Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 51 (23.12.1936)
- Date
- 1936-12-23
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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23. Dezember 1936 Der Israelit Nr. 51 Seite 15 Die Frankfurter Woche. Verein „Mekor Chajim". Der Vortrag am Sonntag nachmittag findet wegen anderweitiger Beanspruchung des Hörsaals ausnahmsweise im Vereinslokal, Hans Handwerkstr. 18 statt und zwar um 4.45 Uhr (nach Mincho in Schul}. Es spricht Herr Dr.. S. E h r m a n n über „Der erste Abschnitt des n-Gebetes,". Gäste, auch Damen, herzlichst willkommen. Hautpflege und Nachbarhilfe. Man schreibt uns u. a.: Die Hauspflege und die Nachbarhilfe haben es für richtig erkannt, in Zukunft ihre Arbeit gemeinsam zu leisten. -— Beide Organisationen haben durch "ihre Tätigkeit bewiesen, daß sie als soziale Arbeitsträger nötig sind und gebraucht werden; beide haben gleiche Zwecke und Ziele: sie wollen Helfer in der Not sein. Die Jüdische Hauspflege übt ihre segensreiche Tätigkeit unter dem Vorsitz von Frau Betty Plaut in bewunderungswürdiger Weise aus. Es wur^ den durchschnittlich in der Woche 30—40 Familien betreut; Wöchnerinnen, alte und kranke Leute und kinderreiche Familien, in denen die Hausfrau durch Krankheit oder Schwäche ihren Haushalt nicht versorgen konnte. Oft erstreckte sich die Pflege, z, B. bei Wöchnerinnen, auf mehrere Wochen, indem sich eine der drei festangestellten Pflegerinnen täglich um Besorgung der Kinderwäsche, Sauberhalten der Wohnung u. a. m. bemühte. Die Hauspflege betreut die Familien nach Vorlage eines ärztlichen Attestes, und hier liegt das Unterschiedliche der Arbeitsmethode Hauspflege — Nachbarhilfe. Die Nachbarhilfe, ein sozialer Hilfsdienst der jüdischen Frauenorganisationen unserer Stadt, hat noch keine Tradition wie die Hauspflege; sie besteht erst seit März dieses Jahres und ist nach vielen gemeinsamen Besprechungen aus einer Notlage ins Leben gerufen. Infolge der Hausangestellten-Gesetzgebung sollte sie ein Eingreifen in unvorhergesehenen Notfällen ermöglichen. Die Hauspflege, die ihre fasten Helferinnen hat, und bestimmte Arbeiten in den Familien übernimmt, kann nun die Helferinnen der Nachbarhilfe mit in ihren Arbeitskreis ziehen und umgekehrt. So ist anzunehmen, daß Hauspfleg2-Nachbarhilfe, die beide gleichermaßen bestellt sind, zu helfen, durch diese Zusammenlegung sich gegenseitig zum Besten der Gemeinschaft stärken und fördern. Jüdische Winterhilfe. Auch in unserer Gemeinde haben sich die künstlerischen Organisationen bereit erklärt, sich in den Dienst der Jüdischen Winterhilfe zu stellen. Die Jüdische Winterhilfe hat dankbar diese Bereitwilligkeit angenommen, da sie in diesem Winter in besonderem Maße darauf angewiesen ist, Mittel für die Durchführung ihrer Betreuungsmaßnahmen zu erhalten. Das Orchester der jüdischen Kulturbünde unter Leitung von Richard Karp und der Jüdische Kammerchor unter Leitung von Dr. N. Ehrenreich, sowie Frau Annie Steiger und Hans A s s e n - heim werden in einem Konzert zu Gunsten der Jüdischen Winterhilfe am 6. Januar 1937 zusammenwirken. Es ist dringend erwünscht, daß rechtzeitige Vorbestellung der Karten im Preise von RM. 5.—. 4.—, 3.50, 3.—, 2.—, und 1.— in bekannten Vorverkaufs: stellen und der Geschäftsstelle der Jüdischen Winterhilfe Quinckestr. 26 erfolgt, da die Nachfrage bereits lebhaft eingesetzt hat. Frau Fanny Essinger Nach kurzer Krankheit verstarb im Alter von bald 76 Jahren Frau Fanny Essinger, ^nsa awya -p-nnvom Hintergrund im Hotel Ulmann, von den Gästen kaum gesehen, von der Welt kaum gekannt, breitete Frau Essinger den Segen über das ganze Haus aus. Wer den großen Hotelbetrieb im Hause näher kannte, wußte Frau Essinger geb. Ries (Schwester der Besitzer), die überall mit liebender Hand anpackte und mit wachsamem Auge überschaute, zu schätzen. Sie war die Hausdame und zugleich die erste Arbeiterin, die mit ihrem Eifer und ihrer Treue allen anderen voranging und sie zur Pflicht antrieb. Kurz nach der Eheschließung verwitwet, trat sie vor 50 Jahren in das Geschäft ihrer Brüder ein, und so stand sie ein halbes Jahrhundert auf ihrem Posten mit rührigen Händen, liebendem Herzen und unentwegter Treue bis ans Ende ihres Lebens. Die bescheidene und rastlos tätige Frau, die sich durch schlichten, frommen und wohltätigen Sinn auszeichnete, wird an der Stätte ihrer Wirksamkeit un= ■ vergessen bleiben. rrnxan Leihbücher. Man schreibt uns: Eine Reihe wertvoller wissenschaftlicher Zeitschriften neuesten Datums in englischer Sprache, und zwar ius den Gebieten der Rechts sowie der Naturwissenschaft und der Medizin sind, durch Vermittlung der 3xoßloge U. O. B. B. leihweise zur Verfügung gestellt worden. Für Frankfurt a. M. und Umgegend steht die Sammlung vom 15. Dezember 1936 bis 15. Januar 1937 im Vereinshaus Eschersheimer Landstraße 27, in den Stunden von 10—1 Uhr zur Benutzung bereit. Ueber alles Nähere wird dort bereitwilligst Auskunft erteilt. Mendelssohns Oratorium „Elias" jm Kulturbund. Der Kulturbund brachte Felix Mendelssohn=Bartholdys Oratorium „Der Elias" zur Aufführung. Dieses Werk ist mit eines der schönsten seiner Gattung. Es reiht sich würdig an die Oratorien eines Händel, Bach und Haydn an. Wenn auch Mendelssohn bewußt den pholiphonen Stil Bachs und Händeis anwendet, so verleugnet er doch nicht seinen eigenen Stil, der Ausfluß und Ausdruck der Romantik ist. Das Werk erlebte 1840 in London seine Uraufführung und erregte damals große Bewunderung und Anerkennung. Den Text entnahm der Komponist den Psalmen, dem Buch der Könige und Jesaias. Die hiesige Aufführung war unter Dr. Nathan Ehrenreich, der wieder einmal sein großes Können bewies, auf das sorgfältigste vorbereitet. Die Chöre, die von dem Jüdischen Kammerchor der Jüdischen Chorvereinigung gestellt wurden, klangen straff diszipliniert und tonrein. Die Solistenpartien waren auf das Trefflichste besetzt. In Hermann Schey (Bariton) stand ein Sänger von großem Format zur Verfügung, der über eine, in allen Lagen gleich wundervoll geformte Stimme verfügt. Erika Samson (Storml, Paula L e v i (Alt) und Bruno U c k o (Tenor) ergänz^ ten das Solistenquartett auf das Glücklichste. Lore Michaelis sang mit zierlicher Stimme die Partie des Knaben. Den Orgelpart führte L. Grünebaum aus. Der Instrumentalpart wurde vom Kulturbundorchester nobel bestritten. Alles in Allem eine würdige, und künstlerisch hochstehende Leistung, die stärksten Beifall auslöste. Alfred Kahn. Fest der jüdischen Körperbehinderten. Die Ortsgruppe der jüdischen Körperbehinderten und die Ortsgruppe der jüdischen Schwerhörigen (Risch) Frankfurt a. M. hatten am 14. Dezember ihre Mitgliederversammlung, die dem Chanukahfeste gewidmet war. Das Programm war dahin ausgestaltet, den Mitgliedern der Vereinigungen die Bedeutung dieses Festes nahezubringen. Dem diente das Entzünden der Chanukahlichter und die zu Herzen ge-- hende Ansprache von Herrn Prof. Dr, W. V, Simon' Um die Verbreitung des Frohsinns machten sich verdient Herr Meno M e n d e 1 , Frau Else Liebreich, Herr Rudolf Ganz, die beiden Schwestern Spiwakowski, Iischen Strauß, Bubi Strauch und der kleine S o k a 1. Für den musikalischen Teil setzten sich Frau Ilse Ganz-Morgenstern, Herr Max F i r n b e r g und Herr Oskar Horovitz in bekannter Vollendung ein. Sämtlichen Künstlern, die sich in so selbstloser Weise den Bestrebungen der beiden Vereinigungen zur Verfügung gestellt hatten, gebührt aufrichtigster Dank. Dieser Dank gilt besonders auch Frl. Irma Dresdner, die sämtliche Veranstaltungen in aufopferungsvoller Weise vorbereitet hat. S. B. Dela Lipinskaja. Der Name Dela Lipinskaja übt immer noch seine große Anziehungskraft auf das Publikum aus. Und so war auch am vorletzten Dienstag der große Saalbausaal dichtgefüllt von einer aufnahmewilligen Hörerschar, die gekommen war, sich zwei Stunden gut unterhalten zu lassen. Dela Lipinskaja ist in ihrer Art ein Typ, der seinesgleichen sucht. Man weiß nicht, was man an ihr mehr bewundern soll, die charmante Art ihrer Vortragskunst, ihre entzückenden Figurinen oder ihr Klavierspiel; denn die Lipinskaja ist auch eine Pianistin von ausgezeichneten Qualitäten. Es ist ja ganz gleich, was Dela Lipinskaja bringt, immer wieder fesselt sie ein großes Publikum. Reicher Beifall lohnte die Künstlerin für ihre dargebotenen Leistungen. Alfred Kahn. Die Bevölkerungsbewegung in der Gemeinde Frankfurt a. M. Aus einer im Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt veröffentlichten statistischen Uebersicht ergibt sich, daß im Monat Oktober 150 Personen in die Gemeinde zugezogen und 243 Personen fortgezogen sind. Von den Zuziehenden waren 63 Männer und 87 Frauen und zwar 45 ledige Männer und 62 ledige Frauen, sowie 29 Familien. Unter den Weggezogenen befanden sich 134 Männer und 1Ö9 Frauen, von denen 69 Männer und 49 Frauen nach dem Ausland verzogen. Im Oktober 1935 zogen nur 139 Personen in die Gemeinde zu, während nur 139 fortgingen. Die Zahl der Geburten im Oktober beträgt fünf, die der Todesfälle 21. Briefkasten. B. K. Das in Nr. 49 erschienene Gedicht „Brüder in der Nacht" stammt aus der Feder von Schalom Ben . Chorin (Fritz Rosenthal, Jerusalem,) Helft der JÜDISCHEN WINTERHILFE durch den Konzertbesuch am 6. Januar! Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr Dr. Jacob Rothschild. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: B'J'T, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — nachmittags 3.30 Uhr im Vereinslokal, apy Herr Rabb. H. Mayer. — nachm. 3-15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, faiK sjüt, Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, nmnx pn, Herr R.A. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, Kim, Herr J. Soffer. — nachm. 4.30 Uhr im Hörsaal, Vortrag des Herrn Dr. S. Ehrmann über: „Der erste Abschnitt des vnv". Montag (auch Donnerstag) nach Schul im Hörsaal : T\mn- Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal : (]-Vin) «ins, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, msrn, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — abends 7 Uhr (auch Donnerstag) im Lokal, Kim. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, 27. Dezember: Justizrat Dr. Naftali Hirsch- Stiftung. Montag, 28. Dezember: Aron Moses Schwarzschild- Stiftung. Montag. 28. Dezember: Salomon Gutmann-Stiftung. Donnerstag, 31. Dezember: Adolf Rosenbaum-Stiftung. Donnerstag, 31. Dezember : Sophie Lehmann-Stiftung. Donnerstag, 31. Dezember: Gabriel Rosenberg-Stiftung. Liwjath Chen. Der Vortrag fällt diesen Schabbos aus. Agudas Jisroel-Ortsgrnppe. Thora und Mussar. Herr Rabbiner Josef Horovitz, Fichtestr. 5, jeden nattr, 15 45 Uhr, n"n "an iso. Herr Dozent J- Ehrentreu, »»tri mit O'WIS», Sonntag nach nrua rfrsn, Uhlandstr. 39. Herr Rabbiner Mannes, roa-n m, Schabbos 4 Uhr Hans Handwerkstr. 38. Herr R.-A. Dr. E. Posen Dtpn msa, Sonntag 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr B. Rachelsohn, mra mira Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A. Dr. M. Schlesinger, rias? 'm für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos 16.15 Uhr, Schwanenstraße 12. Herr J. Sofer, 'HV> ep, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr Zuntz, n"n mis, Sonntag nach nnriE?, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Herr M- Feuerwerger, m»a (für Jugendliche) Sonntag und Dienstag 20-30 Uhr, Fichtestr- 5 awi für Jugendliche, Schabbos 1I24 Uhr int'« «im (für Baalebatim), Montag und Mittwoch 18.30- 19-30 Uhr ebenda. Der Schiur vor rmntf unter Leitung des Herrn Feuerwerger (myias 'm) findet um 6-15 Uhr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der I- R. G. statt. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Schabbos vormitt. IOV2 Uhr im Heime, Schwanenstraße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin. „Das Buch Samuel". Gäste willkommen- Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, 28- Dezember findet kein Vortrag statt- Die Presseschau in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Am kommenden Mauzoe Schabbos, 26. Dezember, 20.30 Uhr, wird im Heim, Schwanenstr. 12, die religiöse Presse der verschiedenen Länder besprochen. Wir laden dazu herzlich - auch Nichtmitglieder - ein. Gebetzeiten. 'm nntf Freitag abend 4.05 Samstag nnawn 7.10 Samstag morg- 8-00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.20 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 7.10 2. Minjan 8,10 An G'ttesdienst anschließend: Lernen des D"n "ipa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 4.15 Tefillinlegen am Morgen 7.20