Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 42 (22.10.1936)
- Date
- 1936-10-22
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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.22. Oktober 1936 Erscheint monatlich 6. Marcheschwan 5697 Liebe Kinder! Heute gibt es für Euch eine schöne Ueberrascfoung. Die jüdische Zeitung: „Der Israelit" bringt für Euch eine Kinderzeitung, die Euch viel erzählen und Euch unterhalten wird. Auch von Kindern, deren Eltern den „Israelit" nicht lesen, wird diese Zeitung, die. als Beiläge erscheint, zu beziehen sein. Ja, Ihr sollt sie in 'Eurer Klasse benützen. Eure Lehrer werden sie mit Euch lesen, und Ihr sollt sie in einer Mappe sammeln. Auf diese Weise bekommt Ihr im Laufe der Zeit ein gutes und schönes Lesebuch, Wie man eine solche Mappe anfertigt, dazu werden wir Euch in einer der nächsten Nummern die Anleitung geben. Heute bekommt Ihr eine solche Zeitung umsonst, und nun sollt Ihr Eure Eltern bitten, daß sie Euch ertauben, die folgenden Nummern zu abonnieren. Euer Lehrer wird Euch erklären, was ein Abonnement ist. Eine solche Kinderzeitung kostet 15 Pfg. Deka. (ijtfrn») n Der Festesmonat TisChri ist vorbei. Die ernsten erschütternden Schofartöne sind verklungen. In heiligem Ernste haben wir am Jomkippur betend und fastend vor G'tt um Vergebung und Reinheit gerungen. In Hütten haben wir sieben Tage gewohnt, auf den Schutz des Weltenlenkers vertrauend. Mit dem Feststrauße haben wir G'tt an diesem Feste der Freude gehuldigt. Das Sch'mini-Azereth-Fest, das uns lehrt, daß die echte Freude uns nur durch die Thora beschieden wird, hat uns mit der Forderung Nif}) Hat? in das werktätige Leben entlassen. Im Leihen des Juden soll die Festesstimmung anhalten, wenn auch die Feste längst vergangen sind. Die weihevoll gehobene Stimmung soll nicht spurlos verrauschen und verrinnen. So atmen wir am Ausgange des Sabbat den Wohlgeruch dera^itfa ein, ein Sinnbild dafür, die seelische Erhebung des Sabbat in die Arbeitswoche mit hinüber zu nehmen. Der Tag nach aiü Di' heißt sn pOK er mahnt uns, die Feiertagsstimmung nicht jäh abzubrechen, sondern sie festzuhalten für den nun kommenden Alltag. Von solchen Gefühlen durchdrungen, daß kein Lebensgeschick unsere Lebensbejahung und Xebensheiterkeit uns rauben kann, sollen wir eintreten in den Monat Cheschwan, den Monat der Stille und der Sammlung nach dem herrlichen Monate jüdischen Ernstes und jüdischer Freude. Chesohwan ist *in stiller Monat, im jTiV erscheint er uns leer und arm nach seinem reichen Vorgänger, Mit ihm naht, die rauhe Jahreszeit, der Winter rückt heran, der harte Mann, und mit ihm wächst die Zahl der Hilfsbedürftigen, .der Hungernden, Frierenden und Obdachlosen. Jetzt' gilt es, die durch den Tischri ausgelösten Empfindungen und Gefühle, seinen notleidenden Mitmenschen zu helfen, in die Tat umzusetzen. Es gibt keine jüdische Freude, bei der man nicht andere erfreut, „den Knecht und die Magd, den Leviten, den Fremden, die Waise und die Witwe". „Du sollst deine Hand öffnen deinem Bruder, deinem Armen und deinem Dürftigen in deinem Lande", Drei Fasttage verzeichnet der Kalender für den Monat l^rfna- Sie heißen 'atf '"^■»an ''Jtf iras??»' Die Erklärer dafür beziehen .sich auf den Psalmvers II, 11: „Dienet G'tt in Furcht und jubelt mit Zittern." Dem Jubel der Feiertage folgen die zu