Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 12-13 (25.3.1937)
- Date
- 1937-03-25
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2450961-2450973--82904-2540865- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 2× ep/1046078
- Tiberias 2× ep/1048138
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Seite 22 Nr. 12/13 D *c r ' I 8.t a c'I'i'.t ■ '25. Märzyl>937 schosssn. Es kam zu einem kurzen Feuergefecht zwischen den Beduinen und einer herbeigerufenen!; Polizeiabteilung. Später wurden zwei jüdische Hilfspolizisten von Beduinen mißhandelt und verwundet. Scharfe Warnung der Jewish Agency an die Palästinaregierüng, Jerusalem, 18. März! Die Exekutive <fcr Jewish Ägftncy veröffentlicht gleichzeitig in Jerusalem und in London die folgende Erk ärung: . „Angesichts des erneuten arabischen Terrors erklärt die Exekutive: - Die vor etwa einem Jahre begonnenen Unruhen sind noch heute nicht. beendet.. Äm 12. Oktober 1936 V^röffent ichte General John, Dill einen Tagesbefehl an die bewaffnete Streitmacht, in welchem gesagt wurde, daß der 'arabische Streik und die Unruhen beendet..seien und daß; wie zu hoffen sei, auch die Reihe der von den Torrbristen begangenen Morde beendet sein wird: Die Jewishi Ägehcg beidauert, daß sich diese Hoffnungnicht verwirklicht hat. ' ..-".'.V .,';;;•; Sieht man von der. kurzen Zeit verhältnismäßiger ■ Ruhe vor dem Eintreffen .der. Königlichen Kommission und während ihres < Hufenhaltes dm Lande ab, so muß man feststellen, daß Terror und Morde eigentlich nicht aufgehört haben. In der letzten Zeit hat sich der Terror, besonders, im Norddistrikt von Pa'äst'na/-ungaheüer verschärft; -Allein während der letzten -sieben Wochen wurden 13 Juden (seit Beendigung des Äraber rstreiks 19 d. Red.) IQ Araber Und 2 Bürger änderer Nationalität von den Terroristen getötet,-zahlreiche andere Mordanschläge, die nicht ganz zum Ziele führten, wur- ' den unternommen. In 23 Städten haben Bomben großen Schaden angerichtet, 60 mal wurden jüdische Sied Hilgen beschossen, 1.5 Raubüberfälle auf . den Chausseen verübt, 9 Fälle von Vernichtung von Bäumen in jüdischen Piaritagen wurden ver- zeichnet. Ein Terror ganz ernster Ärt herrscht in Safed. Die Stadt wird in Wirklichkeit von den Terroristen regiert. Die Terroristen haber hier, Grenzr linien zwischen den jüdischen und den arabischen Vierteln gezogen und lassen niemand ohne Grenz-. : passierschein, der vom. Terrroristehkomitee ausge- . Stellt wird, die markierten Linjen überschreiten. ■ Auf Wären, die diese.. innerstädtischen Grenzlinien passieren, wird ein „Zoll" erhoben. Die Juden in Safed sind ihres Lebens nicht * sicher. Da die Regierungsämter sich im arabischen Teil der Stadt befinden, ist es ihnen unmöglich, mit diesen Äemtern irgend eine; Verbindung zu. erhalten. Dieser Zustand äußerster Gesetzlosigkeit konnte nur einreißen infolge des unter den Terroristen herrschenden Glaubens, daß die Regierung nicht imstande sei, die friedlichen Bürrger zu schützen. Seit Beginn der ^Unruhen hat die Jewish Ägencg wiederholt die Regierung auf die immer größer werdende Gefahr aufmerrksam gemacht, die sich daraus ergibt, daß die Terroristen aus: der bisherigen Haltung der Regierung den Schluß ziehen, die Regierung sei ohnmächtig. Die aus England herübergebrachten militärischen Kräfte wurden in ihre Heimat zurückgeschickt, ohne daß . die Regierung sie vorher zur Unterdrückung der Unruhen eingesetzt hat. Das im Lande eingeführte Kriegsrecht wurde bis zum heutigen Tage nicht, verwirklicht; es hat lediglich zur Äußerkraftsetzung der früheren Bestimmungen über den Ausnahmezustand gedient. Gesetz und Gerechtigkeit gelten im Lande immer weniger. Keiner der wenigen gefaßten Mörder wurde eigentlich zii de* in solchen Fällen anzuwendenden Höchststrafe verurteilt, kaum einige wurden überhaupt vor Gericht, gestellt. Die Terrorbanden sind nicht entwaffnet worden. Obwohl die Regierung starke militärische Kräfte zu. ihrer Verfügung hat, blieben diese Banden unbestraft. . Die Judenheit ,Palästinas, istbereit, sich durch, Schaffung eines Selbstschutzes aus eigener Kraft gegen den Terror zu wehren, falls die Regierung in dieser Hinsicht keine Beschränkungen vornimmt. Pflicht dgr Regierung ist es* aber/ mft-ällcii zu Gebote stehenden Kräften die Ordnung im Lande zusichern. . " > - Die bisherigen Erfahrungen haben die Jewish Ägencg davon überzeugt, daß „die Sicherheitslage im Lande sich so lange nicht bessern wird;, als nicht radikale Äenderungen in dar- Palästina*-Verwaltung Platz gegriffen .haben. Werden diese ^Äenderungen nicht vorgenommen, so wird der Terror sich verschärfen und zum Ausbruch neuer Unruhen in Zukunft führen., Eine entschlossene * und starke Palästina-Verwaltung ist . die erste Voraussetzung für die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung im Lande." Ibn Saud über die Forderungen der palästinensischen Araber. T e r u s al-e m , 18. März. Die arabische: Presse veröffentlicht ein Interview mit König Ibn . Saud über den letzten Besuch des Mufti von Jerusalem in Mekka. In diesem Interview erklärt der König, es sei nicht richtig, daß die Abhaltung, eines Kongresses, auf dem die Probleme der Äraber Palästinas hätten beraten werden sollen; verboten wurde.1 Der Mufti sei überhaupt nicht wegen der Frage dieses Kongresses nach Mekka gekommen, und es seien auch keinerlei. Beschlüsse in dieser Frage gefaßt -worden. Dar Mufti /habe nur seine religiöse Wallfahrtspfficht erfüllt. König Ibn Saud erklärte weiter, der Mufti habe ihn in privaten Unterredungen allerdings gebeten, er möge mit der englischen Regierung über; zwei Punkte verhandeln: über die Begnadigung der/ bei den letzten. Unruhen in Palästina verhafteten Äraber und über «ine gerechte Lösung des Palästina-Problems. Zum Schluß spricht der König in dem Interview die Hoffnung aus, daß die englische. Regierung die gerechten Forderungen der Äraber berücksichtigen werde. Ein neuer Haien in Palästina? Jerusalem, 15. März. Die arabische Tageszeitung - „El Liwaa" berichtet aus. Tulkerem, es habe sich dort das Ge-, rücht verbreitet,' daß die Regierung in der Nähe von Abu Sabura,* das einen Kilometer nördlich von dar Kolonie Natania bei dem jüdischen Siedlungsgebiet von Waadi Hawarit (Emek Chefer) liegt, einen Hafen zu bauen beabsichtige. Es sollen bereits die erforderlichen Baumaterialien bereit gestellt und Ärbeiter für den Bau angeworben sein. In der Zeit der Türkenherrschaft befand sich in Abu Sabura eine Anlegestelle für Segelschiffe, die den Warenverkehr zwischen Aegypten und Palästina besorgten. : Siedler und Landarbeiter in Palästina. Jerusalem, 15. März. Nach den letzten Zählungen der Jewish Ägencg leben heute auf Keren Kajemeth-Boden in Stadt und Land etwa 45000 Menschen, das sind 11 Prozent der gesamten jüdischen Bevölkerung Palästinas.o Äuf ländlichen Besitzungen ' des Keren Kajemeth leben 316000 Personen, somit ein Drittel der gesamten jüdischen Landbevölkerung. Bei der Anfang März bei der Histadrut Haow-. dim durchgeführten, Zählung der jüdischen Ärbeiter in den Städten und Kolonien ist festgestellt worden, daß es gegenwärtig 17 000 jüdische Landarbeiter in " Palästina gibt. Obel Channah in Tiberias. Tiberias, 15. März. Äus Tib e ria.s wird uns geschrieben: Tiberias wurde um eine neue wichMge Iristäitution unter dem Titel Ohel; Channah bereichert. Es ist ein Haus, in dem . elternlose uiid schwer erziehbare- Kinder betreut und erzogen werden. Die Änstalt steht unter Leitung der allbekannten Frau;C h an n a Feüch'twa'ng.er, die viele 'jähre das . Ällge-. meine /Madche'hw in so musterhafter Weise (Wie;im 'israeEt 'wiederholt ge-- schildert) ^le^ ^^-w Pas:f Haus in 'Täberias. istf; nofeh,>;in;%eihen Anfängen, aber^steter, Entwick-* lüng ' begriffen. Es ^werdfen r1hm'5 auch -fRäume fürt; Ausnutzung der! Frei z e i t 'der'Kinder' bei -Sport und ,Spiel angegliedert. Finanziert wird das Unternehmen von den kleinenvBeträgen der Eitern -und Zuschüssen". aus Institutionen für Kinderhilfe. Auch das soziale Hilfswerk<?des; Waad Leumi und dessen Leiterin Mrs4 S z o 1 d' interessiert sich für diese Änstalt, die in ihrer Ärt . :die erste und einzige . in Palästina ist. Das .vortrefflich« . Klima ' von Ti berias eignet sich, besonders für;dieses* Unternehmen, und. das in sozialer, Hinsicht etwas stiefmütterlich behandelte Tiberias ist Frau. Feucht- .wanger sehr dankbar, daß sie ihre bewahrte Kraft gerade einem;;r^eime ijti dieser Stadt widmet. Das allgemeine Interesse und die allgemeine. Unterstützung dürften Frau Feuchtwanger und ihrem Werke sicher : sein: . .: . .! v Wirtschaftliches. Baumarkt — Salzgewinnung — Arabische Zementindustrie— Heilmittelerzeugung - ■ : ' Jerusalems 15. März. Die Unruhen in Palästina, der;' Rückgang der Einwanderung und die .yerminderte Nachfrage■ nach Wohnungen und Geschäftsräumen haben die Bautätigkeit in Palästina stark verringert. lm\ Jahre 1936 wurden Bauer laubnisse. für eine Rundfläche von insgesamt 745459 qm, erteilt. Im Jahre 1935 ' wurden' Baüerlaübnisse für 1214 202." qm gegeben. * Der Rückgang der; Bautätigkeit hat sich, in den Städten verschieden ausgewirkt. In Tel Äwiwbetrug dia Abnahme .261.071 qm, in Jerusalem- 140 346 qm gegenüber; 182115 qrn,. in Jaffa 59 719 qm gegenüber 193 657 gm. Ueber den Wert der;. 1936 errichteten Bauten sind keine Ziffern bekannt*/ Eine Schätzung nimmt den,. Wert der Bauinvestierüngen auf 5 Millionen Pfund an. , '; ( (Die Baugeldbeschaffung stand stark unter den Auswirkungen der politischen Verhältnisse und des verringerten Zuströme* von Kapital; ausdem- Ausland. Die Banken waren in der Krcd tgevvährung vorsichtig.; Die Mietsenkungen,;für : Wohnräum;e; bei meist unveränderten Zinssätzen waren ein-"weiterer Faktor zur . Förderung der . Bauunlust. Die jetzige Pause in der : Baukorijunktur wird I vielfach zur Nachprüfung der' Qualität der .Bauten benutzt. Der letzte regenreiche Winter hatviele I Mängel aufgedeckt und zu einer kritischen: Betrachtung der bisherigen Baumethoden utid der benutzten Baustoffe geführt; Die Bemühungen der j bekannten Fonds/ den Baumarkt zu beleben,/sind 1 nach wie vor sehr stark. Eine Belebung der Privat-1 initiative wird auch in Zukunft Von 'der Entwicklung der politischen Verhältnisse abhängen. Eine j Wiederherstellung völliger Rühe und Ordnung und! di2 Entscheidung, die von der Mandatarmacht aufl Grund d:s Berichtes der Königlichen Kommission I getroffen werden, wird für die weitere,. Gestaltung j der Bautätigkeit in Palästina von ausschlaggeöen-1 dem Einfluß sein. - - - -; Vor einem Jahr hat die im Haifa . Bey*-Gebiet er-1 richtete Heilmittelfäbrik Hillel zum ersten Male I ihre Erzeugnisse inden . Händel -gebracht. Es ivurf den zunächst 17 Heilmittel hergesteöt, im Laufe | des Jahres wurde die Zahl der Präparate auf 25-J erhöht. Die Erzeugnisse haben 'bei Äerzten und! Publikum guten Ruf erlangt. Die Fabriken Hille1! Und Zori haben nunmehr gemeinsam die Erzeugung J des Digitales-Präparates „Dlgitovin" aufgenommen:! Im Zusammenhang damit ist;^geplant; den' AnbaiiJ der Heilpflanze Digitalis Lahata:in; Palästina auij zunehmen.;; •- . . -;i Der Export von Potasche und Bromsalzen aus| Pdem Toten Meer durch die Palestin« Potascft I Comp, ist im Jahre 1936 gegenüber dem voratf-f gegangenen Jahr um 70 Prozent gesteigen. Bef| den' Bromsalzen allein beträgt die Steigerung 87| Prozent,, bei- Potasche 66 Prozent. Der vermehrfei Export ist 'zum Teil auf die erhöhten Anforderungen^ der Rüstungsindustrie ^zurückzuführen. Die auf einer Konferenz c der aräbischen Hafl^l delskomitees Palästinas ■ eingesetzte Kommission fojl Industrieangelegenheiten hat beschlossen, Fachfjr Nashashibi^naDh Damaskus zu . entsenden, damit e' »dorlage Geolögen ^üeiner^ Prüfung von. Boden1! Palästina veranlasse,* die'für. die Enrwdckjung einef Zemestttiiidustrie s^eeignet vsind., Dte'i^idustrieko^l missidn baabsichtagt,' aj'- Räiästtüa eüie -arabiset1! Zeinentfabrik-zu-«rri<fhten. ~~- -