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Der Israelit · 1937-02-18 · Heft 7 (18.2.1937) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 7 (18.2.1937)
Date
1937-02-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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18. Februar 1937" D e r: J « r ä e i i f Nr. 7 Seite .1.5.., Vermischtes. Die Eröffnung eiiaer jüdischen Bezirksschule. \ Bad Natih&un, 8. Febr. Am 11. Januar wurde 'da« jüngste jüdische Schulwerk Hessen®, die jüdische Bezirksschule B ad N au heim; in dem Heim der jüdischen Kindcrheilstätte eröffnet und durch eine kleine Feier ihrer Bestimmung übergeben. Herr Rabbiner Dr. Levi, Mainz" als Vertreter des Landesverbandes" israelitischer Religionsgemeinden Hessens und als Vorsitzender seines SchulaU'SSchusses, dessen unverdrossener Vorarbeit das Zustandekommen auch die* ser Schule zu, verdanken ist, hielt die Weiherede, Der erste Vorsitzende der Gemeinde Bad Nauheim, Herr Emil R ös en th a 1, und der erste Vorsitzende der Gemeinde Friedberg, Herr Siegfr. Rothschild, überbrachten die Grüße und Glückwünsche ihrer Gemeinden und gaben ihrer Freude'darüber Ausdruck, daß die Schule in ihrem Bezirk errichtet wurde. — Der Vertreter der Hessischen Lehrerschaft, Herr Jakob St r ä u ß , brachte mit den Grüßen und Glückwünschen der Gemeinde Offenbach und ihrer Schule auch, die Glückwünsche der jüdischen Lehrerschaft Hessens. -Der Leiter der neuen Schule, Herr Lehrer Karl B& t tm a.nn > dankte all den Persönlichkeiten und Organisationen, die in selbstloser und hingebender Weise mitgearbeitet haben, die unendlichen Schwierigke'iten, die sich dem Werke entgegengestellt haben, -zu überwinden. — An die Feier schloß sich ein Rundgang der Teilnehmer durch die Räume des neuen Schulhauses an. 'Die neue Schule ist nicht nur eine Bezirksschüle im engeren Sinne, sie will auch die Schüler Oberhessens und des benachbarten Gebiets erfassen, die nicht täglich von ihrem Wohnort" zur Schule hin- und zurückfahren können, und ihnen Unterkunft und Verpflegung in der Schule selbst gewähren. Zu diesem Zweck konnte, dank dem Entgegenkommen des Vorstandes der Kinderheilstätte Bad Nauheim und der finanziellen Unterstützung des Landesverbandes und der' Reichsvertretung, in dem Hause ein Seh u'l heim errichtet werden, däs VÖn einer> vorgebildeten Oberin und mit Unterstützung einer Junglehrerin geführt wird, — Alle Voraussetzungen, das Heim für die Kinder behaglich zu gestalten und ihnen das Elternhaus zu ersetzen, sind gegeben. Für Spiele und Freizeitgestaltung ' steht ein parkähnlicher Garten zur Verfügung. Die .hygienischen Einrichtungen des Wohnheims sind mustergültig. Zur Zeit sind im Wohnheim ca. 30 Kinder untergebracht. Es ist aber Raum für eine weit größere Zahl vorhanden.. — 'Die Schule ist aufgebaut als eine Volksschule mit erweiterten. Lehrjzielen (fremdsprachlicher Unterricht). Sie wird zur. Zeit von 90 Kindern besucht. — Neuanmeldungen nimmt der Schulleiter entgegen, er ist bereit, alle^erforderlichen Auskünfte zu geben. Die Frankfurter Woche. Vortrag des Herrn Gemeinderabbiners.; -; Herr Gemeindera'bbiiter. Josef J. Horovitz wird, am Sonntag, den 21. Februar, abends 6 Uhr, in' der Aula der Realschule,, Am » Tiergarten 8, in der Vortragsreihe „Jüdische Wertmaßstäbe'' einen zweiten -Vortrag über das Thema „Sp'eisegesetz und Schmittagesetz" halten. Zu dem Vortrag sind auch Damen höflich geladen, Pessach- Aktion. Der F ü r s o rg e - A uss chu ß der IRG. in Frankfurt a. M. versendet ein anmutiges Täfelchen, auf dem mit einem sinnigen Emblem die Freunde aufgefordert werden, auch in diesem Jahre mitzuhelfen,' unsere hilfsbedürftigen Glaubensgenossen mit Maz* zoth, Wein und allem anderen zu Pessach zu versorgen. Im letzten Jahre verteilte der Fürsorge=Aüsschuß der IRG. 4700 Pfund Mazzoth und 1000 Flaschen Wein. Spenden sind zu überweisen auf Postscheck-Konto Frankfurt a, M., Fürsorgeka&se IRG. 49 792. Vortrag in der Agudas -Jisroel-Ortsgruppe. Vor einem interessierten Publikum sprach Herr Seminar=Rabbiner Samson Raphael; Weiß, Würzburg, über das* Thema „Jugenderziehung und Tradition', Der Begriff der Tradition gliedert sich in einen statischen und einen dynamischen Teil. Der statische enthält die ganze FüÜe>rde&. Stoffes, der vom Sinaitage ab an uns tradiert wurde. Der dynamische schließt in sich die;Art' und Weise, wie in jedem Geschlecht tradiert, werden muß. Auf das letztere kommt es vor allem bei der Jugenderziehung an. Es genügt. nicht, den Wissensstoff-der Jugend zu übergeben; die Frage des nach Wahrheit suchenden Schülers muß mit in dieses Wissensgut eingebaut werden.. So wie die Jugend mit aller Deutlichkeit ein lJü- 'dentum ablehnt, das sich zum „Brauchtum" degradiert, so wird sie aber auch den jüdischen Erzieher von sich weisen, der die Fragen der problematischen Jugend nicht. zuläßt. ~ Wenn mah uns vorwirft, wir kleben am Alten, so begeht man den Fehler, Dinge, die überzeitlich sind, in die Zeit hin einzustellen. Zeicgeh wir die Ueberaeitlicihkeit des ewigen Gesetzes auf, werden wir aber auch dem Heute des Gesetzes, gerecht, das ein Sicheinstellen auf das Gegenwärtige erfordert-, Bannflüche ■ a priori gegen andersartige .^Ansichten zu schleudern, ist eines jüdischen Erziehers unwürdig. In der prinzipiellen Ablehnung des falschen Weges zum Judentum ..muß der Schmerz mitklingen über den irrenden Bruder, a'piin swp kann und soll praktisch verwirklicht werden, indem jeder Jeschiv wohboebur einen neuen,' aus dem bisher fernstehenden Lager zum neuen Semester auf die Jeschiwoh bringt, jüdische Familien Kinder aus nichtfrommen Häusern an den Freitagabende und Sedertisch laden.;Ueben wir b»l«r>ran«- - Ha. Ein Ffinlundsiebenzi^er. Der Hausrabfbi des Gumpertz'scheh Siechenhauses, Herr -Salomon Wjö 1 p er t, kann; am rnsn 'b na«?, seinen -. 7 5. G e b u r t s f;ä g 'begehen. Anläßlich des ^Sjährigen Jttblläu^^er^'Amtalis^fiiagoge würden die großen Verdienst'^ bereits geschildert, die Herr, Wolpert sich in diesemGotteshauserworben iatfc< Möge es dem Ältersjubilar vergönnt - sein, doch unzählige Jahre seine segensreiche Wirksamkeit in dieser kleinen Gemeinde;- die ihm ,in Verehrung, .zu» getan ist, auszuüben. wjnny Eva Salomon n"ff» Eine reine, junge ■ Seele ging nach kurzem Leuchten zum großen Lichte über.. Mit ihren neunzehn Jahren, hat Eva, die Tochter der allgeachteten .Familie Siegfried Sajomon, nach g'ttlichem Ratschlüsse ihr Leben beenden., müssen; aber; v.ollejidet, soweit ihr die Aufgabe gestellt war,, kehrt, sie zu ihrem Schöpfer zurück. Eine liebevolle Tochter, eine,..gehämmerte Jüdin, eine iLieiblingsschülerin ihrer Lehrer und Lehrerinnen an der 'S. R. Hirsch-Schule, widmete sie, kaum der Schule entwachsen, ihr junges Leben der jüdischen Tat und jüdischen Lehre. Es war ihr als Führerin In der Esra= und Agudajugend vergönnt, Herzen zu entflammen und junge Seelen für G'tt und seine Thora zu 'gewinnen. Kurz war ihre Lebenswoche bemessen, . als wir aber am Freitagnachmittag in der Priedhofshalle vor der Bahre standen, >die dieses junge' ,Leben barg,'wußten ,wir alle, daß Eva Salomon; gerüstet in den frühen Sabbat, den! ewigen Sabbat, einzag; Im .G'ttyertrauen, wie es Herrn Salomon . und sein Haus, auszeichnet, und jin der allgemeinen, .tiefen. Teilnahme, an ihrem Leide; mögen die Eltern und Geschwister ihren waljre.ii. Trost finden. ., ■ . n-nxiri .. .. Frau Else Dickermann h*tt» ■ ,v - i ■•:— . ' 1 ■ i r •' Im Alter von.. erst 57 Jahren würde Frau Else D ickermann ihren noch unmündigen Kindern: und dem Gatten entrissen. .-Siewar von schlich}er Frömmigkeit ausgezeichnet und in, unverbrüchlicher. Liebe all ihren Freundinnen zugetan. Möge ihr; irypt; ihnen allen beistehen. ,;t rrasan Jüdisches Lehrhaus. In der Reihe der „Samstagsvorlesüngen" spricht' am 20. Februar Raibb. Dn Hoffmäntt über „Düe; soziale Bedeutung der jüdischen Gemeinde' um 20.30; Uhr, Unterlindau 21. Karten zu Mk. 0150 und l.1-' an der Abendkasse. . .. ' . Alexander Kipinis singt. : Das Auftreten feines Sähgers vom Range eines- Kipriis bedeütet für das musikverständige. Publikum,;, das jeder Sensation abhold ist, einen ästhetischen Genuß. Kipnis ist ein Stimmphänomen, das mit seinem Baß in der ganzen" musikalischen Welt seinesgleichen.- sucht. Er ist der einzige, der den Vergleich, mit sei*, nein großen russischen Landsmann Feodpr Schaljap'ih" aushalten kann. Wie mächtig klingt diese Stimme. von der Tiefe aus auf, um; eine Höhe zu erreichen^ NEU E R SC H I E N E N : EINFÜHRUNG IN DIE JÜDISCHE GESCHICHTE Von Dr. PH. BIBERFELD Auf 95 Seiten werden in vier Kapiteln Grundfragen der jüdischen Geschichte behandelt, Material zur Chronologie geboten, das Zeitalter der Patriarchen und die religiösen Zustände im alten Israel geschildert. 'x Es ist eine Einführung in die jüdische Geschichte, wie wir sie in unserer neuen jüdischen Literatur noch nicht besitzen. Hervorgegangen aus Vorlesungen des Autors in der Thora-Lehranstalt Jeschiwa zu Frankfurt a. JVL, werden die Abhandlungen nun nicht verfehlen, einem großen Kreis suchender und ringender jüdischer Menschen den Zugang zu den Grundwahrheiten der jüdischen Geschichte und des jüdischen Lebens zu sichern. Das Buch ist broschiert zum Preise von RM. 1.80. . zu. beziehen, beim Verlag des Israelit und Hermon £ £; Frankfurt a. M. - Schützenstraße 12 Telefon 21084 - Postscheckkonto Frankfurt/M. 19802 NEUER S C H I E N E N! VERSTREUTE FRUCHTE (P'itiöö mVÖ) von Rabbiner Wolf S. Jacobson. Das Werk umfaßt in seinem deutschen Teile 130 Seiten und hat einen hebräischen Anhang, welcher sechs talmudische, bezw. halachische Abhandlungen über zum Teil aktuelle Themen enthält. Die 24 Abhandlungen des deutschen Teiles enthalten tiefschürfende Betrachtungen zu mehreren Wochenabschnitten und Festtagen, in einer gehobenen Sprache und leichtverständlichen Diktion, wie sie alle Veröffentlichungen des Verfassers auszeichnen. Die fünf Monographien über den Lubliner Raw, den Hamburger Oberrabbiner Dp. Spitzer, Dr. Leo Deutschländer, Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer und Rabbi Beer Friedmann führen uns große Persönlichkeiten in einer Lebendigkeit und Eindringlichkeit vor Augen, daß wir uns noch einmal in ihrer Nähe sonnen. Es ist ein Buch voller Liebe und Wärme, ein Buch für jeden religiös eingestellten und wahres Judentum suchenden Menschen, der hier von einem heißen jüdischen Herzen angerührt und angeredet wird. Die Drucklegung des Buches ermöglichten Freunde des deutschen Keren Hathora, dem auch der Reinerlös zufließt. 1 Das Buch ist in schönem Leinwandeinband zum Preise von RM. 2.75, zuzüglich 30 Pfg. Porto (bei Abnahme von 10 Exemplaren ein Freiexemplar) zu beziehen beim 1 Landesdirektorium des Keren Hatorah *■ Postscheckkonto Hamburg 24 753 * Gegen Überweisung von M. 3.05 erfolgt portofreie Zusendung.

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