Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 42 (22.10.1936)
- Date
- 1936-10-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22. Oktober 1936 Der Israelit Nr. 42 Seite 13 Wochengoitesidienst: Hauptminjan in der Synagoge ' 6.30 Zweites Minjan 7.30 An G'ttesdienstanschließend: Lernen des B«n ipa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 4.30 Tefillinlegen am Morgen 6.15 Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, Max Seckbach und Frau Paula geb. Lewinsky, Haifa, P. 0. B. 148. — Ein Sohn, Mosche und Paula Jeidel-Nussbaum, Gedera, Chawurath Chofez Chajim. Barmizwothi Isidor Israel, Sohn von Frau R. Landsberg, Frankfurt am Main, Uhlandstraße 58 p., 31. Oktober 1936, rti 'S natt. — Joseph; Sohn des Herrn Rabb. Dr. Winter, Lübeck, St. Annenstr. 13, 14. November 1936, m^in '3 rav. Verlobte: Dr. Salomon Ellinger-Hanni Rachelsohn, Gedera. Die Frankfurter Woche. Die Jüdische Winterhilfe in Frankfurt a. M. In einem Aufruf an die jüdischen Mitbürger, der vom Vorstande der Israelitischen Gemeinde und vom Vorstande der Israelitischen Religionsgesellschaft unterzeichnet ist, sind auch die Richtlinien für die Jüdische Winterhilfe 1936-37 angegeben. Die Aufbringung der Mittel erfolgt im wesentlichen nach den für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes geltenden Grundsätzen. Als angemessenes Opfer für die Jüdische Winterhilfe gelten folgende Sätze: a)i Lohn- und Gehaltsempfänger zahlen während der sechsmonatigen Dauer des WHW 1936/37 (1. Oktober 1936 bis 31. März 1937) monatlich mindestens 10 Proz. der abgeführten Lohnsteuer. — b) Lohn- und Gehaltsempfänger, die wegen ihres geringen Einkommens nicht herangezogen werden, entrichten ein Opfer von monatlich RM. 0.25. — c) Festbesoldete, die neben ihrer Lohnsteuerleistung noch zur Einkommensteuer veranlagt werden, entrichten neben ihrer monatlichen Spende in Höhe von mindestens 10 Proz. ihrer Lohnsteuer ein monatliches Opfer in Höhe von 1 Proz. ihres für das Jahr 1935 veranlagten Einkommensteuerbetrages an die Jüdische Winterhilfe, soweit die Steuerschuld nicht durch Lohnabzug getilgt wird. Diese 1 Proz. werden also lediglich von der Einkommensteuerschuld errechnet, die durch Vorauszahlung und die Abschlußzahlung getilgt worden ist. d} Gewerbetreibend© und Angehörige der freien Berufe sowie sonstige Einkommenbezieher, die zur Einkommensteuer veranlagt werden, entrichten monatlich ein Opfer in Höhe von 1 Proz. des für das Jahr 1935 veranlagten Emkommensteuerbetrages an die Jüdische Winterhilfe. — e) Inhaber von offenen Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften entrichten monatlich 1 Proz. des für das Jahr 1935 veranlagten Einkommensteuerbetrages an die Jüdische Winterhilfe. — f)' Gewerbetreibende und Angehörige freier Berufe sowie sonstige Einkommenbezieher, die nicht zur Einkommensteuer veranlagt werden, opfern einen Mindestbetrag von monatlich RM. 1.— während der Dauer der Winterhilfe. An den Eintopfsonntagen des Winterhilfswerkes des deutschen Volke® werden Eintopfspenden in den jüdischen Haushalten und den (jüdischen Gaststätten, die als solch« gekennzeichnet sind, gesammelt werden, Entsprechend den Pfündsammlungen des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes, sind jüdische Pfund Sammlungen anzusetzen. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe versendet ein Rundschreiben an ihre Mitglieder und Freunde, in dem sie zur Teilnahme an ihren Kursen und Arbeitsgemeinschäften aufgefordert werden. Sie veranstaltet Kurse und Arbeitsgemeinschaften in Iwritk, Arabisch, -Englisch und Spanisch, In ferneren Arbeitsges menischaften wird aus dem Neuen Kusari gelesen und über den Geist der hebräischen Sprache an Hand ausgewählter Tnachstellen gesprochen. In weiteren Kursen werden Erez Israelfragen sowie Ideologie und Geschichte der Agudas Jisroel behandelt. Vorgesehen sind ferner Ausspracheabende derMädchengruppe und die Einrichtung eines Nähkurses. Die Anmeldungen zu den Kursen und Arbeitsge* memschaften müssen bis spätestens Montag, den 26. Oktober, an die A. J.-Jugendgruppe, Schwanenstr. 12, erfolgen. Außerdem werden natürlich eine Reihe von interessanten Einzelvorträgen stattfinden, die jeweils im „Israelit" angekündigt werden, Den Mitgliedern sind ausführlichere Programme bereits zugegangen. „Toledo und Cordova". Toledo und Cordova stehen *n der Feuerlinie des spanischen Bürgerkrieges. Erstere Stadt ist von den Nationalisten erobert, um die letztere wird heiß gerungen. Beide Städte sind auch Titel für glänzand leidvolle Perioden' jüdischer Geschichte. Ueber dieses Thema findet nächsten Sonntag abend, 8.30 Uhr, im Mekor Chajim (Hörsaal Friedberger Anlage) ein Vortrag für Herren und Damen statt. Es soll der Weg von der kastilischen Blütezeit bis zur Inquisition und Entstehung des Marran e n t u m s gezeigt werden, und auf Fortwirken des Marranentums bis auf die heutigen Tage in Spanien und Portugal hingewiesen werden. Jüdische Frauenvereinigung und Agudistische Frauenortsgruppe. Am Montag, den 19. Oktober, fand die erste Zusammenkunft im neuen Semester statt. Die Vorsitzende, Frau Meta Posen-Prins, sprach über die Ziele der Agudas Jisroel, las das Winterprogramm vor und gab einen Bericht über die neuesten Ereignüse in der Agudas Jisroel und in Palästina. Sodann begann der künstlerische Teil des Abends, der durch Frau Hulda Posen und Frl. Lucie Rosner aufs Schönste bestritten wurde. Es wurde aus Werken jüdischer Dichter und Schriftsteller vorgelesen und zwar der Reihe nach aus den Schriften von .S. Schachnowitz, Dr. Isaac Breuer, Bertha Pappenheim, S. Frug, Beer-Hofmann und Sammy Gronemann. Beide Rezitatorinnen lasen mit so vollendetem Einfühlen in den dichterischen Text, daß die Zuhörerinnen gefesseit lauschten. Der sehr gut besuchte Abend endete mit einem schönen Flötenspiel von Frl. Lucie R o s n e r. Frau Berta Hirsch n"j;. Eine würdige Matrone ging mit Berta Hirsch im Alter von über 90 Jahren von uns, eine der letzten Zeuginnen aus der Zeit des Aufstiegs und des* Glanzes unserer Kehilla. Der älteren Generation steht noch wie ein Patriarch Josef Schwab vor Augen, der 1900 als Hundertjähriger von uns ging und somit ein volles Jahrhundert entscheidender jüdischer Geschichte verkörperte. Dieses Mannes würdige Tochter war Berta Hirsch, die als erste Schülerin auf der Schulbank der von S. R. Hirsch gegründeten Schule saß und seitdem mit der Geschichte und Entwicklung der Hirschgemeinde bis zuletzt eng verbunden blieb. Mit ihrem Gatten, dem frommen und von Liebe zur Thora beseelten Simon Hirsch t~?"T' der ihr bereits vor 23 Jahren in den Tod voranging, unterhielt sie ein jüdisches Heim, ein wahres t>sa anpa* in dem Söhne und Töchter für Thora, Awodah und Gemilus Chessed großgezogen wurden, in dem aber v'»n auch Opfer abverlangte, die ihm vom frommen (Ehepaar in ergebener Fügung, mit einem abrahamltischen *iifl gegeben wurden. In ihrem langen Witwendasein war die ob ihrer bis zuletzt anhaltenden körperlichen Rüstigkeit und seelischen Frische allbewunderte Matrone der Mittelpunkt der Familie und umgeben von einer Liebe und Verehrung der Kinder-, EnkeL und Urenkelschar, die in der Gemeinde beispielgebend und Sprichwort* lieh waren. Sie war eine der Schlüsselbewahrerinnen der alten Familien- und Gemeindetraditionen, und ein Hauch von der Geruhsamkeit und inneren Ausgeglichenheit der alten guten Zeit übertrug sich auch auf uns, wenn wir zu ihr kamen und sie uns aus ihren reichen Erlebnissen, aus Schule und Gemeinde und ihrem ersten Begründer erzählte. Als die S. R. Hirsch-Schule vor einigen Jahren ihr 75jähriges Jubiläum feierte, war Frau Berta Hirsch, gleich den anderen, damals noch lebenden Zeugen aus jener Glanzzeit, Gegenstand großer Verehrung und Huldigung. Nun geht sie als letzte ihrer „Schulgenossen" von dannen, und ihr not wird den Ihren, die sie im Leben so heiß geliebt hat, beistehen, nicht zuletzt aber auch ihrer Gemeinde, die sie in Tagen des Glückes, aber auch in der Notzeit sah und der die Liebe ihres Herzens bis zuletzt gehörte, n'iitm Erstes Orchesterkonzert des Kulturbundes im Großen Saalbau. Mit großer Spannung, mit einer gewissen Sorge sah manch einer dem Orchesterkonzert entgegen, mit dem der Kulturbund seine diesjährige Saison im neuhergerichteten Saalbau eröffnete. Stellten sich doch zum ersten Male sowohl der neue Leiter, Generalmusikdirektor Prof. Jul. Prüwer, als auch das neue Reiseorchester der Jüdischen Kulturbünde vor die breite Oeffentlichkeit. Das Konzert war eine Ueberraschung und ein großer Erfolg: 1. für das Orchester, 2. für den Dirigenten, Das neue Orchester, (nur ein kleiner Teil seiner Mitglieder konnte vom sogen. Steinberg'schen Orchester übernommen werden) erwies sich schon an diesem Abend als ein gut aufeinander eingespielter Klangkörper, der betreffs der Klangdisziplin und Schönheit in all seinen Instrumentalgruppen beachtliches Niveau zeigte, das zu schönen Hoffnungen berechtigt. Der Verlauf des Abends erwies weiter, daß man in Prüwer den Mann gefunden hat,der auf Grund seiner langjährigen Erfahrungen, seiner hohen musikalischen Fähigkeiten, berufen ist, das ihm nun anvertraute Orchester zu musikalischen Höchstleistungen hinan zu führen. Professor Prüiver, heute 62er, ist ein Dirigent von Format. Nicht ohne Leidenschaft, nicht ohne Temperament, nicht ohne innere Wärme; aber all das gebändigt und veredelt. Gewiß, man kann sich eine hinreißendere, eine leidenschaftlichere Wiedergabe der c-dur- Sinfonie op. 34 von Mozart und der b=dur-Sinfonie Nr. 2 von Beethoven denken, als die, die wir gestern hörten; aber ebenso selten wird man Mozart und Beethoven so klar, so stilecht und so von innen heraus empfunden, hören und erleben als gerade. von Prof. Jul. Prüwer. Der Abend war ein verheißungsvoller Anfang. A. K. Der große „Heitere Abend" im Saalbau. Die Konzertdirektion Hermann Koch beginnt ihre diesjährigen Veranstaltungen mit einem großen heiteren Abend am Samstag, den 31. Oktober, im renovierten großen Saal des Saalbaues. Kein' Geringerer als Willy Rosen ist als. Hauptmitwirkender zu dieser Veranstaltung verpflichtet. Es erübrigt sich, auf die Bedeutung dieses weltbekannten Künstlers aufmerksam zu machen, der ebenso berühmt als Schlagerkomponist, sowie als Vortragender seiner Chansons ist. Auch Annemarie Hirsch (Hase) ist hier noch gut bekannt durch ihre früheren Mitwirkungen im Rundfunk, in Theater-Gastspielen der Felix Holländer=Revue usw. Die Kunst der Annemarie Hase steht heute in ihrer Eigenart einzig da. Führende Berliner Zeitungen schrieben über sie u. a.: „Ihre Drastik hat nicht ihresgleichen". Das Orchester unter Max N e u m a n n bringt eine Auswahl, dem Abend angepaßten selten zu Gehör kommender Kompositionen. Eintrittskarten sind in den bekannten Vorverkaüfsstellen erhältlich. Eine Altersjubüarin, In Berichtigung der Notiz unter dieser Ueberschrift in der jüngsten Nummer sei mitgeteilt, daß die Altersjubilarin im Altersheim, Röderbergweg 77, die dieser Tage ihren 86. Geburtstag feierte, Frau Fanny Ehrmann heißt. Eine unleserliche Schrift führte zur Nennung eines falschen Namens. Sabbat-Anfang und Ausgang nay Ort Anfang Uhr | Min. Datum Ausgang Uhr | Min Frankfurt am Main 4 50 24 6 05 Berlin 4 50 Okt. 5 37 München 4 55 1936 5 50 Köln 5 05 6 05 Stuttgart 5 00 8. 6 00 Breslau * 40 pwn» 5 25 Nürnberg 4 55 rinn 5 50 Hamburg 4 50 5 51 Wurzburg 5 oa 6 00 (Kohlen und Koks jt* sowie alle sonstig. A Brennmaterialien S. Moses & Co. Sandweg 32 Tel. 46990] Gegr.l87f Verein zur Förderung rllueller Spelsehäuf er Hamburg. 3f$F* Einladung der am Sabbalh-Ausgaog, den 7. Novial». 1936,20 Uhr, im Gemeindehaus, Johnsallee 54 Hamburg, stattfindenden Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: f. Tätigkeitsbericht — 2. Rechenschaftsbericht — 3. Wahl, a) des Vorstandes, b) der Revisoren — 4. Diverse. DER VORSTAND: i. A.: M. Bistritzky. 8tung! Auswanderer Bettenreinlgen mit mod. Maschine. Steppdecken anfarbeiten.Dauneniteppdeckenin gr. Auswahl Schönteldltr» Telefon 25330 ™ Bfironnd Reise Schreib» maschinen aller guten Marken - in allen Tastaturen und Schriftarten - zu Originalpreisen frei jeder Station. A- Hlrsctiberg Rh6nstr.5. Tel. 47709 Streng fromm,, peinl, sauber, selbständiges Mädchen mögl. nicht unt. 25 J., in Geschäftshaushalt zu 3 Kindern im Alter von 11, 9 u. l'/9 Jahr, beißt. Gebalt u.Fam.- Anschl. per sofort gesucht. Arbeitshilfe vorh. Off. 3449c Exp. Tüchtiges, zuverläss. kinderliebes, junges Mädchen für str. rit. Arzthaush, gesucht. Aufwartefr. Vorhand. Ang.nuBild, Zeugnisabschr. u. Gehalts ansprüch. erbet. Frau Dr. Weinberg Bad-Nauheim. Brüssel Kinderlieb, tüchtiges Mädchen zurStütze derHansfr. in str. koscher. Haus g e f u c h t. Familien- Anfchl., Taschengeld. Institut Ansbacher 7, rue des Pensees. 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