschienene Artikel des Herrn Rabb. Dr. Weinberg war die Wiedergabe seiner an ednißm Diskusisionsabend gehaltenen Red«, an dem Herr Rabb. Dr. Weinberg zunächst nicht teilzunehmen beabsichtigte. Er hat sich erst am letz-; ten" Tag auf Wunsch unseres Vorstandes dazu entschlössen, neben anderen Rednern auch zu sprechen, und hatte keine Gelegenheit mehr zu gründlicher Bearbeitung. " 2. Herr Rabb. Dr. Weinberg hatte seine Rede ursprünglich nicht für den Druck bestimmt. Sie wurde erst auf eine Empfehlung hin durch die Schriftleitunig des „Nachalath Zwd" zum Abdruck angefordert. 3. Herr Rabb. Dr. Weinberg hat sich in seiner Rede nur mit dem anonymen Artikel im „Israelit",'Jahrg. 1934, Nr. 35 befaßt, o hri'e :d en N a m e n d' <e s Autors zu kein neu. Die! Ros enh eim' s ch e> Broschüre „Das Bildungsideal S. R. Hirschs und die Gegenwart" wurde von Herrn Rabb. Weinberg nicht erwähnt, und — wie wir hören — hat er von der Existenz dieser Broschüre *erst durch den jetzigen Artikel des Herrn Rosenheim erfahren. Herr Dr. Landau hatte in seinem Vortrag auch keine Rosenheim'schen Schriften zitiert. Frankfurter Vereinskalender. -Verein Mekor Chajim, Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: o»3»x Herr R.-A- Dr. E. Posen. — nachmittags 4.15 Uhr im Vereinslokal, Mikro, Herr Rabb. H. Mayer. — nachm. 4.15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius' Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, foiR ejoi». Herr > S. Schächnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, onia« pa, Herr R.A. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, kibä, Herr J. Soff er. Montag (auch Donnerstag) nach Schul im Hörsaal: .*urs- Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (phh) Kiaa, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, MWJ, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — abends 7 Uhr (auch Donnerstag') im Lokal, RISS, Herr R.-A. Dr. E. Posen. JahrzsitsstUtanäen. Mittwoch, 28. April: Lazarus Seckel-Stiftung. Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho (5.15 Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schächnowitz Üben „Die Zehngemeinde" (nach einem Pereksatze). Atfadaa Jisrotl-Ortsgrnppe, Thora und Mnssar. Herr Rabbiner J. Horovitz, Fichtestr. 5, Sonntag 9-10 Uhr, Dienstag und Donnerstag 20-21 Uhr für Baalebatim r-y s-wa — Schabbos 18-19 Uhr w-iw> x6'dö für Erwachsene. — Schabbos 17-18 Uhr für Jugendliche, D»n fsn *ibo — Schabbos 11-12 Uhr für Jugendliche rriR y~v. Herr Dozent J. Ehrentreu, »am mit a'wisa, Sonntag 1 Stunde vor nma nl>sn, Uhlandstr. 39.1. Herr Rabbiner Mannes, nwia »an, Schabbos 4 Uhr Hans Handwerkstr. 38. Herr R.-A. Dr. E. Posen am hlSft, Schabbos 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr B. Rachelsohn, mvia na»a Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A. Dr. M. Schlesinger, naar 'aa für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos nach Mincho Schwanenstraße 12. Herr J.tSofer, ->ar> tjn, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, Hans Handwerkstr. 18, I. Herr Rabb. Feuerwerger (f. Jugendl.), Sonntag 20.30- 21.30 Uhr, Dienstag 21-22 Uhr. Schabbos 16-17 Uhr, 1*9 maa. — Für Jugendliche, Montag und Mittwoch 15-16 Uhr. syixn km, Fichtestr. 5. Herr Zuntz, D"ii n1««, Sonntag nach ft^n», Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Herr Isidor Weiß jeden Tag von 14-15 Uhr für Jugendliche T"> »y-p. — Montag und Mittwoch für Jugendliche von 3-4 Uhr nachm. «y»sa km. Der Schiur Yor nnnr unter Leitung des Herrn Zuntz (mjnaifr 'aa) findet um 5 45 Uhr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der I. R. G. statt. Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Zur Eröffnung unseres Sommersemesters wird Herr Rabb- Mayer am Montag, den 26- April, abends 8.45 Uhr einen Vortrag über „Die Omerzeit" halten. Gäste, Damen willkommen- Agndas Jisroel-Madchengruppe. Schabbos vormittag, 10.30 Uhr im Heime, Schwanenstraße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin: «Das Buch Samuel". Gäste willkommenr- Gesellschait für judische Volksbildung. Sonntag, 25. April, 10 30 Uhr, Führung durch das Haus der jüdischen Wohlfahrtspflege, Quinckestraße 26. Geb*tzeiten. Qvtf-ip nns Freitag abend 6.55 Samstag n»5»n 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 ■ Samstag abend 8.25 Woeheng 'tteadienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.30 2. Minjan 7,30 AnG'ttesdienstanschließend: LernendesD»n ipa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 4.15 Familien-Nachrichten. Gestorben: Frau Helee© Simon Berendt geb. Wachenheimer, Bad Kreuznach, 8. April 1937.