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Der Israelit · 1937-03-11 · Heft 10 (11.3.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 10 (11.3.1937)
Date
1937-03-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r-v^'V' r,;-<*■ Tr„ -* ^w?w3zr ^s^mr^^^i^™' 3?»©^,>t^-!T', r Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann Frankfurt a. M. Ii. März 1937 28. Adar 5697 Nummer 10 Wieder vorübergehender Ausnahmezustand über Jerusalem. Jerusalem, 10. März. Ain Samstag Jtfachmittag ist es in der Nähe des jüdischen Viertels. R e c h a.w i a in Jerusalem zu Z-u s a m m e ns t ö ß e n zwischen Juden und Arabern gekommen, bei.-denen ein Äraer g/etötet und ein zweiter - verwundet wurde.' Angesichts der starken Erregung, die der-Ueberfall auf einen jüdischen Beter bei der W e s t m a u e r.am Vormittag und diese Zusammenstöße ausgelöst, hatten, wurde von der Regierung der Ausnahmezustand über Jerusalem.iV.erh ä;n'g t und das ■ Betreten der Straßen von ■% Uhr abends, bis 5 Uhr morgens verboten.' Zu den Zusammenstößen war , es gekommen, nachdem eine Gruppe von jüdischen Spaziergängern auf dem Wege von Rechawia. nach Newe Schaanan von Arabern mit Steinen beworfen worden war. Ein Jude war hierbei leicht verletzt < worden. Die Lichtspieltheater blieben infolge des Ausnahmezustandes, der am folgenden Tage wieder aufgehoben wurde, am Samstag Abend geschlossen. Die Polizei in Jerusalem ist wieder mit Gewehren bewaffnet worden und hat Abteilungen der Mililärpolizei zu ihrer Unterstützung erhalten/. Auch in anderen Teilen .Palästinas war die Lage äm Samstagziemlieh gespannt. Um 6 Uhr abends hat die Polizei den Verkehr zwischen Jaffa und Tel Awiw eingestellt. In Jaffa blieben die Geschäfte zum größten Teil geschlossen. Zwischen Jaffa und Tel Awiw wurden Drahtverhaue errichtet. Die Truppen haiten Bereitschaftsdienst. Ansammlungen von Arabern an den Grenzen und in vielen Städten wurden von der Polizei sofort zerstreut. In Haifa versuchten Araber eine Straßenkundgebung zur Unterstützung ihrer Forderung nach Aufnahme neuer .arabischer Hafenarbeiter. Polizei zerstreute die Teilnehmer. Vier Araber wurden in Haifa bei der Herstellung einer iBombe, die vorzeitig explodierte, schwer verletzt. In ein arabisches Haus, zwischen Ramat Hascharon und Abu Kjschek drangen zwei Araber ein und ert h o ,s s e n den ß e,s x.t z e r. Der S o n n!t a g ist in Jerusalem verhältnismäßig r u-h i g. y e r l a u f e n. Immerhin ist es zu vereinzelten Zwischenfällen gekommen. Starke PolizBipatrouillen in voller Ausrüstung durchziehen -die Stadt/ Es heißt, daß. die Polizei in ständjgemi Kontakt mit den militärischen Kghi- Rian^pstellen steht. Ein Eingreifen *• des Militärs hat '^ich 'jedoch 1 bisher n i c h t ' als notwendig «rwiesen. ' i " Die gesamte hebräische Presse hat in ihren Sonntagsausgaben an die Regierung die ernste1 Warnung gerichtet, eine „Ausbreitung des BrandesM zu verhindern. Alle Zeitungen knüpfen an die Unruhen vom Sommer 1936 an und befassen, sich mit der Stimmung im arabischen Lager seit der »Beendigung der Unruhen. Einmütig wird festgestellt,. daß nur eine entschiedene Haltung der Regieru*ng schon beim Beginn der provokatorischen Versuche, die Flamme des Aufruhrs wieder anzufachen, eine ernste Wendung der Ereignisse verhindern kann, : Trotz' der äußeren Beruhigung nach den Er-, eignissen vom ' Samstag herrscht weiterhin eine gespannte Stimmung. Man ist jedoch allgemein überzeugt, daß die Regierung ein Umsichgreifen der Unruhen verhindern wird. Und der ruhige Verlauf der Tage bis zum Wochenende scheint die Hoffnung vollauf zu rechtfertigen, ~ Aus dem Inhalt : Sabtatentyreihunjl bei der Landung in Amerika i . .< Seite 2 Eine bedeutsame Entscheidung des Warschauer Rabbinates ..... . . Seite 2 Einwanderung in Ecuador . . . Seite 2 Wochenrundschau . . . Seite 4 Schrifterklärungen zum Wochenabschnitt und zu ennrr'B . . . Seite 4 und 5 Volk unter Völkern. Von Saly Geis, Jerusalem . Seite 6 Die neuen Siedlungsexperimente . . . Seite 6. Kundgebung des Jüdischen Central-Vereins Seite 7 Aus den Gemeinden . (....... Seite 7 Aus der Amsterdamer Portugiesengemeinde ' " Seite 8 Briefe aus Polen . . . , ... Seite 9 Dr. Isaac Breuer in Wien . . \ . . Seite 10 Erez Israel, . . . . . . . . . . : Seite 11 Don Jizehak Abarbanels Leben und Lebenswerk, . Als Jakob weg- und ziellos durch die Nacht wanderte, erhob er hilfesuchend die Augen zu den Bergen, Unsere weisen Lehrer meinen aber, es waren nicht die nrin. die Bergwände, sondern die d'mn' die Ahnen, zu denen er emporschaute, um sich an ihnen emporzurichten. So war und blieb, es in Israel immer. So oft Ereignisse eintraten, die das'Vergängliche all dessen, was ihm Stab und Stütze schien, dartaten, so schaute es zurück, zu dem, was, ewig und unantastbar, im' Tresor, seiner Geschichte ihm als eiserner ^Bestand aufbewahrt ist, und da fiel sein Blick auf die großen Führer, die die Hüter jener heiligen Substanz, waren. , - So - kam . es - denn, daß vor zwei Jahren — der Umbruch des deutschen Judentums war gerade in vollem Gange — viele Maimonides feierten, die ihn bisher nur dem Namen nach kannten und bei der Gelegenheit erst erfuhren, daß Rambam und Maimonides identisch seien. Damit erklärt sich auch, daß heute jüdische Menschen sich für A b a r b a n e 1 interessieren, den sie bisher nicht einmal dem Namen nach kannten. Gerade Doa Jhchak Abarbanel, der, wohl in den Tagen zwischen Purim und Pessach, vor 500 Jahren (1437) in der portugiesischen Hauptstadt L i s s a b o n geboren wurde, zeigt uns in! s'einer Geschichte und in seinem Nachlaß, was1 vergänglich und was ewi^ ist an der nicht immer allein im jüdischen Bezirke verbrauchten jüdischen Kraft. Aeußere Erfolge waren Blumen am Rande des jüdischen Schicksalweges, die verwelkten, die Schöpfungen aus der unermeßlichen Tiefe der jüdischen Volksseele heraus bleiben, und nach diesen greifen wir heute, wenn wir. den fünfhundertsten Geburtstag Abarbanels begehen. ... Don Jizehak Abarbanel durchlief seine Lebensbahn in 68 Jahren, urjd wir kennen nicht einmal seih Grab, das sich in P a d u a einmal befunden hat. Dem Staatsmann und Finanzyerwalter standen alle Staatskunst und das Finanzgenie nicht bei, als mit dem Wandel der Zeiten und Geschicke in Spanien auch ein Wechsel in der. Fürstenlaune eintrat; was uns blieb,?st der Lehrer, der Denker Abarbanel, der auf breiter, zuweilen zu breiter Straße uns in die Tiefen des jüdischen Gedankens hinabführt. ' Und auch darin ist Don Jizehak Abarbanel ein Symbol seiner Gemeinschaft: Es stand ihm nicht der Sinn nach Ehren und Aemtern. Er wäre wohl lieber bei den Büchern und Zahlen der Schrift geblieben, statt die chronischen Unterbilanzen der Fürsien und Könige ins Gleichgewicht zu bringen. Aber er wurde in sein Amt bef ohlen. Genau wie sein Volk in Spanien, das dem großen geschichtlichen! Ringen zwischen Kreuz und Halbmond gerne aus dem Wege ge- (Fortsetzung siehe Seite Z.\ f\ ki

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