Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 5 (4.2.1937)
- Date
- 1937-02-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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•SsSg?W?3$!SS5^^ »■"'^iKt™ Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Maine SB Frankfurt a- M. 4. Februar 1937 23. Schebat 5697 Nummer 5 gesetz in Kraft ' Johannesburg, 2, Februar. Das neue südafrikanische Einwanderungsgesetz (Aliens* Bill) ist am 1. Februar in Kraftgetreten. Die Bestimmungen des neuen Gesetzes wurden bereits gegenüber einer Gruppe von 29 Einwanderern angewandt, die an Bord des Dampfers „Warw^ckv Castle" eingetroffen sind. Sämtliche 29 Einwanderer, unter denen sich drei Juden befanden, erhielten zunächst die provisorische Aufenthaltserlaubnis für zwei Monate. Als „Fremder" wird in der Aliens' Bill jede Person bezeichnet, die «nicht als britischer Untertan geboren ist oder Bürger der Südafrikani-- sehen Union ist. Nach den Bestimmungen des Abschnittes 12 des Gesetzes darf kein Fremder das Gebiet der_ Union zum Zweck dauernder Niederlassung betreten, sofern er nicht im Besitz einer nach den Bestimmungen von Abschnitt 4 ausgestellten Einwanderuiigserlaubnis ist; ebenso nicht zum Zweck vorübergehenden Aufenthaltes, wenn er nicht im Besitz einer zeitweiligen Erlaubnis ist. Das Gesetz sieht weiter die Einsetzung einer Einwähdenmgskommissioö (Immigrants' Selection Board) vor, die* aus 3; 4 oder 5 Mitgliedern besteht; diese werden vom Generalgouverneur zu dem Zwecke ernannt, unter den Fremden, die in die Union zu dauernder Niederlassung kommen wollen, eine Auswahl zu treffen. Die folgenden Bestimmungen der Aliens' Bill befassen sich mit dem Verfahren für die Ausgabe von Erlaubnissen zu dauerndem Aufenthalt in der Union: „Gesuche von Fremden um Erlaubnis zum Betreten der Union zum Zweck dauernden Aufenthaltes sind auf einem vorschriftsmäßigen Formular einzubringen, müssen die in dem betreffenden Formular vorgesehenen Auskünfte enthalten und dem Board in vorschriftsmäßiger Art und im vorschriftsmäßigen Wege vorgelegt werden. , „Der Board soll-jedes in der angeführten Art;* unterbreitete Gesuch prüfen und kann weitere Informationen über den Gesuchssteller von jeglicher Quelle erlangen, so wie es ihm notwendig erscheint. „Der Board kann die Ermächtigung zur Ausstellung ' einer Einwanderungserlaubnis zum Zweck dauernder Niederlassung in der Union einem Ausländer erteilen, der in der angeführten Weise darum angesucht hat, und der nach Ansicht des Board ein erwünschter Einwanderer ist. Pie Erteilung oder Verweigerung dieser Ermächtigung soll 'vollkommen dem Gutdünken des. Board überlassen bleiben unter der Voraussetzung, daß der Board die Ermächtigung zur Ausstellung einer'solchen Erlaubnis nicht erteilt, falls der Bewerber nicht a) von gutem Charakter ist, b) voraussichtlich innerhalb eines angemessenen Zeitraums nach seinem Eintreffen in der Union sich den europäischen Einwohnern, der Union leicht assimiliert und. ein erwünschter Einwohner der Union wird und c) falls nicht zu erwarten ist, daß er für die Wohlfahrt der Union schädlich sein wird; falls er keinen Beruf ausübt oder voraussichtlich ausüben wird, m dem nach Ansicht des Board in der Union bereits genügend Personen zur Befriedigung der Erfordernisse der Einwohner der Union tätig sind; oder falls es sich nicht um die Ehefrau, ein unter 21 Jahre altes Kind oder um hilflose oder alte Eltern oder Großeltern einer Person handelt, die ihren dauernden, rechtmäßigen Aufenthalt in der Union hat und in der Lage ist und sich verpflichtet, die Betreffenden zu erhalten. ""„Hat der Board die Ermächtigung zur Ausgabe einer solchen Erlaubnis erteilt, dann soll der Vorsitzende des Board oder eine andere von dem Board bezeichnete Person die Erlaubnis in einer vorschriftsmäßigen Form ausstellen." (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Die Königliche Kommission arbeitet in London weiter.............Seite 2 Vom Tel Awiwer Hafen .......Seite 2 Ein Palästina-Pavillon in Paris .... Seite 2 Größte Palästina-Kundgebung in Amerika Seite 2 Wochenrundschau .......... Seite 3 Die rabbinische Glaswand; heute? Von Bezirksrahbiner Dr. B. Cohen Seite 5 Die Berliner jüdische Gemeinde im Kampfe gegen Hunger und Kälte.....Seite 6 Ungarischer Brief .......... Seite 7 Warschauer Brief und Nachrichten aus Polen Seite 7 u. 8 Eine Synagoge in China.......Seite S Erez Israel....... . . . Seite 9 u. 10 Schrifterklärungen . ....... Seite 4 Es wäre eine lohnende Arbeit für den Historiker, dejn Wanderungen und Wandlungen des ganzen und halben Schekel in der jüdischen Geschichte nachzugehen. Er würde, gleich unserem Pijutdichter, bei Vater Abraham beginnen müssen, der mit guter, gangbarer Schekelmünze die erste jüdische Familiengruft sich erkauft. Eine endlose Kette von Galutjahrhunderten würde sich dabei aufrollen, in denen der Jude seinen Schekelbeitrag an die Welt in den Währungen.' a 11 e r Z e i t e n und Z o n e n gezahlt hat, vom Kopf zoll des Mittelalters bis zu den letzten Gut- und Blutopfern auf den Schlachtfeldern Europas-. Von der Volkszählung in der Wüste bis zur Schekalimverlesung als Adarankündigung von heute klingt ununterbrochen die frühlingweckende Schekalimmelodie an unser Ohr. Es weinen die Exulanten ä h' d e n Strömen Babels und schicken ihren Schekel dem neuerbauten Tempel in Jerusalem. Und im Tempelschatz staut sich zur Zeit des zweiten Staates der goldene Strom der jüdischen Liebe aus Judäa und der Gola dermaßen, daß man die „Hörner" öfters leeren muß und, wenn am ersten Nissan die „beständigen Opfer der Nation" aus der. neuen SämmUmg gebracht werden, die alten Schekalim noch für alle anderen Tempelzwecke überreichlich vorhanden sind. , - - Und mit der Schekalimweise erwacht in uns die Erinnerung an den Sang der Thora in den Schulen Ja w n e s und später in den G a q - nimschu l.e.n z u B ab ylon i e n , in deren Hallen sich vor und nach dem Staatsuntergange der Geist aus dem Zionstempel geflüchtet hatte und die alle von der Schekelmünze der jüdischen Liebe erhalten wurden. Die Sendschreiben eines Nachmanides und R a b b e n u 0 b a d j a rütteln mit den Schekalimmelodien an-unserem Herzen und Gewissen, daß wir mithelfen, die Ruinen der heiligen Stadt und heiligen Städte aufzubauen ... Vielleicht hat unser Schekel auf seiner langen Wanderung durch die Geschichte noch niemals solche Aufgaben zu lösen gehabt wie heute.^Man hatte mit den Geldern das nationale Heiligtum in Jerusalem erhalten, das Nervenzentrum 'der jüdischen Nation. Man hatte sie später den letzten Lehrhäusern in Palästina zufKeßen lassen und noch später den Stätten, wo fromme Männer bei den Ruinen treu die Wacht hielten. Es waren kleine Münzen, die aber zu großen Summen anwuchsen, und keiner im jüdischen Kreise hätte es gewagt, den Sinn, das Ziel und den Zweck dieser kleinen großen jüdischen Liebesarbeit für Erez Israel anzuzweifeln und anzugreifen. Die roten Büchsen oder die Sammelteller ließen sich aus dem religiösen Le- •.' '• i /.-, (Fortsetzung siehe Seite 3.) mamamasmm