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Der Israelit · 1937-04-08 · Heft 14 (8.4.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 14 (8.4.1937)
Date
1937-04-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 14 Hcherweise unter der HerrscEaft des Emir Abdulla von Transjordanien. Doch ist hierüber noch keine Entscheidung getroffen. Mitgliedschaft im Völkerbund und einen Sitz in Genf für das jüdische Dominionj dies würde einen internationalen Status und völkerrechtliche Anerkennung für die Juden bedeuten. Vereinbarungen, durch die Haifa ein internationaler Hafen bleiben, Jerusalem, Bethlehem und andere Stätten von historischer Bedeu£ung unter ein britisches Mandatx kommen würden, das vom Völkerbund überwacht wird. Britische Truppen sollen in Palästina bleiben; die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung innerhalb ihres Dominiums wird jedoch den Juden überlassen. Anteiliges Eigentum des jüdischen Dominion und des arabischen Staates an Eisenbahn, Telegraph und anderen öffentlichen Einrichtungen, die sich nicht leicht teilen lassen. Der Verfasser ist der Ansicht, daß die Kommission einen durchgreifenden konstruktiven Plan für vorteilhafter hält als ein Kompromiß. Die Kommissjpnsmitglieder^ seien der Meinung, daß jedes Kompromiß, ob es nun für die Juden oder für die Araber vorteilhaft* wäre, fast mit Bestimmtheit zu sofortigen und vielleicht ernsten Unruhen in Palästina und zu einer stärkeren Spannung zwischen den beiden Volksstämmen als in der Vergangenheit führen würde. Dagegen würde ein einschneidender, 'aber konstruktiver Plan die Sympathie und Unterstützung des überwiegenden Teiles der öffentlichen Meinung Englands gewinnen. Das Memorandum der Jewish Agency an die KönigL Kommission, Lon d o n , 1. April, Das Memorandum, das der K g 1. Kommission von der Jewish Agency anläßlich der Erhebungen in Palästina überreicht wurde, ist am 1. April in London im Druck erschienen. Es wird in dem Memorandum betont, daß es die Pflicht der Mandatarmacht ist, die Zulassung jüdischer Einwanderer bis zur äußersten Grenze der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit Palästinas nicht bloß zu dulden, sondern zu erleichtern. Es wird darzulegen versucht, daß keinerlei vernünftige Interpretation des von England dem jüdischen Volk gegebenen Versprechens oder des zur Erfüllung dieses Versprechens erteilten Mandats eine Beschränkung der Einwanderung unter anderen Gesichtspunkten als denjenigen der Aufnahmefähigkeit des Landes rechtfertigen könnte. Will die -Mandatarmacht ihre Verpflichtungen dem Wortlaut und dem Geist nach erfüllen, so heißt es in der Denkschrift, dann muß sie sich bemühen, durch nergische Entwicklung der Hilfsquellen Palästinas Raum für jüdische Einwanderer zu schaffen, eine Pflicht, die bisher zum offenkundigen Nachteil nicht bloß der Juden, sondern aller Teile der Bevölkerung nur ungenügend erfüllt worden ist. Nach Darlegung der Verhältnisse in einzelnen Ländern wird in dem Memorandum darauf hingewiesen, daß es sich bei dem Problem der Einwanderung nach Palästina nicht ausschließlich um eine Wanderungsmöglichkeit handle. Vielmehr sei für Millionen Juden das Bewußtsein, daß in Palästina ein Jüdisches Nationalheim errichtet - wird, und daß ihnen selbst die Auszeichnung gewährt werden kann, an dem Aufbau mitzuwirken, an sich schon ein unermeßlicher Trost in Verhältnissen, die fast über das Tragbare hinausgehen. Was sie vor Verzweiflung bewahre, sei der Gedanke, daß es wenigstens ein Land gibt, in dem Juden eine Heimstätte finden können, ein Land, in dem Juden erhobenen Hauptes ein freies Leben führen, können. Dieser Tatsachen eingedenk fordere die Jewish Agency, daß die Bestimmungen des Palästinamandats, durch die die Errichtung des Jüdischen Nationalheims im Geiste der Balf pur-Deklaration gesichert werden soll, in vollem Ausmaß verwirklicht werde. . . ' Die Ansichten der Jewish Agency über gewisse Hauptpunkte, mit denen die Kgl, Kommission sich zu befassen hat, werden zum Schluß folgendermaßen zusammengefaßt; 1. Es ist die Pflicht der Mandatarmacht, die Errichtung des Jüdischen Nationalheims aktiv zu erleichtern und sich insbesondere nach Kratten zu bemühen, jüdische Einwanderung zu erleichtern, 2. Es gehörf zum Wesentlichen der Balfour- Deklaration und des Mandats, daß es Juden nicht bloß erlaubt sein soll, sondern daß sie dazu ermutigt werden, sich in Palästina im vollen Umfang der Aufnahmefähigkeit des Landes niederzulassen. Kein anderer Maßstab als der der Aufnahmefähigkeit kann bei fairer und ehrlicher Auslegung des Versprechens Englands legitim angewandt werden. 3. Es ist die Pflicht der Mandatarmacht, jegliche Anstrengung zu machen, um die Aufnahmefähigkeit Palästinas sowohl durch tatkräftige Erschließung und wirtschaftliche Verwendung der Bodenreserven als auch durch aktive Ermutigung der palästinensischen Industrie zu erhöhen. .4. Die Entwicklung von Selbstverwaltungseinrichtungen sollte nach Richtlinien vor sich gehen, die den in Palästina herrschenden Bedingungen angepaßt sind, und in Uebereinstimmung mit dem Grundsatz, daß es zwischen Juden und Arabern keine Beherrschung geben soll« 5. Wird dieser Grundsatz anerkannt, dann ist die Jewish Agency, wie sie es stets war, bereit, über die Herstellung harmonischer Beziehungen zwischen den beiden Volksstämmen auf der Grundlage ihres gemeinsamen Interesses an der Wohlfährt der gemeinsamen Heimat zu distutieren. Dem Memorandum sind im Anhang einige Dokumente beigefügt, darunter das Palästinamandat, der Völkerbundspakt, das Abkommen zwischen Dr. Weizmann und Emir Feisäl, ein Auszug aus den zionistischen Vorschlägen an die Friedenskonferenz, Briefe an die Times von Lord Hailsham und Sir \John Simon, von Baldwin, Sir Austin Ghamberlain und dem früheren Kolonienminister Amery usw. * New Yorker Synagoge am Peßach durch Feuer vernichtet New York, 29, März. Das Innere der reich ausgestatteten West End Synagoge der Synagogengemeinde Sch aar e T e f i 11 a in New York ist nach dem Morgeng'ttesdienst des zweiten Pessächtages. [ durch Feuer vollst'an dl g v e r n i c h t e t : w o r d e n, Die T h o r a 1 ä d e'* und z w Ö1 f T h o r a roll e n sind verbrannt. Der Schaden j wird auf 200>000 Dollar geschätzt. 25 Detektive sind mit der Untersuchung der Brandürsäcne be- | schäftigt. ' Eine in der Nähebefindliche Synagoge war*vor einigen Tagen dw^h Aufmalen judenefindlicher Embleme "geschändet - worden. Ferner wird unter .deni 2. Aprjl berichtet; Unterder Beschuldigung, den Brand, durch den dieSchaare Tefiia-Synagoge in New York vernichtet wurde, gelegt zu hab.en, ist der Synagogenwart K i n d e r m -a n n verhaftet worden. Ei* wurde vor dem städtischen Richter vernommen, um vor ein G eschworenengerieht gestellt zu werden. Nachdem er erklärt hatte, er habe die Tat aus einem „unkontrollierbaren Impuls heraus" begangen, wurde er zur Untersuchung seines Geisteszustandes einer Nerverklinik übergeben. Peßach-GrußvonParisnachAmerika Paris, 2. April. Der Chef des französischen Hauses R o t h - schild, Baron Robert d e R o t h s c h i l d , hat am 26. März vor Beginn der Sedernacht über den Sender Paris eine Ansprache an di:e Juden Amerikas gerichtet, die folgende. Stellen enthält: „Es ist heute der Vorabend des Pessachfestes, der Sederabend, an dem Juden in aller Welt die Jahresfeier der Befreiung der Kinder Israels aus ägyptischer' Knechtschaft begelten; durch alle Zeiten hindurch war es an diesem-Tage jüdischer Brauch, den Armen und Hungrigen einzuladen, am Familientisch Platz zü nehmen und das Pessachfest mitzubegehen. Meine Verbindung mit dem französischen Hilfskomitee hat mir reichlich GeregenheTt geboten,' zü sehen, wie sehr diese Tradition gegenseitiger Hilfe von dem. American Joint Distribution Committee hoch gehalten wird; es ist immer, nicht nur in dieser Pessachzeit, sondern das ganze Jahr hindurch und Jahr für Jahr bestrebt, die Leiden einer sehr großen Zahl unserer Mitmenschen auf dem ganzen europäischen Kontinent hier zu lindern. Die Unterstützung, welche das Joint Distribution Committee dank der großherzigen Art, in der Amerika auf seinen Ruf antwortete, hat gewähren können, half Hunderte und Tausende verzweifelnder Männer, Frauen und Kinder zu retten. Nicht nur als Jude bin ich stolz darauf, allen amerikanischen Freunden, die dazu beigetragen haben, daifken zu können, sondern auch als Bürger dieses Landes Frankreich, das in der Weltgeschichte das erste Land war, das 1791 allen auf seinem Gebiet lebenden Bürgerh,^ auch den Juden, gleiche Rechte gewährte, und in dem jeder Form religiöser Ueberzeugung stets Achtung' und Duldung entgegengebracht worden ist. Einen weiteren Beweis seiner Großmut lieferte Frankreich, als es 1933 etwa 25.000 »jüdischen Auswanderern die Tore weit öffnete; viele von diesen bemühen sich heute noch, innerhalb seiner Grenzen sich und ihren Angehörigen neue Heimstätten zu errichten. Schweren Herzens muß ich Euch sagen, daß der Kampf gegen die- Not in Europa noch keineswegs zu. Ende ist und daß es mehrdenn je Not tut, Eure Arbeit für die Bedürftigen: fortzusetzen Und denjenigen,zu Hilfe zu kommen, die Tag für Tag vielfache Not leiden. > . Eröffnung der Fluglinie Polen-Piafestina; Tel A wi w, 6. April. Die, neue regelmäßige Luftverkehrsverbindung Polen-^Palästinä Wurde in Tel Äwiw nach einer Feier aufgenommen, an der der polnische Generalkonsul Hulanicki und der Präsident der. Polnisch^Pato Handelskammer' _,in TV Awiw, Groskbff, teilnahmen. 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