Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 40 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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mm Seite 14 Nr. 40 D I s i t 30. September 1936 s== Personalien. Simon Sänger V^ST« - Fürth, 27. Sept. Am zweiten Tage Rosch Haschonoh stand unsere ganze Kehilloh erschüttert vor dem \>i "in. der Simon Sänger ^"Si für immer von uns nahm. Wie ein mächtiger Baum, vom Blitze gefällt, so sank bei der Ausübung von mas bv irm TiiV'aj am o«nn n'n lautlos ein Mann dahin, der mit unserem Zibbur so eng verknüpft und verkettet war, daß sein Weggang eine unausfüllbare Lücke hinterläßt und uns alle vor die Frage stellt, wer kann es ihm gleichtun, wer kann ihn ersetzen. Simon Sänger "^"ST, aus Buttenwiesen stammend, kam vor mehr als 40 Jahren in unsere Kehilloh und wirkte schon in jungen Jahren beispielgebend in min ii»'^' min war Anfang und Ende seines Lebenszieles, sie war ihm Richtlinie für die Ausübung »eines Berufes, eines echt jüdischen anso i^Tii voll r~»HW» voll Gewissenhaftigkeit, immer mehr das Interesse des Käufers als das seine wahrnehmend. Ein 12^1 on B'tt mit seltener ni:?/ begnadet, lebte er im Sinne von TpVit Dy nb wxni, nie rühmte er sich seiner vielseitigen nna, seiner ion m^'aa, seiner großartigen mXB' still und verborgen wandelte er mit seinem G'tte. Ob in den vielen nmn, Institutionen und Vereinen, denen er angehörte, ob in der Waisenhaus-Synagoge, deren Erster er früh und abends war, auf ihn konnte man zählen, seine Zeit gehörte nicht ihm, sondern den Erfordernissen des ^bo. Unterstützt wurde er von seiner gleichgesinnten Frau, einer Tochter Justizrat Naftali Hirschs *"?"XT, alles was sie vom Vater gehört, vom Großvater S. R. Hirsch b"it als Erbgut empfangen, wurde in diesem Hause zur lebendigen Tat. nun strahlte aus diesem Hause, Simon Sänger t-?'ir verstand es, vielen Männern unserer Gemeinde von seiner mm zu geben, sie alle und die vielen Freunde trauern um den allzufrüh Dahingeschiedenen. Trotz seiner tiefen Bescheidenheit war sein Wert überall bekannt, die große Beteiligung an der *\b und bei den onson gaben davon beredtes Zeugnis. Es sprachen Herr Rabb. Dr. Breslauer, Herr Rabb. Dr. Josef Breuer und noch vier avn "»^ya aus allen Kreisen unseres Zibbur. Groß ist der Schmerz in unserer Gemeinde. iMänner wie Simon Sänger t~?"SX werden immer seltener, der Heimgang eines solchen j?'*»» ist unersetzlich, Möge n*3{?n seine Gattin und uns alle trösten. n*3S3n Königsberg i. Pr., 23. Sept. Noch kurz vor Rosch* Haschonoh ging ein edler, g'ttergebener Mensch aus unserer Gemeinschaft. Samuel K ä 1 b 1 e war eine hochgeachtete Persönlichkeit in unserer Gemeinde und insbesondere in dem orthodoren Kreise derselben. Ein Freund der Thora und der Menschen, ein Freund von allem, was gut und schön und jüdisch ist, war er auch Freund aller, die ihm im Leben nahe standen. In seinem Hause, da® er mit der gleichgearteten Gattin, — Tochter von Maximilian Michel ^"XT in Frankfurt a. M., — teilte, konnte sich jeder, ob einheimisch oder fremd, wärmster Gastfreundschaft erfreuen, Rat und Hilfe holen. Schon in jungen Jahren kam Samuel Kälble nach der ostpreußischen Metropole. Ideal veranlagt und tief religiös wie er war, nahm er bald regsten Anteil am religiösen Leben der Stadt. Wie er noch in guter wirtschaftlicher Position war, betätigte er sich ehrenamtlich mit einer Mizwohfreude ohnegleichen in der Synagoge der Adaß Jisroel; wie er hier später als Kultusbeamter über zwei Jahrzehnte treue und opfervolle Dienste verrichtete und sich dabei die Liebe und Achtung der ganzen Gemeinde erwarb. Vor einigen Jahren wurde er von einem schweren Leiden befallen, das nicht mehr von ihm ließ. Wie ihm die treue Gattin und Lebensgefährtin in diesen schweren Jahren zur Seite stand, rief 'die Bewunderung Aller hervor. Sein Trost und sein Glück bestanden darin, daß ihm trotz körperlicher Leiden immer noch gegönnt war, an den .Gefoetsyersammlungen teilzunehmen und G'tt in Liebe und in Freude zu dienen; so nahm er die Leiden als nnriK bv |'"iio>, von denen ihn nun ">"vn kurz vor dem Tage des 'Gerichtes befreit hat. Er wird -W f^"3 sein für die treue, nun alleinstehende Gattin, nicht minder für die Gemeinde, die er so 'geliebt hat und für Lv*>w> bb> dem er sich in seinem ganzen. Tun und Denken verbunden fühlte. n-asan Vermischtes, Berlin, 20. Sept. Unter der Ueberschrift „Wann ist die Kündigung eines Juden betriebsbedingt?" veröffentlicht die „Deutsche Arbeits-Korrespondenz" einen Auszug aus einem Urteil des Amtsgerichts Hanau vom 8. Mai 1936. Es heißt in dem Urteil: „Die Kündigung eines jüdischen Gefolgsmannes bedeutet keine unbillige Härte, wenn der jüdische Gefolgsmann noch niemals arbeitslos war, während Millionen deutscher Volksgenossen dieses Los lange Jahre haben ertragen müssen; durch ein Auscheiden wird sein Arbeitsplatz frei, der durch einen Volksgenossen eingenommen werden kann. Wird1 in einem Zeitungsbetrieb ein Jude beschäftigt, so genügt die Tatsache allein, um die betreffende Zeitung zum Gegenstand von Angriffen zu machen und begründete Unruhe unter der Gefolgschaft des Betriebes, die den Verlust ihres Arbeitsplatze® befürchtet, hervorzurufen. Eine aus diesem Grunde erfolgte Kündigung ist daher durch die Verhältnisse des Betriebes bedingt." Aus der Agudas Jisroel-Bewegung- Zum Werbemonat der Aguda-Jugend Tischri-MarcheSchwan 5697. Durch Ali ja nach Erez Jisroel und Auswanderung nach anderen Ländern hat die Aguda-Jugend in Deutschland viele wertvolle Kräfte verloren. Demgegenüber wachsen -die uns gestellten Aufgaben von Tag zu Tag: Der nachstehende Auszug aus dem Herbstprogramm der Agudas Jisroel-Jugendorganisation in Deutschland zeigt deutlich, wie vielseitig und anregend die Arbeit in den agudistischen Jugendgruppen ist. Aus diesem Programm seien als Beispiel nur die Themen der Vorträge, Arbeitsgemeinschaften und Kurse herausgegriffen: Vorträge: Die Ueberwiridung des Klassen* kampfes durch die Herrschaft der Thora (mit Diskussion). Arbeiterrecht und Sozialethik in Thora und Talmud, Verneint die Orthodoxie das Leben? Agudismus und Separatismus (mit Diskussion). Die bisherigen Zionsgegner als „religiöse Erneuerer" in Erez Jisroel (mit Diskussion). Englische Weltpolitik und englische Politik im Vorderen Orient. Kurzreferate über die jüdische Situation in Südafrika, Nord= und Südamerika usw. oder Auswanderungsmöglichkeiten nach diesen Ländern, Welches Gegenwartsi z i e 1 hat Agudas Jisroel in Erez Jisroel (Regierungsform usw.) (mit Diskussion)'? Freiheit und Bindung. Die Utopie des Zionismus (mit Diskussion). Arbeitsgemeinschaften: Die agudistische Idee als Alternative des Kampfes zwischen Sozialismus und Nationalismus. Englische-zionistische-agudistische (de Haan!) Araberpolitik. Jüdische Geschichte in großen Zügen unter besonderer Berücksichtigung der Konsequenzen, die sich für die heutige Zeit ergeben, Stellung zum Zionismus, Abgrenzung zum Misraöhi usw. 'Notwendigkeit des Arewut (z. B. unsere Verantwortung für die nichtorthodoxen Massen). Grenzen des Arewut. Die Stellung der Gemeinde*Orthodoxie in der Agudas Jisroel. Die wichtigsten jüdischen Sefarim und ihr© Verfasser. Geschichte der Agudas Jisroel. Agudistische Schriften (Rosenheim, Breuer). Sprachkurse : Iwrit, Arabisch, Englisch', Spanisch (Südamerika)'. Regelmäßige Presseschau, bei der die wichtigsten jüdischen und agudistischen Ta-. gesfragen an Hand der in- und ausländischen jüdischen Presse behandelt werden. Im Programme heißt es zum Schlüsse: „Jeder Jung=Agudist hat die Pflicht, in diesem Werbemonat mindestens ein neues Mitglied zu werben: auch Du bist gemeint, .auch auf Deine Mitarbeit rechnen wir!" Straßburg, 20, Sept, Auf seiner Rückreise nach Erez Jisrael erstattete Gbawer Zwi Weinb e r g, Gedera, Herrn Rabbiner Brun<achwigf dem verdienstvollen Führer der einzigen unabhängigen orthodoxen Gemeinde Frankreichs, Bericht über die agudistischen Kibbuzim, Zwi Weinberg wies auf unsere Verpflichtung gegenüber dem Keren Hajischuw nachdrücklich hin, der in den Chawerim Eric Müller, Aron Wolf, Jacques Samuel und Joseph Bollack eifrige Mitarbeiter gefunden hat, Familien-Nachridbiten. Barmizwöth: David, Sohn des Herrn Rabb. Saul Münk und Frau Eva geb. Schlesinger, tt'filn rüfr rvno — Hermann, Sohn des Herrn I. Hirsch, Frankfurt a. M„ Hanauer Landstr. 48. JrsNra mv. Goldene Hochzeit: Adolf Simons und Frau Josephine geb. Mosbacher, Köln, 20. Tischri 5697. 7 0. Geburtstag: Herr Moses Berlinger, Lehrer i. R., früher Trier a. Mosel, jetzt Mannheim D 2, 5 bei Gutwillig. 20. Tischri 5697. — Mina Kaufmann, Hainstadt (Baden). 6. Oktober 1936. Die Frankfurter Woche. Die Jüdische Winterhilfe in Frankfurt a. M. Die Jüdische Winterhilfe in Frankfurt a. M. 1936/1937 wurde mit Genehmigung der Behörde eröffnet. Wie voriges Jahr ist auch 'diesmal der Aufruf unterzeichnet von: Justizrat Dr. J, Blau für die Israelitische Gemeinde und Philipp Posen für die Synagogengemeinde Israelitische Religioasigeis^llsehaft, Im Aufruf wird u. a, gesagt, daß es erneut darum geht, zu beweisen, daß die jüdische Gemeinschaft bereit ist, die Not, d i e s e i t dem letzten Winter weiter .gewaltig gewachsen ist, zu lindern 'und zu mildern, Weitere Berichte folgen, Die Festwoche im Mekor Chajim. Der Verein veröffentlicht an anderer Stelle das diesjährige Sukkausprogramm. Zu sämtlichen Veranstaltungen sind Gäste herzlichst willkommen. Das Mjytpvi -Lernen findet, wie alljährlich, Dienstag Abend 8.30 Uhr im Vereinslokal, Hans Handwerkstr. 18 statt. Ein Kostenbeitrag wird nicht erhoben und Gäste sind herzlich willkommen. Am Simchas Tauroh findet auch in 'diesem Jahre ein Frühg'ttesdienst im Vereinslokal statt (Beginn 6 Uhr morgens). Es ist vorgesehen, daß sämtliche Teilnehmer hierbei aufgerufen werden und daß trotzdem das Minjan so zeitig beendet ist, daß ein Besuch der Synagoge noch möglich ist. Wir erwarten lebhafte Beteiligung. Wie alljährlich, beginnen mit Schabbos ri'BNna die Mikro Vorträge im Anschluß an Schul im Hörsaal Friedberger Anlage am Freitag Abend. Den Eröffnungisvortraig wird. Herr Redakteur Schach» nowitz halten. Mit Schabbos ril setzt dann da® weitere Winterprogramm ein und sind eine Reihe Neuveramstaltungen vorgesehen. Nähere Veröffentlichung erfolgt in der nächsten Nummer. Sitzung der Gemeindevertretung Gemeinde". „Israelitische Als stellvertretender Vorsitzender eröffnete Herr Felix Meyer die Sitzung vom Mittwoch Abend (23. Sept.), die dann der kurz danach eingetroffene Präsident, Herr Dr. Richard Merzbach, leitete. Qemaß Beschluß des Vorstande® vom 31. August erklärt die Gemeinde sich bereit, den mit der Mazzohbäckerei Benjamin, Frankfurt, bestehenden Pachtvertrag zu erneuern, wonach für jeden Sack verbackenen Mehlas RM. 3.50 und RM. 4.50 für den 400 Sack übersteigenden Umsatz zu zahlen sind, mindestens' aber RM. 1000.—. Diese Bedingungen wurden von der Gemeindevertretung einstimmig und debattelös angenommen. Für den Umbau von Räumen im „Königswarterhaus" entstehen RM. 830.— Kosten, wovon ein Drittel zu Lasten der „Beratungsstelle" gehen, während der verbleibende Betrag einstimmig von der Gemeindevertretung gutgeheißen wurde. Punkt 3) der Tagesordnung — Vertrag mit-der Stadt (Friedhofsgelände) wurde in die nichtöffentliche Sitzung verwiesen. — Auf die Eingabe der „Israelitischen Religionsschule" vom 9. September genehmigt man ihr eine einmalige Sondersubvention von RM. 2000.—, nachdem sie zur Herrichtung von zwei Gebäuden selbst RM. 2100.— aufgebracht hat. Dem Reiseorchester des „Jüdischen Kulturbundes" werden zufolge eines Berichtes der Finanzkommission vom 10. September für das laufende Spieljahr bis zu RM. 7000.— (mindestens aber RM. 6000.) bewilligt. Herr Oettinger, als Finanzreferent, erklärte dazu, daß durch die geschickte Arbeitsweise de® Kulturbundes zweifellos nennenswerte Beträge in die Gemeindekasse zurückfließen werden. Die verschiedenen Fraktionsredner stimmten dem Antrag auf Subventionierung vor allem aus sozialen Gründen zu. Es gelte, 'die Künstler, 'die fast alle in Frankfurt beheimatet sind, zu beschäftigen. Man setze dadurch auch den Kulturbund in 'die Lage, Orchester* und Kammermusikveranstaltungen zu geben. Debattelos wurde dann noch der Ueberlassung etlicher Räuenmlichkeiten im „Königswarterhaus" an die Erwerbslosen- und Jugendfürsorge zugestimmt. Es bestanden Zweifel, ob ein bewilligtes Darlehen von RM. 5000.— an die Bezärksdarlehnskasse durch die Gemeindevertretung bewilligt worden ist. Auch hier erfolgt die einstimmige Annahme. Der Vorsitzende gab Kenntnis von einer Stiftung des Kidduschweines für die konservative Synagoge durch Herrn Mai und dankte dem Spender dafür. Dieser Sitzung folgte eine nichtöffentliche. Ha. Veranstaltungen der Konzertdirektion Hermann Koch in der kommenden Saison, Wie iim vergangenen Jahre veranstaltet die Konzertdirektion Hermann Koch auch in kommender Saison wieder eine Anzahl Abende mit prominenten Künstlern, bei denen hauptsächlich solche vertreten KEREN HATORAH steht im Dienste unserer Jugend! Talmud Tora-Schulen - für unsere Jugend! Religionsunterricht in lehrerlosen Gemeinden - für Unsere Jugend! Keren Hatorah-Heime - für unsere Jugend! . Subventionierung des Jeschiwa-Besuches - für unsere Jugend! La n d es d i r e ktori u m des Ke r e n Hatora h , Harn bürg,. Pos tsc h eck-konto:'.Hamburg 247 5*3