Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 10 (11.3.1937)
- Date
- 1937-03-11
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2450961-2450971--82862-2540821- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite ,J4 Nr. 10 De r. . 1 :s r a e. 1 i t KÜRIOSA. Wir lesen im Tel Awiwer „Haatez" fom 22. November1936: .- •>■■: f r. Vor dem Bezirksgericht steht "ein jüdischer Zeuge,-der vereidigt wird. Da er keinen Hut bei sich hat, bedeckt er den Kopf mit der flächen Hand.; Der 'Richter, ein Brite, energisch: & ' „Ich wünsche, daß ein Jude mit bedecktem Haupte ^schwört und seinen Hut mit ins. Gericht bringt. Ich liebe diese leichtfertige Art nicht." .... ,;Ich gehe aber immer hütlos," entschuldigt sich der Zeuge. -; „Dann wünsche ich aber, daß Sie, wenn Sie vor Gericht' geladen sind und! einen Eid zu leisten haben, den Hut mitbringen." Also, bringt ein englischer Richter einem Juden jüdischen Anstand bei. Kurios, daß folgende Notiz unter; ^Kuriosa" registriert werden muß, während sie doch^wie die Realisierung einer z w e i t a u s e n d j ä h r i g e n Hoffnung anmuten müßte: ,Der. in Jerusalem lebende jüdische Kriegsteilnehmer N. Avxamayahu hat ■an' den Generalsekretär des Völkerbundes eine Petition gerichtet, in der er verlangt, daß der Völker-' bund eine W e 11 f ri e den"s- K o n'f e r e n z ehemaliger Kriegsteilnehmer aus allen Ländern in Jerusalem einberufe und' daß /äriläßlich dieser Tagung in dieser Stadt des Friedens';äe¥'<5rlto4&tein zu einer „Friedenshalle" gelegt;Werde., -^per Bittsteller schlägt weiter vor, daß die .fiuheVeri ^riegsteiblehmeir "den f e i er 1 i c h eü 'E'i"dJ' -leisten, „ihre Schwerter in Pflugsc h.a r e u,mz u s c h m i e- ' d e hl"f ■ . '• •Der Petent hat bereits vor vier,. Jaij^en einen ähn- Uchen. Vorschlag an Sir Eric Drummond gerichtet, Jedoch die Antwort erhalten, daß derartige Pläne nach.(deu bestehenden Vorschriften nur auf Verlan* , gen. einer Regierung-dem Volkerbunid^ zur Kenntnis ^gebracht werden könnten. .. ' ■ ■ Also, die Vision in Jesajas 11kaan nach „den bestehenden Vorschriften" dein Völkerbunde noch nicht'izur Kenntnis gebracht iweirden.ij Vielleicht müßten wirklich Welt und Völker und auch J erusalem erst ein wenig; anders werden ... Aus Wien wird berichtet,' daß dasr';Speisezim* m e'r *T h e o d o r Herz 1 s , das näch.adem Tode seiner Witwe versteigert und in-Privatbesitz gekommen war, nunmehr von einem Herzlverehrer aus Polen angekauft und dem '- in Jerusalem zu errichtenden Herzl-Institut überwiesen wurde. Das Zimmer soll in Jerusalem igenaü so aufgestellt werden, wie, es in der Wiener W oh nun g. ausgesehen hat. Bewunderer des großen Mannes, xlie seiner Bewegung nicht angehören, haben -oftder' Meinung Ausdruck gegeben, daß der Begründer der zios nistischen Bewegung, wäre ihm ein längeres Leben beschieden gewesen, wie vieles auch seinen Speisetisch vielleicht anders gestaltet hätte . . . Warum also gerade das Speisezimmer Herzls von damals stabilisieren? Doch wohl nicht als Reliquie und Symbol für die A r b e i t e r k ü e h e n der Histadruth? , , . ' ' Das Erdbeben zu Zephath vor hundert Jahren. Ein kurzer historischer Rückblick von Rabbiner Dr. A. Posner in Jerusalem« Zephat ist nicht eine der alten biblischen Stätten, an die sich die ältesten historischen Erinnerungen knüpfen. Aber sie wird bei Josephus als Festung bereits genannt, im Talmud erwähnt und als eine der Stätten der Feuersignale bei der Neumondverkündiguttg genannt. Seitdem ist sie nie ohne jüdischen Jischuw gewesen und hat schwere Tage erlebt, aber auch große Männer in ihren Mauern gesehen. Dort lebte und wirkte der große R. Josef Karo, der Verfasser des .Schulchan aruch, dort lehrte der Kabbaiist R. Isak Luria und sein Schüler Chajim Vital. Aber immer wieder ließen sich dort große Familien und bedeutende Gelehrte nieder. Das traurige Ereignis, das vor nunmehr. 100 Jahren — wie es zuerst schien — der Stadt und 4er jüdischen Siedlung für immer den Garaus machen wollte, war das schwere Erdbeben, das Obergaliläa und insbesondere Zephath am 24. Tebet 5597 (1. Jaauar 1837J heimsuchte. Anläßlich des Erdbebens, das am 11. Tamus 5687 Erez Jisroel heimsuchte, hat der „Israelit" (in Nr. 29 vom 21. 7. 1927) bereite an die damalige Katastrophe erinnert und eine der Hauptquellen unserer Literatur einer Würdigung unterzogen. Es ist dies der Hesped, ^den R. Möschen Sofer — der Chatham Safer —, zum Andenken an die Zerstörung der drei Städte Z,epha.th, Tiberias^ und Schechem in der größen Syflägdge in Pneßbtirg gehalten hat. Das war aufgrund des ausführlichen Briefes geschehen, den der Chatham Sofer von R. Israel von Zepath, dem Verfasser des, jirs, erhalten hatte. In diesem Briefe -war zuerst zu lesen, daß das Erdbeben in Sichern. 60 nichtjüdische. .Opfergefordert hat, daß in Zephath'-und in Tiberias sämtliche Gebäude der jüdischen .Gemeinden und Einwohner eingestürzt sind, in' Tiberias auch 'die Stadtmauern gelitten haben» R. .Israel hat.— er und seine Familie befanden sich glücklicherweise zur Zeit der Katastrophe nicht in Zephath. — Geld auf seinen Namen geliehen,, um der ersten Not zu steuern; auf seine Veranlassung sind Hilfskräfte aus Jerusalem nach Zephath geeilt, um die Opfer zu bestatten, sind viele U eberlebende nach Jerusalem gekommen, um dort Schutz vor Kälte und Hunger zu finden. An einen Wiederaufbau von Zephath sei iiicht zu denken, die Unglücklichen, deren Häuser eingestürzt sind, haben nicht einmal die Stätten ihrer alten Wohnungen wiederfinden können. So bittet R. Israel um schleunigste Hilfe. Vorher hatte bereits R. Israel den Pekidim und Amarkalim Bericht erstattet und auch von dort Hilfe erbeten, nachdem er in bewegten Worten die Größe des Unglücks und die schweren Verluste an Menschen, an Gelehrten und an Hab und Gut geschildert hatte, Von einer Spätwanderung. Liebreiche Wölbung der Nacht, Blitzende Stickerei auf blauer Seide, Wie in weichen Sternshawl du hüllest dunkle Gebüsche, Die tags auch blinken, Goldener Frucht geschmückt, Weithin. Doch da löset, siehe da löst sich i Ein Funke vomLichtmeer des Alls, ■ „•:• Und wieder einer! * Und flimmernd zieht er Flackernd;'i -* Ins Ungewisse; '• Bogige Bahn.' Aber es schlummert das Dorf Still unter friedlichen Dächern, In Erdreichs Falten geduckt Träume der Heimat, - ' Und du auch, Müder, Lege den heimischen Feldern getrost das Haupt hin, Leid zu vergessen. < ■ (>,;'.'• Es stiegen, erzählet die Schrift, Engel dem-Urvater nieder, Da er Rast hielt Von gefährlicher Ausfahrt An heiliger Stätte. Dies aber heilige Stätte, Soweit dich traget der Fuß, Heiliges Land! Wie es verborgen reift, Reich an quellendem Saft, Der Frühe, Dem Ernteschnitt entgegen . , , Uri Rosenheim. Petach Tikwah. In derselben Zeit erging an die Pekidim und Amarkalim ein zweiter Appell von R. , Arjeh ben Jerachmiel, dem Syndikus der Gemeinde der Peruschim zu Jerusalem. Auch hier wird die über die traurigen Vorkommnisse und über die bereits verausgabten Gelder berichtet. Noch ein drittes Schreiben erhielten 'die Pekidim im Adar desselben Jahres von Rephael Isak Alphandari, dem Pakid und Maschgiach der vier Gemeinden im heiligen Lande. Er schätzt die Opfer — einschließlich der Nichtjuden — auf 4000 und betont den Verlust der vielen Rabbiner, deren Namen er aufführt, vierzehn in Zephath und vier in Tiberias. Diese drei Briefe hatten zur Folge, daß «die Pekidim und Amarkalim sich im Nissan an ihre' Glaubensgenossen wenden, sie bitten, der Verstorbenen durch öffentliche Trauerandachten zu gedenken und bei diesen Anlässen wiie überhaupt, außergewöhnliche Gaben zu spenden. Sie berufen sich hierbei noch auf 'die Berichte des holländischen. Konsuls und Vizekonsuls (von Ä-leppo ünjdl;. Bayruth) und fordern zu würdiger und rascher .Hilfe-auf. So konnten auch diese Wunden durch brüder-. Hohe Hilfe verheilten- und; neues iLeberierstand und' wird, bleiben,^ s. G. w., trotz der- Opfer von 568$ und 5696. /. ■ .■}■ ■' '. .' '■ ' Bücherbesprechungen. 'Iii »nnsra^T xpawa hir>DD»%wi7 £#!)*t JI'.pp'lÖD .•.vijWisi o^a-isn 'lyw Ymnria n:r> mi j-m^na. - Herausgegeben und mit Anmerkungen, versehen im Aufträge der Jeschiwa zu Neutra (Slov.) von M' D. W e i ß m a n d e 1. Neu t r a. 56 94. Verla g-der Je.se hi.wa. . Es liegt Veranlassung vor, auf di.es.e Massische Edition," obgleich sie schon vor zrwed .Jahren erschienen jsi, in diesen Blättern hinzuweisen, ißcht nur, weil eine Anzeige bisher nicht erfolgte, sondern weil die Tatsache, daß eine der bekanntesten Jeschiwos mit der Veröffentlichung des stattlichen, glänzend ausgestatteten Buches von 436 Folioseitenr mutig yorangegangen ist, Anerkennung und — Nacheiferung verdient. Der Verfasser, Rabbi Jauno Taumim ^"xtbekannt unter dem Namen navn IVpp, wurde vor nahezu 350 Jahren in Prag geboren und starb in Metz 5429 im dreiundsiebzigsteh Lebensjahre, nachdem er in Pinsk, Wien und :Posen große Jeschiwos geleitet und Tausende von Schülern herangebildet hatte, darunter eine ganze Reihe hervorragender talmudischer Größen des siebzehnten Jahrhunderts. Seine zzwnrr auf o~v waren bereits zweimal gedruckt worden; das erste Mal in Amst e rd a m sofort nach seinem T6de und 42 Jahre spater (5472;)' nochmals in Hanau. Aber diese beiden Ausgaben wimmeln von Fehlern, einfachen Druckfehlern sowohl wie auch von mißverstnädlichen Sätzen, die auf die schwer leserliche Handschrift des' Verf assers VST : in-seinem hohen Alter zurückzuführen sind. Leider hat die neue Ausgabe" nun 'Zwar-' die Matrizen der Hanauer Ausgabe benutzt, aber es sind 4n Fußnoten die störendsteh Fehler' berichtigt undauch Quellenangaben und sonstige kleine Hinweise hinzugefügt worden. Endlich sind dem Bände ein e r s t- Balig er Druck -der Bemerkungen des <WY li'pp zu P "'B desuyniaR und einige wenige agadische Ausführungen des Verfassers hinzugefügt. Es wäre erfreulich, wenn durch einen' raschen Absatz des bedeutenden Werkes der Neutraer: Jieschiwo die Möglichkeit gegeben würde, ihre verlegerische Tätigkeit durch Herausgabe weiterer Bruchteile der. unschätzbaren literarischen Werte, die ungehöben in den Manuskriptsämmlungen der. "großen Bibliotheken ruhenj fortzusetzen. Mancher junge Taimid Chochpm könnte dabei ein würdiges Feld, produktiver halachischrwissenschaftlicher Betätjguhg fin= •den, und die halachische: Wissenschaft/setHsJ''reiche Förderung erfahren. ""•'.< Das Werk ist direkt von der Jeschiwa in .Neutra (Slov.) zu beziehen, ^ipi Tj?i ^aip»a ^nj?m3'anV <Wl ÄTib:5te>D 0 'aya h"W Kran^a itjtVs 'ai mnp 'jw^a man niD^n >mm nvbn 'D^N^anma^n) "fipv; lyxnii 'naaxnmD^m nxiaan nia^n 'iimn mD^n -jik1? qwp •C?,,st Tönn ririwm-i1? nift^n -no •n n n'b y a s j? b s 1■» ->"y nawsnn bifsa llsrael Kamelhar in Rzeszow). BiIgoraj, Bezirk Lublin. Polen. Der durch frühere wissenschaiftliche Arbeiten wohlbekannte Verfasser hat nach einer Münchener Handschrift hier zum ersten Male einen Teil der kabbalistischen Abhandlungen des R o k e a c h (Rabbi Elasar von Worms, 11,60—1240 d. gew. Z.Ji herausgegeben, eine angesichts des Zustande» des Manuskriptes schwierige Aufgabe, die nur mit großer Gewissenhaftigkeit und liebevoller Hingabe an den Stoff zu lösen war. Den eigentlichen. Schlüssel, zum Verständnis dieser ganz auf unmittelbarer Bibelinterpretation aufgebauten frühkabbalistischen klassischen Abhandlungen bildet die vor 7 Jahren erschienene große biographische Arbeit iKamelhars über das Leben und die Lehre des Rokeach, die zu den lesens5 wertesten Studien auf dem Gebiete der rabbinischsn Literaturgeschichte gehört ' i(Rzeszow, Selbstverlag). Der in Jerusalem lebende gelehrte Vater ,des Verfassers, Rabbi Jekutiel Arje Kamelhar, hat dem Buche ein lebendig geschriebenes Vorwort Vorausgeschickt, in dem er die Flucht aus den Wirren und Katastrophen der Zeit in die ewige Welt, des G'ttesgeistes und des überweltlichen Geheimnisses empfiehlt, nach dem Worte des Rabbi Jehudo bar Rabbi Simon; •mm -nno^i nnni> lri-D »missi D3^> i'js 1"»as?n ö^Tinxn'i q^i^ktt nitr^ ni^ ♦nj7n 11*1^3 ijya'iöö' tb*T»n -»ai ain nsa .Q«rnts- London, Selbstverlag. Druck v. J.; Grodetzfei; London, E. Bedford Street. ■Eine höchst zeitgemäße Studie des bekannten Talmudgelehrten über die halachischeu Konsequenzen der Zivilehe ohne Kidduschih. Rabbi Ferber vertritt entschieden den Standpuiikt, daß wegen v -pirf J'K ni3T l)V»?a^n^»?.■^!,^?;•«»' auf alle Fälle nach alletf BMlWKnflfl'lB'E" ein tiX erförderlicli sei und daß ,-clie M^nüng;en. der vyy^Tf h'"w und-des T'alH auf die 2iyile]&e nicht ange^epdet werden konnten. Der VerfaWer. äp^llier1 inV seiner" Bescheidseäheif audie =.nK^wn ^na» seinen eingehend begründeten Standpunkt zu. prüfenv Die Frage kann natürlich nur in' den h^lachistheii.^Fach= Zeitschriften erörtert . werden. / '..,[-,:] ' itfr™-