Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 43 (29.10.1936)
- Date
- 1936-10-29
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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29. Oktober 1936 ,, . Nach 'der neuen Fassung des § 32 wird die An* Stellung der Gemeinde-B e a m t e n durch Aushändigung einer An<stellung.surkunda bestätigt, die die: Räumung ins B e a m t e n v e r h ä 11 n <i s enthalten muß. Sieht die Berufung ins Beamtenverhältnis nicht ausdrücklich in der Urkunde, dann gilt der Betreffende nicht als Beamter. Bei der, neuen Fassung der Wahlordnung ist bemerkenswert, daß nur dann von einer bislang in der Gemeindevertretung nicht bestehenden Fraktion eine Wahlvorschlagsliste eingereicht werden kann, wenn eintausend Gemeindemitglieder diesen Vorschlag unterzeichnen. Die Zahl der Wahlberechtigten beträgt zurzeit rund 18 000. Als Wahltag ist der 17. Dezember festgesetzt. Verfassungsänderungen sind nur dann möglich, wenn be'i der Gemeindevertretung 18 Abgeordnete und beim Vorstand 8 Mitglieder anwesend sind. Die Beschlüsse dieser Art erfordern eine Zweidrittelmehrheit. Herr Rosenwasser (bei keiner Fraktion) begrüßte dann die Vermeidung eines Wahlkampfes und meinte, daß es bei den stattgefundenen Einigungsverhandlungen um die Verankerung des zionistischen Gedankens in der Gemeinde ging, aber auch um die Frage des religiösen Lebens und des sozialen Helfens. Er gab sich dann als Sprecher derjenigen aus, die im Verband der polnischen Juden organisiert sind, und es befremde ihn, daß die Fraktionen sich nicht mal mit den Ostjuden zu verständigen versucht haben. Er gab der- Hoffnung Ausdrück, daß man das noch nachhole, bevor man endgültig seine Kandidaten nominiere. Als einen Verstoß gegen den Sinn der- Verfassung sah der Redner es an, daß man 1000 Unterschriften bei der Einreichung eines neuen Vorschlags verlange, obgleich auf 500 Gemeindemitglieder ein Vertreter entfalle. Wenn die Gemeinde nicht nach dem autoritären Prinzip geführt werde, dann müsse man auch die Möglichkeit geben, daß gewissermaßen die breite Masse frei wählen könne. Die Ab= Stimmung über sämtliche Verfassungsänderungen ergab 28 Stimmen für die Annahme, bei 29 Anwesenden. In einem Schreiben verabschiedete sich Herr Dr. Warmbrunn, der längere Zeit dem Vorstand angehört hatte und jetzt nach Amsterdam verzogen ist. In einem Brief dankte ihm die Gemeindeverwaltung für seine wertvolle Mitarbeit und bedauerte seinen Weggang. Als Ersatz schlug Dr. Mainzer Herrn Edgar Stiefel vor, der, auf Grund von Wahlen durch Zettel, von 28 Stimmen 24 auf sich vereinigte, bei vier weißen Zetteln. Herr Stiefel nahm die Wahl in den Vorstand an. Die Jahresrechnung des Krankenhauses ist geprüft worden; sie wurde genehmigt und die Entlastung erteilt. Die Herren Adler und Klausner wurden zu Revisoren ernannt, weil die von einem Prüfer vorge* nommene Revision auch in früheren Jahren nochmals von der Gemeindevertretung kontrolliert wurde. Für den neuen Rat der Reichsvertretung der Juden, dem Herr Justizrat Blau angehört, werden als Stellvertreter die Mitglieder des Vorstandes, Hugo Becht und Felix Meyer bestimmt. Ha. JütKSch-wiSSenSchaHllclie LehrkurSe im Verein Mekor Chajim E. V. Die vor einigen Wochen angekündigten Lehrkur.se wurden in der Zwischenzeit aufgenommen und gelangen je am Samstag und Sonntag abends, 8.30 Uhr, zur Durchführung. Erfreulicherweise hat sich bisher stets eine stattliche Zahl von Hörern eingefunden, so daß die Durchführung der einzelnen Kurse gesichert ist. Indessen halten wir es für angezeigt, darauf hinzuweisen, daß noch eine weit größere Zahl Herren und 'Dameri aus unserem Mitgliederkreis, unserer Kehillo und insbesondere der heranwachsenden Jugend von dieser interessanten, belehrenden und zum Nachdenken des. Gehörten anregenden Neueinführung durch regelmäßige Teilnahme vollen Gebrauch machen sollten. Irgendwelche Kosten für die Teilnehmer entstehen nicht. Diesen Samstag abend, 8.30 Uhr, spricht Herr Dr. J. Rothschild über „Das Wesen des Gebetes": und Sonntag abend referiert in populärer Form Herr Rabb. Mayer über „Grundlagen der religiösen Praxis". Wir laden alle unsere Mitglieder und Freunde herzlich zu diesen Veranstaltungen ein und erwarten zahlreichen Besuch. Jüdische Frauenvereinigung und agudistische Frauenortsgruppe. Am Montag, den 26. Oktober, sprach Herr Dr. A. Merzbach über „Geschwisterstreit". Er ging vom ersten Bruderpaar aus und zeigte die höchste Stufe des brüderlichen Verhältnisses an Ahron und Moses. Geschwisterstreit entspringt den mannigfach* sten Ursachen: oft einer gesunden Selbstbehauptung, oft einem Mißbehagen (Müdigkeit, Mißerfolg). Die Form, die am meisten zu beobachten ist. Streit itis Eifersucht oder' Liebe, verlangt von den Eltern Ruhe und Ueberlegenheit. Der Redner fesselte die Zuhörerschaft außerordentlich. Empfand man doch, daß Theorie und Praxis, Erfahrung des Psychologen und Vaters 'zu solch tiefem Verständnis geführt haben. Ein Frankfurter Thöragelehrter wird 80 Jahre alt. Am Mittwoch, den. 4, November, wird Herr Moritz P a p p e n h e i m , hier (Mauerweg 3)< seinen 8 0. Geburtstag feiern, Herr. Pappenheim, der aus altjüdischer Adelsfamilie in Preßburg stammt, kam als -. . - - ■-- ,- D,n t Israelit 19jähriger, nachdem er. bereits in der Heimat mit Erfolg in den großen Jeschiwoth gelernt hatte, nach Deutschland, um bei Rabbiner Seligmann Beer Barn* berger '~?~si> dem „Wurzburger Raw", seine Studien zu vollenden und sich zugleich auf dem dortigen . Lehrerseminar ein großes Maß von profaner Bildung anzueignen. Später übersiedelte er nach Frankfurt a. M., wo er seitdem, also über ein halbes Jahrhundert, sich als Lehrer und Wegweiser für eine große Schar, von älteren und jüngeren Schülern betätigt und ihnen aus seinem immensen Wissensschatz in reichem Maße spendet. Herr Pappenheim wird im Kreise seiner Bekannten als hervorragender cnn T»n^n und st» geschätzt. Mit Zuversicht und unverwüstlichem G'ttvertrauen hat Herr Pappenheim a'le Schwierigkeiten, Sorgen und Mühsale des Lebens, die ihm nicht erspart wurden, überwunden, und so wirkte er auch mit seiner starken jüdischen Persönlichkeit beispielgebend und erzieherisch in seinem Kreis. Möge ihm noch ein heiterer und ungestörter Lebensabend im Kreise der Seinen vergönnt sein. wwav Jüdisches Altersheim. Der Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen-Nassau schreibt uns: Der Provinzialverband beabsichtigt, gemeinsam mit dem Provinzialverband des Jüdischen Frauenbundes für Hessen und Hessen-Nassau am 1. Dezember 1936 in Frankfurt a. M. ein kleines Altersheim mit streng ritueller Verpflegung zu eröffnen. Die Verpflegssätze sind folgende: in einem dreibettigen Zimmer Mk. 70.— monatlich, in einem zweibettigen Zimmer Mk. 80.— monatlich, in einem einbettigen Zimmer Mk. 90.— monatlich. Meldungen nimmt der Provinzialverband für Jüdische Wohlfahrtspflege in seiner Geschäftsstelle, Quinckestr. 24, 2., in den Sprechstunden Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 10 und 12 Uhr, Donnerstag und Dienstag zwischen 4 und 6 Uhr entgegen. Jüdisches Lehrhaus. Im November beginnen folgende Veranstaltungen: Mi., 4. 11.: Dr. M. Meyer und Dr. A. M erzbac h: Heilpädagogische Vorlesungen und Uebungen, Jugendheim, 19.30 Uhr, — Sa., 7. 11.: Mitia Meyer* L i s m ä n n : Mozarts Zauberflöte, Einführungsvortrag zur Aufführung durch den Kulturbund mit musikalischen Beispielen, Saalbau, 19 Uhr. Rabbiner Dr. Hoffmann: Der Jude und der Mensch nach der Lehre des Judentums, Unterlindau, 20.30 Uhr. — Di., 10. 11.: Dr. H. Pomeranz: Das jüdische Palästina im vorderen Orient, Unterlindau, 20 Uhr. — Sa., 21. 11.: Dr. L. .Feuchtwanger, München; Juden und Umwelt im Mittelalter, Unterlindau, 20.30 Uhr. — Mi.. 25. 11.: Dr. H. Philipp: George und Nietzsche, Westendsynagoge, 20.30 Uhr. Auf Wunsch der Hörer liest Dr. Merzbach nicht, wie angekündigt, Jeremias, sondern Thora (fortlaufend) Di., 19.30—20.30 Uhr, Eschersheimer Landstr. 7. Die Vorlesung von Prof. R. Koch wird auf das nächste Trimester verschoben. Die Karten behalten ihre Gültigkeit. Die Arbeitsgemeinschaft von Frl. S. Jolowicz fällt aus. Die englische Arbeitsgemeinschaft von Prof. Werner findet statt: Do. 18.39 bis 20 und 20.30 bis 22 Uhr. Der Große hetere Abend im Saalbau. Bei dem am kommenden Samstag, den 31. Oktober, stattfindenden Heiteren Abend mit Willy Rosen und Annemarie Hirsch (Hase) spielt das Orchester unter Leitung von Max N e u m a n n u. a. Werke der jüdischen Komponisten Herold, Oscar Straus und Sousa (Siegfried Ochs). — Die Veranstaltung beginnt pünktlich 20.15 Uhr. Jüdische Haushaltungsschule e. V. Abendkochkurse (fleischlos) für Berufstätige sollen vm Anfang Kcverr.b«?r ab wieder in -1er Jüd'schen Haushaltungsschule abgehalten werden. Vorbesprechung findet Mor-tag, den 2. November, abends 6 Uhr Quinckestr. 20 statt. Brith Chaluzim Datum, Der Brith Chaluzim Datiimf Frankfurt a. M., Quinckestr. 24 ,(Tel. 31424) benötigt für sein Bundesheim gut erhaltene Stühle und Tische, sowie für den Leseraum Bücher jüdischen Inhalts und jüdische Zeitschriften und bittet um Mitteilung an obige Adresse oder durch Telefonanruf. Familien-Nachrichten. G e b u r tj e n :* Ein Sohn, Josef und Henny Marx geb. Sulzbach, Darmstadt. — Ein Sohn, Theo Spiegel und Frau Sofie geb. Landau, Bne Brak. —Eine Tochter, Arthur Kohn und Frau Martha geb. Fiebermanu, Mannheim, F. 5. 25. B a r m i z w o t h : Walter Moses,. Sohn des Herrn Josi Schapiro, Scheveningen, Mechelschestr. 8. r~nw nw "ri '3- — Martin, Sohn des Herrn Felix Strauß und Frau Berta, geb, Caro, Antwerpen, 123, Chaussee de Malines nw ♦»» 'S naff. Verlo b t e: Trude Vogel, Aschaffenburg, mit' Dr, Martin Freund, Paris, 10, rue Beranger. V e r m ä h 11 e : Jakob. : Joelson und Frau Lotte geb. Kohn, Berlin N 54, Rosenthalerstr. 40/41 Aufg. G. Nr. 43 Seite 15: Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr Julius Lewin. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: dtt, Herr R.-A. Dr, E. Posen. — nachmittags 3 30 Uhr im Vereinslokal, apy J'y Herr Rabb. H. Mayer. — nachm. 3.15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul. raiK ejor. Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, nmas ]aa, Herr R.A. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, xi»a, Herr J. Soffer. — abends 6 Uhr im Hörsaal, Herr Dr. S. Ehrmann über: „Aus dem Buche des Propheten Eliahu". Montag (auch Donnerstag) nach Schul im Hörsaal: mm- Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (p?nn) m»a, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, nawn, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — abends 7 Uhr (auch Donnerstag) im Lokal, maa, Herr R.-A. Dr. E. Posen. „Jüdisch-wissenschaftliche LehrkurSe". Samstag abend 8-30 Uhr im Vereinslokal: „Probleme der jüdischen Religionsphilosophie" (Das Wesen des Gebetes). Herr Dr. Jacob Rothschild Sonntag abend 8.30 Uhr im Vereinslokal; „Grundlagen der religiösen Praxis", Herr Rabb. H. Mayer. Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 1. November; Eva Lob-Stiftung. Mittwoch, 30. November: Erich'Hofmann-Stiftung. Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho 4.15 Uhr im Hörsaale Friedberger-Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz über : „Sedom von abrahamatischer Höhe gesehen". Agudas Jisrofel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. Herr Gemeinderabbiner' Josef Horovitz. t*d 'oa (für Baalebatim), Sonntag 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag 19-20 Uhr, Fichtestr. 5. — Sabbat vorm. 11-12 Uhr (für Jugendliche) q^'n m», Fichtestr. 5~ — Aus „Chofez Chajim" (für Jugendliche), JUtf 4.30 Uhr, ebenda. — Messilas Jeschorim. 5.30 Uhr. Herr Dozent J. Ehrentreu, ffmn mit ü'Bns», Sonntag 18 Uhr, Uhlandstr. 39.. Herr Rabbiner Mannes, mala »ri, Schabbos 4 Uhr Hans Handwerkstr. 38. Herr R.-A. Dr. E. Posen Dffn ms», Sonntag 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr B. Rachelsohn, mm man Dienstag 20.30 Uhr. Sandweg 6 c. R.-A- Dr. M. Schlesinger, nap '*» für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos 16.15 Uhr, Schwanenstraße 12. (Alles andere wie üblich.) Agudas Jisroel-Mädchehgruppe. Schabbos vormitt. IOV2 Uhr im Heime, Schwanenstraße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin. „Das Buch Samuel". Gäste willkommen. Die Presseschau in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am kommenden Mauzoe Schabbos, 31. Ohtober, 20.30 Uhr, werden im Heim in der Schwanenstr. 12, die aktuellen Geschehnisse aus der vorliegenden jüdischen Presse behandelt und besprochen. Damen und Herren sind dazu herzlich eingeladen. Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 2. November, abends 8.45 Uhr wird Herr Redakteur S. Schachnowitz im Hörsaal, Friedberger Anlage 5 sprechen über: „Wie das Marranentum in Spanien entstand und sich heute noch auswirkt". Gäste. Damen willkommen. Kurse der Agudistischen Frauengruppe. Iwrith für Anfänger: Leiter Herr Willy Wolf. — Iwrith für Fortgeschrittene: Leiter Herr Dr. Salomon Adler. — Englisch für Anfänger: Leiterin Frl. Lotte Homburger, — Englisch für Fortgeschrittene : Leiterin Frau Helen Posen- — Schneiderin: Leiterin Frl. Brungäßer, Mauerweg 30. — Jeden Montag abend 8 Uhr in der Kanzlei, Friedberger Anlage, Kurs von Frau Kella Löwenthal: Chumisch mit Raschi. Anmeldungen zu den verschiedenen Kursen entweder an die Leiter oder an Frau Meta Posen, Fichtestr. 8, Telefon 45869. Gebetzeiten. kti na» Freitag abend 4.40 Samstag naapn 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm- 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.55 Wochengottesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.30 Zweites Minj an 7,30 An G'ttesdienst anschließend: Lernen des ü«n lpa~ Vereins im Hörsaal Nachmittags 4.30 Tefillinlegen am Morgen 6.25