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Der Israelit · 1937-01-14 · Heft 2 (14.1.1937) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 2 (14.1.1937)
Date
1937-01-14
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 20 den die Kurzschriftsysteme, die es uns ermöglichen, letzten Endes unsere Gedanken ebenso schnell zu Papier zu bringen, wie sie ausgesprochen werden, in der alten Zeit war man geruhsamer und nicht so hastig und man ließ sich Zeit, in aller Umständlichkeit niederzuschreiben, was? verewigt werden sollte. Doch werden uns schon aus der Vergangenheit von Versuchen berichtet, €ie Schrift zu kürzen — auch die hebräische. Hierher gehört es z. B. schon, wenn ganze Worte nur durch ihren Anfangsbuchstaben wiedergegeben werden. So ist z. B. a"i ^nt» *n eine Art Kurzschrift. Für ein Sprachgebiet aber ergab sich schon vor etwa 2000 Jahren das Bedürfnis, eine Kurzschrift einzuführen, d. i, das Zahlwort. Sie stand schon damals auf derselben Höhe wie heute. Wenn Ihr z. B, statt das Wort siebzehn zu schreiben das Zeichen 17 macht, so habt Ihr tatsächlich von einer alteingebürgerten Stenographie Gebrauch gemacht. Diese Ziffern ersetzen uns mühselig und unter großem Zeitverlust niedergesohriebene Worte. Wie vorteilhaft diese Ziffernstenographie ist, machet Euch nur an einem einzigen Beispiel klar. Wir haben niederzuschreiben-.* Neunzehn-Millionfünfhundertsechsundsiebzigtausendfünfhundertunddreiundsiebzig — geradezu eine Qual für uns. Und wie unübersichtlich diese Zahl aussieht — schwerer fast zu lesen als zu schreiben. Nun wenden wir die Ziffernsteno- .grapnie an und setzen dafür 19 576 573. Wie übersichtlich ist dieses Zahlenbild; in wenigen Sekunden entstand es. Auch in der hebräischen Sprache entstand ein solches Zahlen-Kurzschriftsystem. Doch schuf man hier keine eigene Ziffern, sondern die Buchstaben dienten als solche. Die Ziffern folgen dem Alphabet oder besser, dem olev bess. Es ist daher eine Grundvoraussetzung, daß Ihr dieses olev bess kennt. Es bedeutet dann a \ f a =- 2, 3 3,1 4, n 5/1 6, T 7, n 8, ü - 9,' 10. Die nun folgenden Buchstaben des Alphabetes stellen Zehner dar; bedeutet also 20, 30, 40 usw. Von 10 bis -20 bedient man sich der bisher gekernten Ziffern, die man zu •> addiert. Also K//,=ll,3,,'==12, a'/,=13, T"=14, bei den Zahlen 15 und 16 würden auf diese Weise Teile des g'ttlichen Namens entstehen. Aus diesem Grunde pflegt man vielfach statt der Addition zu ' sich der Addition zu ö zu bedienen. Es entstehen also die Zahlen 15 (9+6) undr"ö=16 (9+7) T'"=17, n^=18f .ö**=19, 5=20, K"3=21, 3"D=22, usw. ^>=30, ö=40( :=50,0=60, jr=70, £3=80, s=90, XS"X=*)9. "Und nun folgen die Hunderter; j?=101, lTj?=i:01, *»Dp= 121, ö"Xj?= 199, n= 200,^=300, U"W - 399. Endlich n 400. Tov (400) ist die letzte Ziffer (von olef bis tov oder von a bis zet oder von alpha bis omega). Wohl können von hier ab die ScMußbuchstaben (p'fj'j'ü'*]) noch herangezogen werden; ihre Verwendung hat sich aber nicht eingebürgert. Man verwendet zu höheren Zahlen allein die uns bekannten Buchstaben bis tov, indem man sie zueinander addiert. Also z. B. 500 |T'fi, 954 V'Jpnrv Willi Strauß. (Wird fortgesetzt.) Auflösung des Silbenrätsels vom 10. Dezember. 1. Makkabäer; 2. Olympiade; 3. Abraham; 4. Usedorn; 5. Sodom; 6. Zipora; 7. Uri; 8. Regen; .9. Jeremias 10. Erika; 11. Salomon; 12. Channuka; 13. Upsala; 14. Omar; 15. Sinai; 16. Israelit. Was man von Palästina wissen muß. rv. Palästina ist einem Dache gleich, das. nach Osten steil abfällt, nach Westen sich allmählich senkt. In einer gewaltigen Erdspalte, einzigartig in der Welt, " fließt der Jordan zum Toten Meer. Diese Bruchspalte ist meist . von steilen Wänden begrenzt, die von schwarzen unheimlichen Schluchten unterbrochen werden. Ein 'Gebargsstreifen von überwältigender Naturbeschaffenheit, von Norden nach Süden ziehend, wo er sich zu starrender Oede steigert, bildet das Rückgrat des westjordanischen Landes. Langsam dacht sich der Bergzug nach dem Meere ab und geht in eine von Norden nach Süden immer breiter werdende Niederung über. Je mehr wir uns dem Mittel* meere nähern, desto stärker tritt der Dünencharakter zutage. Die Küste ist flach, mit einer durch vorgelagerte Klippen gesteigerten Brandung. Glatt und ausgeglichen wie in Hinterpommern verläuft die Dünenküste geradlinig wie der Meeresstrand Belgiens. Eine solche Küste ist ungünstig für den Seeverkehr, Jaffa hat einen künstlich geschaffenen Hafen. Ihr habt sicher schon gehört oder in Briefen gelesen, daß man dort bei der Ankunft auf offenem Meere ausgebootel werden muß, da die Küstenbildung die Landung und Löschung außerordentlich erschwert. Für den neu angelegten Hafen in Tel Awiw.muß eine Mole ins. Meei hinausgetrieben werden. Die einzige günstige Stelle für Anlage eines Hafens bildet die Haifabucht. Dort entwickelt sich am Fuße des Karmel bei einer einigermaßen geschützten Reede und mit bequemem Zugang zum Hinterland einer der modernsten und größten Häfen im östlichen Mittelmeer. O.

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