Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1937)
- Date
- 1937-01-21
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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7?V «pppR^g«! ^^^^^^^59^53^'*****')»: < «•"-■."««^f^y 21. Januar 1937 Der 1 s r a e I i t Nr. 3 Seite 15 Herr J. Soier, -W^sp, täglich 12-13 Uhr am Sonntag1' llrl2'-'Uhr^;jötzt:iiHans-Häiidwerk8tr. 18. Herr Zuntz, D"n mm, Sonntag, nach nnnw, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Herr M. Feuerwerger, r» 'on mm (für Jugendliche) Sonntag und Dienstag 20.30 Uhr, Fichtestr. 5 BWi für Jugendliche, Sch'abbos i/z4 Uhr <]Vi W« snai (für Baalebatim), Montag und Mittwoch 18.30- 19.30 Uhr ebenda. Der Schiur. vor /vnnr unter Leitung des Herrn Feue'rwerger (nijnaw '»j) findet um 645 Uhr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der I. R. G. statt. Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 25. Januar, abends 8.45 Uhr wird Herr Red. <$'•'.' Schachnowitz im Hörsaale, Friedberger Anlage 5. sprechen über: „Ein jüdischer Fürst in der' Verbannung". (Don Izchok Abarbanel). Gäste, Damen willkommen. Jüdische Frauenvereinigung E. V. Gemütliche Zusammenkunft ain Dienstag, den 26. Januar nachm-4 Uhr im Hörsaal, Friedberger Anlage. Es werden Szenen aus dem.. Schauspiel „Der junge David" von Beer-Hofmann gelesan ueter Leitung von Frau Johanna Wechsler. Die Presseschau in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Am kommenden Mauzbe Schabbos, 23. Januar 37, 20.30 Uhr, wird im Heim, Schwanenstr. 12, die jüdische Presse, besprochen. Gäste sind herzl, willkommen, Gebetzeiten. .. n^i rnp Freitag abend 4.40 Samstag nas^n 7.05 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.55 ' * Wocheng'ttes'dienst: Hauptminjan in der Synagoge 7.00. 2. Minjan 8,00 An G'ttesdienst anschließend: Lernen des o«n "ipö- Vereins im Hörsaal . Nachmittags 4.30 '.<■-.- :v Tefillinlegen am Morgen 7.10 Familien-Nachrichten, Geburten:.. Eine Tochter, Lehrer Richard Seif und Frau Freda geb. Frank, Reichelsheim i. Odenw. B a_r,mizwoth: Jakob, Sohn des Herrn Siegfried Kimel und Frau Julchen geb. Spiegel, Petach Tikwahr Beth Lipschütz, n^a 's mv: Die Frankfurter Woche- 'ortrag des Herrn Gemeinderabbiners. ferr Gemeinderabbiner Josef J. Horovitz wird anT Sonntag, den 24. Januar 1937, abends 5.15 Uhr, der Aula \der Realschule Am Tiergarten 8, einen religiösen Vortrag über das Thema: „Jüdische Wertmaßstäbe" halten. Zu dem Vortrag sind auch Damen höfl. eingeladen. Frau Rabbiner Gutta Breuer Nach längerem Leiden schied Frau Rabbiner Gutta Brauer geb. Feucht\vanger von uns und wurde am Mittwoch vormittag unter großem Ehrengeleite auf dem Friedhofe .der Israelitischen Religionsgesiellschaft zur letzten Ruhe getragen. Frau Rabbiner Dr. Breuer, die. der altangesehenen Familie Feuchtwanger in Fürth entstammte, hat die. letzten Lebensjahre unseres Ra'w Rabb. Dr. Breuer 5>"XT als Lebensgefährtin mit einer Treue ohnegleichen verschönt und dabei in Güte und vornehmer Bescheidenheit allen das Musters bild einer edlen FraUennatur' abgegeben. Sie erfreute sich größter Beliebtheit in allen Kreisen der Gemeinde. Ergreifend war es, als in der Friedhofshalle Herr Rabbiner Dr. Josef B r e ai e r im Namen der anderen Brüder und der Familie der Heimgegangenen mit den Worten aus deia Buche „Ruth" im«»» »nni -f?yQ "t nbv fish» len tiefempfundenen Dank aussprach. Soviel Innigkeit, Herzlichkeit und Dankbarkeit sprach aus den Worten, daß alle tief ergriffen noch einmal vor dem Bilde einer Frau standen, deren Leben nur aus Güte Aufopferung und PfUchterfüUung bestand. Frau Rabbiner Dr. Gutta Breuerhat „ihre Arbeit vollbracht, ihr Werk vollendet," sie wird „ihren Lohn voll und ganz aus der Hand, des Schöpfers ent» gegennahmenw" . rraxin Zu Cb.amisc.ho Osor B'schwatJ Von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel wind uns mitgeteilt: Anläßlich des Chamischo Osor B'schwat haben ' sich eine Anzahl am Sabbat ge-: »chlossener Geschäfte bereit erklärt, von dem bei ihnen bestellten Obst einen bestimmten Prozentsatz der.-. Einnahmen.-an .den Keren Hajischuw abzuführen. Wir .bitten alle Konsumenten, ihre nr ^''-ik'äüfe bei cbeseri sabbathaltenden Firmen zu machen, da sie damit, ohne daß ihnen dadurch Rösten entstehen, der agudis tischen Jugend in Erez Jisroel helfen. „Soll, unsere Arbeit Früchte tragen, dann gebt uns die Möglichkeit zur Saat!" : Zu .Chamischo Osor B'schwat überreicht die P a 1 äs t i n a - Z en t r a 1 e der Agudas Jisro el^ihren Freunden eine hübsche Tabelle mit Namhaftmachung der. traditionellen 15 Früchte, die man ■ an .diesem Tage zu essen pflegte, in hebräischer und ' deutscher Sprache. * Dementsprechend pflegte man .auch aus je 15 Stellen in Thora, Newiim, Kesuwim und Mischna' zu lernen, die alle ebenfalls auf diesem Merkblatt nach Nummer und Folio angeführt sind. Ein schöner und sinniger Gruß der Palästina- Zentrale an die Freunde Ereiz Jisroels! Jüdische Frauenvereinigung und Agudistische Fraueinortsgruppe. Am Montag, .den 11. Januar,, sprach Herr Dr. Josua Breuer über das Thema „Vom gesunden jud kranken Kinde in Vergangenheit und Gegenwart"; Redner führte aus: So wie 'die gesamte -Medizin hat sich auch die Behandlung von gesunden und kranken Kindern im letzten VierteljahThundert in größtem Maßa geändert. An einigen Beispielen aus der Lehre von den' Ernährungsstörungen der Säuglinge, aus dem Gebiete der Infektionskrankheiten, der Entwicklung des Sportwesens, der Hygiene des Alltags, aus Erfahrungen im Weltkriege, gab Redner ein Bild von den Irrwegen und Fortschritten, die wir darin erleben durften, um dann auf die nicht zu unterschätzende Wandlung in Bezug auf das Verhältnis von Jugendlichen zu den Erwachsenen, Schülern zu Lehrern, Kindern zu Eltern einzugehen. Vieles von dem, was die moderne Psychologie hier geleistet, sei zu begrüßen, so die, Lehre von der Notwendigkeit der „Ermutigüng" der Kinder und der Erforschung dessen, was ihnen „wesensgemäß" sei. Gilt ersteres vor allem für die Aneiferung zu Leistungen beim Schulkind, so ist Individualisierung nirgend® so am Platze wie bei der Behandlung von Jugendlichen im Entwicklungsalfcer, Manches jedoch sei abzulehnen, insbesondere die Uebertreibungen mancher psychologischen Forschungsergebnisse, die häufignur a n s c h e i n e n d krankhafte Züge nicht ernst zu nehmender-Natur allzusehr in den Mittelpunkt des kindlichen Charakters zu stellen geneigt seien. Namentlich das Verhältnis von jüdischen Kindernzu Eltern könnte niemals mit der Brille des nüchternen Forschers betrachtet , werden, da das G'ttesgesetz nicht umsonst nicht nur die vielleicht schon physiologisch bedingte Liebe, sondern die erst zu erringende Ehre und Ehrfurcht verlangt. Im Anschluß an Gedankengänge von S. R. Hirsch wurden die Beziehungen von Eltern und Kindern zu einander i beleuchtet und für unsere für die jüdische Jugend so schwere Zeit die große Aufgabe der Mütter geschildert, die, so wie Channo als Erste G'tt ials niKas'i, als G'tt der Heerscharen genannt, ihre Kinder leh-. ren sollten, G'tt als Lenker ihres Einzelschicksals zu betrachten. So wie wir unsere Kinder durch Impfungen vor Infektionskrankheiten schützen sollen, so gibt es für seelische Bedrückung und Gefahren nur eine Impfung - die Impfung durch die min- Mit größter Andacht lauschten die Anwesenden dem hochinteressanten Vortrag, der sowohl rhetorisch wie inhaltlich Alle begeisterten. Vortragsabend in der Frankfurter Ortsgruppe der Agudas Jisroel. Auch für verwöhnte Zuhörerschaft war es ein seltener Genuß, den Referenten des Abends, Herrn Rabbiner Dr. David Carlebach, Köln, in seiner eigenen Diktion zu hören, der in seinem Thema: ,;Talmudische9 Denken und jüdische Frömmigkeit" an das Tiefste rührte, was das Herz erfühlen kann. Mit feinen und sorgfältig abgewogenen Formulierungen versuchte er, das überaus schwierige Thema dem mitdenkenden Hörer zu beleuchten. — Es ging um die Frage des Verhältnisses des jüdischen Menschen 1 u seinem Schöpfer, das zwar von talmudischem Denken erfüllt und beherrscht sein muß, keineswegs aber sich, in ihm erschöpfen darf. Das Wort des g'ttlichen Gesetzgebers, ein für alle Mal gesprochen, erfordert in jedem Augenblick von uns die Verantwortung der Entscheidung. Im EinzeL wie im Gemeinschaftsleben habe Jeder mit seinem Teil dazu beizutragen, daß die Worte G'ttes nicht nur Ewigkeitswert', sondern auch lebendigen Charakter bewahren. Natur, Geschichte, Schicksal sind die von G'tt an uns gerichteten Fragen, die eine Antwort vpni uns erheischen. Die von Rabbi Jisroel Salanter ^"XI geschaffene Mussarb ewegumg' habe. letztlich diese Aufgabe zu erfüllen gesucht. Ha. Konzert zu Gunsten der Jüdischen Winterhilfe. In dem bis auf den letzten Platz besetzten großen Saalbausaal, fand izu Gunsten .der Winterhilfe ein Konzert statt; das-vom Orchester der jüdischen Kulturbünde ausgeführt wurde. — Die musikalische Leitung hatte der zweite Kapellmeister des Orchesters, Richard Karp, der über ein gutes musikalisches Können verfügt. Der Abend würde mit einem sogenannten „Heiteren'1 Beethoven, nämlich mit der Sinfonie Nr. 7 in a*dür eingeleitet. Die Wiedergabe ließ leider sehr viele' Wünsche offen, da der Kapellmeister scheinbar nicht' allen Anforderungen, die> die ' Interpretation des Werkes verlangt, gerecht wurde. Es folgte als Höhepunkt des Abends die Wiedergabe des Violinkonzertes in e-moll von Mendelssohn-Bartholdy, ausgeführt von der bekannten Geigerin, Anni S t e i g e r - B e t z a k. Die (Künstlerin spielte das Werk mit hinreißendem Elan, mit Temperament' und souveräner geistiger Gestaltungskraft, von Karp und dem Orchester trefflich begleitet.' Hans Assen* heim sang mit. seinem gepflegten Bariton zwei Lie* der für Orchester von dem bekannten und feinsinnigen Liederkomponisten, Max Kowalski. — Der zweite Teil des Konzertes war der leichteren Muse gewidmet. Der jüdische Kammerchor unter Leitung seines bewährten und erprobten Dirigenten 'Dr. N. Ehrenreich, sang den Walzer „Rosen aus'dem Süden" von. Johann Strauß. Zum Schluß boten Karp und das Orchester eine beschwingte Wiedergabe von Job, Straußens Oouvertüre zum „Zigeunerbaron". Alfred Kahn, Jüdischer Kulturbund. Der Frankfurter' Kulturbund fährt durch die Kon« zerbAufführung des „Rigoletto" am Donnerstag, den 28. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saal des Saalbaues mit der Durchführung seiner Opernpläne unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirek? tor Prof. Julius P r ü w e r mit dem Orchester der Jüdischen Kulturbünde fort. Regie führt — wie bei der „Zauberflöte". — Kurt Rahm er, Berlin, der auch die Partie des Banditen „Sparafucil" übernommen hat. Den „Rigoletto" singt Wilhelm Guttmann, Berlin, die „Gilda" Emmy L uß heim er¬ Jose p h , den „Herzog" Richard Dresdner, Berlin, den „Graf Monterone" Hans Assenheim Frankfurt. Die Rolle der „Maddalena" hat Leonore Schwarz-Neuma.ier übernommen, die von ihrer Tätigkeit an der Frankfurter Oper wohl bekannt ist. Ferner wirken mit: Max Lipmann, Mannheim, Janko C'Z e r n e r K a u f m an n , Frankfurt und der Opernchor unter Leitung von Dr. Nathan Ehren* r e i e.h. Ein Einführungsvortrag über „Giuseppe Verdi und seine Oper „Rigoletto" von Mitia Mayer-Lism a n n findet am Samstag, den 23. Januar, 19 Uhr, im kleinen Saal des Saalbaues statt. t Joseph Schmidt singt. Im vollbesetzten großen Saalbausaale sah das Publikum mit Spannung dem Auftreten des gefeierten Tenors entgegen. Leider muß aber vorweg konstatiert werden, daß . Joseph Schmidt an einer leichten Indisposition litt, die aber im Großen und Ganjt zen seinen Leistungen keinen Abbruch tat. Man konnte sich also einem reinen Genüsse hingeben. Schmidt ist ein Stimmphänomen. Er ist im Besitze einer der schönsten Stimmen, die die Kunstwelt heute aufzuweisen ha*. Die Stimme spricht mühelos an und erreicht mit Leichtigkeit das hohe gestrichene C. Das Stimmvolumen setzt den Hörer in Erstaunen. Zu dieser wundervollen Stimme gesellt sich eine reife Vortragskunst. Der Sänger sang Arien von Rossini, Scarlatti, neapolitanische Volkslieder usw. — Es bleibt sich ja ganz gleich, was Schmidt singt, man ist eben vön dieser wundervollen Stimme hingerissen. Das Publikum wußte das Einmalige dieses Abends zu würdigen und überschüttete den Sänger mit starkem Beifäll, den derselbe mit mehreren Zugaben quittieren mußte. — Dr. Willy SaTomon am Flügel war ein kongenialer Begleiter. Alfred Kahn. Palestine & Orient Lloyd. Nächste Abfahrten: 1937: ab Marseille: 22. Januar Providence an Haifa 28. Januar 29. Januar Marietta Pacha an Haifa 4. Febr. 5, Februar Patria an Haifa 11. Febr. 12. Februar Champollion an Haifa 18. Febr. 19. Februar Providence an Haifa 25. Febr. 26. Februar Marietta Pacha an Haifa 4. März 5. März. Champollion an Haifa 11. März 12. März Providence an Haifa 18. März 18. März Marietta Pacha an Haifa 26. März 26. März Sphinx an Haifa 1. April. Eine Fortsetzung dieser Liste bringen wir in der nächsten Nummer. s_ Sabbat-Anfang und Ausgang n^a Ort Anfang Uhr | Min. Datum Ausgang Uhr | Min. Frankfurt am Main 4 40 23. 5 55 Berlin 4 35 Jan. 5 21 München 4 55 1937 5 46 Köln 4 55 5 55 Stuttgart :;.5 00 11. 5 55 Breslau 4 45 5 25 Nürnberg 4 45 yxin 5 41 Hamburg 4 35 5 36 Würzburg 4 45 ' 5 50 wmaam BHO