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Der Israelit · 1937-03-18 · Heft 11 (18.3.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 11 (18.3.1937)
Date
1937-03-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MRlm7 Frankfurt a. M. 18. März 1937 6. Nissan 5697 Nummer 11 Jerusalem, 17. März. Die im Jischuw heri^chfende Erregung über die jüngsten Mordtaten der arabischen Terroristen — mit der'Ermordung des jüdischen Siedlers in Rösch Pina, Samuel Gottfried, am 16. März gab es in deir letzten Tagen s e chs Todesopfer — "erinnert an die Stimmung im Sommer 1936, als der arabische Terror am heftigsten wütete.. Trauer und Empörung mischen sich mit der Entschlossenheit, sieh vor dem Druck'des sinnlosen Terrors -und Blutvergießens nicht zu beugen. Besonders stark ist die Erregung in T e 1 Awiw,',wo sofort nach dem Bekanntwerden der Morde alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt wurden. Die Erregung richtet sich noch mehr gegen die Palästinaverwaltung als gegen die arabischen Terroristen. „Die Regierung tut fast überhaupt nichts, um dem Morden ein Ende zu machen", so lautet das allgemeine Urteil. Es Wird betont, daß die Regierung sich in den letzten Wochen allzu unbekümmert gegenüber den drohenden Gefahren gezeigt habe,' und daß die Vorfälle des Sommers 1936 nicht vermocht hätten, das sorglose. Verhalten der Regierung zu ändern. Man weist darauf hin, daß seit dem offiziellen Abbruch des Araber Streiks in der ersten 'Hälfte September etwa zwanzig, junge jüdische Menschen durch den Araberterror das Leben verloren haben/ Keiner von ihnen ist im Offenen Kampf gefallen; alle sind sie heimtückisch aus -dem Hinterhalt ermordet worden. " \ . ■ ■ - ■ x Es wird festgestellt, daß die Regierung es nicht einmal für nötig gehalten habe, die Bewachung .derjenigen jüdischen Siedlungen zu verstärken, die sich in, Erkenntnis der drohenden Gefahr ,an die Regierung mit der Forderung gewandt hatten, die Zahl der jüdischen Hilfspolizisten »zu erhöhen. . Dies haben insbesondere mehrere jüdische Siedlungen in G a 1 i 1 ä a getan, die in:letzter Zeit so häufig Ueb er fällen ausgesetzt waren,' Die Zeitungen heben gleichzeitig die völlige Unzulänglichkeit'. des Sic h e r - heitsap parates in Palästina hervor. Der Polizei, sei es nicht gelungen, auch nur. einen einzigen , der Mörder der zwanzig getöteten Juden Wld der Reihe von Nichtjuden zu entdecken, die den letzten Monaten durch die Hand der Terroristen gefallen sind. Im besten Fall komme es* zur Verhaftung, einiger der Tat Verdächtigen, die ^ber meistens schon nach kurzem mangels Beweises freigelassen werden. ' ■ ■ l . .<"■ ■ . (Weitere Nachrichten über den neuen Terror und die neuen Opfer in Erez Israel auf Seite 11.) Mussolini, Erez Israel und Tripolis. Arabische Blätter in «.Palästina begrüßen voller Jubel die Erklärung M ü s s o 1 i n i s , Beschützer des Islam und des Koran - sein zu wollen. Es liegt jedoch kein Grund zu der Annahme vor, daß Müssolini dabei über die Mohammedaner im italienischen Imperium hin- «aus an die n a t i o n a T.e n und panärabi- Js c h e n AspirAtionen; der Araber gedacht hatte. Daß er in s.erster Reihe die r e Ii g iösen Interessen der ,Mohammedaner! in Libyen im Auge hatte, geht auch klar aus seiner Rede bei der Eröffnung der;Messe in T r i p o 1 i s hervor. Er wünschte den Moslems Friede und Wohlstand und, versprach ihnen u n g e h i n'd erte A u s ü b u n g ihr e r S i t.tte n u n d i h r e r R eligion; ein Gelöbnis, das sicherlich auch die (Fortsetzung siehe Seite 2.) Ans dem Inhalt: Konferenz der Agudas Israel-Executive in Antwerpen .......... Seite 2 Mazzoth-Aktion der Aguda-Instanzen in London.............Seite 2 Wochenrundschau .........Seit« 3 Der „große Sabbath"........Seite 4 Ein Appell an die Rabbinen und eine Zumutung.......Seite 5 Das Gedenken des Auszuges in den Nächten. Von Rabb. Dr. Auerbach in Recklinghausen Seite 5 Semesterschluß an der Frankfurter Thora-Lehranstalt Jeschiwa . . . Seite 6 Forderung nach einer konservativen Schule in Berlin ........Seite 6 Aus den Gemeinden ........ Seite 7 Die Prozentnorm in der rumänischen Wirtschaft ............ Seite 7 Berichte ans Polen.........Seite 8 Erez. Israel, neuer Terror und neue Opfer Seite 9 Vorfrühling am Genfersee, ein Sabbat in Montreux . . <..... . Seite 13 Ein Vorschlag. Von Mosche Schönfeld. Es ist für unsere an Thora, G'ttesfurcht und Opferfreude arme Generation geradezu tragisch, 4aß ihr Grundlehren und Vorschriften über wichtige Institutionen, weil sie seit vielen Jahrhunderten im Leben nicht verwirklicht werden, so fremd und. fern geworden sind. Wenn wir bei der Beachtung der anderen Geundti Verbote diese auch mit ,eigenem „Leben..-zu durchdringen, sie uns innerlich stets; als: Neues .und Eigenes zu erringen haben, so betätigen wir sie' aus einer Gefühlswelt heraus, die durch Tradition, Erziehung und Gewöhnung fest umrissen ist und die uns den bestimmten, religiösen f, Lebensstil gibt. Was aber die im Boden® von Erez Israel wurzelnden Gesetze betrifft, so tappen wir dabei im Dunkeln. Wir kennen die" Art dieser religiösen Betätigung nur vom/Hörensagen. Abgeschnitten vom jüdischen Leben im heiligen Lande, losget; löst vom Heimatboden, hüteten wir jene- Gebote .nur im Herzen, außerstande, ihnen eine feste Form zu geben. Kein Wunder, daß, .jetzt; da wir im heiligen Lande den,: Gesetzen näher sind,, sie uns immer noch fremd .' bleiben. Schon , aus diesem Grunde erheisehen diese •Pflichtgesetze ge- . steigerte Vorsicht un'd > Genauigkeit, erhöhte Hiugabe und Opferfreude. i" ' f ' Es wird bis jetzt, von kompetenter .Seite noch zu wenig auf die Bedeutung des S.chmittojahres und auf die Unhältbarkeit jener sog." Heterchen hingewiesen. Es bedarf aber für uns kaum noch der Worte, um die Tragweite dieses Thoragebotes zu erläutern, es genügt vielleicht, darauf hinzuweisen, daß die Thora mit einer Beachtung der Schmittagesetze die. Segensverheißung für , den Boden verbunden hat, und daß sie den Menschen das Recht erteilt hat, durch Einhaltung des Jahres-Sabbat dieses g'ttliche Versprechen auf die Probe zu stellen. So bedeutsam schien den Weisen das Schmittojahr, daß sie auf seine Vernachlässigung die Verödung des Landes und unsere Vertreibung aus dem Lande zurückführten. Ein vorwiegend agrarisches Volk stellt für ein volles Jahr alle Feldarbeit .ein, kann man sich ein höheres Maß von G'ttvertrauen bei sterblichen Menschen denken, wäre eine wirksamere Manifestation der Erkenntnis, daß G'tt allein Schöpfer und Eigener der Welt und des Bodens ist und daß des Menschen schwache Kraft nur im Vertrauen?ur g'ttlichen Vorsehung etwas bedeutet, als dieses Schmittogesetz vorstellbar? Gewiß, ein Opfer hat G'tt seinen Kindern abverlangt, ein Opfer eben, wie es nur ein Väter von den an seiner Tafel sitzenden Kindern verlangen kann. So müßte man denken und handeln. In der Praxis ist es aber leider so, daß selbst die Thoratreuen garfz fund gar nicht bereit sind, das Opfer voll auf sich, zu nehmen und nach Vorbehalten und Ausflüchten suchen. Gar nicht zu reden vom Heere der Gleichgültigen (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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