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Der Israelit · 1937-03-11 · Heft 10 (11.3.1937) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 10 (11.3.1937)
Date
1937-03-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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11. März 1937 Oer Israelit Nr. 10 Seite 11 ER P 7 W\ Km C Fördert die Kibbuzim! ' - (Eine Berichtigung.). ' Von 4er H a h a n h. a 1 a sch el Kibbuz C h o - fez C haimwind uns geschrieben'. Immer wieder erfüllt es uns mit aufrichtiger Freude, wenn wir sehen, daß sich Freunde und Gönner £ür unser Werk in selbstloser Weise einsetzen, wenn wir erleben, daß Wohlmeinende die Weltortho? ■doxie zur Stützung unserer Arbeit aufrufen. Um, so; bedauerlicher ist es 'dann,*-wenn gegenteilige Wirkungen erreicht werden, wenn Voraussetzungen an-, genommen werden, die in Wirklichkeit nicht zutreffen., Solches hätte sich unser Freund überlegen, sollen, bevor er seinen Aufruf „Rettet die Kibbuzim" im „Israelit" Nr. 7. vom 18. Februar 1937 veröffentlichte.: Er hätte-sich nur einmal vor Abfassung seines Aufruf es nach Gedera begeben und dort mit eigenen Augen und Ohren sich von der derzeitigen Lage des Kibbuz überzeugen sollen; wir glauben, seine Ueber» schrift hätte gelautet; Fordert die Kibbuzim, der LerU faden seines Aufrufes wäre gewesen: Freude über das bereits Geschaffene und Optimismus für die Fortführung unseres -Werkes. Und tatsächlich können wir heute vor die Welt hmtreten und ausrufen; Berücksichtigt den fürchterf liehen Brand, die Unruhen, die uns wirtschaftlich und seelisch stark bedrückten, die außerordentlich starke Arbeitslosigkeit des jetzigen Winters, die Mißerfolge in einigen Wirtschaftszweigen, Verursacht ' durch Geldmangel und Unruhen, und Seht uns an, wie wir fest in unserem Willen und stark in unserer Arbeit weiterbauen! Bei uns liegt es, das Werk zu erhalten, aber bei Euch» es auszubauen zu einer starken Fes* tung der Jüdischkeit inmitten des Abfalls und der Demoralisation. Aber a-uch etwas anderes hätte unser Freund nöch bei einem Bestich in Gedera erfahren können. Es ist niemals die Bedingung gestellt worden, auch nicht aus finanziellen Gründen, zwei Jahre nicht zu heiraten. Eine ^andere Bedingung besteht aber und nicht erst seit heute, sondern schon seit Bestehen des Kibbuz überhaupt: Jeder Chawer hat bei allen seinen Entscheidungen die Verantwortung aufzubringen, die er als Einzelner außerhalb des Kibbuz auch aufbringen würde. Unsere unverheirateten Chawerim haben auch nicht von ihren verheirateten Chawerim verlangt, den Kibbuz izu verlassen. Innere Auseinandersetzungen im Kibbuz, wie sie in jedem gesunden Gemeinwesen vorkommen und auch notwendig sind, Haben zu derartigen unsinnigen Gerüchten geführt, die wir alle als unjüdisch und unmoralisch ablehnen. Unser Wille ist ■ stark, das Ziel klar, der Weg schwer, doch gangbar. Bis zum letzten Atemzuge werden wir durchhalten, um das einmal begonnene Werk fortzuführen, um einer großen Welt des Abfalls ringsum zu beweisen, daß es uas, allen Hindernissen zum Tr,otz, doch gelingen wird, eine Gemeinschaftaufzubauen, deren oberstes Prinzip und ausschließlicher Richtunggeber die Thora ist. Helft uns aber, unseren Kibbuz, unsere Wirtschaftszweige auszubauen, fügt \ unseren drei Kühen noch weitere hinzu, izu unseren izwei Hühnerställen noch zwei hinzu und verhelft uns zur Befreiung von der Lohnarbeit, zur Ansiedlung auf eigenem Grund und -Böden, -zum Hithjaschwuth.. Setzt Euch ein für idie Lösung der Schmittafrage, zu der im „Israelit" schon einige Male aufgerufen wurde,. laßjt Euch von unseren Sendboten in die verschiedenen 'iLänder Europas über uns berichten. *Wir; wollen keine Gaben und keine philantro« pische Hilfe, denn wir haben mit Wohlfahrt nichts zu? tun. Wir verlangen aber höchsten Einsatz von der Gola, so wie wir auch von uns * höchsten 'Ein^ätz' verlangen alsrWächter und Arbeiter auf exponiertem^ Posten, ^fur die Thöra lind ^fur ftas Thoravolk. 1 Neue arabische Anschläge. ' Jerusalem, 7. März. Am Sontiabend ist in der Altstadt von Jerusalem der 42jährige Jehuda Leib Schneursohn auf dem Weg zum Morgengebet an der Klagemauer hinterrücks überfallen und durch Revolverschüsse schwer verwundet worden. Der Attentäter ist entkommen. Schneursohn ist sofort im Hadassa-Krankenhaus einer Operation Unterzogen worden. Der Verwundete gehört zu den Juden, die nach dem Jahre 1929 aus Hebron nach Jerusalem übersiedelt sind. Er ist \bei den damaligen Unruhen mit knapper Not der Niedermetzelung durch die Ara'ber entgangen. Die bisherigen polizeilichen Nachforschungen haben noch nicht auf die Spur des Täters geführt. Der in einer Orangen-Plantage in Ness Ziona beschäftigte, aus Polen eingewanderte christliche Ar« beiter Stanislaw Sluga ist von einem Araber erschossen worden, der ihn irrtümlich für einen Juden hielt. Der Attentäter, der entkommen ist, hatte sich, bevor er Slugä erschoß, an ihn mit der Bitte um einige Apfelsinen gewandt.. Im Norden des Landes treiben bewaffnete Banden weiter ihr Unwesen., Bei Akko ist in der Nacht ein jüdischer Arbeiter überfallen und beschossen worden. Nachdem er verwundet war, raubten die Angreifer die Bespannung, seines Wagens, Von den Räubern fehlt .jede; .Spur.. 'Eine zweite Bande hat Ätrtos auf der Straße Akkö-Safed beschossen. Ein Chauffeur des Regierungsdepartments für öffentliche Arbeiten :wurde' schwer verwundet. , Schüsse auf die Vorstadtsiedlung Hatikwa h& Tel Awiw; — Bombenanschlag gegen die Folizeistation in Haifa. Jerusalem, 8. März.. Auf die. judische Vorstadtsiedlung Hatikwa bei Tel Awiw sind' von den benachbarten Jaffaer arabisehen. Vierteln* her Schüsse abgegeben worden.. In Haifa wurde gegen die Polizeistation eine Bombe geschleudert. Eine vorübergehende Araberin wurde beLder Explosion verwundet. Die hebräische Tageszeitung ,JIaarez". ist wegen ihrer Stellungnahme zu den letzten Vorfällen iii Jerusalem für eine Woche verboten worden. Ehemalige jüdische Offiziere rufen in Palästina zur Verteidigung von Land und Volk auf. Tel Awiw,- 8. März. Der jüdische Offiziersiverband in Palästina, desserr 300 Mitglieder im Weltkriege an den verschiedene« Fronten gekämpft haben, hat einen Aufruf veröffentlicht, in dem unter Hinweis auf die neue Terrorwelle, idie das .Land erfaßt hat, das elementare Recht, Leben und Ehre der Juden in Palästina zu beschütaen, gefordert wird,' Wenn wir, so heißt es in dem Aufruf, unser Blut auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges vergießen konnten, werden wir unser Leben auch für unser Vaterland und " unser Volk opfern können. Revision eines Todesurteils abgelehnt. London, 7. März. Das höchste Gericht Englands, der Rechtsausschuß des Privy Council, hat das 'Revisionsgesuch zweier junger palästinensischer Araber, die wegen Beschießung britischer Truppen während der Unruhen, zum Tode verurteilt wurden, abgelehnt. Der Anwalt: der beiden Araber vertrat den Standpunkt, daß die Ausnahmebestimmungen, auf Grund welcher das Urteil, ergangen war, ungesetzmäßig seien. Nach ^tfen ^Bestimmungen des Völkerbundspaktes hät-: ten sämtliche Teile 'des ehemaligen ottomanischen Reiches <die ^Selbständigkeit zu erlangen, und das Palästinamandat trage nur zeitweiligen Charakter, Dieser Auffassung widersprachder Vorsitzende des Gerichtes. Er erklärte, Palästina sei im Krieg von England erobert worden, das dieses Land dem Völkerbund zur Verfügung stellte, der seinerzeit wieder das Mandat für Palästina England übertrug. (Der Anwalt der verurteilten Araber erwiderte, Palästina sei kein erobertes Land, sondern ein Man* datsgebiet, in dem das Mandat nach gewisser Zeit erlöschen soll. Die Ausnahmebestimmungen seien als rechtsunwirksam zu erklären, da durch, sie die im Mandat gewährleisteten „bürgerlichen und religiösen Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung" eingeschränkt würden. Ferner behauptete der Verteidiger, daß die beiden Verurteilten noch nicht 18 Jahre alt seien. Der Vorsitzende stellte bei der Begründung der Ablehnung des Revisionsgesaches fest, daß die Verurteilten;, überi 18, Jahre alt sind, und das Gesetz ihnen gegenüber mit voller Strenge anzuwenden war. Neuer Chefsekrefär der Palästina-Regierung, London, 7. März. Das (Ministerium für die Kolonien hat bekannt gegeben, daß der Kolonialsekretär für Cypern, William Denis Battershill, zum Nachfolger des gegenwärtigen Chefsekretärs der Palästinaregierung, John Hathom Hall, bestimmt worden ist. Der bisherige Chefsekrefär erhält, wie bereits früher bekannt gegeben wurde, den Posten eines britischen Residenten in dem Protektorat Sansibar. Weiter wird amtlich mitgeteilt, daß der bisherige Hilfssekretär der Palästinaregierung, Max Nurok^ in gleicher Eigenschaft nach Uganda versetzt wird. Der bisherige stellvertretende Generalpostmeister Pa= Iästmas, G. H. Webster, wurde, wie von der ITA. bereits früher gemeldet, zum Generalpostmeister ernannt. 1000 Palästina-Einwanderer im Februar. Jerusalem, 7. März. Laut den statistischen Aufzeichnungen der Einwanderungsalbt eilung der Jewish Agency sind im Monat Februar 1937 1000 jüdische Einwanderer nach Palästina gekommen. Ibn Saud für Nichteinmischung in Palästina. Prag, '7, März Dem Tschechoslowakischen Pressebüro wird aus Haifa gemeldet: König Ibn Saud erließ einen Befehl, durch welchen seinen Untertanen, insbesondere den Beduinen aus dem Hedschas, verboten wird, sich an irgend» welchen Unruhen in Palästina und an Waffenschmuggel nach Palästina zu beteiligen. An den Grenzen des Hedschas wurden eigene Wachen für die strenge Kontrolle sämtlicher Uebergänge aufgestellt. Auch in Transjordanien, wo das Tragen von Waffen und der Handel* mit ihnen allgemein erlaubt ist, gelangt ein neues Gesetz zur Ausgabe, das die Einfuhr VOn Waffen und deren Tragen im Grenzgebiet verbietet. Der Emir von Transjordanien bei der Krönungsfeier in London. : Jerusalem, 7. März. Nachdem die palästinensischen Araber eine Teil3 nähme an den Krönungsfeierlichkeiten in London abgelehnt .haben, hat, wie die arabische Presse berichtet, der Emir von »Transjordanien beschlossen, in Begleitung eines Arztes und eines Adjutanten;an der Feierlichkeit in London teilzunehmen.

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