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Der Israelit · 1937-04-15 · Heft 15 (15.4.1937) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 15 (15.4.1937)
Date
1937-04-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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15, April 1937 D I s r a e 1 i t Nr, 15 Seit© 11 Vermischtes- San R«mo» 14. Apml. Unter Aufsicht des Hamburger Vereins wurde in San Remo eine Pension unter dem Namen „Pensione F e 1 i c e!' eröffnet. '">i Ein Vortrag yon Oberrabbiner Dr. Carlebach in der Leo Mendelson-Synagoge. j Hamburg, 11, April'. Im Rahmen eines Gottesdienstes der Leo Mendel s o n - S y n a_g o g e, des Gottesdienstes in den Stadtteilen Eppendorf und Winterhude,,sprach "Ober* rabbiner Dr. Carlebach über das Thema „Das w*tmder". Zahlreiche Gäste aus anderen Stadtteilen hatten sich am Eppendorf er Baum dazu eingefunden, so daß der Nachmittag ein festliches Gepräge trug. Nach musikalischen Einleitungen und einer Begrüßungsansprache des Herrn Direktor Dr. Jonais betrat Oberrabbiner Dr. Carlebach das.Rednerpult zu seinem Votrag. über „Das Wunder". An .die Spitze stellte er' die Stelle "aus dem Hallelgebet „Der Stein, Jen die Bauleute verachtet haben^ wurde zum Eckstein. Vom Ewigen ist es so gefügt, ein Wunder ist® jn unseren Augen." Das Wuradier ist eine der Grundfragen der Religion. Unsere Existenz'ist auf Wunder gebaut, sie begann möit einem' Wunder, und das Wunder zieht sich durch 'die biblischen Berichte hindurch. Viele isagein heute, sie könnten die Religion annehmen,, aber ans Wunder könnten sie picht glauben. Damit wird das Wunder zur Entscheidungsfrage für 'die Religion. Goethe sagt: i,Das "Wunder ist des Glaubens liebstes; Kind". Das ist vom-Jüdi-. sehen Staadpunkt zu bestreiten, , denn erst der Unglaube ist e®i der durch Wunder überzeugt sein will, so ist das Wunder höchsten® das liebste Kind des Unglaubens. Für .die. Auffassung des Wunders gibt. es . zwei Typen, das absolute und das relative Wunder. <G'ti hat ein Naturgesetz gegeben, das er nicht bricht. Alles ist in der Natur vorgesehen, und ihre Gesetzlichkeit ist wie eine große Uhr. Aber es gibt noch eine andere Uhr, .die Uhr der gütlichen Sittenordnung und, Gerechtigkeit. Von uns ungeahnt, rückt auch der Zeiger der ethischen Uhr von yderA Stelle, und wenn die Uhr der Natur und der. Ethik zusammentröffen, gibt es einen Klang,-: der den Menschen durch die Seele geht, dann ist, ein Wunder geschehen. Der Mensch steht also vor der. Wahl, die ganze sittliche Macht zu leugnen, dann gibt es keine sittliche Ordnung. Oder es gibt eine sittliche ..Ordnung, dann richtet sie sich aber nicht nach eonex Formel. Als unsere Weisen einst mit .den Gelehrten in Rom debattierten,, fragten diese, warum G'tt nicht die. Standbilder der Götter umwerfe. Die Weisen antworteten,; daß der Unglaube ja alles zu Göttern erheben könne, daß G'tt seine Welt nicht wegen einiger Narren zerstörein könne. Aber die Standbilder fielen doch -um, sie bestehen heute nicht mehr. So ist das Wunder die 'Gewißheit des Sieges der ethischen Macht. Bei G'tt ist es kein Wunder, in unseren Augen ist ein Wunder. G'ttes Hand kann in die Naturgesetze eingreifen, ohne daß sie dadurch unterbrochen werden. Der Fromme stellt sein Leben nicht darauf, daß G'tt ein Wunder tut, aber er verlangt mehr von. sich, alser dem- Anschein nach kann. Abraham hat sein Menschentum atifge^ baut auf die .mindeste Chance de® Lebens. So auch ganz Israel: alle Völker des Altertums haben das Leben zum Grundstein genommen, nur-der Jude stellte «ich auf die geringste Chance, die der Religion. Doch für die anderen sind .die festen Grundsteine zum Grabmal geworden, nur das jüdische Volk besteht. Wenn alle Wunder nicht mehr sichtbar sind, ein "Wunder besteht gewiß, Israel selbst ist das Wunder. In der' Großstadt werden durch die Entfernungen ydde Werte .des religiösen Lebens scheinbar vernichtet.; An dpfr ,Beripherie, so hört man oft, könne man kein. religiöses Leben weiterführen, man könne'kein Wunder tun. Man 'kann es. Wenn das jüdische Leben beginnt abzubröckeln, dann muß. eben,' ijeder größere Opfer, ibringenyu': Opfer; des: Zusammenschlusses, des Aushaltens., des Warten®. jSo schließt-'sich ^auch hier wieder religiöses Leben zusammen,' kein' "Wunder gegen das Naturgesetz' und doch ein-Wun6led';,i ■■>. 1 Die Frankfurter Woche, Jüdischer Zentral-Verein} e, V. —\ Landesverband '.. V. HessenrNassau und Hessen.; ( Per jüdis-öne .Zentral-Vefretiöj veranstaltete ain; 6. April für die -jüdischen Rechtsanwälte in Kassel und/ den'Bezirk1 eine Arbeitsgemeinschaft über Auswariderungsrecht. Rechtsanwalt Dr. Max Hermann Maier, Frankfurt a. ,M,r ...referiert^;üb^ .Dr. W^lgäiög SjOM a-t-z'd o r f^^;racH'!&berj Ä; allgemein fi^tzlicbe&ji'i^-jto^ungeiiiL,''! "die' fdLe| Vorä^e^z^ng AusWai(ierunl', bilden. Die LeÜiung^er'ArDeitf lemeyfechaf^ilag. in jHähden ^inj "Efenm^^ Dr- TheodoV DellevaeV Kassel'.r.*"'/.!|..! %] Es ist beabsichtigt, die Arbeitsgemeinschaft fortzusetzen. Anregungen und^ Anmeldungen nimmt die ' Geschäftsstelle des Landesverbandes Hessen-Nassaat und Hessen des Jüdischen Zentral-Vereins e. V., Frankfurt! a. M-, Steinweg % Zimmer 75—77, Fernsprecher ^25403, entgegen, j Generalversammlung des .Jüdischen Turnerbund e. V., Frankfurt a. M. Das vergangene Vereinsjahr brachte eim Jubiläum. Es war dem Bunde doch vergönnt, das zehnjährige Bestehen zu begtehen. Iii den vergangenen 10" Jahren hat der Verein seine ^Existenzberechtigung bewiesen; er ist der einzige jüdische Turns und Sportverein Deutschlands, der/, nach streng orthodoxen Grundsätzen geleitet wird . und seine Thoratreüe als Grundprinzip betrachtet. Tausenden junger Menschen hat er die Freud© an Sport und Spiel vermittelt und sie dadurch gesundheitlich gefördert., -: , „.'.,.„ Der Verein' hat heute ca. 250 Mitglieder. Außerdem lUnterhält er noch extra. Turnkurse für die Thoralehranstalt Jeschiwah und das „Beth N'arim'' Frankfurt a. M. mit nochmals ca. 130 Beteiligten. s Das Hauptaugenmerk galt auch im vergangenen Verein.5jahil.?den 10 Turakursen, diejeweils, von ca. 320 Turnern und Turnerinnen, besucht wurden^ ferner konzentrierte sich das Interesse auf die Fußballabteilung, und die neu ins Leben gerufene Herrenfußballmannschaft konnte es zu beachtenswerten Erfolgen .'bringen, in der Hauptsache ist dies.das, Verdienst de« inzwischen, ausgewanderten Vorstands* mitgliedes Max Goldschmidt. Die Herrenfußballmannschaft konnte sich in ihrem ersten Spieljahr in der Runde der Arbeitsgemeinschaft jüdischer* Turn* und Sportvereine Südwestdeutschlands 1935/36 in der Gruppe „Hessen" an vierter Stelle plazieren. Unsere Schüler- und Jugendmannschaften beendeten diese Spielrunde an dritter Stelle. In def.^ Spielrunde der Arbeitsgemeinschaft im Jahr 1936/37," die in alier Kürze beendet sein wird, konnte «ich die Schülermannschaft an zweiter Stelle plazieren, während es der Jugendmannschaft gelungen ist, als Jugend* meister 1936/37 ihre Spiele ZU beenden. Der Fußballabteilung wurde ein neuer Sportplatz „Am Bornheimer Hang" zur Verfügung gestellt, dessen Einweihung am 10. Mai, am 10. Jubiläumstäge, vorgenommen wurde. An Fußballturnieren, leichtathletisehen Wettkämpfen usw. waren die Farben des J. T. B. oft vertreten, und wir konnten teils gute ■ Erfolge erzielen. An den Heimabenden, die sich großer Beliebtheit erfreuen, bot sich Gelegenheit zu Schach-* und Tis ch- tennisspielen. Im Tischtennis wurden auch ManniSchaftskämpfe mit befreundeten Vereinendurchgeführt und auch in dieser Sportart konnten beäcptj liehe Erfolge errungen werden. ' Zu dem amtierenden Vorstand des Vereins: Herrn Dr. Ernst Freimann, Vorsitzender, Frl. Sitta Golde, Herrn Aron Eschwege, Herrn Josef Lipschütz, Herrn Josef Uha, wurde neu hihzugewählt Herr Gustav ■ Droller. Hoffentlich wird es auch im kommenden. Jahrs dem Verein beschieden .sein, im Interesse der jüdischen Jugend und des jüdischen Sportes erfolgreich zu wirken. ' ■ ■ Ha. Arbeitsgemeinschaft jüdischer Körperbeschädigter. Der letzte Vereinsabend verlief im überfüllten Turnsaal Bleichstraße in heiterster Stimmung. Brachte doch Liesl Simon in ihrer eigenen Person durch schnellsten Wechsel von Stimmenklang und Mimik ein ganzes Kasperltheater zustände und noch andere prächtige Darbietungen. iMeno Mendel als Ansager würde durch Senia W ü r z b u r g e r wirkungsvoll unterstützt. Den gesanglichen Teil halte Trude Kanter, den Klavierpart Martel S o m m e r in dankenswerter Weise übernommen. Die große Ueb^rraschumg des Abends aber bot Kurt Rosenbusch, der dem Kreis als Sprechsänger. in bester Erinnerung stand, diesmal als Zauberer. Der Vorsitzende Prof. W. V. Simon unterstützt mit .empfehlenden Worten^ die Bitte Frl. Dresdner'« , durch Beantwortung eines Fragebogens' über die 'psychische Einstellung zu 'kö'rperiichen Leiden und zur Umwelt die wissenschaftliche Bearbeitung 'einer Frage ZU fördern, .die für' dieMBe=. handlung und Betreuung unserer Körperbehinderten von allergrößter Wichtigkeit ist. Es ist ' selbstverständlich, daß diese Auskünfte vollkommen diskret und ohne Namensangabe entgegengenommen und verarbeitet werden. Auch Körperbehinderte, welche nicht .der Selbethilfegemeinschaft angehören, ebenso natürlich blinde und taube p^er ^aubstumme KÖ)Tperbehinderte werden gebeten,' sich hierfür zur Verfügung zu stellen .und sich zu diesem Zweck1 mit Irma Dresdner, iFrainkfurt a. M., Bleichstr. 8 pt., Tel: 23912 in Verbindung, setzen zu yfollen. / Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: o»a*X Herr R.-A. Dr. E. Posen. — nachmittags 4.15 Uhr im Vereinslokal, Mikro, Herr Rabb. H. Mayer. — nachm. 3.45 Uhr im Hörsaal: Chumisch. mit Raschi, Herr •Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, f»ix «]di\ Herr S. Schachnowitz, — vorm. 9 Uhr ihv Vereinslokal. öniaK ]xa, Herr R.A. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, Kim, Herr J. Soffer. Montag (auch Donnerstag) nach Schul im Hörsaal: njra- Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr. (auch Mittwoch) im Lokal : (]>Vin) X-mi, Herr* Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, nsw», Herr R.-A. Dr. E. Posen. — abends 1 Uhr (auch Donnerstag) im Lokal, K*)M, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiitungen. Sonntag, 18. April: Helene Mayer geb. Bloch-Stiftung. Freitag, 23. April: Hermann Goldschmidt-Stiftungi Liwjath Chea. (■ Der rav-Vortrag fällt wegen des halachischen Vortrages des Herrn Rabbiner aus. . Agnda» Jisroel-Ortsgmppe. Thora and Massar. . Herr Rabbiner J. Horovitz, Fichtestr. 5, Sonntag 9-iÖ Uhr, Dienstag und Donnerstag. 20-21 Uhr für Baalebatim »"> *\i \*rm -an "aio. — Schabbos 11-12 Uhr für Jugendliche, noa 'n n»is — Schabbos 17-18 Uhr für Jugendliche ö"n ^an ibö. Herr Dozent J. Ehrentreu, vnm mit a'Pisa, Sonntag 1 Stunde vor nma i&Bi), Uhlandstr. 39. Herr Rabbiner Mannes, mala »rn, Schabbos 4 Uhr Hain^ Handwerkstr. 38. Herr R.-A. Dr. E. Posen a#n flisa, Sonntag 18-19 Uhr, Wittelsbacber Allee 11. Herr B. Rachelsohn, rrnia ravn Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A. Dr. M. Schlesinger, mv? 'aa für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos nach Mincho Schweinenstraße 12. Herr J. Sofer, »av tp, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr1 Rabb- Feuerwerger (f. Jugendl.). Sonntag 20.30- 21.30 Uhr, Dienstag 21-22 Uhr. Schabbos 16-17 Uhr, r?mm. — Montag und Mittwoch 18-30-19J0 Uhr (für Baalebatim), &"■> *p fbin -an ">3io. — Für Jugendliche, Montag und Mittwoch 15-16 Uhr, xv'sa xaa, Fichtestr. 5. Herr Zuntz, D«n n^ilR, Sonntag nach nnnw, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Isidor Weiß jeden Morgen von 9-11 Uhr für Jugendliche an ">X\ü. — Montag und Mittwoch für Jugendliche von 3-4 Uhr nachm. «ysn naa. Der Schiur vor fl'intf unter Leitung des Herrn rZuntz (wnp '03.) findet um 5 45 Uhr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der I- R. G. statt- Ortsgruppe, der Agndas Jisroel. In unsere, unter Leitung von Frl. Lotte Homburger stattfindenden englischen Sprachkurse, können noch einige Teilnehmer aufgenommen werden- Zeit: Für Anfänger: Montag 20.30 bis 21.30, Uhr. Für Fortgeschrittene.« Montag 21.30 bis 22-30 Uhr- Begrnn der Kurse: Montag, den 12. April- Kosten: M. 4 - für 13 Stunden. Ort: Schwanenstraße 12 pt. Anmeldungen sind sofort zu richten an: Frl. Ida Hellmann, Friedberger Anlage 2. 1. Stock. ».;.' Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Sonntag, den 18. April 1937/ 20.30 Uhr. Hörsaal, Unterlindau 21, 'Religiöse Weihestunde anläßlich des 300-^Todestages, von-Rabbi .Josef Hahn, Verfasser von „Josif Omez". Referent Rabbiner Dr.; Jakob Horovitz, Frankfurt a. M Eintritt frei- ' ' " "' ' ' Familien-Nachrichten. ' G ejfj'u r t e n: Ein Sohifcj-Manfre$*Rabenktein und Frau Flpra geb. Plaut, Crumstadt, i. Hessen. ■. 80]jJiGeburtstai; L»Jja Selig,5' Rei^ieJsheim. i. Q^enwaTtu, z.p^t, Erankf^rt a- ,M-/Reuterweg 70,2.,' 10.:5. Gebatzciten. »*isa »-»nTn hat? Freitag abend 6.45 : Samstag n»a^, 6;50. t .,. . -( „Samstag morg- 8-00 ' : ^' Samstag nachm. 1.00 und 5 00, Hklach. Vortrag / Samstag abend 8.10 ■>.'■■■ j ( Wocheng 'ttesdienst: Hauptminjan in .'der Synagoge: 6.30 :-2.• Minjan;i7.30. n;,, . t An G'ttesdienst anschließend: Lernen des Dwn *ipa- Ver,eins im Hörsaal; . . . . :Nachmittagk?.00 :• \ i Ki I K :< \ i.. i;; ' 1 •TeföKnlegen am "Morgen'4.30

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