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Der Israelit · 1936-11-26 · Heft 47 (26.11.1936) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 47 (26.11.1936)
Date
1936-11-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
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26. November 1936 Der 1s r a e1i | Nr. 47 Seite 15 Die Darlegungen'des Redners zerfielen in die Behandlung von vier Fragen aus dem Gebiete der palästinensischen Staatspolitik, des Gemeinschaftslebens in kultureller Beziehung, des Verkehrrechts und der des Bodenrechts. In geistvoller origineller Weise wies der Referent nach, nach welchen halachischen Quellen diese Probleme zu lösen seien. Er verwahrte sich ausdrücklich, dagegen, eine endgültige Lösung »uszusprechen, er wolle sich vielmehr damit begnügen, den Weg, der zu beschreiten sei, zu zeichnen. Dies ist ihm auch im vollendeten Maße gelungen. Eine ausführliche Darstellung würde weit den Rahmen des Berichtes überschreiten, und eine kurze Darstellung nicht genügen, um den reichen Inhalt wiederzugeben- Wir möchten daher der Hoffnung Ausdruck verleihen, daß' der gesch. Redner sich dazu entschließt, seine Darlegungen im Druck erscheinen zu lassen, so daß sie einer größeren Oeffentlichkeit zugänglich sein werden. Die Begrüßung«- und Schlußworte sprach der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Rabbinatsassessor Dr. Schlesinger. Frau Bertha Kahn, Nach langem schweren Leiden hauchte Frau Bertha Kahn am Sonntag, den 15. November, ihre Seele aus. Ein Musterbild menschlicher Güte und schlichter Frömmigkeit war Frau Kahn, treue Lebensgefährtin ihres Gatten und fürsorgliche Mutter ihrer Kinder, denen sie das Gepräge ihres lauteren Wesens aufgedrückt hat. Sie hat in ihrem ganzen Leben nur Güte und Liebe um sich verbreitet, nicht allein in ihrem häuslichen Kreise, sondern auch für Jedermann, der an ihre Türe klopfte, und hat die Früchte ihres Wohltuns genießen dürfen in den Tagen, da der langwierigen Krankheit trüb© Schatten über ihr Leben fielen. Mit welch aufopfernder Treue hingen doch Gatte und Kinder an der Frau und Mutter und mühten sich, ihre Leiden zu lindern, sie mit soviel Licht und Liebe bis zum letzten Augenblick zu umgeben, als es eben ging. Nun hat sie, so sanft wie sie dahinlebte, versöhnt ihre Seele ausgehaucht, um den Lohn einer guten jüdischen Frau und Mutter in himmlischen Höhen zu empfangen. Auf dem neuen Friedhofe der Isra«lit*scnen Gemeinde gab Herr Rabbiner Dr. Neuhaus dem Schmerze der Familie in herzlicher Rede Ausdruck. rraxjn Frau Regina Eisenberg' Kaum zwei Monate nach dem .Tode des Gatten folgte ihm am Sonntag, den 15. November, die treue Gattin, Frau Regina E i s'e n b e r g , in den Tod, um das Wort wahrzumachen: omnm orp»m nwyini rraniun ■itiej &b „Die im Leben so eng verbunden waren, sind nun auch im Tode nicht getrennt.". Wer das ,Frankfurter Haus Eisenberg kannte, weiß, was. diese Frau dem. Mann© und den Kindern bedeutete, wie sie mit genialer Klugheit und Lebensgewandtheit dem Manne im Geschäfte zur Seite stand und wie siemit Hilfe des Gatten die Söhne zu den Höhen der Menschlichkeit und Jüdischkeit hinaufführte; ein Wunderwerk der fraulichen Treue und Tüchtigkeit und der Mutterliebe vollbrachte Frau Eisenberg, dessen Lohn ihr später in. den gleichgearteten Häusern der Söhne mit geliebten Enkelkindern erblühte. Erstaunlich, wie es der Familie gelang, in so kurzer Zeit sich auch die Herzen aller in ihrem neuen Wohnsitz in Straß bürg zu erobern, Schwere Krankheit überfiel schon vor längerer Zeit die Frau, die sonst nimmer rastete und ruhte, und in ihrer schweren Krankheit wurde ihr der Mann jäh entrissen. Sie trug es mit der Kraft und mit dem G'ttvertrauen, das sie stets im Leben auszeichnete und sie buchstäblich bis zum letzten Atemzuge nicht verließ. Die allgemeine Beliebtheit in der neuen Heimat zeigte sich in der größen Beteiligung bei der Beisetzung am Dienstag, bei der Herr Rabbiner Dr. Brunschwig das Bild der echten jüdischen Frau Und Mutter treffend zeichnete. Als am Sonntag mittag ein langjähriger Freund der Familie, Herr S. Schachnowitz, Frankfurt, im Hause einen Nachruf hielt, füllte wiederum eine so überaus große Trauerge* meinde alle Gemächer des Hauses, daß man daraus ersah, wie schwer der Verlust 'auch in Straßburg empfunden wird. Auch der Rabbiner der orthodoxen Gemeinde, wie die anderen Rabbiner waren bei dieser häuslichen Trauerfeier zugegen. Mögen die Söhne,;;die ..an .der Seite Würdiger. Frauen ihre Häuser ganz im Geiste der frommen .Eltern fuhren, in-, dieser., all» gemeinen Teilnahme Trost finden und möge das mar der Eltern ihren Kindern und Kindeskindern beistehen. rrasan Markus Nissenbaum/ Vst« Aus Haifa kam vor kurzem die Nachricht, daß dort Markus Nissenbaum, der vor einiger Zeit seinem Wunsche, im heiligen Lande den Rest seines Lebens zu verbringen, nachgeben konnte, abberufen wurde. Die Kunde erfüllte einen großen Kreis von Freunden 'dieses gelehrten,- frommen und stets tätigen Mannes mit tiefer Trauer^ Markus Nissenbaum kam schon in jungen Jahren nach Frankfurt und fand hier eine zweite Heimat.. An der Seite der gleichgestimmten Gattin führte er ein frommes Haus, in dem auch Kinder in echt jüdischem Geiste erzogen wurden. Er genoß eine recht geachtete Stellung, nicht allein im Bethause,' wohin ihn seine warme chassidische Fröm!- migkeit wies, sondern auch in allen anderen Kreisen der Kehilla. In der Ausübung eines Berufes erfreute er sich von jeher rückhaltlosen Vertrauens des Rabbinates. Als einen guten Menschen von Thoraliebe und G'ttesfurcht achteten wir Markus Nissenbaum und werden ihm stets ein liebendes Gedenken bewahren. Möge es den Seinen zum Tröste gereichen, daß es ihm gegönnt war, in heiliger Erde zu ruhen, und daß er dort W f5>ö für Kinder und Kindeskinder sein wird. rrasjn Verein Mekor Chajim. In den letzten beiden Wochen mußten durch unvorhergesehene Umstände die angesetzten Vorträge am Sonntag-Nachmittag ausfallen. Die Veranstaltung soll nunmehr wieder regelmäßig am Sonntag=Nachmittag durchgeführt werden. Diesen Sonntag spricht als erster auswärtiger Redner; Herr Rabbiner Dr. Ansbach e r, Wiesbaden, über „Der Sieg des Geistes in Geschichte und Gegenwart". Der Vortrag findet Sonntag Nachmittag 6 Uhr im Hörsaal statt und sind Gäste, Damen und Herren, herzlich willkommen. Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. Chanuckah-Kunstschau im Vereinshaus. Wie seit Jahren veranstaltet der Jüdische Kulturbund Rhein/Main mit den drei Frankfurter Bne- Brith=Logen wieder eine Chanuckah-Kunstschau lind zwar vom 6 .bis 10. Dezember >ds. Js. Neben Werken Frankfurter jüdischer Künstler und Kunstgewerbler kommen auch solche von Künstlern der näheren Umgebung zur Ausstellung. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung von Kunstwerken verbunden, an der die Mitglieder des Kulturbundes und die Logen teilnehmen können. Die Ausstellung soll . am 6. Dezember, 12 Uhr (Eschersheimer Landstr.. 27) eröffnet werden; sie dauert bis zum 10. Dezember und kann täglich von 10.30 Uhr bis 13 Uhr und von 16,30 bis- 18 Uhr außer Dienstag Nachmittag besichtigt werden. Konzert unter Leitung von Max Neumann. Wieder - füllte eine stattliche Hörerschar den Saalbau, um einem Programm, das diesmal allerdings etwas zu reichhaltig war, zu lauschen. Die künstlerische Leitung lag in den bewährten Händen von Max Neumann, der für diesen Abend wieder aus erwerbslosen jüdischen Musikern ein Orchester in Stärke von 30 Mann zusammen gestellt hatte. Das Programm an sich zeigte künstlerisches Niveau. Eingeleitet wurde der Abend mit einer Passacelia und Fuge über Kol Nidre, vom Organisten S. Würzburger wirkungsvoll auf der Orgel vorgetragen. Es folgte eine zugige Wiedergabe der Ouvertüre zum „Goldenen Kreuz" von Ignatz Bröll. Benno Z i e g 1 e r sang mit angenehmer Stimme eine Arie aus dem „Elias" von Mendelssohn. Höhepunkt des Abends war die Wiedergabe des Violinkonzertes von Lazio. Es wurde von der begabten und talentierten Geigerin Anni Steig cr-Beizak gespielt. Sie spielte es mit souveräner technischer und geistiger Gestaltungskraft, von Dr. Willy Salomon am Flügel kongenial begleitet. Der zweite Teil wurde mit Variation über Moaus Zur für Orgel geschrieben, von S. Würzburger eingeleitet. Es folgte eine in allen Teilen fein ausgewogene Interpretation der I. Arlesienne-Suite von Bizet. Den Abschluß des Abends bildete die Mignon-Ouverture von Thomas, eine der schwierigsten Ouvertüren der Literatur. A. K. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr- Dr\ Jos. Saffra. Sonntag abend 6 Uhr, Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Ansbacher, Wiesbaden über : „Der Kampf des Geistes in Geschichte und Gegenwart". Gäste, auch Damen, willkommen. (Alles andere wie üblich,] „Jüdisch-wissenschaftliche LehrkurSe". Samstag abend 8 30 Uhr im Vereinslokal: „Wender punkt in der jüdischen Geschichte", Herr .Direktor Dr. Elias. Jahrzeitsstiitangen. Dienstag, 1. Dezember: Joseph Sänger-Stiftung. Mittwoch, 2. Dezember: Julius Mayer-Stiftung. Mittwoch, 2. Dezember: Siegfried Jeidel-Stiftung. Mittwoch, 2- Dezember; Betty Hirsch-Stiftung. Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho 415 Uhr im Hörsaale Friedberger-Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz über: „Nacht und Kampf". Agndas Jisioei-Ortsgrnppe. Thora und Massar. (Alle Schiurim wie üblich) Die Presseschau in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am kommenden Mauzoe Schabbos, 28. November, 20.30 Uhr, wird im Heim, Schwanenstr. 12, die jüdische Presse der verschiedenen Länder besprochen und diskutiert- Gäste sind herzlich eingeladen. ■ Judische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 30. November, abends 8.45 Uhr, wird Herr Direktor Dr. M. Elias im Hörsaal, Friedberg.- Anlage 5 sprechen über: „Denker und Dichter der neuhebräischen Literatur". Gäste, Damen willkommen. Gebetzeiten. nVizm nnv Freitag abend 4.05 Samstag nMffn 6.50 Samstag morg. 8 00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.20 Wocheng 'ttesdienst; Hauptminjan in der Synagoge 6.55 Schülerminjan 6 50 2. Minjan 7,55 An G'ttesdienst anschließend: Lernen des 0"n ips- Vereins im Hörsaal Nachmittags 4.00 Tefillinlegen am Morgen 7.01 Familien-Nachrichten. Barmizwoth: Hermann, Sohn des Herrn Ludwig Herz. Treuchtlingen/Mfr., 'ö na». —; Fredl, Sohn des Herrn Jacob Emanuel, Haifa, Rcbow Hahar, Bein Heimann. a»'") 'S na». — Adolf, Sohn des Herrn Jakob Adler, Tel-Awiw, Ben Sakkaistreet 8, a»'i 'B na»./ ' 70. Geburtstag: Joseph Gans, Frankfurt-M-,, Hermesweg 16, 17. Kislew. 5697. , > kl^^^LiMJ!'-; H" i',,!,,..; . ' , Briefkästen* H. O. in T. Der 27. 11. 1913 war der 27-Cheschwah 5674. - Dr. S. L. Am angebrachtesten scheint uns für diesen Fall eine Spende für Thorajünger (Jeschiwa), die an diesem Tage gelernt haben. Gruß. E. D. M. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, der J R. jeweils die richtige Haftora mitzuteilen. Sabbat-Anfang und Ausgang . rhw r\2V O r t Anfang Uhr | Min. Datum Ausgang Uhr | Min. Frankfurt am Main 4 05 28. 5 20 Berlin 4 \qo ' Nov. 4 47 München - 4 15 1936 5 08 Köln '. 4 20 ■< -. 5 20 Stuttgart ' 4 20 14. 5 20 Breslau 4. 10 iVOD. 4 40 Nürnberg; 4 15 rxin 5 09 > Hamburg;;4. 00 . 5 01 Würzburg 4 15; '.5 ' 15 Kein schöneres navin-GESCHENK als eine erstklassige Schreibmaschine! Jed. Fabrikat - in all. Sprach. - auch n^iaS1 z. Orig.-Prs, f r e i jed. Station lieferbar. A. Hirschberg Rhönstr.5, T«1.477Ö9 19 jähr, kräft. Mädel sucht Stellung in nod, sfr, rät, Haas-' hall,Koclilc:ean ta. Vorhand. Off. 3509c Exp. ■ Bei Einkäufen etc. bevorzugt die Inserenten des Israelit ■ Kunstgewerbestube J.Westheim Frankfurt/M Eckenh'elmerlandstraBe S (am Scheffeleck) . 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