Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 49 (10.12.1936)
- Date
- 1936-12-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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.£•10.; DeafefflnW 1936 Der I' s r a e l.i t Nr. 49 Seit© 7 halten zeigt'indessen/ wie sehr die Beobachtung dieser Norm im Volk verwurzelt war. ' 3'. Die Reinheit s v o r. s c tri fien. . i / .. > . ■ . " 4 <. Auch &e;#ußefror4entiicJj, tief, in;, das 'Leben des Einzelnen eingreifenden Reinheitsvorschrjf ten der Thora werden vom Volke allgemein be ohachtet/ Bei) der, Belagerung der israelitischen Hauptstadt Samaria unter Joram, dem' Sohne Achabs,; erfahren .. wir beiläufig, daß vier Aussätzige. sich außerhalb der Stadt befinden. Das entspricht dem Thbragebot (3. B. M. 13, 46; 4 B. M. 5j, f2), wonach die Aussätzigen aus den befestigten Städten zu entfernen waren. (Vergl. Kelim I,"7). Als David am ersten Tag der Neumondsfeier nicht beim König Saul erscheint, da läßt der König noch nichts verlauten. Er nimmt an, daß er durch Unreinheit am Erscheinen verhin dert ist (I. Sam. 20, 26). Da diese aber nur einen Tag währt (3. B. M. 15, 16), ist er am zweiten Tag. .über Davids Fehlen ungehalten. Die in der Thora (3. B. M. 15, 28) nur angedeutetemi n^nü finden wir II. Sam. 11, 4 in Anwendung frsiVTl n?)SaüQ. nt^Tphp' (Vergl. Marcus, Geschichte der jüdischen Träditiönslehre S. 14). In welcher Weise die Beobachtung dieser Reinheitsbestim mutigen rAllgemeingut des Volkes war, zeigt der Beficht. I. Sam. 21, 5ff. über die Ausfolgung ge heiligter Brote an David und seine Kriegsi.eute durch den Hohenpriester Achimelech. Wie sich daraus ergibt, habe» selbst dieses, einfachen Kriegsleute die Reinheitsvorschriften in ihrer äußersten Konsequenz im gewöhnlichen (f^in) Leben verwirklicht, was an sich nicht erforderlich war, so daß ihnen' sogar Heiliges (iznij?) überantwortet werden konnte, (Vergl. hierzu S. R. Hirsch Korn. 3. B.. M, 11, 47 gegen Ende, -Marcus a. a. 0, S. 13). Dem Volk Efraim droht der Prophet Hoseä (9, 3) an, daß es nach Assyrien verbannt werden würde und dort Unreines werde essen müssen. Das zeigt, daß selbst in Israel in der Zeit Hoseas die Reinheitsgesetze im täglichen' Leben beobachtet wurden. (Vergl. p'H*\ z. St.). Falls man diese Worte Hoseas nicht auf die Reinheisgesetze, sondern auf die Uebertretung der Speisegesetze beziehen wollte (Vergl. Daniel 1, 8), dann würde sich daraus ergeben, daß die Speisegesetze dort allgemein befolgt wurden. 4. Die Opfer - und Heiligt umsb.e s t i m m u n g e n. . .. ' .'i / Die eigentliche Bedeutungdes 'größten' Teils der Reinheitsgesetze für das Volk lag in ihrer Verbindung mit den Opfer- und Heiligtumsbestimmüngeri. Für das Betreten des Heiligtums und die Darbrdngung von Opfern wardie strikte Beachtung der Reinheitsbestimmungen unbedingte Voraussetzung. Aus dem Berichte 'über das Pessachopfer zur Zeit des Königs Chiskija (IL Chronik 30, lOff.) können wir sehen, in welcher Weise das Volk sich im Allgemeinen für die Festtage zu reinigen hatte. (Vergl. Vers 15, 17 ü. I. 5am. 16; 5). Eine beliebte These der Wissenschaft ist es, daß die > Propheten den Opferdienst der Thora abgelehnt1 haben1. Man beruft sich-dafür auf Ausr sprüche wie etwa Jirmija 7, 22'. :„Denn ich Te* dete nicht zu euren; Vätern und gebot'ihnen nicht an dem Tage, da ich sie führte aus dem Lände Aegypten wegen der •■ Ganzopfer und" Mahlopfer. Sondern das gebot 'ich ihnen:- Höret iaüf meine Stimme und ich werde euch immer ein G'tt sein und ihr sollt mir ein Volk sein und wandelt ganz auf dem Wege,: den ich euch gebiete, damit es euch wohl ergehe."' Selbstverständlich sollen die Worte „wegen der Ganzopfer undder Mahlopfer" nicht bedeuten, daß G'tt diese nicht befohlen habe, sondern, daß er nicht u m in r e t - w i f l e ri zu Jisfoel gesprochen hat (vgl. S. R. Hirkh Komm. 2. B. M; 6, 7).'Welche Bedeutung gerade Jirmija; den Opfern zuerkennt, zeigen seine Worte (17, 24)7 Weriii ihr! auf mich hört, spricht G'tt, daß1 ihr keine Last einbringet in die Tore dieser Stadt 'arn1'Säbbättage und an demselben ikbinerlei5iWerk;verrichtet| so sollen eingehen mcdie Tore diesfer Stadt Könige'und Für- < sten . . . Es sollen kommen aus den Städten Judas, aus der Umgebung Jerusalems, aus dem Lande Benjamin aus der Niederung und von dem Gebirge und aus dem Südland ''solche , die G/a n z o p f er, M a h 1 o p f ejr , Speiseopfer und Weihrauch Wriii^eii, die Dankopfer bringen in das Haus G'ttes." Nicht also gegen den Opferdienst haben die Propheten sich gewandt^ sondern gegen Opfer mit falscher Gesinnung. „Verlasset euch nicht auf die Lügenworte Tempel des Herrn, Tempel des Herrn,. Tempel des Herrn . , , Wollt ihr stehlen und morden, ehebrechen und falsch schwören, dein Baal räuchern und fremden Göttern, nachgehen, die ihr nicht kennt, und darauf hintreten vor mein Angesicht in diesem Hause, über das mein Name genannt ist, und sprechen: wir sind gerettet!" (Jirmija 7, 1-—10). Genau so kündet auch Jesaja (lf 11:—15); „Wozu mir eure vielen Opfer . , . denn eure Hände sind blutbefleckt." . Der in der Thora gebotene Opferdienst wurde von jeher allgemein vom Volke beobachtet. Von Elkaha hören wir, daß er von Jahr zu Jahr mit seiner Familie nach Schilo zog, um dort zu opfern. (I. Sam. 1, 3.) Jerobeam . von Israel mußte für seine Macht fürchten, weil das Volk ständig nach Jerusalem zog, um Opfer darzubringen. Darum hinderte er es daran (1, Kön. 12, 27). Im Laufe der Jahrhunderte stellten sich Auswüchse ein. Teile des Volkes glaubten, daß den Opfern •an sich eine sühnende Wirkung zukomme, selbst wenn der Opfernde seine Gesinnung nicht geändert hat. Dieser Verzerrung des Opfergedankeas und nur ihr traten , die Propheten entgegen. Die Opferbestimmungen selbst waren längst Allgemeingut des Volkes geworden. Dementsprechend finden wir auch bereits Ausgestaltungen der Opfer, welche zeigen, wie sehr sie mit dem Volksleben verwachsen waren. Bei der Ankündigung , der Vernichtung von Aschur heißt es (Jesaja 30v 29): „Einen Gesang werdet ihr anstimmen wie in der Nacht, die durch das Fest geheiligt ist." Gemeint ist damit (vergl. die Kommentare z. St.) die Pessachnacht, von welcher die Kim (fl''S DT!0S) berichtet, daß ■ das läute Singen des Hallel die Dächer gesprengt habe. Als der Prophet Jesaja den lauten Jubel beim Siegeslied über den Fall von Aschur verdeutlichen will, da verweist er auf das gewaltige Erlebnis des Hallelsanges in der Pessachnacht! (Vergl. hierzu Dorpth Horischonim Ie S. 170.) Weiter heißt es in demselben Verse: „und die Freude des Herzens wird Euch sein wie dem, der dahinzieht mit der Flöte, um nach dem Berge G'ttes zu wallen, zu dem Horte Israels." Wie Raschi z. St. hervorhebt, wird hier ein anderes Volkserlebnis als Gleichnis herangezogen; Das Bringen der Erstlingsfrüchte zum Tempel. Wie uns in der Mischna überliefert ist, war dieses zum Volksfest ausgestaltet. Die Städte des Maamad (vergl. weiter) versammelten sich in dem Hauptort des Maamad. Früh am morgen mahnte der Vorgesetzte zum Aufbruche mit den Worten: Erhebet Euch und wir wollen ziehen nach Zion, zum Hause unseres G'ttes. Die Flöte spielte vor ihnen her, bis sie zum Tempelberg gelangten. (Bikkurim III, 2—4.) Auf den dabei herrschenden Jubel weist Jesaja mit den obigen Worten hin. In der Mischna ('3 "i rV2VT\) ist uns sodann noch eine Einrichtung der ersten Propheten überliefert, welche ..dazu bestimmt war, den Zusammenhang zwischen Volksleben und dem täglichen Opferdienst aufrecht zu erhalten. Entsprechend den 24 Abteilungen der Priester und Leviten war auch das Volk eingeteilt. Sobald die Kohanim und Leviten der betreffenden Abteilung den Heiligtumsdienst zu versehen hatten, trat auch die Abteilung des Volkes zusammen. Die in Jerusalem und der näheren Umgebung Wohnenden waren bei dem Opferdienst zugegen. Die aus den entfernteren Orten versammelten sich zum gemeinsamen Fasten und Gebet. Das setzt natürlich eine das ganze Volk erfassende Organisation voraus, die ein Gegenstück findet in jener, auf welche sich die Belehrung des Volkes durch die Propheten gründete. Die Feierlichkeiten beim Hinaufbringen der Erstlingsfrüchte gehen, wie bereits ausgeführt, von dieser Maamadorganisation aus. (Fortsetzung folgtJ Einwanderungsländer, ■■■ ,; «i- :; , S ü d a.f r i,k a. Die geographische!. Lage der südafrikanischen Union bringt es mit sich, daß zwei. klimatische { Provinzen zu unterscheiden sind: die:Küstenzone . und das höher; gelegene Landinnerer; Die Temperatur an der Küste, etwa in Kapstadt und Durban, schwankt zwischen 35p im Sommer und 15° im Winter.. Im hochgelegenen Laridinnern hingegen, etwa in Johannesburg (ca. 1800 m über dem Meeresspiegel) und Prätoria,; ist das Klima ähnlich. wie in Mitteleuropa.- Erinnert sei in diesem Zusammenhang daran, daß 'die ^südafrikanische Union aüf der südlichen Erdkugelhälfte liegt, d. h. daß es dort Sommer , ist, wenn auf der nördlichen Erdkugelhälfte Winter ^herrscht. In. den Küstehstädten trägt f -man im Sommer Kleider aus Leinen und Leinenkostüme. Auch' die Mitnahme von leichten Waschkleidern, aus Popeline und Rips ist durchaus , zu empfehlen. Für kühle Abende, benötigt die Dame einen dünnen, wollenen^ Mantel. Als Staub- und Regenschutz sind leichte Popelinemäntel;: (sog. ,,Valmeline"- Mäntel) am praktischsten.. -; ,, Im -Winter trägt man in den Küstenstädten leichte wollene : Kleider und wollene Kostüme. Kunstseidehe (Wäsche;empsieMt sich nicht, da diesei\ im südafrikanischen-.: Klima nicht die Haltbarkeit besitzt, die man in Mitteleuropa.fgewöhnt war; Hinzu kommt, i daß; die Behandlung '; der Wäsche in der Anstalt .oder,-durch die farbigen Haüsgehilf eä.-. zm^d&$X'ri^^rschi&di^ch-_ \ ist In Durban,-z. B. wird die Wäsche, fast, ausschließlich von Indern gegen einen monatlichen Paur schalpreis gewaschen und, wie wir hören, recht rücksichtslos behandelt. Von Europäern betriebene Waschanstalten nehmen verhältnismäßig hohe Preise. Das Urteil über die Behandlung in diesen Anstalten ist ebenfalls nicht ungeteilt. Ein wichtiges Ausstattungsstück für den Herrn sind weiße oder graue Flanellhosen, die entweder mit grauem oder gestreiftem Blazer oder mit farbigem Sportjackett getragen werden. Als Sportjackett sind blaue, graue oder* braune Straffalaine-Sakkos besonders zu empfehlen; Straffalaine verbindet Strapazierfähigkeit mit besonderer Leichtigkeit und besonderer Luftdurchlässigkeit. Für den Sommer versehe sich der Herr mit einem leichten Valmeline-Mantel, den er auch im Herbst forttragen kann, falls er nicht einen ausgesprochenen Uebergangsmatitel vorzieht. Im Winter trägt der Herr wollene Anzüge aus besonders leichtem porösem Material (Fresko). Uebrigens ist es üblich, hierzu stets eine Weste zu tragen. Ein schwerer Wintermantel, wie in Mitteleuropa, ist in Südafrika nicht notwendig. Der Herr kann den Übergangsmantel auch für 'den „Winter" forttragen. Wögen des scharfen Temperaturunterschied;s zwischen Nachmittag 'und Abend ist das Tragen einer Leibbinde aus feiner Wolle in jeder Jahreszeit unbedingt erforderlich, um Erkältungen vorzubeugen. Die Mitnahme eines Heizkissens ist aus dem gleichen Grunde zu befürworten. In den Küstenstädten trägt der Herr sowohl Sporthemden mit . angeschnittenem Kragen als ,auch .bunte Oberhemden mit abnehmbaren Kraben. Der chemisch versteifte Trubeniskragen,;der in Deutschland soeben eingeführt wird, spielt